Garnelen sterben ohne Grund! #Garnelenkrankheiten

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Garnelen sterben ohne Grund! 

Eine der häufigsten Todesursachen bei Garnelen ist die bakterielle Infektion. Dieser Begriff ist sehr allgemein gehalten und sagt nicht viel über den eigentlichen Erreger aus. Sehr oft handelt es sich bei diesen Infektionen um eine Vibriose, also eine Infektion mit Bakterien aus der Gattung Vibrio. Viele Bakterien aus dieser Gattung sind per se nicht pathogen, und normalerweise sind auch die krank machenden Erreger der Vibriose ein ganz normaler Bestandteil der Mikroflora aller Garnelen — sie werden also auch bei vollkommen gesunden Tieren gefunden und richten dort in der Regel keinen Schaden an. Meist befinden sie sich an der Körperoberfläche und im Verdauungstrakt der Tiere. Ferner kommen sie im Futter, Wasser und auch im Bodensubstrat und im Mulm vor.

Garnelenkrankheiten bei Garnelen im Aquarium

Was sind Vibrionen?

Vibrio spp. sind sogenannte fakultativ pathogene (opportunistische) Keime. Sie führen also nicht zwingend zu einer Erkrankung, sondern werden erst dann schädlich, wenn die Abwehrkräfte der Garnelen geschwächt sind. Dies geschieht normalerweise durch Umweltfaktoren wie unpassende Wasserwerte, einseitiges Futter, Anwesenheit von Schadstoffen, Stress … Sind die Erreger stark virulent, können bereits leicht gestresste Tiere erkranken, weniger virulente Erreger infizieren nur stärker gestresste Garnelen. Krankheiten wie die Vibriose, an deren Ausbruch mehrere Faktoren beteiligt sind und die besonders häufig in der Intensivhaltung auftreten, nennt man Faktorenkrankheiten.

Red Bee Garnelen bekommen desöfteren Häutungsprobleme

Wie stecken sich Garnelen mit Vibrionen an?

Wie genau sich eine Garnele mit einem pathogenen Keim aus der Gattung Vibrio anstecken kann, wie also der Erreger übertragen wird, wie er in den Organismus eindringt und wie er sich dort ausbreitet und vermehrt, ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutlich können die Keime sowohl über die Haut, die Kiemen, die Verdauungsorgane, die Mundöffnung und über die Geschlechtsöffnungen in die Garnele eindringen, und sie werden auch im Muttertier an die Eier weiter gegeben. Dabei sind die Erreger nicht allein darauf angewiesen, dass die Hülle der Garnele durchlässig ist, sie können sich den Weg in den Körper der Tiere in gewissem Umfang selbst bahnen.

Bienengarnelen im Aquarium

Die Infektionswege

Vibrionen können Enzyme produzieren, die den Chitinpanzer von Krebstieren anlösen oder sogar auflösen. So können sie sich besser außen am Panzer anheften und auch in den Körper eindringen. Bei Garnelen mit unversehrtem Panzer dringen krank machende Vibrio spp. bevorzugt zwischen den Chitinsegmenten des Hinterleibs ein. An diesen Stellen ist die Hülle (auch Integument genannt) besonders dünn. Mit Hilfe des Enzyms Kollagenase können sich einige Vibrionen-Arten auch entlang der Bindegewebsfasern im Muskelgewebe ausbreiten. Außerdem wurde schon nachgewiesen, dass sich potentiell pathogene Vibrio spp. im Verdauungstrakt geschwächter Tiere stark vermehren. Von dort aus können sie über die Darmwand in die Hämolymphe (das "Blut" der Garnelen) gelangen. Andere Garnelen infizieren sich möglicherweise durch die Aufnahme von kontaminiertem Futter oder indem sie erkrankte Artgenossen fressen. Dieser sogenannte Kannibalismus ist eine charakteristische stressbedingte Verhaltensweise von Garnelen, die vor allem bei mangelhafter Fütterung (hier wäre vor allem ein zu geringer Anteil von gut verträglichem Protein zu nennen) und bei zu hoher Besatzdichte auftritt. Eine Übertragung vom infizierten weiblichen Tier auf die Brut scheint ebenfalls möglich.

Faktoren, die eine Vibrioseerkrankung begünstigen können

Nach heutigem Kenntnisstand stehen die folgenden Faktoren in einem direkten Zusammenhang mit dem Ausbruch von Vibrioseerkrankungen bei Garnelen:

  • Hohe Besatzdichten
  • Unsachgemäßes Handling der Garnelen (Transport, hohe Luft- und Wassertemperaturen, Verletzungen u.a.)
  • Veränderungen der Umgebung (zu abruptes Umsetzen in Wasser mit stark abweichenden Wasserwerten, große Umräumaktionen im Aquarium u.a.)
  • Fütterungsfehler (Mangel an Vitamin C, Proteinmangel)
  • Schädliche Wasserparameter (extrem hohe, niedrige oder schwankende Sauerstoffwerte über längere Zeit oder ein abrupter Abfall des Sauerstoffgehalts, eine dauerhaft zu hohe Wassertemperatur oder ein sprunghafter Temperaturanstieg, hohe pH-Werte, zu hohe Ammoniak- oder Nitritgehalte)
  • Giftige Chemikalien (Schwermetalle, Pestizide)
  • Anwesenheit von Schädlingen und Krankheitserregern (Befall der Garnelen mit anderen pathogenen Organismen, mit Parasiten oder toxinbildenden Bakterien, Pilzen und Algen, eine starke Anreicherung pathogener Vibrio spp. in Futter, Wasser und Teichbodenmaterial)
  • Physiologisch schlechter Zustand der Garnelen (Qualität der Larven, Häutung)

 

All diese Faktoren begünstigen einen Ausbruch einer Vibrioseerkrankung bei Garnelen, weil sie ihre Immunabwehr schwächen oder den schädlichen, krank machenden Vibrio spp. den Weg in den Körper der Garnele ebnen oder den Infektionsdruck erhöhen.

Wodurch wird die Infektionsabwehr geschwächt?

Eine hohe Besatzdichte, ein Transport (und sei er noch so schonend), schädliche Wasserparameter, Erkrankungen, die durch andere krank machende Organismen hervorgerufen werden — vor allem Infektionen mit dem Monodon-Baculovirus (MBV) — können das rudimentäre Immunsystem der Garnelen stark schwächen und sie anfällig für Infektionen machen. Sind die Larven auf Grund einer Mangelernährung des Muttertieres schlecht entwickelt, sind sie ebenfalls sehr anfällig für eine Vibriose. Auch die Häutung kann die Infektionsabwehr von Garnelen schwächen und so einer Infektion mit eigentlich nicht unbedingt krank machenden (fakultativ pathogenen) Vibrio spp. Tür und Tor öffnen.

Welche Faktoren verschaffen pathogenen Vibrionen Zutritt zum Körper der Garnelen?

Verletzungen, bei denen der Chitinpanzer beschädigt wird, können ebenso wie ein Mangel an Vitamin C (Ascorbinsäure), giftige Chemikalien oder ein Befall mit Parasiten oder toxinbildenden Bakterien, Pilzen und Algen eine Schwächung der Infektionsabwehr der Garnelen verursachen und außerdem den Häutungsprozess stören und/oder kleine Verletzungen der Haut begünstigen. Nach der Häutung ist der Panzer zudem eine Zeitlang sehr weich und durchlässig. Durch eine unvollständige oder verzögerte Häutung können sich potentiell krank machende Vibrionen vermehrt auf der Körperoberfläche der Garnelen ansiedeln und über kleine Risse oder Verletzungen oder auch während des Häutungsvorgangs über den dann weichen, durchlässigen Panzer deutlich leichter in den Organismus eindringen.

Was begünstigt eine Erhöhung des Infektionsdrucks?

Vibrionen finden vor allem in warmem Wasser günstige Lebensbedingungen, und finden sie dann auch noch reichlich organischen Abfallstoffe vor, wie sie bei intensiver Garnelenhaltung gern auftreten, so können sie sich stark vermehren. Die organische Belastung des Wassers steigt durch tote Garnelen, Fäkalien, Chitinhüllen, Futterreste, Algen und organische Düngemittel stark an und führt dann zu einer starken Erhöhung der Keimzahl. 500.000 Keime pro Milliliter Wasser sind unter diesen Umständen oftmals keine Seltenheit! Eine so hohe Konzentration pathogener Vibrio spp. in Futter, Wasser und Teichbodenmaterial erhöht den Infektionsdruck massiv und führt schließlich schon fast zwingend zu einer Erkrankung der Garnelen.

Wie kann man vorbeugen?

Am besten beugt man einer Infektion mit Vibrio spp. vor, indem man die Garnelen und vor allem ihr Immunsystem stärkt. Dies geschieht nicht nur durch regelmäßige Wasserwechsel und den Bedürfnissen der Garnelen angepasste Wasserwerte (die empfohlenen Wasserwerte für jede Art und Farbvariante finden Sie in unseren Beschreibungen im Shop), sondern auch durch eine gute Aquarienhygiene. Entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile und tote Garnelen so schnell wie möglich, überdüngen Sie Ihr Aquarium nicht und überfüttern Sie Ihre Tiere auch nicht. Garnelen sind Opportunisten, sie fressen neben dem Futter auch sehr gern Aufwuchs, den sie von allen Oberflächen im Aquarium abgrasen — so sehr viel Futter brauchen sie deshalb gar nicht. Dennoch sollte man auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichenden Vitamin-C-Gehalten und auch mit verträglichen Proteinen achten, die möglichst von Wirbellosen stammen sollten und nicht von warmblütigen Wirbeltieren. Unser Natureholic-Futter wurde mit dem Wissen um die Bedürfnisse der Garnelen hergestellt und gibt Ihren Tieren schon von Anfang an alles, was sie brauchen. Bitte saugen Sie nicht gefressene Futterreste bitte dennoch nach einigen Stunden ab, um die organische Belastung des Wassers gering zu halten! Etwas braunes Herbstlaub ist außerdem immer gut im Garnelenbecken; die darin enthaltenen Huminstoffe können das Bakterienwachstum hemmen. Wenn Sie nun beim Wasserwechsel noch ab und zu den Boden vor allem am Futterplatz gut durchmulmen, sind Sie auf der sicheren Seite. Bepflanzen Sie Ihr Aquarium gut; Pflanzen halten die organische Belastung des Wassers ebenfalls niedrig und sorgen so für gute Wasserwerte, die wiederum dem Abwehrsystem Ihrer Garnelen zu Gute kommen.

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