Beitrag teilen:

Dein Garnelio Aquarienratgeber – Teil 1

Inhaltsverzeichnis

Wir sind für dich da

Ob du dir ein Garnelenaquarium zulegen möchtest oder doch eher mit einem Aquascape liebäugelst, wir stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Gestalte dein neues Projekt mit Garnelio, ganz gleich ob es ein wundervolles Schwarzwasseraquarium, ein Biotopaquarium oder vielleicht ein Wabikusa werden soll. Vielleicht möchtet du aber auch ein Terrarium oder einen Miniteich dein Eigen nennen- auch dann kannst du auf uns zählen.

Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Aquaristik hast du es bei uns selbst mit leidenschaftlichen Aquarianern zu tun, die dir auch auf ungewöhnliche Fragen eine Antwort geben können und immer auf der Suche nach den aktuellsten Trends für dich sind. Selbst wenn du vorhast, eine Aquarienanlage mit mehreren Becken zu betreiben wirst du bei uns fündig. Falls du dir unschlüssig bist, wie du anfangen sollst oder dich mit anderen Sorgen wie Algenproblemen, Fischkrankheiten oder stagnierendem Pflanzenwuchs konfrontiert siehst, kannst du hier jederzeit nachschlagen und über das Inhaltsverzeichnis direkt zu dem Thema springen, das dich interessiert.

In Teil 1 des neuen Garnelio Aquarienratgebers befassen wir uns mit der Anschaffung deines Aquarium und seiner Innenausstattung und verraten dir, worauf du achten kannst oder solltest.

 

Mit dem richtigen Aquarium fängt alles an!

Je nachdem welche Tiere dein Herz im Sturm erobert haben, solltest du das passende Aquarium auswählen. Ebenfalls solltest du bereits im Vorfeld überlegen, wo es stehen soll, denn nicht jeder Standort ist auch ideal. Als Nano-Aquarien werden für gewöhnlich kleine Aquarien bezeichnet, die ein Volumen zwischen 10 und 54 Litern haben. Dabei sind die Auswahl und vor allem die Formen heutzutage schier unendlich, sodass auch für deine Wünsche und die Bedürfnisse deiner neuen Mitbewohner das passende dabei ist. Im Shop bieten wir dir einige tolle Varianten an, die sich hervorragend für Wirbellose eignen und ebenso sehr einfach in der Pflege sind.

 

Aquarienarten

Standardaquarien bestehen hauptsächlich aus Grünglas und sind schwarz verklebt. Im Zeitalter des sogenannten Aquascapings- das bezeichnet das kunstvolle Gestalten kleiner und traumhafter Unterwasserlandschaften- werden aber auch vermehrt Weißglasaquarien mit heller Verklebung angeboten. Diese sind zwar etwas hochpreisiger in der Anschaffung, dafür aber edel in der Optik und eignen sich besonders gut, um die geliebten Scherenritter und Krabbler durch die Scheibe zu fotografieren. Der Nachteil einer hellen Verklebung besteht jedoch in der Algenbildung, denn diese können sich in der Silikonnaht festsetzen und optisch das Gesamterscheinungsbild stören, denn sie sind teilweise schwierig zu entfernen ohne die Verklebung dabei zu beeinträchtigen.


Ebenso ist zu überlegen, ob du ein sogenanntes „Pool“-Aquarium ohne Abdeckung pflegen möchten oder aber eher eine geschlossene Variante bevorzugen, entweder mit einer Kunststoffabdeckung, die meist bereits eine Leuchteinheit beherbergt- oder aber eine elegante Glasabdeckscheibe, die mit Halterungen am oberen Aquarienrand befestigt wird. Vor allem bei einigen Schneckenarten bietet sich die abgedeckte Version an, denn diese könnten unter Umständen auf Wanderschaft gehen und das Aquarium verlassen. Auch Zwergkrebse neigen gelegentlich zum ausbüchsen, da sie in der Lage sind, sich durch Ritzen zu pressen und sogar leichte Abdeckungen anheben können. Bei unbedeckten Aquarien kann es ebenfalls vorkommen, dass Garnelen oder Fische sich bei plötzlichen Sprüngen versehentlich selbst aus dem Aquarium katapultieren und auf dem Wohnzimmerteppich landen. Nicht immer findet man sie schnell genug, um reagieren zu können, sodass sie dort leider vertrocknen.

Auch der Standort des Aquariums sollte gut überlegt sein, denn nicht überall kann es optimal funktionieren.

Standort

Häufig treten Probleme im Aquarium auf, wenn es Tageslicht oder Sonneneinstrahlung abbekommt, daher sollten Sie möglichst einen Platz wählen, der diese Art der „Beleuchtung“ eher nicht zulässt. Grüne Scheiben könnten die Folge sein. Auch der direkte oder nahe Kontakt an Heizkörper ist eher ungeeignet, denn gerade die Temperatur im Aquarium spielt eine wichtige Rolle, auf die wir noch zu sprechen kommen.

 

Aquarienmöbel

Bedenke bei deinem Aquarienmöbel, dass sich nicht jedes Möbelstück dafür eignet. Aquarienunterschränke wurden entsprechend ihrer Aufgabe statisch gesehen, anders verbaut als handelsübliche Kommoden oder Beistelltische. Ein gefülltes Nanoaquarium wiegt teilweise erstaunlich viel, wenn es mal vollständig eingerichtet ist. Diese punktuelle Belastung können einige nicht aquarientaugliche Möbelstücke nicht immer oder nur für einen kurzen Zeitraum tragen. Auch sollte dein kleines Goldstück absolut gerade und wackelfrei aufgestellt werden. Benutze eine Unterlegmatte, die du auch bei uns im Shop erwerben kannst, damit die untere Bodenplatte, aber auch dein Aquarienmöbel geschützt ist. Reinige vor dem Aufstellen die untere Glasscheibe von außen sehr gründlich und ebenso die Aufstellfläche. Platziere die Matte und darauf das Aquarium. Bereits kleinste Körnchen könnten Kratzer oder Risse im Glasboden verursachen, wodurch es undicht werden würde.

Auch wenn das Volumen eines kleinen Aquariums nah sehr wenig aussieht, so kann dieses bei einem Unfall unter Umständen doch erheblichen Schaden am Parkett verursachen. Stelle dir nur einmal vor, du würdest einen gefüllten Putzeimer versehentlich verschütten. Idealerweise überprüfst du im Vorfeld bei deiner Hausratversicherung, ob Wasserschäden mit abgedeckt sind. Gegebenenfalls informiere dich bei dieser, ob ebenso explizit Schäden durch auslaufendes Aquarienwasser versichert sind, denn ein Wasserschaden durch eine Waschmaschine oder durch ein Aquarium unterscheiden sich gelegentlich bei einigen Versicherungsagenturen. Für gewöhnlich kann das Aquarium aber für einen kleinen Betrag zusätzlich abgesichert werden, wenn es nicht bereits in deiner Police inbegriffen ist.

 

Technik in und am Aquarium

Bei den meisten Komplettsets ist die notwendige Technik zum Betrieb des Aquariums bereits enthalten. Dazu zählen die Beleuchtung, ein Filter und meist auch ein Heizstab.

Beleuchtung

Eine Aquarienbeleuchtung kann aus in den Deckel integrierten T5- oder T8 Röhren bestehen, mittlerweile werden aber auch LED-Röhren und Module angeboten, die in der Anschaffung vielleicht etwas kostspieliger sind, dafür aber langlebiger- denn die Leuchtkraft von T5 oder T8 Röhren verringert sich nach ungefähr 9 Monaten und sollten ersetzt werden, anderenfalls kann das veränderte Lichtspektrum den Algenwuchs im Aquarium fördern. LED verfügen meist über eine Lebensdauer von mehr als 50.000 Betriebsstunden. Bei einer Aquarienbeleuchtung solltest du außerdem Wert darauf legen, dass diese mindestens dem Standard IP66, IP67, IP68 oder IPX7/8 verfügt und außerdem für den Einsatz im Aquarium konzipiert wurde.

Je nachdem, welche Tiere oder Pflanzen du pflegst, solltest du außerdem auf die Kelvin- und Lumenananzahl achten. Dabei bezeichnet Kelvin die physikalische Farbtemperatur eines Lichtes, also je nach Anzahl von kaltweiß bis warmweiß und Lumen den Lichtstrom, also die Helligkeit. Häufig verfügen Aquarienbeleuchtungen auch über gemischte Module mit roten, grünen und blauen Farben oder sogar über unterschiedliche Röhren oder Module in kaltweiß und warmweiß.

Theoretisch spielt die Helligkeit in der Fischhaltung eine größere Rolle als in der Wirbellosenhaltung. Hauptsächlich dienen die unterschiedlichen Aquarienbeleuchtungen der Versorgung der Pflanzen, denn nur mit dem Baustein „Licht“ können diese ihre Photosynthese ausführen, wobei sie unter anderem lebensnotwendigen Sauerstoff produzieren, der deinen Lieblingen zu Gute kommt. Aber auch einige Arten reagieren empfindlich auf eine „Stadionbeleuchtung“ und werden sich voraussichtlich häufiger verstecken und erst nach Löschen des Lichts herauskommen. Ein guter Mittelweg sollte hier sowohl deinen Tieren, aber auch den Pflanzen entgegenkommen. Beachte bei einer Beleuchtung ebenfalls, ob deine Abdeckscheibe, wenn du eine verwendest, genügend Raum für die Integration einer Aufsatz- oder Aufsteckleuchte zulässt.

 

Filter- das Herz des Aquariums

Der Aquarienfilter stellt quasi das Herzstück eines Aquariums dar. So dient er nicht nur dem Entfernen von Schmutz, sondern erst recht dem Schadstoffabbau- denn im Inneren des Filters befinden sich unzählige nützliche Reinigungsbakterien, die diese umwandeln und abbauen. Dazu benötigen die Bakterien aber Sauerstoff, den wiederum der Filterauslass produziert, indem er das gefilterte Wasser wieder ins Aquarium zurück führt und dabei die Wasseroberfläche bewegt.

Der Gasaustausch im Aquarium findet grundsätzlich durch die Oberflächenbewegung des Wassers statt. Je höher diese Bewegung ist, desto mehr Kohlenstoff wird aus dem Wasser ausgetrieben und dieses zeitgleich mit Sauerstoff angereichert. Vor allem beim Betrieb einer CO2 Anlage sollte daher auf einen entsprechenden Filterauslass geachtet werden, damit der im Wasser gelöste Kohlenstoff- der Nährstoff der Pflanzen- durch eine verstärkte Oberflächenbewegung nicht gänzlich wieder ungenutzt ausgetrieben wird. Allerdings bewirkt die erhöhte Wasserbewegung, gerade in sehr heißen Sommern und bei zunehmenden Wassertemperaturen eine positive Sauerstoffanreicherung des Wassers, das umso weniger Sauerstoff enthält, je ärmer es ist. Unter anderem deswegen solltest du einen Filter wählen, dessen Strömungsmenge- und ggf. auch Richtung sich einstellen lässt.

 

Garnelensichere Filter

Vor allem bei der Haltung von Garnelen solltest du außerdem darauf achten, dass die Ansaugvorrichtung sehr fein ist, damit keine Jungtiere angesaugt und in den Filter befördert werden, was diese nicht überleben werden. Vorteilhaft sind hier schwammbetriebene Innenfilter, wie unter anderem der sogenannte Hamburger Mattenfilter, kurz HMF genannt, aber auch sehr feine Ansaugkörbe zum Aufstecken, wie wir sie im Shop führen, oder ebenfalls sehr feine Schaumstoffpatronen. Deren Porosität wird in der Einheit PPI unterschieden- je höher die Angabe in PPI, desto feiner ist die Schaumstoffpatrone, weswegen PPI 45 sich hervorragend für die Garnelenaufzucht eignet. Bei gröberen Schwammfiltern besteht das Risiko, dass sich Jungtiere zum Häuten in den feinen Poren verstecken und darin hängen bleiben.

 

Innenfilter vs. Außenfilter

Auch Aquarienfilter gibt es in unterschiedlichen Formaten, so befinden sich in Komplettsets hauptsächlich Innenfilter, die sich, wie der Name schon verrät, mit im Aquarium befinden und an einer Aquarienscheibe befestigt werden. Daneben gibt es Außenfilter, die sich außerhalb des Aquariums befinden und mit zwei Schläuchen verbunden sind, die auf der einen Seite das Wasser anziehen und aus dem Aquarium durch den Filter leiten, von dem es auf der anderen Seite wieder in das Aquarium zurück gelassen wird. Vor allem beim Aquascaping werden Außenfilter gerne in Kombination mit gläsernen Filterauslässen und Ansaugkörben genutzt- den sogenannten Lily Pipes, Glass Popy Pipe, Spin Pipe oder Inflow Pipes. Optisch werten diese ein solches Scape hervorragend auf, da die Filtertechnik dadurch dezent und sehr edel wirkt. Ein weiterer Vorteil an Außenfiltern ist, dass diese gewartet und gereinigt werden können, ohne dabei die Aquarienbewohner zu beunruhigen, außerdem kann in einigen Außenfiltern eine Heizeinheit integriert werden, die dadurch keinen Platz im Aquarium einnimmt oder dort optisch oder platztechnisch störend wirken würde. Ebenfalls können Außenfilter praktisch von außen mit Filtermedien bestückt werden.

 

Rucksackfilter zum Anhängen

Eine weitere Variante sind Rucksackfilter, die auf dem Rand einer Aquarienscheibe aufgesetzt werden, wobei die Filtereinheit sich außerhalb des Wassers befindet. Auch diese können von außen gereinigt und gewartet werden, ohne dass die Aquarienbewohner davon etwas mitbekommen, zudem können die Filtermedien im Handumdrehen getauscht werden.

 

Heizen und Kühlen im Aquarium

Die meisten Wirbellosen bevorzugen eher kühlere Temperaturen. So können Neocaridina zwischen 5-30 °C, Caridina bei 15-25 °C, Zwergkrebse bei 20-26° C und Schnecken zwischen 4-30 °C gehalten werden. Hauptsächlich Fische, die ihre Körpertemperatur über die Umgebungstemperatur regulieren und meist aus eher tropischen Klimazonen stammen, mögen es lieber etwas wärmer, da nur so ihr Stoffwechsel richtig funktioniert. Wirbellose hingegen können nahezu bei Zimmertemperaturen gepflegt werden, vor allem im Sommer sollte ihre Wassertemperatur gut überwacht und eher herunter gekühlt werden, da sie hohe Temperaturen nicht gut vertragen.

 

Aquarienkühlung

Diese Abkühlung gelingt recht leicht mit einem Aquarienkühler, wie wir sie auch im Shop anbieten. Diese Kühlgebläse sind vor allem bei hohen Außentemperaturen unentbehrlich und senken die Wassertemperatur um 2-4 °C durch das Prinzip der Verdunstungskälte. Das Gebläse wird einfach auf den Aquarienrand aufgesetzt und kann optional mit einem Fühler, dem Cool Control Thermostat, verbunden werden, sodass es erst dann den Betrieb aufnimmt, wenn die voreingestellte Temperatur erreicht oder im Begriff des Überschreitens ist.

Dabei wird ein einfacher physikalischer Vorgang genutzt: Die Ventilatoren lassen einen Luftstrom über die Wasseroberfläche streichen, das Wasser verdunstet und schlägt sich infolgedessen als Verdunstungskälte nieder. Der dadurch entstehende Wasserverlust sollte regelmäßig ausgeglichen werden. Hilfreich ist hier zum Beispiel eine Strichmarkierung mit Edding an einer unauffälligen Seitenscheibe des Aquariums. Beachten Sie aber, dass lediglich H2O, also reines Wasser verdunstet, im Aquarium aber die Mineralien, die zur Härte beitragen, zurückbleiben, weswegen sich durch diese Verdunstung der Härtegrad im Aquarium erhöht. Füllen Sie daher das verdunstete Wasser ebenfalls nur mit reinem (weichem) Wasser, zum Beispiel mit Osmose- oder destilliertem Wasser wieder auf, da sich mit Leitungswasser die Härte im Becken wesentlich erhöhen würde, gerade, wenn Sie das Aquarium in sehr heißen Sommern häufiger auffüllen müssen.

Aquarienheizung

Auch ein Heizstab kann dazu beitragen, eine konstante Temperatur im Aquarium aufrecht zu erhalten, für gewöhnlich sind die meisten Modelle regelbar. Es gibt sowohl Modelle aus Kunststoff, aber auch aus Glas, die meist über einen Schutzkorb am Ende des Stabes verfügen, damit dieser nicht durch Kies verkratzt wird, aber damit sich Tiere, die sich darunter ausruhen, nicht verbrennen können. Damit der Regelheizer eine akkurate Leistung erbringen kann, sollte er hin und wieder von Belägen gereinigt werden. Mit Saugnäpfen wird der Heizer an einer Aquarieninnenscheibe befestigt, eine vollständig untertauchbare Modelle können außerdem, wie bereits erwähnt, im Außenfilter platziert werden, damit keine technische Gerätschaft den Blick ins Aquarium trübt oder Platz einnimmt.

Bei der Auswahl eines sogenannten Regelheizers solltest du nach Möglichkeit eine Größe wählen, die für ein Aquarium ausgelegt ist, das ein höheres Volumen als das deine hat. Der Grund in dieser Empfehlung ist simpel: auch wenn die Anschaffungskosten sich marginal unterscheiden, so wird der leistungsstärkere Regelheizer weniger Energie verbrauchen und somit eine längere Lebensdauer aufweisen. Die Funktionsweise des Heizers ist einfach: einmal eingestellt, nimmt er den Heizbetrieb erst auf, wenn die Wassertemperatur die voreingestellte Temperatur unterschreitet und heizt nur solange auf, bis diese wieder erreicht ist. Ein größer ausgewähltes Modell benötigt dabei nur eine Leistung von 80%, wohingegen ein „passender“ Heizstab nahezu dauerhaft zu 100% in Betrieb ist und somit eine eher verkürzte Lebensdauer hat und noch dazu mehr Energie verbraucht.

 

Wasseraufbereitung mit Osmose-Anlage

Weitere nützliche technische Gerätschaften sind überdies eine Osmoseanlage und ein Leitwertmessgerät, vor allem, wenn Sie Ihr Aquarienwasser mit Osmosewasser und einem Aufbereitungssalz selbst herstellen, um Wirbellose im Weichwasser zu halten oder aber Ihr Leitungswasser sich aufgrund seiner Inhaltsstoffe nicht für den Einsatz im Aquarium eignet. Zu den Arten im Weichwasser-Aquarium zählen vor allem Garnelen der Gattung Caridina, aber auch spezielle Arten, wie die Sulawesi-Garnelen sollten vorzugsweise eine ähnliche Salzkonzentration wie in Ihrem Habitat, dem Sulawesi-See, vorfinden, damit sie sich wohlfühlen und gedeihen, auch ein Meerwasseraquarium sollte möglichst nicht mit Leitungswasser betrieben werden.

 

Leitwerte und Mikrosiemens

Die Leitfähigkeit bezeichnet die Anzahl der gelösten Kationen und Anionen- also der gelösten Mineralsalze, die sich im Wasser befinden und wird in Mikrosiemens angegeben: je niedriger ein Leitwert in Mikrosiemens ist, desto weicher ist das Wasser. Mit einer Osmoseanlage ist es möglich, Leitungswasser zu entmineralisieren, also Härtebildner zu entfernen, aber auch Schwermetallrückstände wie zum Beispiel Kupfer, das sich gerade in älteren Wasserleitungen befinden kann, zurück zu halten, das bereits in geringen Konzentrationen tödlich für alle Wirbellosen sein kann. Blei ist heutzutage im Wasser mittlerweile nahezu nicht mehr vorhanden, wird aber ebenso ausgefiltert.

Leitungswasser wird, damit es für den menschlichen Gebrauch genießbar ist, desinfiziert- je nach Jahreszeit und Region werden dazu Chlor, aber auch Phosphor und andere Desinfektionsmittel genutzt. Das ist mit ein Grund, weshalb Aquarien eine mehr oder weniger lange Einlaufphase und entsprechende Wasseraufbereiter benötigen- denn Leitungswasser ist quasi keim- und bakterienfrei, Aquarienwasser hingegen aber „lebendig“ und benötigt einen gewissen Zeitraum, in dem sich nützliche Bakterien ansiedeln, die unter anderem zum Schadstoffabbau beitragen, von Wirbellosen aber auch gerne gefressen werden.

 

Schadstoffentfernung durch Umkehrosmose

Je nach Ausführung filtert eine Osmoseanlage bis zu 98% an Schadstoffen, aber auch an Medikamentenrückständen, die sich übrigens ebenfalls im Leitungswasser befinden, heraus. Außerdem gibt es die Möglichkeit, diverse Zusatzfiltereinheiten an einer Osmoseanlage zu verbauen, denn einige Stoffe werden nicht zwangsläufig entfernt. Vor allem Silikate können die Membrane der Osmoseanlage passieren und sind häufig der Grund für unerklärliche Algen- oder andere Probleme im Aquarium- ein Silikattest kann hier Aufschluss darüber geben, auch existiert dieses Phänomen nur gebietsweise und verursacht hauptsächlich in Meerwasser-Aquarien Unstimmigkeiten, obwohl seit einigen Jahren die Silikatproblematik vermehrt auch in Süßwasseraquarien auftaucht.

2019 wurde außerdem ein neuartiger Reinstwasserfilter vorgestellt, der in der Lage ist, Glyphosat, ein Herbizid, das sich mittlerweile ebenfalls im Grundwasser befindet, zu entfernen. Dieses Insektizid kann sich negativ auf die Gesundheit von Wirbellosen auswirken, da es eben genau zu diesem Zweck in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Ebenfalls können sogenannte Leer-Patronen an die Osmoseanlage angeschlossen werden, die mit Filtermedien nach Wahl bestückt werden können, die durch einen Farbwechsel anzeigen, dass diese besser regeneriert oder ersetzt werden sollten.

Funktionsweise einer Osmose-Anlage

Die Funktionsweise der Osmose bezeichnet das  Bestreben von Flüssigkeiten ihre Konzentrationen durch Diffusion auszugleichen. Wenn man also zwei unterschiedlich konzentrierte Flüssigkeiten durch eine semipermeable Membran, also eine Membran, die nur Wassermoleküle passieren lässt, presst, fließt das Wasser von der eher niedrige konzentrierten Seite zur konzentrierten Seite. Der Leitungswasserdruck kehrt dieses Prinzip um, weswegen es daher „Umkehrosmose“ genannt wird. Der Druck des Leitungswassers presst die Wassermoleküle durch eine Kunststoffmembran, dessen Restwasser dann die übrigen Inhaltsstoffe wie Härtebildner, Schadstoffe, aber auch andere Moleküle, wie eingangs erwähnt, beinhaltet. Der reine Begriff „Osmose“ hat sich aus diesem abgeleitet und ist eingängig im Aquarienhobby bekannt. Das nun entstandene „Osmosewasser“ muss für den Gebrauch im Aquarium entsprechend den Bedürfnissen der gepflegten Tiere wieder re-mineralisiert werden. Dabei kann es sowohl für Wirbellose im Weichwasseraquarium, oder je nach Herkunft, wie zum Beispiel aus dem Sulawesisee, aber auch genauso gut für Hartwasseraquarien, vor allem aber für Meerwasseraquarien, zubereitet werden.

Der Vorteil an dieser Aufbereitung ist die Entfernung von Schadstoffen aus dem Aquarium und eine nahezu konstante Einstellung der benötigten Härtegrade, was mit sich teilweise änderndem Leitungswasser eher nicht möglich wäre. Die Membranen der Osmoseanlage sollten von Zeit zu Zeit ausgetauscht und ersetzt werden. Ebenso wie die konstante Überwachung der Wasserwerte in deinem Aquarium solltest du ebenfalls das Osmosewasser hin und wieder überprüfen- denn dieses gibt bei zunehmender Leitfähigkeit, beziehungswiese zunehmenden Härtegraden Aufschluss über einen kurz bevorstehenden Austausch.

 

pH-Wert-Messer

Ebenfalls kann ein pH-Wert-Messgerät vorteilhaft sein, vor allem bei Hochzuchtgarnelen, um den pH-Wert des Wassers korrekt zu bestimmen und gegebenenfalls anzupassen. Im Kapitel „Wasserchemie“ gehen wir auf diesen Wasserwert aber noch etwas näher ein.

 

Technik im Meerwasser-Aquarium

Sollten Sie ein Meerwasser-Nano-Aquarium pflegen, ist ein Refraktometer das die Dichte des Wassers bestimmt auf jeden Fall empfehlenswert. Ein einfaches Aärometer erfüllt zwar grob denselben Zweck, ist aber nicht zwingend zuverlässig und auf eine Messtemperatur angewiesen. Zudem zerbrechen diese recht leicht und sind in der Handhabung oft aufwändiger. Auch wenn ein digitales Refraktometer in der Anschaffung etwas kostspieliger ist, so belohnt es doch mit akkuraten Messergebnissen, sodass das Aquarienwasser optimal an die Bedürfnisse der gepflegten Schützlinge angepasst werden kann- und in diesem Punkt solltest du nur wenige Kompromisse eingehen- bedenke, dass nahezu sämtliche Meerwasser-Wirbellosen, die du im Handel findest, tatsächlich aus dem Meer stammen, da eine künstliche Nachzucht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht so effektiv betrieben werden kann, um die Nachfrage zu bedienen.

 

Bodengrund und Nährboden- Unterschiede und Auswahl

Die Auswahl des richtigen Bodengrundes sieht auf den ersten Blick schwieriger aus, als sie wirklich ist. Je nachdem welche Tiere in den Fokus gerückt sind oder welches „Outfit“ das Aquarium später einmal haben soll, sollten ein paar Dinge berücksichtigt werden. Vor allem, wenn es zum Beispiel ein toll gescaptes Weichwasseraquarium mit Zwerggarnelen der Gattung Caridina werden soll.

Die Aufgabe des Bodengrundes

Bodengründe gibt es sprichwörtlich wie Sand am Meer- und Sand ist tatsächlich eines der natürlichsten Materialien, das man im Aquarium verwenden kann. Unsere langjährige Aquaristik-Erfahrung empfiehlt, bei der Gestaltung des Aquariums auf natürliche Materialien zu setzen, denn diese fördern nicht nur erheblich das Wohlbefinden der gepflegten Tiere, sondern auch den Pflanzenwuchs und sorgen für weniger Probleme. Nicht zuletzt erschaffst du ein natürliches Aussehen, denn dein Aquarium ist im Prinzip nichts anderes, als ein Ausschnitt eines bestimmten Lebensraumes.

Noch dazu übernimmt der Bodengrund eine Vielzahl an Aufgaben, die im Aquarium anfallen. Gerade in ihm bilden sich unzählige nützliche Reinigungsbakterien, die aktiv am Schadstoffabbau im Aquarium mitwirken und unter anderem von Wirbellosen gerne gefressen werden, damit dient er sozusagen bereits als „Filter“. Zudem unterstützt er den Pflanzenwuchs durch die Abgabe von Nährstoffen. Achte generell beim Kauf von Bodengründen darauf, dass diese sich für die Aquaristik eignen. Kiesel oder Spielkasten-Sande aus dem Baumarkt sind eher ungeeignet, da diese häufig mit verschiedenen Chemikalien versetzt sind und zudem keine gerundeten Körner aufweisen. Im Idealfall ist der ausgewählte Bodengrund abgerundet- denn an scharfkantigem würden sich deine Tiere unter Umständen verletzen- vor allem wenn du ein Gemeinschaftsaquarium mit bodenbewohnenden Fischen pflegen.

Hier gehen wir auf ein paar Möglichkeiten ein.

Bodenheizung

Das Einbringen einer Bodenheizung in Kabelform ist eine weitere Überlegung, die du vor dem Einbringen von Bodengrund tätigen solltest, denn im Nachgang müsste dazu das gesamte Aquarium wieder auseinandergenommen werden.

Eine Bodenheizung auf dem Aquarienboden dient vor allem der thermischen Durchströmung des Wassers, was sich wiederum positiv auf die Wurzelbildung von Aquarienpflanzen auswirkt. Denn Wasserpflanzen in ihrem natürlichen Habitat wachsen allgemein besser, wenn ihnen Nährstoff-Sickerquellen zur Verfügung stehen, denn aus diesen beziehen sie ihre Nahrung; die Nährstoffe, die zum Wachstum benötigen. Eine Bodenheizung simuliert diesen Effekt, denn sie wird schwach warm. Dadurch steigt das erwärmte Wasser nach oben und ein Austausch mit dem kälteren, das hingegen vollgepackt mit Nährstoffen nach unten sinkt, findet statt.  Diese Nährstoffe und Mineralien werden direkt an die Pflanzenwurzeln geschwemmt, die diese wiederum besser aufnehmen können und kräftiger wachsen.

Das Verlegen des Bodenheizkabels ist an und für sich nicht wirklich aufwendig: das silikonummantelte Heizkabel wird spiralförmig mit Schlitzsaugern auf dem Boden fixiert und danach mit den weiteren Bodengründen bedeckt.

Tipp

Bedenke, dass ein Bodenheizkabel niemals einen Regelheizer im Aquarium ersetzen kann, da dieses das Aquarienwasser nicht auf die erforderliche Temperatur eines Warmwasseraquariums erwärmen kann!

 

Sand

Als Sand oder „sehr feiner/ feiner Kies“ wird Sand bis zu einer Korngröße von 2 mm definiert, daher solltest du bei der Auswahl stets auch mit auf die Korngröße achten.

Zwar ist Sand mit einer der natürlichsten Bodengründe, aber vor allem bei der Pflege von Wirbellosen wie Zwergkrebsen oder Garnelen eignet sich gröberer Kies zwischen 0,5 und 2 mm besser, da die Tiere diesen mit ihren Scheren anheben und umdrehen können und zwischen den Steinchen nach Fressbarem suchen.

 

Kies

Als Kies, beziehungsweise Quarzkies werden für gewöhnlich Sorten gemeint, die eine Körnung größer als 2 mm haben.

Gefärbte Kiessorten in Regenbogenfarben sind sicherlich nett anzuschauen, aber bedenke dabei, dass dieser Kies so bunt in der Natur nicht vorkommt. Meist sind diese Sorten kunststoffummantelt oder anderweitig eingefärbt, weswegen sie vor Gebrauch auch nicht heiß ausgewaschen werden können oder sollten, da diese das Risiko laufen, dass sich unerwünschte Stoffe ablösen, die sich dann im Aquarium befinden.

Setze daher eher auf natürliche Kiessorten wie Quarzkies oder einen anderen nicht aufhärtenden Kies. Speziell aufhärtende Kiese werden vorwiegend in der Meerwasseraquaristik, für Brackwassertiere, aber auch für Cichliden-Aquarien benötigt und sind an und für sich nicht notwendig bei Wirbellosen im Süßwasseraquarium.

 

Aktive und mineralische Bodengründe: Soil

Staunst du auch immer über wundervoll eingerichtete Scapes mit ihrer unglaublichen Pflanzenvielfalt und prächtigen Tieren? Dann war „Soil“ mit Sicherheit der favorisierte Bodengrund!
Obwohl „Soil“ nichts anderes bedeutet als „Erde“ oder „Boden“, so unterscheidet er sich doch wesentlich von allen anderen Bodengründen fürs Aquarium, denn bei ihm handelt es sich um ein spezielles Substrat, das aktiven Einfluss auf die Wasserwerte nimmt. Gerade beim Aquascaping, bei dem das Hauptaugenmerk auf den Wasserpflanzen liegt, wird gerne auf vorgedüngtes Material zurückgegriffen, bei der Zucht und Pflege von Caridina eher auf eigens dafür konzipierten Soil. In ausgesprochenen Weichwasseraquarien werden solche Substrate bevorzugt verwendet, denn sie nehmen wesentlichen Einfluss auf die Härtegrade, aber auch den pH-Wert im Aquarium: Die meisten der im Aquarium gepflegten Tiere, aber auch der Wasserpflanzen, stammen aus eher sauren Habitaten mit einer konstant hohen Nährstoffversorgung bei sehr niedrigen Gesamt- und Karbonathärten. Vor allem Pflanzen weisen eine verbesserte Aufnahme und ein dementsprechend kräftiges Wachstum bei sauren pH-Werten zwischen 5,5-6,8 auf.

Exkurs: Soil-Herstellung und Inhaltstoffe

Diese aktiven Bodengründe sind reine Naturprodukte, die aus natürlichen Erden bestehen und vorwiegend in Vulkangebieten abgebaut werden. Dadurch enthalten sie sehr hohe Nährstoff- und Mineralienanteile, aber auch Humin- und andere Säuren, die sich vor allem bei der Wirbellosenhaltung positiv auf deren Vitalität auswirken. Gelegentlich werden Soils im Herstellungsprozess auch mit weiteren Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel Kohle, angereichert, die wiederum, wie man es von Filtermedien gewohnt ist, fähig sind, unerwünschte Stoffe abzubinden und das Aquarienwasser zu klären. Meist ist Soil schwarzbraun bis dunkelbraun und verleiht dem Aquarium dadurch ein sehr natürliches Aussehen. In einem aufwändigen Verfahren werden die abgebauten Erden granuliert und zum Teil mehrfach gebrannt.

Zwar ist das Granulat weicher als herkömmliche Kiesel in derselben Gritgröße, aber gerade diese Eigenschaft macht den Soil so interessant. Vor allem dank verschieden großer Körnungen, unter anderem auch in Pulverform, dem sogenannten „Powder“, lassen sich Landschaften wie Erhebungen und Hügel beim sogenannten „Dry Start“ (dem nebelfeucht eingerichtetem Aquarium, das erst im Nachgang mit Wasser aufgefüllt wird) wesentlich besser gestalten. Außerdem wird nicht nur das Bepflanzen zum Kinderspiel, sondern bietet diesen später auch eine bessere Verwurzelung.

 

Nährboden im Aquarium

Ein Nährboden wird beim Einrichten unter den Aquarienkies eingebracht und ist bei Verwendung von Soil eher nicht notwendig.  Ein Nährboden enthält Nährstoffe wie Eisen, verschiedene Mineralien und Spurenelemente, die für Pflanzen essentiell sind. Die im Material vorhandenen Tonbestandteile wirken außerdem als Depot, das überschüssige Nährstoffe abbinden, aber bei Bedarf auch wieder zur Verfügung stellen kann. In neu eingerichteten Aquarien ist ein Nährboden sehr sinnvoll, da dadurch Pflanzen direkt von den Wurzeln her prima versorgt werden und dadurch schneller neue und starke Wurzeln ausbilden. Generell sollte man in einem neuen Aquarium einen kräftigen und schnellen Pflanzenwuchs unterstützen, da gerade gesunde Wasserpflanzen Nährstoffe aufnehmen und lästigen Algen damit die Lebensgrundlage rauben. Außerdem reichern sie das Wasser mit lebensnotwendigem Sauerstoff an. Ein Nährsubstrat hält für gewöhnlich zwischen 3 und 5 Jahren, ehe es in seiner Wirkung nachlässt. Aber auch dann kann es mit Bodendüngern, die wir ebenfalls im Shop führen, reaktiviert werden.

 

Pflanzen im Aquarium

Pflanzen dienen im Aquarium nicht allein der Optik, sie übernehmen außerdem etliche Aufgaben, die zu einem stabilen System beitragen. Gesunde Pflanzen wachsen kräftig und bilden tolle Farben aus. Vor allem Jungtiere verstecken sich gerne in einem dichten Pflanzendschungel, vor allem Zwerggarnelen, wenn sie sich häuten und ihren Panzer aushärten. Gut verwurzelte Pflanzen haben einen kräftigen Stand und werden auch durch flinke und wuselnde Bodenfische nicht heraus gezogen.

Schon gewusst?

Schadstoffe und Krankheitserreger können von Pflanzen aufgenommen werden, ebenso ernähren sie sich von Nährstoffen wie Nitrat, Phosphat, Kalium und anderen und entziehen damit vor allem Algen die Lebensgrundlage. In einem mit Fischen besetzten Aquarium sind durch die Fütterung und das Ausscheiden der Fische meist genügend Nährstoffe vorhanden, in einem Aquascape, das meist nur mit Wirbellosen oder auch gar nicht besetzt ist, sollte hin und wieder mit einem Flüssigdünger oder auch mit Wurzeldünger nachgedüngt werden.

Pflanzen sind grundsätzlich auf verschiedene Faktoren angewiesen um ihre Photosynthese zu ermöglichen. Neben einer guten Beleuchtung benötigen sie ebenfalls einen nährstoffreichen Bodengrund und eine Kohlenstoffquelle wie CO2.  Zudem nehmen manche Pflanzen ihre Nährstoffe über die Blätter auf und andere über die Wurzeln. Eine perfekte Kombination aus all´ diesen Anforderungen verhilft den Pflanzen im Aquarium zu einem prächtigen, gesunden und farbenfrohen Wuchs, der letztlich allen Lebewesen im Aquarium dient.

 

Pflanzenarten

Pflanzen unterscheiden sich nicht nur in ihrer voraussichtlichen Endgröße in Vordergrund- Mittelgrund- und Hintergrundpflanzen, sondern außerdem auch noch in Stängelpflanzen, Moose, Aufsitzerpflanzen und Knollenpflanzen. Einige davon werden auch als sogenannte In-Vitro-Pflanzen angeboten, das heißt, diese wurden unter klinisch reinen Laborbedingungen gezüchtet und bringen keine blinden Passagiere oder auch Pestizide mit.

Schon gewusst?

Die allermeisten Aquarienpflanzen sind eigentlich gar keine echten Wasserpflanzen, da sie ursprünglich eher in Sumpfgebieten vorkommen und quasi nur „mit den Füßen“ im Wasser stehen. Knapp 98% aller Aquarienpflanzen sind daher in der Lage über (emers) und unter Wasser (submers) zu wachsen. Zu den „echten Wasserpflanzen“ zählen zum Beispiel die Vallisneria, Hornkraut, Wasserpest, Cabomba und die Knollenpflanzen Aponogeton und Nymphaea (Lotuspflanzen), die ausschließlich unter Wasser gedeihen.

 

Produktion von Wasserpflanzen

Die Wasserpflanzen fürs Aquarium werden in der Regel konventionell in Wasserpflanzengärtnereien über Wasser gezogen. Sie beziehen dann das notwendige CO2 aus der Luft, was den Vorteil einer kosteneinsparender CO2-Düngung hat. Ebenfalls aus diesem Grund werden die meisten Pflanzen in Asien gezüchtet, da diese dauerhaft warmen Temperaturen wesentlich besser für die Pflanzenzucht geeignet sind und diese sich somit günstiger produzieren lassen.

Pestizide und Dünger

Auch wenn häufiger davon gesprochen wird, dass der Dünger problematisch sei, so ist das eigentlich nicht der Fall, denn die meisten sind garnelentauglich. Wirklich problematisch sind allerdings Pestizide, mit denen die Pflanzen exportfertig gemacht werden. Aber auch einige traditionelle Zoohandlungen verwenden noch „Anti-Schnecken-Mittel“, die Wirbellosen, die im Aquarium gepflegten ja auch dazu zählen, zum Verhängnis werden können. Daher sollten Pflanzen prophylaktisch in Quarantäne gewässert werden, ebenso Topfpflanzen, Bundpflanzen oder auch bepflanzte Pads oder Steine, wenn sie nicht aus zuverlässiger Quelle stammen oder ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass sie sofort ins Aquarium eingesetzt werden können. Teilweise sind die Pestizide im Pflanzengewebe eingelagert, sodass auch gründliches Abspülen nicht ausreicht. Daher sollten sie mindestens zwei Wochen separat gepflegt werden, bevor sie in ein Wirbellosenaquarium eingesetzt werden.

Exkurs: Pflanzen wässern

Bei Bundpflanzen wird der Keramikring oder das Bleiband, bei Topfpflanzen das Töpfchen und die Steinwolle entfernt. Genau wie auch im Aquarium benötigen die Pflanzen Nährstoffe, daher wird vorzugsweise ein Glasbehältnis wie etwa eine große Vase verwendet, die aufs Fensterbrett möglichst ohne Sonneneinstrahlung gestellt wird, um Algenbefall oder Überhitzung zu verhindern. Der UV-Anteil im Tageslicht ist förderlich beim Pestizdabbau.

Provisorisch können auch ein sehr sauberer Eimer und eine Schreibtischlampe verwendet werden. Hilfreich ist es, während der zweiwöchigen Quarantänezeit das Wasser täglich komplett, wenigstens aber ein paar Mal zu wechseln. Auch ein Wasseraufbereiter, der Schadstoffe bindet kann unterstützend eingesetzt werden.



Blinde Passagiere wie Schnecken oder Blasenschnecken lassen sich betäuben und abtöten, indem die Pflanzen für 30 Sekunden in sehr stark sprudelndes Mineralwasser gelegt werden, bevor sie in Quarantäne kommen. Nach den zwei Wochen wird die Prozedur wiederholt, da Schnecken- oder Wurmgelege beim ersten Mal nicht herausgesprudelt werden.

Um herauszufinden, ob die Pestizide entfernt wurden eignet sich ein Test: dazu werden entweder eine Testgarnele oder eine Packung Wasserflöhe mit in das Quarantänebehältnis gegeben und beobachtet. Probleme machen sich durch unkontrolliertes Zucken oder Taumeln, aber auch Umfallen oder Hochspringen und zu Boden sinken bemerkbar- dann sollte die Testgarnele sofort entfernt werden! Sollte nichts dergleichen geschehen sind die Pflanzen einsatzbereit für das Garnelenaquarium.

Pflanzen vor dem Einsetzen vorbereiten

Die gewässerten Pflanzen sollten so gut wie möglich von der Steinwolle befreit sein, da die feinen Fasern sich durchaus in den Kiemen von Fischen verfangen könnten. Am besten gelingt das Entfernen unter fließendem Wasser, aber ebenfalls durch abstreichen oder heraus zupfen mit einer Scaping-Pinzette.

Bei sehr feinen Pflänzchen, wie zum Beispiel beim Kuba Zwergperlkraut lässt man etwas Steinwolle an den feinen Wurzeln, da diese später wie ein Anker funktioniert und sich besser einsetzen lässt. Zum Einsetzen von sehr feinen Pflanzen eignet sich übrigens eine schmale und spitze Pinzette am besten, von Hand lassen sie sich teilweise nur schwierig einpflanzen.

Tipp zum Einsetzen von Pflanzen

Vorteilhaft ist es, die Pflanzen in einer Gruppe und nicht als Bund mit einem Abstand von 2 bis 3 Zentimetern zueinander einzusetzen, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig das Licht wegnehmen und anfangen zu kümmern. Dazu werden diese Stiele einfach aufgeteilt und einzeln eingesetzt. Lediglich ganz große Mutterpflanzen wie Echinodorus, Cryptocorynen oder ähnliche werden manchmal als Einzelpflanze verkauft, die in diesem Fall dann nicht aufgeteilt sondern komplett eingesetzt wird.

 

Stängelpflanzen einpflanzen

Stängelpflanzen sollten vor dem Einpflanzen vorbereitet werden. Nach dem Entfernen von Keramikring, Bleiband oder Steinwolle wird ungefähr ein Zentimeter des Stängelendes abgeschnitten, auch gelbe Blättchen werden entfernt. Die untersten Blätter des Stängels werden so abgeschnitten, dass ein kleiner Teil des Blattstils stehen bleibt. Diese wirken dann wie ein Widerhaken beim Einsetzen und geben der noch frischen und unbewurzelten Pflanze besseren Halt im Substrat, bis sie sich erneut verwurzelt hat. Hierzu kann man die Pflanze mit den Fingern halten und in den Bodengrund drücken, vorteilhaft ist aber eine stumpfe und gerade Pinzette.

 

InVitro Pflanzen einpflanzen

InVitro Pflanzen werden in den kleinen Töpfchen, in denen sie verkauft werden ebenso gezogen und stammen aus dem Labor. Auch wenn sie etwas kleiner sind, wachsen sie im Aquarium zügig heran, sodass sie sich kaum von den wesentlich größeren Topf- oder Bundpflanzen unterscheiden. Sie sind pestizid- und parasitenfrei und sitzen in einem Nährgel oder einer Nährflüssigkeit. Dieses wird abgewaschen oder entfernt und ohne Wässern dürfen sie direkt ins Aquarium eingesetzt werden. Auch diese sollten aufgeteilt werden.

 

Aufsitzerpflanzen und Moose

Anubias, Bucephalandra und Moose erhält man für gewöhnlich bereits fertig aufgebunden oder aufgeklebt auf Steinplättchen oder Wurzeln. Diese können nach dem Wässern einfach im Aquarium dekoriert werden. Aufsitzerpflanzen sollten grundsätzlich nicht in den Bodengrund gepflanzt werden, da ihr Rhizom sonst faulen könnte, wodurch die Pflanze dann abstirbt. Alternativ kann dieses auch in Ritzen von Steinen gesteckt werden, von wo aus die Pflanze dann weiter wächst. Auch Moose können ebenso gesteckt werden, sinnvoller ist es aber, sie mit einer Schnur vorsichtig aufzubinden oder aber mit einem Pflanzenklebergel festzukleben. Das Moos wächst dann an Ort und Stelle einfach weiter.

 

Pflegen und vermehren von Aquarienpflanzen

Ab und zu sollten die Pflanzen im Aquarium etwas in Form gebracht werden.

Stängelpflanzen
können teilweise bis zu 60 cm Höhe erreichen und sogar über der Wasseroberfläche weiterwachsen. Diese können mit einer geraden und scharfen Scaping-Schere 1/3 unter der Oberfläche abgeschnitten werden. Damit die Pflanze nicht gequetscht und dabei verletzt wird, empfiehlt es sich, sie nicht mit den Fingernägeln abzuzwicken sondern glatt abzuschneiden.
Diese Pflanzenspitzen können einfach wieder daneben mit einer stumpfen Pinzette eingepflanzt werden und wachsen dann weiter, ebenso die eingekürzte Pflanze.

Moose
können durch abzupfen aber auch schneiden ganz einfach geteilt und vermehrt werden. Einige Moose bilden Polster, die sich mit der Zeit ablösen und irgendwo im Aquarium festsetzen und dort weiterwachsen. Um das zu verhindern empfiehlt sich daher das kontrollierte Trimmen.

Aufsitzerpflanzen
vermehren sich über ihr Rhizom und wachsen für gewöhnlich eher langsam. Um sie zu vermehren oder entsprechend zu trimmen, schneidet man ein Stück des Rhizoms ab, das mindestens drei Blättchen hat. Dieses kann dann wiederum aufgebunden oder geklebt werden.

Bodendecker
lassen sich prima mit einer sogenannten Wave-Schere unter Wasser trimmen. Die aufschwimmenden Pflanzenteile lassen sich an der Wasseroberfläche dann einfach abkeschern.

Wachstumsfaktoren Nährstoffe und Beleuchtung

Auch Pflanzen sind Lebewesen, die ab und an mal „kränkeln“ können und besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Meist machen sie dies durch Farbverluste, bei extremen Nährstoffmängeln bestimmter Arten aber auch durch Farbintensitäten bemerkbar. Vor allem aber anhand ihres Aussehens lassen sich Defizite erkennen und beheben. Grundsätzlich ist das Pflanzenwachstum abhängig vom Zusammenspiel bestimmter Makro- und Mikronährstoffe und deren Verhältnis zueinander: fehlen beispielswiese auf der einen Seite bestimmte Stoffe, so ist die Aufnahme auf der anderen Seite gehemmt bis unmöglich (Liebigsches Minimumgesetz). Jeder Prozess im Aquarium ist immer angewiesen auf seinen Gegenspieler, um optimal zu funktionieren.

So spielt es keine Rolle, ob ein Nährstoff, der bereits ausreichend vorhanden ist, zugegeben wird, denn das Wachstum der Pflanze orientiert sich am Verhältnis der am knappsten bemessenen vorhandenen Ressource. Durch dieses Ungleichgewicht wird Algen beispielsweise ein nahrhaftes Buffet angeboten, das nur durch den Ausgleich der fehlenden Ressource wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann. Kurz gesagt: düngen kann dazu beitragen, eine übermäßige Algenbildung zu verhindern.

Eisenchlorose

Verlieren die Blätter ihre Farbe und werden gelblich, liegt dem vermutlich eine Eisenchlorose zugrunde. Dann ist die Chlorophyllproduktion verringert oder sogar gehemmt. Etliche Enzymprozesse bei der Photosynthese sind auf Eisen als Elektronenüberträger angewiesen. Eine gezielte Eisendüngung kann das Nährstoffgleichgewicht im Aquarium wieder herstellen.

 

Beleuchtung und CO2 als Kraftstoff

Die Beleuchtungsdauer-, sowie Intensität spielen bei der Pflanzenpflege mindestens ebenso eine große Rolle wie die Mikro-/Makronährstoffzusammensetzung. Umso höher und intensiver das Aquarium beleuchtet ist, desto höher steigt ebenso der Bedarf an CO2. Theoretisch ist es zwar möglich, ein Aquarium gänzlich ohne Kohlenstoffdioxid zu betreiben, allerdings lassen sich hierbei nur Pflanzen mit einem eher geringen Bedarf pflegen wie zum Beispiel Anubias, Bucephalandra, Vallisnerien, Cryptocorynen und Javafarn.

CO2 wirkt sich aber auch auf den pH-Wert und die Karbonathärte im Aquarium aus: das Wasser wird durch Kohlendioxid leicht angesäuert und senkt den pH-Wert. Da die meisten im Aquarium gepflegten Tiere ohnehin aus eher sauren Gebieten stammen, ist das recht vorteilhaft. Hohe Karbonathärten sind stark gegen CO2- und pH-Wert-Schwankungen gepuffert und stabilisieren sich. Idealerweise wird der CO2-Gehalt im Wasser dauerhaft mit einem Drop Checker kontrolliert.

Biogene Entkalkung

Gerade in sehr stark bepflanzten Aquascapes kann CO2 zur Mangelware werden. Einige Pflanzen sind in der Lage, den Kohlenstoffdioxidbedarf aus Hydrogencarbonaten zu decken, bei dem sie Hydroxidionen an das Aquarienwasser abgeben, was zu einer Erhöhung des pH-Wertes führt. Dieses Phänomen ist optisch an weißen und krümeligen Kalk-Belägen auf Blattoberseiten erkennbar und wird auch „biogene Entkalkung“ genannt. Ein solches Ungleichgewicht kann allerdings lebensgefährlich für die gepflegten Tiere werden, weswegen die CO2-Zufuhr korrekt eingestellt und überwacht werden sollte.

 

Dünger

„Jeder der lebt, will etwas essen“- das gilt auch für Pflanzen und daher sind diese auf das angewiesen, was ihnen zur Verfügung gestellt wird. Durch Wasserwechsel werden Nährstoffe entfernt, aber auch zugeführt und führen somit teilweise zu Ungleichgewichten im Nahrungshaushalt. Aber auch der Fischbesatz oder eben gerade der fehlende sind Hauptfaktoren für die Düngung im Aquarium. Gerade durch Fische, deren Fütterung und Ausscheidungen werden häufig große Mengen Phosphat und Stickstoff zugeführt die andererseits in einem rein bepflanzten Aquascape fehlen oder nur limitiert vorkommen. Daran unterscheiden sich ebenfalls sogenannte „Volldünger“, die meist auf diese Gesellschaftsaquarien ausgelegt sind.

Auch unterscheiden sich Pflanzen in der Art und Weise ihrer Nährstoffaufnahme, die einen benötigen eher eine Blattdüngung, die anderen eine Wurzeldüngung. Vor allem Rosettenpflanzen wie beispielsweise Cryptocorynen benötigen ab einem gewissen Zeitpunkt eine gezielte Wurzeldüngung in Form von Tabletten oder Kapseln, wenn der Nährstoffvorrat im Bodengrund nicht mehr ausreicht.

Bedarfsberechnung

Um den korrekten Bedarf der benötigten Nährstoffe zu ermitteln, sollte das Aquarienwasser regelmäßig mit einem Tropfentest überprüft werden. Die wichtigsten Makronährstoffe sind dabei: Stickstoff, Phosphat, Kalium, Sauerstoff, Wasserstoff, Magnesium, Schwefel und Calcium.

Diese sind auf den ebenfalls vorhandenen Anteil von Mikronährstoffen angewiesen, um optimal zu funktionieren: Eisen, Mangan, Molybdän , Kupfer, Zink, Bor, Nickel, Kobalt und Chlor.

Chelatoren und Komplexbildner in Düngern wie HEEDTA, DTPA und EDTA sind verantwortlich für die Nährstoffstabilisierung- und verfügbarkeit im Wasser und entscheiden über die Nährstoffzuführung, die ebenfalls vom pH-Wert abhängig ist. Unterschiedliche stabile Chelatkomplexe eignen sich für unterschiedlichste Einsatzzwecke, wie auch dem verhindern einer Ausfällung von Eisen und Phosphat zu Eisenphosphat, welches Pflanzen zum Beispiel nicht aufnehmen können.

Auch wenn das Thema der Pflanzendüngung auf den ersten Blick wie ein Buch mit 7 Siegeln aussieht, so bieten wir im Shop simple Lösungen in Form von Düngern an, die sehr einfach anzuwenden sind: Vorbereitete Mischungen, wie zum Beispiel ein NPK-Dünger, können simpel nach Anleitung verwendet werden. Aber auch einzelne Nährstoffe wie zum Beispiel Kalium oder Eisen können gezielt zu gedüngt werden. Vor allem die aktive Nichtversorgung der Wasserpflanzen, die leider immer noch viele Aquarianer praktizieren, führt häufig zu Ungleichgewichten im kleinen Biotop, das dann außer Balance gerät und weitere Probleme nach sich ziehen kann.

 

Im nächsten Teil befassen wir uns mit der Aquarieneinrichtung, der Wasseraufbereitung und weiteren spannenden Themen, damit du dein Aquarium und deine Tiere rundum sorglos pflegen und hegen kannst. Bleib dran!


Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.