Das Einmaleins der Aquarienpflanzen: Vordergrundpflanzen

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Vordergrundpflanzen

Neben Moosen gibt es einige gut geeignete Aquarienpflanzen für die Gestaltung des Vordergrundes im Aquarium, die niedrig bleiben. Unter Vordergrundpflanzen versteht man niedrige Bodendeckerpflanzen, die besonders gut im vorderen Bereich des Aquariums zur Geltung kommen. Diese Bodendecker sind vom Wuchs her eher flach, sie werden nur zwischen 2 und 10 cm hoch. Für Nanoaquarien sollte man Bodendecker verwenden, die maximal 5 cm hoch werden - höhere Pflanzen im Vordergrund würden zu mächtig, sie würden die Aufmerksamkeit zu sehr vom Layout dahinter ablenken. In großen Becken kann man natürlich auch etwas höher werdende Bodendeckerpflanzen in den Vordergrund setzen.

Verwendung im Iwagumi

Neben der klassischen Verwendung als Bodendecker im Vordergrund finden niedrig bleibende Pflanzen mit kriechendem Wuchs und am Boden liegenden Trieben auch Verwendung im Iwagumi - einer Stilrichtung im Aquascaping, bei der eine bergige Landschaft inmitten von Grasland dargestellt wird. Hier werden die traditionell im Vordergrund verwendeten Pflanzen praktisch über die gesamte Bodenfläche des Aquascapes gepflanzt, um so eine Wiesenlandschaft darzustellen. In den Anfangszeiten wurde im Iwagumi durchgehend eine einzige Pflanzenart genutzt, mittlerweile ist man davon jedoch wieder etwas abgekommen - eine Mischung verschiedener Vordergrundpflanzen, unterschiedliche Blattformen im Wechselspiel mit grasartigen Pflanzen und unterschiedliche Grüntöne können das sonst etwas langweilig wirkende Iwagumi mit Leben füllen und zu einer höheren Natürlichkeit beitragen.

 

Bodendecker einpflanzen

Bei der Pflanzung werden Bodendecker nicht als Einzelpflanzen gesetzt - die Winzigkeit der Pflänzchen gepaart mit den kurzen, feinen Würzelchen macht dies zu einem Ding der Unmöglichkeit. Die Pflanzen werden ausgetopft und die Steinwolle so gut wie möglich entfernt (vollständig lässt sie sich in diesen besonderen Fällen nicht entfernen, die Pflanzen würden zerstört werden), bei InVitro gezogenen Planzen spült man die Nährflüssigkeit oder das Nährgel ab. Dann teilt man die Pflanzen in kleinere Tuffs von 3-5 Stängeln oder 5-10 Halmen und setzt sie am besten mit einer Pinzette recht tief in den Bodengrund. Die an den Würzelchen verbliebene Steinwolle wirkt dabei wie ein Anker und hält die Pflänzchen im Boden, bis sie eingewurzelt sind.

Pflege und Rückschnitt

Für einen dichten Rasen werden die Vordergrundpflanzen regelmäßig zurückgeschnitten. Am besten geht das mit einer langen, gebogenen Schere speziell fürs Aquascaping. Große Flächen werden am kräfteschonendsten mit einer Federschere getrimmt, deren Klingen sich dank der Feder immer wieder von selbst öffnen.
Stark ausläuferbildende Arten wie zum Beispiel die Nadelsimse neigen dazu, in mehreren Schichten übereinander zu wachsen, wenn man sie einfach machen lässt - das sieht schnell nicht mehr schön aus und die unteren Schichten der Pflanzen werden dann gelb. Um das zu vermeiden, sollte man sehr dicht wachsende Bestände von Zeit zu Zeit großzügig ausdünnen.

 

Die beliebtesten Pflanzen für den Vordergrund im Aquarium

In der Folge stellen wir die beliebtesten niedrig wachsenden Aquarienpflanzen für den Vordergrund vor.

Grasartige Bodendecker

Klassische Bodendecker für den Vordergrund im Aquarium sind die grasartigen Pflanzen, mit denen man wunderschön einen Rasen pflanzen kann oder auch eine Wiesenlandschaft in einem Aquascape gestalten kann. Hier gibt es höhere Pflanzen für größere Aquarien und niedriger bleibende für Nanocubes und andere Nanoaquarien. Für alle grasartigen Pflanzen gilt: Die Umstellung auf die neuen Bedingungen im Aquarium fällt insbesondere den konventionell im Topf gezogenen Pflanzen leichter, wenn man sie vor dem Einpflanzen auf ca. 1 cm Halmhöhe herunterschneidet. Die Halme sterben ohnehin ab und die Pflanze treibt neu durch, und so bekommen die neuen Triebe viel schneller Licht und wachsen besser.

Gepflanzt werden die grasartigen Pflanzen, indem man die Töpfe oder auch die InVitro gezogenen Portionen in kleinere Stücke aufteilt und diese mit einem Abstand von 3-5 cm in den Bodengrund steckt. Die meisten grasartigen Bodendecker vermehren sich über Ausläufer, die Lücken werden also schnell geschlossen. Vermehrt werden diese Pflanzen, indem man die Ausläufer mit den Tochterpflanzen einfach abtrennt und sie anderswo einpflanzt.

Eleocharis pusilla / parvula - Zwergnadelsimse

Die Mini Nadelsimse ist eine grasartig wachsende Wasserpflanze, die feine hellgrüne leicht nach unten gebogene Halme hat. Mit maximal 3-5 cm Höhe ist sie auch im Nanoaquarium schön im Vordergrund zu pflanzen. Die Zwergnadelsimse stammt ursprünglich aus Neuseeland und Australien. Bildet Ausläufer.
Der Lichtbedarf ist mittel bis hoch, die Mini Nadelsimse kommt ohne CO2 Düngung zurecht. Mit einer Wasserhärte von 2-14 °dH und eine Wassertemperatur von 12-28 °C macht man die Pflanze sehr glücklich.

 


Eleocharis acicularis - Nadelsimse

Von Takashi Amano bekannt gemacht wurde die Nadelsimse. Dieser große Aquascaper verwendete diese Graspflanze oft in seinen Naturaquarien, weil sie ein sehr natürliches Flair mitbringt. Mit einer Wuchshöhe von ca. 5-7 cm ist sie für den Vordergrund im Nanoaquarium etwas zu hoch (jedoch schön zum Beispiel im Mittelgrund), aber für größere Aquarien perfekt.
Die Nadelsimse ist praktisch weltweit verbreitet und recht anspruchslos. Sie braucht mittelstarkes Licht, kein zusätzliches CO2 und kommt mit Wassertemperaturen von 12-28 °C und einer Härte von 2-14 °dH wunderbar zurecht. Die Pflanze bildet viele Ausläufer und füllt schnell Lücken auf.

 

Eleocharis sp. "Mini" - Mini Nadelsimse

So "Mini" wie ihr Name sagt, ist sie gar nicht - diese Eleocharis Art aus Nordamerika wird 20-40 cm hoch. Gerade in sehr großen Aquarien kann man mit ihr einen Teppich aus der niedrigeren Nadelsimse Eleocharis acicularis wunderschön auflockern und Tuffs dieser Eleocharis sp. "Mini" als Solitärpflanze, Blickfang und Hingucker in einer ansonsten niedrig gehaltenen Rasenlandschaft einsetzen. Die Mini Simse kommt wie die anderen Nadelsimsen mit einer Härte von 2-14 °dH und einer Temperatur von 12-28 °C mit einer großen Spannweite von verschiedenen Umweltbedingungen zurecht. Mittelstarkes Licht reicht aus, zusätzliches CO2 wird nicht unbedingt benötigt. Starke Vermehrung durch Ausläufer.


Blyxa japonica - Kleines Blyxkraut

Tolle Graspflanze aus Asien für den Vordergrund auch in kleinen Aquarien und sehr bekannt durch Takashi Amano und seinem Naturaquarium. Blyxa japonica braucht viel Licht, eine sehr gute Versorgung mit Mikronährstoffen und Makronährstoffen und unbedingt eine zusätzliche CO2 Düngung, damit sie gesund wächst. Sie bildet keine Ausläufer, vermehrt wird Blyxa japonica durch Abtrennen und Neupflanzen der an der Basis wachsenden Seitentriebe. Das Kleine Blyxkraut braucht weiches Wasser mit einer Härte bis maximal 7 °dH und eine Temperatur von 16-32 °C. Seine Wuchshöhe von 5-7 cm macht Blyxa japonica perfekt für den Mittelgrund im Nano und den Vordergrund in Aquarien ab 60 cm Kantenlänge.


Utricularia graminifolia - Grasartiger Wasserschlauch

Mit maximal 3-5 cm Wuchshöhe ist der Grasartige Wasserschlauch aus dem asiatischen Raum eine perfekte Rasenpflanze fürs Nano. Als fleischfressende Pflanze ist diese Utricularia nochmals besonders - aber keine Sorge, für alles, was größer als ein frisch geschlüpfter Hüpferling ist, ist sie ungefährlich, ihre Fangblasen sind wirklich winzig.
Weiches bis mittelhartes Wasser mit einer Härte von bis 12 °dH und eine Temperatur von 16-28 °C machen den Grasartigen Wasserschlauch zu einer guten Wahl für viele Aquarien. Eine CO2 Düngung sollte vorhanden sein, das Licht sollte mindestens mittelstark sein. Anfangs in der Umstellungsphase auf die Unterwasserform tut sich der Grasartige Wasserschlauch leichter, wenn er nicht mit voller Intensität beleuchtet wird. Achtung, quetschempfindlich! Utricularia graminifolia verbreitet sich durch Ausläufer.


Helanthium tenellum (Echinodorus tenellus) - Grasartige Zwergschwertpflanze

Früher wurde die schnell wachsende Grasartige Zwergschwertpflanze als Echinodorus tenellus geführt, da sie sich jedoch über Ausläufer vermehrt, wurde sie in die neue Gattung Helanthium gestellt. Mit 6-8 cm Wuchshöhe passt diese grasartige Schwertpflanze wunderschön als Akzentpflanze in den Vordergrund im Nano und natürlich als Rasenpflanze in Aquarien ab 60 cm Kantenlänge. Sie füllt bei 18-26 °C, mittelstarkem bis starkem Licht und mittelhartem Wasser bis 14 °dH die Lücken im Vordergrund schnell aus und vermehrt sich rasant über Ausläufer. Eine CO2 Düngung sollte vorhanden sein, ist aber nicht zwingend ein Muss.


Lilaeopsis brasiliensis - Brasilianische Graspflanze

Wie der Name schon sagt, kommt die Brasilianische Graspflanze aus Südamerika, genauer aus dem Südosten Brasiliens, Chile und Paraguay. Mit ca. 4-6 cm Wuchshöhe ist diese Ausläufer bildende grasartige Vordergrundpflanze sowohl für Nanoaquarien als auch für größere Aquascapes oder Pflanzenaquarien perfekt. Optimal gedeiht Lilaeopsis bei 10-26 °C und bei weichem bis mittelhartem Wasser bis 14 °dH. CO2 ist förderlich, aber nicht unbedingt notwendig. Je heller das Licht ist, desto niedriger bleibt die Brasilianische Graspflanze.


Bodendecker mit kleinen Blättchen

 

Glossostigma elatinoides - Australisches Zungenblatt

Das Australische Zungenblatt, oder Glosso, wie es liebevoll genannt wird, wächst bei sehr gutem Licht und einer ordentlichen CO2 Versorgung zu einem dichten, niedrigen Teppich von 2-3 cm Höhe heran, bei weniger Licht werden die Pflanzen höher und sehen spindelig aus. Takashi Amano verwendete Glossostigma sehr gerne als Bodendecker in seinen Naturaquarien. Die feinen Triebe vermehren sich über Ausläufer und bilden bei guten Bedingungen dichte Populationen. Eine Temperatur von 4-30 °C und eine Wasserhärte bis 14 °dH sind dabei gut geeignet. In der Natur wächst Glosso in Australien und Neuseeland in Sümpfen und Überschwemmungsgebieten.


Marsilea hirsuta - Australischer Kleefarn, Zwergkleeblatt, Zwergkleefarn

Der Name "Kleeblatt" oder "Kleefarn" ist etwas irreführend - wie Kleeblätter sehen die Blätter von Marsilea hirsuta aus Australien nämlich nur in der Überwasserform aus. Unter Wasser sind die dunkelgrünen kleinen Blättchen auf den 1 cm kurzen Stielen einfach eiförmig, sie nehmen nur bei wenig Licht die Kleeblattform an und werden dann auch etwas größer. Marsilea bildet Ausläufer und wächst dadurch zu einem dichten attraktiven Teppich heran. Dabei ist die Pflanze recht genügsam. 18-30 °C Wassertemperatur und weiches bis mittelhartes Wasser bis 14 °dH sind optimal, CO2 braucht der Kleefarn nicht.


Marsilea crenata - Mini Kleeblatt

Auch das Mini Kleeblatt Marsilea crenata kommt aus Australien. Es wächst bei denselben Bedingungen wie Marsilea hirsuta und sieht der Schwesterart auch sehr ähnlich, sowohl von der Blattform als auch von der Wuchshöhe.


Hemianthus callitrichoides - Kuba Zwergperlkraut

Bei starkem Licht bleibt das hellgrüne Zwergperlkraut aus Südamerika mit 3-5 cm Höhe ebenfalls recht niedrig. Selbst für eine Vordergrundpflanze hat Hemianthus callitrichoides extrem feine Wurzeln. In grobem Kies und selbst in grobem Soil hält die Pflanze gar nicht gut, weshalb man entweder an der Stelle, an der das Zwergperlkraut wachsen soll, eine Schicht feinen Soil (Powder) über den normalen Soil geben sollte oder das Perlkraut auf flache Steine aufbinden sollte. Mit der Zeit fasst es dann selbst Fuß. Grabende Schnecken sind zumindest in der ersten Zeit kontraproduktiv. Sinnvoll ist es, Kuba Zwergperlenkraut fertig aufgebunden auf Scape Pads oder Pflanzsteinen zu kaufen. Mit CO2 und einer guten Beleuchtung, bei Temperaturen von 18-28 °C und einer Wasserhärte von 3-20 °dH ist diese kleinste aller Stängelpflanzen ein sehr schöner kissenbildender Bodendecker für den Vordergrund.

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