Beitrag teilen:

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente - was brauchen Garnelen?

Inhaltsverzeichnis

 

Für eine erfolgreiche Garnelenhaltung ist die richtige Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen entscheidend. Damit steht und fällt die Gesundheit der Tiere, nur so können sie sich erfolgreich häuten und angemessen wachsen. Das Überleben des Nachwuchses hängt ebenfalls von der Mineralstoffversorgung und der Vitaminversorgung aller Zwerggarnelen im Aquarium ab.

Leider gibt es nur sehr wenige Studien darüber, welche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente Zwerggarnelen im Aquarium brauchen. Untersucht werden hauptsächlich ihre großen Geschwister, die Speisegarnelen in Aquakultur. Hier handelt es sich überwiegend um Arten aus dem Salzwasser, einige Grundsätze über den Bedarf der Garnelen im Süßwasseraquarium lassen sich jedoch von diesen Untersuchungen ableiten.

Grundsätzlich brauchen Garnelen Mineralstoffe und Vitamine, um ihren Stoffwechsel am Laufen zu halten, um Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, um Hormone und Enzyme zu produzieren, Körpergewebe aufzubauen, ihren Panzer zu stabilisieren und sie brauchen die Substanzen auch für die Eibildung und für fitten Nachwuchs. Eine gute Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen ist für die Garnelenzucht im Aquarium daher wirklich wichtig. Als besonders vitaminreich und reich an Mineralstoffen fallen insbesondere Algen auf - hier tun sich vor allem die Grünalgen Chlorella und Nannochloropsis hervor, und bei den Blaualgen die Gattung Spirulina.

Wie nehmen Garnelen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente auf?

Kalzium (Ca+) kann die Garnele im Aquarium über Kalziumkanäle aus dem Wasser holen, hauptsächlich jedoch nehmen Garnelen die Mineralstoffe, die sie brauchen, aus dem Futter auf. Dasselbe gilt für Vitamine. Garnelen im Süßwasser haben grundsätzlich das Problem, dass sie ständig für eine Osmoregulation sorgen müssen - Wasser strömt immer zu der salzhaltigeren Lösung, und in der Garnele ist die Salzkonzentration viel höher als im sie umgebenden Wasser. Garnelen sind also ständig aktiv damit beschäftigt, Wasser loszuwerden, damit sie nicht platzen. Aus diesem Grund erfolgt die Mineralstoffaufnahme bei ihnen eher durch das Futter, damit sie nicht noch zusätzlich Wasser aufnehmen müssen, das sie ja ohnehin eher loswerden wollen.

In der Natur fressen Crustaceen - Garnelen und Krebse - praktisch alles, was sie in ihren Biotopen so finden. Mikroorganismen und Algenbeläge liefern neben hochwertigem, gut verdaulichem Eiweiß auch Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Laub, das von den Bäumen fällt, gehört bei Garnelen ebenfalls zum Speiseplan, es liefert ebenfalls wichtige Mineralstoffe und Ballaststoffe.

Einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen haben Garnelen vor allem im Wachstum und wenn sie sich fortpflanzen. Aber auch bei Krankheiten können sie mehr von diesen wichtigen Elementen benötigen.

Welche Mineralstoffe brauchen Garnelen?

Mineralstoffe und Spurenelemente gehören zu den essenziellen Nährstoffen, die die Garnelen nicht selbst herstellen können, sondern die sie aus dem Futter aufnehmen müssen. Im Garnelenfutter sollte der Anteil der Mineralstoffe ca. 10% betragen. Auf dem Etikett der Futtermittel wird der Mineralstoff- und Spurenelement-Anteil als Rohasche angegeben. Dabei lässt sich allerdings oft nicht erkennen, woraus dieser Rohasche-Anteil sich zusammensetzt.

Kalzium und Magnesium

Kalzium und Magnesium brauchen Garnelen vor allem für einen harten, festen Panzer, der sie vor Angriffen schützt und ihren Körper als Exoskelett (Außenskelett) stützt. Zwar können Garnelen aus ihrer alten Haut Mineralstoffe auslösen und sie im Körper zwischenlagern, jedoch ist die neue Haut größer, daher braucht die Garnele zusätzliche Mineralstoffe, damit ihr neuer Panzer komplett stabilisiert werden kann.

Die neue Haut wird nämlich erst durch das Einlagern von Mineralstoffen (überwiegend Kalziumkarbonat, aber auch Magnesiumverbindungen) ausgehärtet - aber nicht nur die Haut. Wichtige Organe werden bei der Häutung mitgehäutet: Die Mundwerkzeuge, die Schreitbeine und auch ein Teil des Vormagens. Sie müssen ebenfalls nach einer Häutung wieder mit Kalk versorgt werden - man nennt das Calcifizieren.

Kalzium kann die Garnele tatsächlich auch aus dem Wasser aufnehmen, wobei gerade bei Arten aus Weichwasser die Kalziumaufnahme über die Nahrung eine deutlich größere Rolle spielt. Magnesium wird ebenfalls überwiegend aus dem Futter aufgenommen. Nimmt die Garnele nicht genügend Kalzium und Magnesium auf, kann sie Häutungsprobleme bekommen, weil ihr Panzer nicht richtig aushärten kann.

Kalium

Kalium ist ein Element, das an den meisten physiologischen Vorgängen in den Körperzellen beteiligt ist. Kalium reguliert das Zellwachstum und die Zellkommunikation, es kann den Blutdruck beeinflussen und ist an der Produktion von verschiedenen Hormonen beteiligt. Selbst die Verdauung und Verwertung von Kohlehydraten und Proteinen im Verdauungstrakt der Garnele ist von Kalium abhängig. Kalium wird dabei ebenfalls aus dem Futter aufgenommen. In der Regel ist in allen natürlichen Geweben ausreichend Kalium vorhanden, sodass es bei Garnelen im Aquarium selten zu einem Problem durch Kaliummangel kommt.

Kupfer

Wie bitte? Garnelen brauchen Kupfer? Das ist doch giftig für sie! Ja und ja. Obwohl Garnelen nur sehr wenig Kupfer im Wasser vertragen, brauchen sie das Spurenelement, weil ihr Blutfarbstoff Hämocyanin auf zwei Kupferatomen basiert, die das Sauerstoffatom zum Transport an sich binden. Aus diesem Grund ist eine Minimenge Kupfer absolut überlebensnotwendig. Die gute Nachricht: das bisschen Kupfer finden Garnelen grundsätzlich überall, es muss nicht extra zugefüttert werden. Der natürliche Kupfergehalt im Garnelenfutter reicht vollkommen aus.

Zink

Zink brauchen Garnelen in Spuren, um verschiedene Enzyme zu aktivieren und um ihr Körpereiweiß zu bilden. Zink ist außerdem ein direkter Bestandteil verschiedener Enzyme, und es wird für die Bildung des Wachstumshormons bei Garnelen gebraucht. Für gesundes Wachstum der Garnelen ist Zink unabdinglich. Auch Zink ist bei ausgewogener Fütterung in der natürlichen Nahrung von Garnelen in ausreichenden Mengen enthalten.

Bor

Ohne Bor gibt es keine Eiweiße, das Spurenelement wird zwingend zur Proteinsynthese gebraucht. Es spielt außerdem eine wichtige Rolle beim Transport von Kohlehydraten zu den Körpergeweben und zu den Wachstumszonen.

Mangan

Mangan ist ein wichtiger Kofaktor, der für eine richtige Funktion ganz unterschiedlicher Enzyme im Garnelenkörper notwendig ist. Auch ist Mangan ein Bestandteil verschiedener Enzyme.

Welche Vitamine brauchen Garnelen?

Garnelen können einige Vitamine selbst bilden, andere müssen sie dagegen mit der Nahrung aufnehmen: Die Vitamine A, C, D und E können sie nicht selbst herstellen. Auch Vitamine können Garnelen nicht aus dem Wasser resorbieren, sie brauchen also eine ausreichend vitaminreiche Ernährung.

Gerade die Vitamine A, C, D und E werden häufig gezielt zu im Handel erhältlichem Garnelenfutter zugegeben, um es damit anzureichern. Diese Futtermittel sollten nicht über 80 °C erwärmt oder allzulange eingefroren werden, damit die Vitamine nicht verloren gehen.

Vitamin D

Vitamin D regelt die Calciumaufnahme und den Phosphatstoffwechsel im Darm der Garnelen. Ein Mangel an Vitamin D kann bei Garnelen daher zu Häutungsproblemen, Wachstumsstörungen und Muskelnekrosen führen. Auch für Probleme bei der Aushärtung des neuen Panzers kann ein Mangel an Vitamin D verantwortlich sein.

Vitamin A

Vitamin A brauchen die Garnelen für ihr Immunsystem, für die Infektionsabwehr und für eine reibungslos ablaufende Häutung. Auch für das Zellwachstum und die Ausbildung von verschiedenen Geweben (zum Beispiel die Eibildung) ist Vitamin A wichtig - also für gesundes Wachstum und für eine gesunde Fortpflanzungsbereitschaft.

Ein Mangel an Vitamin A kann zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen, zu mangelhafter Eiqualität, fehlender Fortpflanzungsfreude sowie zu Häutungsproblemen und Deformierungen.

Vitamin A wird in Form seiner Vorstufe Beta-Carotin aufgenommen und dann im Garnelenkörper vollends "fertiggebaut". Es ist in hohen Mengen in Algen und in rotem oder orangefarbenem Gemüse enthalten.

Astaxanthin

Ein weiteres Carotinoid ist der natürliche Farbstoff Astaxanthin, der für die Farbe bei roten, blauen, braunen, grünen und schwarzen Krebstieren verantwortlich ist. Auch Astaxanthin hat eine vitaminartige Wirkung auf Garnelen. Es kann sich positiv auf die Fortpflanzungsfreude, die Fruchtbarkeit und die Immunabwehr bei Garnelen auswirken.

Auch Astaxanthin ist in Algen (vor allem in der Blutregenalge Haemococcus und in Spirulina) in hohen Konzentrationen enthalten, ebenso wie zu einem geringeren Grad in rotem und orangefarbenem Gemüse.

Vitamin C

Vitamin C ist ein wichtiges Antioxidans, das schädliche Substanzen und sogar Bakterien im Garnelenkörper beseitigen kann. Außerdem kann Vitamin C die Toleranz der Garnelen gegen das giftige Ammoniak erhöhen.

Ein Mangel an Vitamin C kann zu Häutungsproblemen und zu Deformationen führen.

Vitamin C ist in vielen pflanzlichen Futtermitteln enthalten, in grün getrocknetem Laub, in Algen und in Gemüsen.

Vitamin E

Das wichtige Antioxidans Vitamin E brauchen Garnelen nicht nur, um schädliche Stoffe zu bekämpfen, sondern auch für verschiedene Stoffwechselvorgänge, für eine normal funktionierende Muskulatur und für eine normale Funktion ihres Nervensystems. Wie Vitamin C kann Vitamin E dazu beitragen, die Empfindlichkeit von Garnelen gegen Ammoniak zu verringern.

Ein Vitamin-E-Mangel kann sich in neurologischen Ausfällen und in Wachstumsstörungen zeigen.

Vitamin E nehmen Garnelen überwiegend über Grünalgen wie Nannochloropsis und Chlorella auf.


Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Immer die besten Angebote per E-Mail

JETZT kostenlos anmelden und Sparen!