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Bodendecker im Aquarium

Inhaltsverzeichnis

 

Neben typischen Stängelpflanzen oder den üblichen Rosetten- und Aufsitzerpflanzen sind auch Bodendecker beliebte Aquarienpflanzen. Sie eignen sich hervorragend, um rasenähnliche Flächen, Teppiche oder Polster im vorderen und mittleren Bereich zu gestalten und zählen daher auch zu den Vordergrundpflanzen. Ihr eher niedriger Wuchs von gerade einmal 2 bis ca. 10 Zentimetern unterstreicht dabei prima ein schönes Hardscape im Hintergrund, ohne dieses zu dominieren. Je nach Aquariengröße sollte daher bei der Auswahl von Bodendeckern auf die mögliche Endhöhe, aber auch auf ihre Ansprüche geachtet werden, wenn man unterschiedliche Pflanzen zusammen pflegen möchte. Diese sind aber meist auf den Verkaufspflanzen angegeben, sodass man beim Scapen auf einen Blick erkennt, welche Stelle sich im Aquarium besonders gut eignet.

Effekte mit verschiedenen Bodendeckern erzielen

Je nach Layout des Aquariums oder, besser ausgedrückt, des Aquascapes, eignen sich unterschiedliche Bodendecker für unterschiedliche Effekte. Einige weisen unterschiedliche Blätter auf, andere sind hingegen grasartig. Eine tolle Mischung aus verschiedenen Blattformen, Farben und  Strukturen hauchen einem schönen Scape Leben ein. Regelmäßiges trimmen ist aber auch hier Pflichtprogramm, damit die Pflänzchen nicht unkontrolliert ineinander wachsen und das ursprüngliche Design überwuchern.

 

Bodendecker einpflanzen und pflegen

Bei Pflanzen, die InVitro gezogen wurden, entfernt man einfach das Nährsubstrat oder die Lösung. Mit einer geraden und schmalen Pinzette lässt sich das Gelee auch sehr einfach aus den Wurzeln heraus streichen. Topfpflanzen werden möglichst gründlich von der Steinwolle befreit, was aber gerade bei feinen Bodendeckern sehr schwierig ist und sie unter Umständen schädigen würde. Lässt man daher etwas von der Steinwolle an den Wurzeln, fungiert diese aber prima als Anker und hält die Pflanze zuverlässig im Bodengrund.

Am besten werden die Pflanzen in kleinere Gruppen aufgeteilt und einzeln eingepflanzt, denn als Einzelpflanze wird es häufig umständlich bis unmöglich. Alternativ greift man auf sogenannte Pflanzen Matten zurück. Diese bestehen aus rostfreiem Edelstahl oder Schaumstoff, auf dem die Pflanze bereits angewurzelt ist. Legt man diese Matte nun auf den Bodengrund und buddelt sie etwas ein, wurzeln sie recht bald fest und vermehrt sich von da aus weiter, sodass die ursprünglich Matte nicht mehr zu sehen ist.

Mit unterschiedlichen Scaping-Tools wird das Unterwasser-Kunstwerk in Form gehalten und getrimmt. Wird diese Pflege vernachlässigt, kann es sein, dass einige Bodendecker sich in ganzen Polstern ablösen oder aber so sehr ineinander verwachsen, dass unterste Pflänzchen nicht mehr genügend Licht abbekommen und sich verfärben oder verblassen.

Vor allem bei sehr filigranen Bodendeckern eignen sich gerade, feine und weichere Pinzetten, die spitz zulaufen, um das frische Grün möglichst tief und unbeschadet in den Boden einzusetzen. Mit abgewinkelten Pinzetten erreicht man auch schwierige Stellen wie zum Beispiel kleinere Plätzchen im Hardscape.


Mit einer geschwungenen Wave-Schere lassen sich vor allem Rasenflächen am Boden akkurat und gerade beschneiden. Eine gerade Schere hätte dabei immer einen Schnittwinkel, der zu einem unterschiedlichen hohem Schnittergebnis führen würde, zudem besteht die Gefahr, die Scherenspitze abzustumpfen, wenn sie versehentlich in das Bodensubstrat gelangt, sie eignet sich besser für Stängelpflanzen oder Pflanzen im mittleren bis oberem Wasserbereich. Zudem ist die Pflege damit sehr umständlich. Prima eignet sich auch eine Federschere, die ein müheloses Arbeiten gewährleistet, da sie sich selbstständig öffnet und für gewöhnlich eher kleiner ist, sodass sie auch in verschachtelten Scapes prima eingesetzt werden kann.

Polsterbildende Bodendecker- ein paar Arten im Überblick

Bei Hügellandschaften, wie zum Beispiel in einem Iwagumi, können mit niedrigen und kriechenden Pflanzen tolle Landschaften erschaffen werden, die mit ihren kleinen und rundlichen Blättern einen sehr natürlichen Look schaffen. Aber auch als Polster oder Teppich eignen sich Bodendecker mit verschiedenen Blattstrukturen prima.



Vor allem das Kuba Zwergperlkraut (Hemianthus callitrichoides cuba), aber auch das Micranthemum sp. Monte Carlo eignen sich prima dafür- beide ähneln sich in ihrem Aussehen, wobei sich das letztere auch von Einsteigern bereits sehr einfach pflegen lässt. Sie wachsend kriechend über das Bodensubstrat und bilden dabei eine tolles und flächendeckendes Polster, das zudem noch etwas Tiefe verleiht. Das Kuba Zwergperlkraut bevorzugt eine gute Nährstoffversorgung, eine mittlere bis hohe Lichtversorgung und mag es mit 18-28 °C gerne etwas wärmer. Bei einem optimalen Angebot weist es optisch auf seinen Namen hin, denn dann produziert es kleine Sauerstoffbläschen. Mit seinen wirklich sehr feinen Würzelchen kann das Einpflanzen bei einem Bodengrund aus Soil erleichtert werden, indem man darüber eine Schicht pulverisierten Soil (Powder) gibt. Alternativ werden fertig aufgebundene Scape Pads oder Pflanzsteine verwendet oder bindet es selbst auf- nach einer kleinen Weile vermehrt es sich von dort aus einfach weiter.

Einen dichten und niedrigen Teppich bildet aber auch das Australische Zungenblatt, Glossostigma elatinoides, das nur 2-3 Zentimeter hoch wird und in der Natur vor allem in Sümpfen und überschwemmten Gebieten vorkommt. Vor allem in den Naturaquarien von Takashi Amano fand das „Glosso“ Anwendung als Bodendecker. Vorteilhaft ist eine sehr gute CO2 Zufuhr und eine hohe Lichtquelle, anderenfalls bildet es eher höhere und spindelförmige Triebe aus. Mit Wohlfühltemperaturen von 4-30 °C ist es recht flexibel und kann in mittelhartem Wasser bis 14° dH prima gepflegt werden.

Der Australische Kleefarn, der auch Zwergkleeblatt oder Zwergkleefarn (Marsilea hirsuta) genannt wird, stammt ebenfalls wie seine kleine Schwester, das Mini Kleeblatt Marsilea crenata aus Australien. In der emersen Wuchsform ähnelt es tatsächlich einem Kleeblatt, unter Wasser bildet es aber eher eiförmige Blättchen aus. Bei niedrigem Lichtangebot vergrößern sich diese aber und bilden wieder die ursprüngliche Form aus. Mit einer Triebhöhe von nur 1 cm bleibt diese recht anspruchslose Pflanze, die sich ebenfalls über unterirdische Ausläufer vermehrt, recht klein und bildet tolle Teppiche. Eine zusätzliche CO2 Versorgung ist nicht notwendig, 18-30 °C und eine Gesamthärte bis 14 °dH lassen dabei Toleranzen zu.

Eine weitere Verwandte ist das Schmalblättrige Kleeblatt oder auch Schmalblättriger Kleefarn genannt- das Marsilea angustifolia, ebenfalls eine Australierin, die aber, wie ihr Name schon vermuten lässt, schmalere Glückskleeblättchen ausbildet. Sie vermehrt sich genauso wie andere Kleefarne und lässt sich ebenso einfach pflegen. Auch sie bildet zügig dichte Pflanzenpolster, die mit CO2 beschleunigt werden können- notwendig ist die zusätzliche Versorgung aber nicht, da sie sehr genügsam ist.

 

Grasartige Bodendecker

Als „Randbepflanzung“ von Steinen oder Wurzeln, aber auch für rasenähnliche Flächen eignen sich vor allem grasartige Bodendecker super, die sich über unterirdische Ausläufer vermehren. Auch das Gestalten von Wiesenlandschaften ist hiermit sehr einfach umsetzbar und bildet ein sehr natürliches Flair. Trennt man einen Ausläufer mit Tochterpflanze ab, lassen sie sich so ganz einfach wieder woanders einpflanzen.

Am besten werden diese Pflanzen, die es sowohl als InVitro aber auch als Topfpflanze gibt, in kleine Portionen aufgeteilt und mit einem Abstand von 3 bis 5 Zentimetern zueinander eingepflanzt. Vor allem konventionell in Töpfen gezogenen Pflanzen fällt die Umstellung häufig etwas schwer und ihre Halme sterben ab. Daher sollten sie vor dem Einbringen ins Aquarium auf etwa 1 cm Höhe herunter geschnitten werden, damit neue Triebe mehr Licht abbekommen und zügig wieder kräftig zusammen wachsen.

Diese Bodendecker eignen sich toll für das Kreieren von Gras- oder Wiesenlandschaften:

Die Eleocharis parvula ist eine hübsche Nadelsimse, die sich auch ohne CO2 sehr einfach pflegen lässt und ursprünglich aus Australien stammt. Sie wird 5 cm hoch und bildet leicht gebogene und feine Hälmchen aus. Wird sie regelmäßig herunter geschnitten, wächst sie dicht und kompakt zusammen und schließt Lücken recht schnell. Die Nadelsimse fühlt sich bei einer Gesamthärte bis 16 ° dH und Temperaturen von 12-27 °C am wohlsten und hat einen mittleren bis hohen Lichtbedarf.

Die Zwergnadelsimse Eleocharis pusilla oder parvula ist dagegen der Mini-Vertreter und bleibt mit 3-5 Zentimetern etwas kleiner als ihre größere Schwester, hat aber dieselben Ansprüche in der Pflege.

Das Kleine Blyxkraut, Blyxa japonica, kennt man vor allem aus den Naturaquarien von Takashi Amano, der es gerne im Vordergrund benutzte. In der Pflege ist es etwas anspruchsvoller und mag es lieber sehr weich bei einer Gesamthärte bis maximal 7 °dH und Wassertemperaturen zwischen 16 und 32 °C. Ebenfalls sollte das Kleine Blyxkraut sehr viel Licht und eine sehr gute Nährstoffversorgung mit Mikronährstoffen und Makronährstoffen enthalten. Mit einer Höhe von 5-7 Zentimetern eignet es sich prima für den Vordergrund und bildet dabei Büsche mit Seitentrieben aus, die man durch Abtrennen und Neupflanzen vermehren kann.

Aus Asien stammt der Grasartige Wasserschlauch, Utricularia graminifolia, der tolle Rasenflächen durch unterirdische Ausläufer ausbildet. Eine gute Figur macht er dabei vor allem in weichem bis mittelhartem Wasser bis 12° dH und Temperaturen von 16 bis 28 °C. CO2 und eine mittelstarke Lichtversorgung benötigt er auf jeden Fall. Anfangs sollte der etwas empfindliche Wasserschlauch aber eher etwas schattiger eingewöhnt werden, auch Quetschen verträgt er nicht gut. Obwohl er als fleischfressende Pflanze gilt, so ist er maximal für Begleitfauna kleiner als ein Hüpferlingschlüpfling wirklich gefährlich.

Die Grasartige Zwergschwertpflanze Helanthium tenellum, vormals als Echinodorus tenellus bekannt, ist eine hübsche und schnellwachsende Schwertpflanze, die 6-8 cm hoch wird und sich prima als Eyecatcher eignet. Dabei bildet sie Ausläufer und ein rasenartiges Aussehen aus. Zwar kann man den Wuchs mit CO2 beschleunigen, ein Muss ist es aber nicht. Durch ihre Größe eignet sie sich optimal für den Vordergrund von Aquascapes ab 54 Litern. Sie kann einfach bei 18-26 °C, mittelstarkem bis starkem Licht und einer Wasserhärte bis 14 °dH gepflegt werden. Regelmäßiges Trimmen erhält ihre Form.

Aus Südamerika stammt die Brasilianische Graspflanze Lilaeopsis brasiliensis, die sich perfekt für Aquascapes oder Pflanzenaquarien eignet. Mit einer Höhe von 4-6 Zentimetern bildet sie grasartige Ausläufer und bleibt recht kompakt. Sie kommt in weichem bis mittelhartem Wasser bis 14 °dH zurecht und benötigt nicht zwingend eine CO2 Versorgung. Ihre Höhe kann interessanterweise durch die Lichtintensität beeinflusst werden: je stärker die Beleuchtung, desto niedriger bleibt sie.

Unser Fazit


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