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Überhitzung im Aquarium verhindern

Fische sind wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur sich an ihren Umgebungsparametern orientiert, in diesem Fall dem Wasser. Und ist die Wassertemperatur über einen gewissen Zeitraum höher oder niedriger als sie es bevorzugen, droht mehr oder minder rasch das Risiko ernsthaft daran zu erkranken. Auch ihr Stoffwechsel ist unmittelbar an die Umgebung gekoppelt, sodass Stoffwechselerkrankungen ein erstes Indiz für Temperaturprobleme im Aquarium sind. Aber nicht nur Fische können durch zu hohe Temperaturen Schaden nehmen, auch die meisten Wirbellose und Pflanzen verkraften sie eher nicht so gut.

Was passiert bei einer Überhitzung?

Abhängig der Umgebungsparameter im Aquarium verändert sich der Stoffwechsel- beziehungsweise der Energiebedarf von Fischen. Stoffwechselvorgänge sind chemische Reaktionen, die unter anderem temperaturbedingt sind.  Steigt also die Temperatur im Aquarium, beschleunigt sich auch die Stoffwechselrate. Bereits die Erhöhung von 10 °C auf 20 °C kann dazu führen, dass sich diese beim ruhenden Fisch verdoppelt. Es wird also die doppelte Energie zur Lebenserhaltung im Ruhezustand benötigt. Vor allem aber sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser, je wärmer dieses ist, wodurch Fische rasch in Sauerstoffnot kommen können. Ein klares Anzeichen für einen Sauerstoffmangel sind Fische, die mit geöffnetem Maul über die Wasseroberfläche schwimmen. Zwar werden Fische auch in ihrem Habitat durchaus mal mit „Temperaturschocks“ konfrontiert, aber ehe sich ein Gewässer drastisch aufwärmt, vergehen durchaus 48 Stunden, in denen die Tiere kühlere Bereiche aufsuchen können. Im Aquarium haben sie diese Möglichkeiten nicht, weswegen wir manuell eingreifen müssen.

Prophylaxe betreiben und Temperatur überwachen

Damit zu hohe Wassertemperaturen den Aquarienbewohnern nicht zum Verhängnis werden, sollten diese kontinuierlich überwacht werden. Dazu eignen sich bereits simple Aufklebestreifen mit Temperaturanzeige an, aber auch Glaskolben, die mit einem Saugnapf innen an der Aquarienscheibe befestigt werden. Moderner sind da bereits batteriebetriebene Displays mit LCD Anzeige. Sie alle messen dauerhaft die Temperatur im Aquarium und bieten auf einen Blick die nötige Information, sodass rechtzeitig eingegriffen werden kann, wenn erforderlich. Meist ist der durchschnittliche optimale Temperaturbereich zudem gekennzeichnet, sodass Abweichungen rasch erkannt werden können. Aber auch hier gilt es, je nach Tierart spezifischer vorzugehen und deren Temperaturansprüchen gerecht zu werden, auch wenn diese außerhalb der vorgegebenen „Optimalzone“ liegen, da diese lediglich Durchschnittswerte angeben.

Erste Maßnahmen, um Überhitzung zu vermeiden

Steigen draußen die Temperaturen, ist es hilfreich, das Fenster in dem Raum, in dem das Aquarium steht, geschlossen zu halten und auch den Rollladen herunter zu lassen. Frühmorgens und spätabends, wenn es draußen wieder abgekühlt hat sollte dann gelüftet werden. Anderenfalls staut sich unter Umständen die Wärme im Zimmer und heizt das Aquarium unnötig auf. Auch die Beleuchtung- je nach Modell- kann (oder sollte) bei Bedarf gedrosselt werden.

Ist die Wassertemperatur erst einmal zu hoch geworden, sollte diese kontrolliert wieder abgesenkt werden. Krasse Wasserwechsel mit eiskaltem Wasser sind allerdings kontraproduktiv und bewirken für die womöglich bereits angeschlagenen Tiere einen weiteren Stressfaktor, der sich unter Umständen auf deren Physis auswirkt. Dadurch werden diese anfälliger für andere Erkrankungen durch Bakterien oder Keime. Auch permanente tägliche Wasserwechsel zur Temperaturabsenkung sind nicht wirklich ratsam, da auch diese ständig Stress bedeuten und zum anderen das Gros nützlicher Mikroorganismen unter Umständen eliminieren würden. Erste Hilfe kann daher bereits ein (sauberer) Coldpack darstellen, der auf der Wasseroberfläche dümpelt und die Wassertemperatur etwas nach unten korrigiert.

Aquarienwasser kontinuierlich mit Sauerstoff versorgen

Neben der erhöhten Temperatur ist auch der Sauerstoffmangel eine echte Gefahr für die Aquarienbewohner. Ratsam ist es daher, vor allem im Sommer den Sauerstoffgehalt im Wasser zu erhöhen. Dabei spielt der Gasaustausch durch die Oberflächenbewegung des Wassers eine große Rolle und kann mit Ausströmersteinen ganz einfach herbeigeführt werden. Auch den Filterauslass kann man häufig so justieren, dass eine vermehrte Wasserbewegung stattfindet.

Technikfrei sind hingegen sogenannte Oxydatoren. Dabei handelt es sich um kleine Glasfläschchen, die mit Wasserstoffperoxyd gefüllt und einer speziellen Keramikmembrane verschlossen werden. Dadurch wird aktivierter Sauerstoff produziert, der prima im Wasser diffundiert und so besser aufgenommen werden kann. Auch Giftstoffe werden effektiv abgebaut, selbst Algen lassen sich damit reduzieren. Sich einen Oxydator für Notfälle in den Vorrat zu stellen ist durchaus eine gute Idee.

Wassertemperatur effektiv absenken

Abgesehen davon sind im Handel auch Durchlaufkühler erhältlich, die das Aquarienwasser abkühlen und wieder zurück ins Aquarium leiten. Meist sind diese Geräte in der Anschaffung aber etwas kostspieliger und eher für größere Aquarien und Meerwasserbecken geeignet. Etwas einfacher funktionieren dagegen sogenannte „Cooler“, bei denen es sich um aufsteckbare Ventilatoren mit Quergebläse handelt, die einfach auf den Beckenrand platziert werden. Ein Temperaturfühler, ähnlich wie auch beim Regelheizer, aktiviert den Ventilator, der daraufhin über die Wasseroberfläche bläst. Warmes Wasser verdunstet durch das Gebläse an der Wasseroberfläche und erzeugt dadurch Kälte. Eine Absenkung von 2-4 °C ist durch das Kühlgebläse problemlos möglich. Durch die Oberflächenbewegung wird außerdem Sauerstoff wieder eingetragen.

Das Aquarium mit seinen Bewohnern sicher durch den Sommer zu bringen ist gar nicht so aufwändig, wie gedacht, wenn man rechtzeitig reagiert. Mit einfachen Kniffen und etwas Technik, die häufig ja nur einmal angeschafft und dann saisonal verwendet wird, lassen sich Probleme durch Hitze sehr gut vermeiden.


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