Fadenfische erfolgreich halten & vermehren

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Als Fadenfische bezeichnet man ganz bestimmte Labyrinthfische, die sich durch ihre lang ausgezogenen, fadenförmigen Bauchflossen auszeichnen. Als Labyrinther atmen sie Oberflächenluft mit ihrem Labyrinthorgan, das so ähnlich funktioniert wie eine Lunge. Daneben sind ihnen jedoch die Fadenflossen gemein. Diese langen Fadenflossen dienen den Fadenfischen als Tastorgan und Riechorgan, und man kann super beobachten, wie die schönen Fische bedächtig ihren Weg suchen und dabei äußerst aktiv mit den Flossenstrahlen der dünnen Flossenfäden tasten. Auch wenn sich zwei Fadenfische begegnen, kommen die Fadenflossen zum Einsatz und man tastet sich gegenseitig gründlich ab und "beschnuppert" sich gegenseitig. Reißt einmal ein Faden ab, wächst er in der Regel wieder nach. Dennoch sollte man hier der Sache auf den Grund gehen und zum Beispiel Flossenfäule ausschließen beziehungsweise behandeln.

 

Die Gattungen

Bei den Fadenfischen gibt es zwei Gattungen: die Westlichen Fadenfische aus Südasien (Indien und Myanmar), und dann noch die Östlichen Fadenfische aus Südostasien. Die Östlichen Fadenfische dienen teilweise der menschlichen Ernährung und wurde daher im ganzen südostasiatischen Raum angesiedelt. Ein Synonym zum Gattungsnamen Trichogaster ist der ebenfalls oft gehörte Gattungsname Trichopodus. Zwergfadenfische wurden früher als Gattung Colisa bezeichnet. Sie werden heute ebenfalls als Trichogaster geführt. 

Der Lebensraum

Die meisten Fadenfischarten leben in Überschwemmungsgebieten und flachen Uferzonen mit mäßiger Strömung, gerne auch in verkrauteten Gewässern mit einem starken Pflanzenwuchs und meist mit schlammigem Untergrund. Auch im Aquarium fühlen sie sich mit mäßiger Strömung und einer guten Randbepflanzung sehr wohl. Oft sieht man die schönen Fadenfische, wie sie sich durch die Pflanzen winden. Im Freiwasser schwimmen sie auch gerne einmal im Schwarm.

Wasserwerte

Fadenfische sind nicht ganz so empfindlich, was die Wasserwerte anbetrifft, sie haben aber je nach Art teilweise unterschiedliche Ansprüche. Insbesondere der Zwergfadenfisch braucht weicheres Wasser.

Fortpflanzung und Zucht im Aquarium

Alle Fadenfische haben eine ganz typische Art der Fortpflanzung: Die Männchen bauen Schaumnester an der Wasseroberfläche, am liebsten zwischen Schwimmpflanzen. Dazu sondern die männlichen Fadenfische ein spuckeähnliches Sekret ab, mit dem sie Luftblasen umhüllen und aneinanderreihen, bis sich ein beeindruckendes Schaumnest gebildet hat. Arten der Gattung Trichopodus verbauen hier zusätzlich auch noch Pflanzenteile, um das ganze stabiler zu machen. Während dieser Zeit sind die Fische stark territorial und sehr störungsanfällig. Arbeiten am Aquarium, die nicht unbedingt notwendig sind, sollten nun aufgeschoben werden.

Das Männchen steht unter dem Schaumnest und balzt das Weibchen an. Die Paarung findet direkt unter dem Nest statt: Das Männchen umschlingt dabei das Weibchen, das nach und nach bis zu 1000 Eier ausstößt, die das Männchen im Wasser durch das Ausstoßen von Sperma befruchtet. Die Eier der Fadenfische haben dank ihrem Ölgehalt ein geringeres spezifisches Gewicht als Wasser und treiben daher an die Wasseroberfläche, wo sie direkt im Schaumnest landen. Nach der Paarung und dem Ablaichen schwimmt das Weibchen wieder seiner Wege, während das Männchen Brutpflege betreibt und die Eier bewacht. Im Aquarium kann man das Weibchen dann aus dem Ablaichbecken nehmen, um den Stress für das Männchen möglichst gering zu halten.

Sind im Gesellschaftsaquarium Fressfeinde vorhanden, kann man das Schaumnest vorsichtig mit einem großen Suppenlöffel etc. in ein extra eingerichtetes Aufzuchtaquarium (gefiltert, mäßige Strömung, gut bepflanzt) umsetzen.

In Abhängigkeit von der Wassertemperatur schlüpfen die Fischlarven nach ca. 1-2 Tagen. Ihr sehr großer Dottersack versorgt sie gut und gibt ihnen Auftrieb. Alle Larven, die aus dem Nest fallen, sammelt der Vaterfisch auf und spuckt sie wieder an Ort und Stelle. Die Jungfische wachsen schnell und beginnen schon nach drei bis fünf Tagen, frei zu schwimmen. Dann fressen sie auch selbstständig. Der Brutpflegetrieb des Männchens erlischt, sobald die Jungen das Nest verlassen haben - spätestens dann sollte auch der Vaterfisch aus dem Aquarium genommen werden, damit er seinen Nachwuchs nicht frisst. Gibt es genügend feinfiedrige Pflanzen und Wasserpflanzenpolster an der Wasseroberfläche (zum Beispiel Riccia), kommen auch im Gesellschaftsaquarium mit etwas Glück einige Jungfische hoch.

Die Jungfische bekommt man mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien, Cyclops und Mikrowürmchen schnell groß. Später kann man dann auf größeres Lebendfutter und auch auf Flockenfutter für allesfressende Aquarienfische umstellen.

Vergesellschaftung

Fadenfische sind grundsätzlich eher ruhige Gesellen, die jedoch zur Paarungszeit recht ruppig werden können. Mit aggressiven oder revierbildenden Fischen kann es vor allem dann zu Problemen kommen. Auch andere Fadenfischarten werden dann vertrieben. Gut funktioniert die Vergesellschaftung dagegen mit friedlichen kleineren Fischen wie zum Beispiel Guppys, Kärpflingen, Salmlern oder Bärblingen, und auch mit Fischen, die andere Wasserzonen besiedeln als der oberflächenorientierte Fadenfisch, zum Beispiel mit Welsen. Selbst von den größeren Fadenfischen werden Zwerggarnelen nicht aktiv gejagt, von daher kann man sie auch mit ihnen sehr gut im Gesellschaftsaquarium halten. Krebse dagegen können die empfindlichen Fadenflossen stark verletzen, daher raten wir von einer Vergesellschaftung von Fadenfischen mit Flusskrebsen und Zwergkrebsen ab.

Besonderheit Zwergfadenfische

Zwergfadenfische gelten als recht anfällig. Versuche haben gezeigt, dass eine Überwinterung bei kühleren Temperaturen (20-24 °C) und bei niedrigem Wasserstand (15-20 cm) die Fische deutlich robuster und langlebiger macht und auch die Bereitschaft zur Fortpflanzung anregt.

Futter

Fadenfische gehören zu den Allesfressern. Während sie sehr gerne Frostfutter und Lebendfutter passender Größe fressen, nehmen sie auch Flockenfutter und Granulatfutter. Da Fadenfische eher oberflächenorientiert sind, sollten Sie darauf achten, dass die Futtersorten möglichst lange schweben. Auch Algenbeläge werden gerne gezupft, und die größeren Fadenfische fressen sogar Wasserlinsen. Auch etwas blanchierter Spinat oder ähnliches weiches Grünfutter wird sehr gerne gefressen.

In der Folge möchten wir auf einige besonders schöne und beliebte Fadenfischarten fürs Aquarium genauer eingehen.

Östliche Fadenfische

Blauer Fadenfisch - Trichogaster trichopterus (kaufen)

Aus Südostasien. Wird groß, bis Weiches bis hartes Wasser, eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C und ein Aquarium ab 120 cm Kantenlänge. Wird 13-15 cm lang und bis 10 Jahre alt. Allesfresser, frisst auch lästige Algenbeläge und Wasserlinsen. Männchen etwas territorial, die Paarhaltung wird empfohlen. 

Marmorfadenfisch, - Trichogaster trichopterus (kaufen)

Aus Südostasien. Weiches bis hartes Wasser, Wassertemperaturen von 22 bis 28 °C und ein Becken mit 120 cm Kantenlänge oder mehr. Körperlänge 13-15 cm, Alterserwartung bis 10 Jahre. Allesfresser, kümmert sich um lästige Algenbeläge und sogar um Wasserlinsen. Männchen etwas territorial, Paarhaltung wird empfohlen. 

 

Marmorfadenfisch gold-orange - Trichogaster trichopterus (kaufen)

Aus Südostasien. Weiches bis hartes Wasser, Wassertemperaturen sollten 22 bis 28 °C  betragen. Aquarium mit 120 cm Kantenlänge und darüber. Größe 13-15 cm, Lebenserwartung ca. 10 Jahre. Allesfresser, futtert auch lästige Algenbeläge und sogar Wasserlinsen. Männchen etwas territorial, Paarhaltung wird empfohlen.

 

Mosaikfadenfisch - Trichopodus leeri (kaufen)

Aus Südostasien. Weiches bis mittelhartes Wasser, 25-28 °C. Relativ verträglicher Fadenfisch, Gruppenhaltung möglich. Körperlänge 10-12 cm, Lebenserwartung ca. 10 Jahre. 3-4 Tiere in einem 100 cm langen Aquarium, 5-10 in einem 130 cm langen Becken. Paarhaltung ist ebenfalls möglich. Allesfresser, Algenfresser, kümmert sich auch um Wasserlinsen.

 

 

Westliche Fadenfische

Zwergfadenfisch - Trichogaster lalius (Colisa lalia) (kaufen)

Aus Südasien. Bleibt mit bis 6 cm Körperlänge recht klein. Gilt als recht empfindlich und sollte daher mit saisonalen Schwankungen bei der Wassertemperatur und der Wasserhöhe gehalten werden, im Winter bei kühleren Temperaturen (20-24 °C) und niedrigem Wasserstand (15-20 cm), im Sommer bei 24-30 °C und höherem Wasserstand. Gute Wasserqualität ist Pflicht, Huminstoffe helfen beim Gesundbleiben. Ein Pärchen kann schon in einem Aquarium mit 60 cm Kantenlänge gehalten werden. Allesfresser, Algenfresser.

 

Blauer Zwergfadenfisch - Trichogaster lalius (Colisa lalia) (kaufen)

Aus Südasien. Mit ca. 6 cm Körperlänge relativ klein. Recht empfindlich, braucht im Winter kühlere Temperaturen (20-24 °C) und einen niedrigeren Wasserstand (15-20 cm), im Sommer 24-30 °C und höheres Wasser. Gute Wasserqualität ist Pflicht, Huminstoffe ebenfalls. Ein Pärchen kann schon in einem Aquarium mit 60 cm Kantenlänge gehalten werden. Allesfresser, knabbert auch Algenbeläge ab.

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