Tödliche Falle: Faulstellen im Bodengrund des Aquariums!

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Was passiert eigentlich mit nicht gefressenem Futter im Garnelenaquarium? Garnelen sind nicht die gesittetsten Fresser, und wenn man sie bei der Nahrungsaufnahme genauer beobachtet, sieht man schnell, dass sie beim Zerkleinern der Nahrung ordentlich herumbröseln und dass bei einer fressenden Garnele eine große Menge kleiner Futterfetzen nur so wegfliegt. Viele Futtersticks sind in Wasser außerdem nur mäßig stabil, sie fangen relativ schnell an zu zerfallen und die kleineren Bröckchen verkrümeln sich dann nach und nach in den Untergrund. Je größer der Bodengrund im Garnelenaquarium, desto schneller und tiefer können sich die Futterreste nach unten absetzen - bis in Tiefen, in denen keine Garnele sie mehr erreichen kann. Dort können sich diese organischen Reste ansammeln, und mit der Zeit fangen sie an, sich im Bodengrund zu zersetzen.

Schwefelwasserstoffbildung und Keimdruckerhöhung

Tief im Boden ist die Sauerstoffzufuhr in der Regel nur noch mäßig, und so kommen ganz schnell anaerobe Prozesse in Gang. Fäulnis führt zur Bildung von Schwefelwasserstoff, einem Gas, das sowohl wasserlöslich als auch hoch giftig ist! Außerdem kann eine hohe organische Belastung des Wassers das Wachstum krank machender Bakterien fördern - die Keimbelastung steigt. Damit haben wir ein doppeltes Problem im Garnelenbecken, und so manches Garnelensterben hat hier seine Ursache. Faulender Bodengrund im Garnelenaquarium ist eine echte Zeitbombe!


Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - mulmen

Lang kursierte in den einschlägigen Foren und sogar teilweise in Büchern die Theorie, dass in Aquarien mit Garnelen gar kein Mulm gesaugt werden sollte, weil Garnelen Mulm gerne fressen. So sind Gammelstellen allerdings leider vorprogrammiert - Mulm und Futterreste sinken in den Bodengrund ab und dieser verdichtet sich. Anaerobe Zonen bilden sich und das Unheil nimmt seinen Lauf. Am besten saugt man daher insbesondere an der Futterstelle regelmäßig bei jedem Wasserwechsel gründlich den Bodengrund ab. Eine Mulmglocke eignet sich dazu ganz besonders gut, weil sie zwar feine Teilchen absaugt, aber den Kies weitgehend im Aquarium belässt.
Schwierig wird das Mulmen in Aquarien mit einer dichten Vordergrundbepflanzung, dort kommt man mit der Mulmglocke nicht mehr gut in den Kies.


Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - Schnecken

Oft werden Malaiische Turmdeckelschnecken (Melanoides tuberculatus), Genoppte Turmdeckelschnecken oder Nöppis (Tarebia granifera) und Stachel Turmdeckelschnecken (Mieniplotia scabra), Schwarze TDS (Melanoides maculata) und Co. als Vorbeugung gegen Gammel im Bodengrund empfohlen. Das ist an sich ein sehr guter Tipp - TDS arbeiten sich in den Bodengrund ein und leben größtenteils verborgen im Substrat, wo sie Futterreste fressen und durch ihre Grabetätigkeit den Boden lockern.

Wissen sollte man allerdings, dass Turmdeckelschnecken generell nur ca. 3-5 cm tief graben und dass Substrat in einer höheren Schichtdicke in den unteren Bereichen dann dennoch zu faulen beginnen kann. Auch haben Turmdeckelschnecken in Weichwasserbecken oft Probleme mit dem Gehäuse, und in sehr harten, schweren Substraten wie dem beliebten Basaltsplitt kommen sie nicht überall hin. Überhaupt neigen sie hin und wieder zu Schlamperei und "übersehen" Stellen - und sobald es zu faulen beginnt, gehen sie dort gar nicht mehr hin.

Auch in Aquarien mit Vordergrundbepflanzung sind Turmdeckelschnecken mit Vorsicht zu genießen - viele Vordergrundpflanzen wie Kuba Zwergperlkraut, Marsilea oder Glossostigma haben sehr feine, kurze Wurzeln, sie verlieren durch die Grabetätigkeit der Schnecken hin und wieder den Halt und treiben dann auf.

Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - Bodengrund

Durch die Wahl des Bodengrundes kann man Gammel schon recht gut vermeiden. Soil lässt sich zum Beispiel mit einer Schicht aus feinkörnigem Powder Soil bedecken, und schon kommen die Futterpartikel nicht mehr zwischen die Soilkörnchen.

Aufpassen sollte man mit sehr feinkörnigen Deckschichten und sehr grobkörnigem Unterbau - hier kann es passieren, dass die Deckschicht dann zwischen den Unterbau wandert, die Sache verdichtet sich und schon hat man wieder Faulstellen, die anaerob werden.

Viele Garnelenzüchter haben in ihren Aquarien entweder überhaupt keinen Bodengrund oder nur eine sehr dünne Schicht Aquarienkies oder Soil in einer Dicke von maximal zwei bis drei Körnern. Hier sammelt sich dann naturgemäß ebenfalls nichts mehr in der Tiefe, weil es keine Tiefe gibt. Absaugen lässt sich nicht gefressenes Futter so praktisch vollständig. Zum Sauberhalten ist diese Lösung optimal, aber leider kann man ein solches Aquarium dann nicht mehr bepflanzen. In der dünnen Schicht finden die Wurzeln der Pflanzen leider überhaupt keinen Halt mehr.

Soll ein Aquarium mit wenig oder keinem Bodengrund dennoch begrünt werden, kann man auf Aufsitzerpflanzen wie Aquarienmoose und Wasserfarne oder Bucephalandra ausweichen, die auf Wurzelstücke aufgebunden werden, oder kleine Tontöpfchen mit Soil füllen und diese dann bepflanzen.

Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - Bodenfluter

Ein gut mit Sauerstoff versorgter Bodengrund wird nicht so schnell anaerob. Mit Hilfe eines Bodenfluters (der zugegebenermaßen ein wenig aus der Mode gekommen scheint) schafft man eine Wasserzirkulation im Boden, sodass immer relativ sauerstoffreiches Wasser von oben nachkommt. Ein Bodenfluter ist ein Heizkabel, das am Aquariengrund verlegt wird und das Wasser minimal erwärmt. Warmes Wasser steigt nach oben, kühles, sauerstoffhaltiges Wasser fließt aus den höheren Wasserschichten im Aquarium nach und der Boden wird so immer durchströmt. Das versorgt die Bodenbakterien mit Sauerstoff und sie können Schadstoffe weiterhin aerob abbauen.

 

Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - Bakterien

Bakterien bauen organische Reste im Bodengrund ab. Mit einer lebendigen, vitalen Bakterienmischung, wie sie in NatureHolic Ground Booster enthalten ist, können Sie Faulstellen im Boden Ihres Aquariums und übermäßiger Mulmbildung effektiv vorbeugen. Einfach beim Einrichten des Aquariums zugeben. Zusätzlich zu den aktiven Bakterienkulturen sorgt der GroundBooster für ein bakterienfreundliches Milieu, das die Mikroben in ihrer wichtigen Arbeit unterstützt.


Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - Pflanzen

Viele schnell wachsende Pflanzen mit einer hohen Aufnahme von Nährstoffen durch die Wurzeln sorgen ebenfalls für ein günstiges Bodenklima und begünstigen so die Ansiedelung der nützlichen aerob arbeitenden Bakterien. Auch hier wird faulender Bodengrund effektiv verhindert. Wichtig ist auch für die Pflanzenwurzeln ein nicht verdichteter Boden, in den das sauerstoffreiche Wasser aus den höheren Wasserschichten gut eindringen kann.


Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - Platzierung der Deko im Aquarium

Dekorationsobjekte fürs Aquarium wie Wurzeln oder Steine können den Bodengrund stark verdichten. Oft kommt es unter diesen Gegenständen zu heftigen Faulstellen, der Bodengrund wird schwarz und stinkt. Durch die Wasserströmung sammelt sich hier ganz besonders viel Mulm und Dreck, der um die Wurzeln herum in den Boden absinken kann.
Besser ist es, die Wurzeln und Steine direkt auf die Bodenplatte des Aquariums zu stellen und danach erst den Kies oder Soil anzuschütten. Passt eine im Bodengrund steckende Wurzel so gar nicht zum Layout des Aquariums, so können Sie die Dekoration auch auf einen Unterbau stellen. Wichtig ist hier jedoch, dass der Unterbau glatt ist und keine Löcher hat (Lochziegel zum Beispiel eignen sich da nicht so gut, Poroton dagegen schon).

 

Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - Futterschalen

Auch Futterschalen aus Keramik oder Glas werden für die Futterecken im Aquarium gern empfohlen. Hier wird mit Hilfe eines Futterrohres das Futter gezielt platziert, und in der Theorie fressen die Garnelen dann hier ihr Futter. Wenn sie in der Futterschale krümeln, passiert gar nichts. Die Futterreste werden irgendwann auch gefressen und können sich nicht unerreichbar in den Bodengrund verziehen.
Beim Aufstellen der Futterschale sollten Sie jedoch einige Dinge beachten: Der Bodengrund darunter muss absolut sauber sein - also gegebenenfalls kurz komplett durch Absaugen entfernen und neu machen, oder die Schale wie oben bei den Wurzeln, Steinen und sonstiger Aquariendeko empfohlen auf eine undurchlässige Unterlage stellen. Sonst riskieren Sie die Bildung von Faulstellen direkt unter der Futterschale, die diese ja gerade verhindern soll!

Wichtig ist auch, dass hier jedes Aquarium ein eigenes Futterrohr bekommen sollte, damit eventuelle Krankheiten nicht von einem Becken ins andere verschleppt werden.
In reinen Garnelenaquarien kann die Fütterung mit einer Futterschale schon ziemlich viel bewirken. Um zu vermeiden, dass Futterkörner verschleppt werden, sollten Sie bei entsprechenden Besatzdichten mehrere Futterschalen aufstellen und ausreichend füttern, sodass es nicht zu Streitereien ums Futter kommt. Sobald Amanogarnelen oder Krebse im Spiel sind, sind die Futterschalen jedoch leider nutzlos, weil diese größeren Gesellen das Futter in jedem Fall im Aquarium umherschleppen und es damit natürlich auch überall verteilen.

 

Vermeiden von Gammelstellen im Aquarium - Futterrinne

Eine sehr elegante Alternative zur Futterschale auf dem Aquarienkies oder Soil ist eine Glasabtrennung im Vordergrund, die sogenannte Futterrinne. Sie lässt sich in neuen Aquarien mit Hilfe eines Glasstreifens und etwas Aquariensilikon ganz einfach realisieren, aber es gibt hier auch schon fertige Lösungen, die man nur noch ins laufende Aquarium einbauen muss.

Um eine Futterrinne zu bauen, wird einfach ein Glasstreifen über die ganze Länge des Aquariums im Vordergrund im Abstand von ca. 4 oder 5 cm zur Frontscheibe eingeklebt. Der Glasstreifen wird dabei etwas höher als der geplante Bodengrund zugeschnitten. Hier lässt sich ganz gezielt füttern, die Kante ist so hoch, dass nichts verschleppt wird, und man kann nicht gefressene Reste nach einiger Zeit problemlos absaugen.

Für ganz große Aquarien kann man auch nur eine der vorderen Ecken als Futterecke gestalten, dafür braucht man dann eben zwei Glasstreifen in Höhe des geplanten Bodengrundes plus ca. 1-2 cm und einer entsprechenden Länge, die der gewünschten Größe des Futterplatzes entspricht.

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