Anubias Pflanzen im Aquarium / Terrarium - Arten & Pflege

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Anubias haben sich zu Recht einen Ruf als beinahe unverwüstliche Wasserpflanzen fürs Aquarium erarbeitet. Diese hübschen Aufsitzer werden manchmal sogar wenig charmant "lebende Plastikpflanze" genannt. Das liegt nur zum Teil an ihren wachsartig glänzenden, ledrig festen Blättern, mit ein Grund für diese Bezeichnung dürfte die bereits erwähnte Robustheit sein — und natürlich die Tatsache, dass sie recht langsam wachsen. Ihr deutscher Name ist Speerblatt, und tatsächlich sehen die meist dunkelgrünen spitz zulaufenden herzförmigen Blätter ein bisschen aus wie eine archaische Speerspitze. Anubias können über und manche Arten sogar Wasser zur Blüte kommen. Die Blüte besteht aus einem hellen bis weißen Hüllblatt und einem Blütenkolben. Dank ihrer erstaunlichen Vielfalt und der interessanten Einsatzmöglichkeiten sind sie nicht nur ideale Pflanzen für Einsteiger, sondern haben auch für fortgeschrittene Pflanzenaquarianer und Aquascaper ihren Reiz.

Herkunft der Anubias

Ursprünglich kommen Anubias aus Westafrika, wo sie in stark beschatteten Urwaldbächen gefunden werden. Sie wachsen dort überwiegend nicht unter Wasser, also submers, sondern emers im Spritzwasserbereich, oft nahe stark strömenden Bereichen oder auch an Wasserfällen und Stromschnellen. Bei Hochwasser sind sie dann untergetaucht, aber nicht nur das … sie sind auch einer ausgesprochen starken Strömung ausgesetzt. In Erde eingewurzelt würden sie das niemals überleben, daher haben sich die Speerblätter eine ganz besondere Strategie zurechtgelegt, wie sie an ihrem natürlichen Standort erfolgreich bestehen können: Anubias wurzeln sehr fest auf harten Substraten wie Treibholz oder Felsbrocken, sie klammern sich mit ihren Haftwurzeln buchstäblich am Untergrund fest. Es handelt sich hier also um sogenannte Aufsitzerpflanzen oder Epiphyten.

Ansprüche und Eigenschaften

Anubias fühlen sich sogar in tiefem Schatten von höheren Pflanzen, Dekorationsmaterialien oder Schwimmpflanzen noch sehr wohl, sie können aber auch in heller beleuchteten Zonen problemlos eingesetzt werden. CO2 und Dünger brauchen sie aufgrund ihres langsamen Wuchses nicht in hohem Maß, in der Regel ist keine gesonderte CO2-Düngung notwendig. Bei starkem Eisenmangel werden die neu austreibenden Blätter auffallend blass und farblos, mit einem guten Eisendünger lässt sich dieser Mangel jedoch schnell beheben. Bitte immer nur nach Anleitung dosieren!
Da Anubias zu den Aronstabgewächsen gehören, enthalten sie Bitterstoffe und werden von vielen Pflanzenfressern nicht angerührt. Anubias gelten als barschfeste Pflanze, die ohne Bedenken auch in einem Aquarium eingesetzt werden kann, in dem andere Pflanzen von den Fischen angeknabbert werden.

Einsatz im Aquarium als Aufsitzer

Im Aquarium lässt sich diese Eigenschaft wunderbar nutzen — Anubias lassen sich ganz einfach auf Holz und Steine aufbinden und wachsen dort von selbst fest. Aus diesem Grund kann man hier auch einen Baumwollfaden wählen, der sich mit der Zeit von selbst zersetzt, oder Sekundenkleber auf Cyanacrylatbasis, der keine schädlichen Stoffe ans Wasser abgibt. Sogar wenn man die Anubias mit ihren dickeren Wurzelrhizomen etwas in Spalten oder Lücken im Holz oder im Stein hineindrückt (natürlich vorsichtig, um die Pflanzen nicht zu beschädigen!), fassen sie mit der Zeit dort Fuß und wachsen beim weiteren Austrieb am Holz oder am Stein entlang. Zusammen mit Moos oder mit anderen Aufsitzern wie Bolbitis / Kongofarn oder Bucephalandra lassen sich wunderschöne Stimmungsbilder erzeugen, die im Aquarium ganz besonders toll wirken.

Viele Arten und Varianten des Speerblatts werden bereits fertig auf Wurzeln oder Steine aufgebunden angeboten, zum Beispiel die Mbuna Urwaldbäume von Dennerle. Sie braucht man nur noch im Aquarium einzusetzen — denkbar einfach und unkompliziert!

Einsatz im Aquarium am Boden

Fürs Einpflanzen sind Anubias nicht ganz so gut geeignet, es kann passieren, dass der Wurzelstock (auch Rhizom genannt) dann fault und die Pflanze eingeht. Möchte man die Anubias trotzdem am Boden kultivieren, kann man sie entweder auf einen flachen Stein aufbinden, der dann ins Substrat gedrückt und mit etwas Moos kaschiert wird, oder man pflanzt sie direkt ein, zupft sie dann aber vorsichtig so weit wieder aus dem Boden, dass nur die dünnen Seitenwurzeln bedeckt sind und das Rhizom über dem Kies oder Sand liegt.


Auch fertig auf Steine aufgebunden gibt es die verschiedenen Arten und Varietäten — schon fix und fertig und bereit zum Einsatz im Aquarium.

 

Anubias und andere Pflanzen

Im Aquarium sollten nicht nur langsam wachsende Pflanzen zum Einsatz kommen: Sie würden viel zu wenige Nährstoffe verbrauchen und den Algen ein leichtes Spiel gewähren. Daher empfehlen wir zur Kombination mit Anubias immer den Einsatz von schnell wachsenden Stängelpflanzen oder stark zehrenden Pflanzen wie Hornkraut und Wasserpest oder verschiedenen Schwimmpflanzen wie Froschbiss oder Muschelblumen.


Sind Anubias giftig?

Man sagt dem Speerblatt immer noch nach, dass es für Garnelen und andere Wirbellose giftige Stoffe (zum Beispiel Oxalsäure) abgeben kann, wenn es im Aquarium beschnitten wird. Dahingehende Versuche haben diese Theorien in keinem einzigen Fall bestätigt, es ist anzunehmen, dass dieses Thema ins Reich der Legende gehört, es hält sich aber immer noch hartnäckig. Wer auf der absolut sicheren Seite sein möchte, holt die Anubias vor dem Rückschnitt aus dem Aquarium. Da sie üblicherweise auf Dekorationsmaterialen aufgewachsen kultiviert wird, ist das in der Regel gar kein Problem, und da die Pflanzen wirklich ausgesprochen langsam wachsen, müssen sie auch nicht oft zurückgeschnitten werden.

Anubias im Terrarium

In feuchten und warmen Terrarien mit Tieren, die keine Pflanzen fressen (wie zum Beispiel Krabben der Gattung Geosesarma), lassen sich Anubias ganz wunderbar emers kultivieren — sehr naturnah beispielsweise an einem kleinen Wasserfall oder an der Kante zum Wasserteil. Die meisten Anubias-Arten werden über Wasser etwas größer als in der Unterwasserform.

Vermehrung

Zur Vermehrung teilt man einfach das Rhizom, also den etwas dickeren Wurzelstrunk, aus dem die Blätter wachsen, und bindet es neu auf. Es sollten mindestens zwei Blätter an jedem Stück verbleiben, damit das Rhizom sicher wieder austreibt.

Anubias: Arten und Varianten

Anubias barteri

Von der nach dem britischen Pflanzenkenner und -sammler Charles Barter benannten Anubias barteri aus dem westlichen Afrika gibt es extrem viele Varianten und Wuchsformen, wir stellen die beliebtesten hier nachfolgend —  neben anderen Arten der Gattung Anubias — detailliert vor.

Anubias barteri var. barteri - Breitblättriges Speerblatt

Diese Variante hat sehr breite dunkelgrüne Blätter und wird bis 20 cm hoch. Damit ist sie eher etwas für den Mittelgrund größerer Aquarien oder für den Hintergrund in kleineren Becken. Sie wächst vor allem unter hellerem Licht und bei CO2-Düngung etwas schneller als die anderen Arten und Varianten, dennoch kann man ihren Wuchs immer noch als langsam beschreiben. Das Rhizom hat je nach Licht hin und wieder die Tendenz, nicht auf dem Untergrund entlang zu wachsen, sondern eher vertikal nach oben.

Anubias barteri var. angustifolia - Schmalblättriges Speerblatt

Das Schmalblättrige Speerblatt hat — wie der Name schon sagt — schmale, linealische bis schmal elliptische Blätter. Der Blattrand ist nicht gewellt, die Blattstiele sind meist rötlich bis bräunlich.  Anubias barteri var. angustifolia wird ungefähr 20 cm hoch.

Anubias barteri var. caladiifolia - Caladiumblättriges Speerblatt

Dies ist die größte Variante von Anubias barteri. Die etwas helleren und weicheren Blätter werden bis 24 cm lang und sind eiförmig mit einer Spitze. Die Stiele werden bis 40 cm lang, die Gruppe kann nach einigen Jahren eine beeindruckende Breite von bis 50 cm erreichen — was diese Anubias definitiv zu einer Kandidatin für den Hintergrund macht.

Anubias barteri var. coffeeifolia - Kaffeeblättriges Speerblatt

Diese schöne dunkelgrüne bis leicht bräunliche Variante von Anubias barteri hat charakteristisch tief eingeschnittene Blattrippen und einen rotbraunen Austrieb. Sie blüht auch unter Wasser besonders häufig. Mit einer Höhe von 15-25 cm ist sie eine wunderschöne Ergänzung für den Mittelgrund größerer Aquarien.

Anubias barteri var. glabra - Kahles Speerblatt

Das Kahle Speerblatt hat schmal elliptische bis lanzettliche dunkelgrüne Blätter und wird 10-20 cm hoch. Pflanzen dieser Varietät werden auch unter den Namen Anubias lanceolata oder Anubias minima gehandelt.

Anubias barteri var. nana - Zwergspeerblatt

Eine nur 5-15 cm hoch werdende kleinere Varietät von Anubias barteri, die sich sehr gut für den Mittelgrund in kleineren bis mittelgroßen Aquarien und Aquascapes eignet. In sehr großen Becken kann man sie beispielsweise auch im Vordergrund verwenden.

Anubias barteri var. nana "Gold"/"Golden Heart" - Gold-Anubias

Diese bis 10 cm hoch werdende Variante von Anubias barteri var. nana ist beim Austrieb goldgelb, die älteren Blätter sind gelbgrün bis mittelgrün. Sie wächst etwas langsamer als die dunkelgrüne Form und setzt wunderschöne hellere Akzente in der Schattenbepflanzung.

Anubias barteri var. nana "Pinto" - Geschecktes Zwergspeerblatt

Diese panaschierte, weiß gescheckte Varietät von Anubias barteri var. nana ist eine Neuheit und ein echter Lichtblick in Schattenecken im Aquarium. Sie bleibt mit ca. 8-10 cm eher klein und sieht damit im Mittelgrund auch von kleineren Aquascapes sehr gut aus. Sie braucht etwas mehr Licht als die anderen Varietäten von Anubias barteri var. nana.

Anubias barteri var. nana "Pangolino" - Pangolin-Speerblatt

Das ganz neue Pangolin-Speerblatt ist neben Anubias barteri var. nana "Bonsai" die kleinste Variante des Zwergspeerblatts. Die schmalen Blättchen werden nur maximal 2 cm lang, der Wuchs der Pflanze ist so kompakt, dass sie wie Schuppen übereinanderliegen (daher auch der Name - Pangolin ist das Schuppentier).  Alles in allem erreicht dieses Zwergspeerblatt nur eine Höhe von etwa 2-3 cm, es passt damit auch optimal in Nanobecken.

Anubias barteri var. nana "Petite" (auch: Anubias barteri var. nana "Bonsai" genannt) - Bonsai-Zwergspeerblatt

Das Bonsai-Zwergspeerblatt ist eine der allerkleinsten Varietäten der Anubias barteri. Die Blättchen werden nicht länger als höchstens 1,5-2 cm, und sie sitzen auf sehr kurzen Stielen von unter 1 cm Länge. Insgesamt wird die Pflanze nur etwa 2-4 cm hoch und sieht damit auch in kleinen Nanobecken auf Wurzeln oder Steinen richtig gut und maßstabsgerecht aus.

Anubias congensis - Kongo-Anubias

Dieser Name wird auch für Anubias afzelii verwendet. Die Kongo-Anubias wird selbst unter Wasser mit 30-40 cm Höhe und ebensolcher Breite sehr groß und ist damit auch eher für große Aquarien geeignet.

Anubias gracilis - Efeublättriges Speerblatt

Diese Art ist eine der elegantesten Anubias. Ihre 30-40 cm langen Stiele und die schön geformten Efeu-ähnlichen dunkelgrünen bis 10 cm langen Blätter sehen mit ihrer Herzform einfach nur klasse aus. Ebenfalls eher für große Aquarien geeignet. Über Wasser im Terrarium wird sie deutlich größer als in der Unterwasserform.

Anubias hastifolia - Herzblättriges Riesenspeerblatt

Das Herzblättrige Riesenspeerblatt gehört ebenfalls zu den sehr großen Anubias. Seine bis 60 cm langen Blattstiele und die mit 25 cm Länge sehr großen Blätter sehen im Hintergrund großer Aquarien sehr schön aus. Das Herzblättrige Riesenspeerblatt eignet sich auch wunderbar für sehr große Paludarien und Aquaterrarien.

Anubias heterophylla - Verschiedenblättriges Speerblatt

Das Verschiedenblättrige Speerblatt hat ein auffallend dickes Rhizom und wird mit 25-60 cm auch eher groß. Manchmal wird diese Art auch als Anubias undulata bezeichnet, was auf den welligen Blattrand anspielt.

 

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