Es
gibt wohl kaum eine andere Schneckenart, deren Äußeres so extravagant,
eigentümlich und faszinierend ist, wie das der Indischen
Turmdeckelschnecke. Die typisch rundliche Form eines gewöhnlichen
Schneckenhauses ist bei dieser Art kaum mehr zu erkennen. Stattdessen
trägt sie ein namengebend „turmartiges“ Gebilde, das sich immer enger
werdend windet und in einer dünnen Spitze ausläuft. Geschmückt ist
diese ohnehin schon beeindruckende Schale mit den unterschiedlichsten
dezenten Mustern aus Punkten und verschiedenen Braun- und
Schwarzabstufungen, die dazu führen, dass kein Tier exakt dem anderen
gleicht. Der Weichkörper dieser Schnecken ist von samtenem Schwarz und
damit vollkommen im Einklang mit den natürlichen Farben des Gehäuses,
nicht aufdringlich, sondern von diskreter Schönheit, so dass man diesen
Tieren stundenlang mit Freude bei ihren Aktivitäten zusehen kann
Verhalten
Die
Indische Turmdeckelschnecke legt ein außergewöhnliches und seltenes
Verhalten an den Tag, das sie in allen Aquarien zu einem nützlichen
Helfer, in Aquarien mit feinem Kies oder Sand sogar zum notwenigen Muss
macht: Sie durchwühlen – vergleichbar mit den Regenwürmer zu Lande –
den Bodengrund des Aquariums, lockern diesen auf, verhindern Verhärtung
und Ablagerungen und mischen die unterschiedlichen Schichten gründlich
durch. Auf diese Art und Weise befördern sie zudem wichtige Nährstoffe
zu den Wurzeln der Pflanzen und unterstützen diese damit in Wachstum
und Gedeih. Dabei werden „Abfälle“ wie Futterreste oder Detrius von den
wühlenden Schnecken gefressen. Tagsüber geben sich die Schnecken
ausschließlich ihren nützlichen Aktivitäten im Bodengrund des Aquariums
hin und sind daher vollkommen unauffällig und selten zu sehen. Erst bei
Dunkelheit wagen sie sich ins freie Wasser und sind dann mitunter an
den Scheiben des Aquarium zu finden. Turmdeckelschnecken die auch bei
Tageslicht an der Scheibe oder den Pflanzen hängen, deuten auf
schlechte Wasserwerte hin. Aufgrund dieser Eigenschaft kann man die
Indischen Turmdeckelschnecken auch problemlos als natürliche
„Indikatoren“ für die Qualität des Aquarienwassers nutzen.
Futter
Die
Indischen Turmdeckelschnecken leben alleine von den verwertbaren
Nährstoffen, die sie im Bodengrund auffinden. Eine zusätzliche
Fütterung ist absolut nicht nötig.
Zucht
Zur
Vermehrung der Indischen Turmdeckelschnecken muss man in der Regel
nicht beitragen, im Gegenteil. Die Tiere sind nicht nur zwitter, das
heißt jede Schnecke besitzt sowohl männliche als auch weibliche
Geschlechtsorgane, sondern können sich auch über Selbstbefruchtung
(Jungfernzeugung) fortpflanzen. Daher ist in der Regel und allen
Umständen mit Nachwuchs zu rechnen, der jedoch im Falle dieser
nützlichen Schneckenart so umfangreich er auch sein mag, definitiv als
Segen, nicht als Fluch zu bezeichnen ist, zumal sich auch der
Schneckennachwuchs bei Licht im Bodengrund verkriecht und so weder
sichtstörend noch auffällig ist.