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Neocaridina XXL- Fakt oder Fake?

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Hin und wieder sieht man sie- die Giganten unter den Neocaridina. Zuletzt öffentlich ausgestellt waren Tiere von Anna Martens auf der Interkoi & Aquaristik. Wo eine Standard Garnele ungefähr 3 cm aufs Maßband bringt, zumindest die Weibchen, kannten Annas Tiere wohl kein Ende und wurden mit stolzen 4,3 cm vermessen.

 
Foto: Lou Herfurth

Wenn der Zufall in die Karten spielt

Mehr aus Zufall konnten wir bereits ähnlich Tiere ausmachen. Wieder waren es Yellow Fire, die sich scheinbar nicht an Naturgesetze zu halten schienen. Zwar waren sie nicht so groß wie die ausgestellten Giganten, aber dennoch größer, als es üblicherweise der Fall ist. Uns fiel vor allem auf, dass diese Garnelen eigentlich deswegen eher in Vergessenheit gerieten, weil sie eben niemals Eier trugen und das eigentliche Zuchtprojekt eigentlich nur deswegen ins Stocken geriet, weil sich gar kein Männchen mehr im Becken befand. Ebenfalls waren die Damen bereits mehr als 2 Jahre alt und hätten eigentlich auch schon das Zeitliche gesegnet haben sollen. Aber auch an diesen Plan hielten sie sich nicht.

 

Wie züchtet man XXL Neocaridina?

Einen echten Geheimplan können wir euch leider nicht mit auf den Weg geben, denn der existiert schlicht (noch) nicht. Aber bevor ihr jetzt den Kescher ins Becken werft, gibt es womöglich doch noch eine Antwort auf diese Frage. Auch anderen Garnelenzüchtern ist es schon gelungen, gelbe Garnelen mit diesen Ausmaßen zu züchten und auch wenn in der Aquaristik durchaus das ein oder andere Seemansgarn dabei ist, kamen wir in Gesprächen zu einem möglichen Ansatz. Eine Möglichkeit bestand darin, Weibchen möglichst früh zu separieren und niemals eiern zu lassen. Außerdem sollten sie rein im Artenbecken ohne andere Neocaridina oder Fische gepflegt werden, also in maximaler Wohlfühlumgebung ohne jeden Stressfaktor. Denn dann würden sie ihre gesamte Energie aufs Wachsen verwenden und die übliche 2,5 cm Marke locker knacken und auch älter als 2 Jahre werden. Soweit zumindest die für uns logischen Ergebnisse aus den Gesprächen mit anderen Züchtern.

 
Foto: garnelio.de

Vage Vermutungen

Beschäftigen wir uns mit der Aquaristik, fällt auf, dass stellenweise Tiere existieren oder zusammen gezüchtet wurden, die entweder alles in den Schatten stellen oder erhebliche Fragen aufwerfen. Und Fragen hat man quasi grundsätzlich. So kursiert das Gerücht, die Yellow Fire, also die Neocaridina davidii, würde es in zwei Varianten geben, von der eine gar nicht der N. davidii entspräche, weswegen diese durchaus in der Lage sei, auch in Kreuzungsversuchen mit blauen Neocaridina grüne Junge zu bekommen. Diese Überlegung steht deswegen im Raum, da „Yellow Fire“ angeblich aus unterschiedlichen Habitaten entnommen wurden. Wirklich belegt wurde diese Theorie bislang noch nicht, lässt aber durchaus Gesprächspotential zu und weckt den Entdeckergeist.

 
Foto: Lou Herfurth

Fazit

Überdimensionale Neocaridina, zumindest Weibchen, sind rein theoretisch möglich, immerhin habe wir sie ja selbst gesehen und selbst gepflegt. Ob wir in Zukunft allerdings häufiger die Titanen der Zwerggarnelen zu sehen bekommen, bleibt offen. Nicht zuletzt deswegen, weil dieses Projekt voraussichtlich wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die üblichen. Ob die XXL-Dinosaurier-Damen dann noch zur Vermehrung in der Lage wären ist ebenfalls fraglich, wäre aber mit Sicherheit einen Versuch wert.

 

Vorschaubild: Gewinner Interkoi & Aquaristik, Breeder: Anna Mertens, Foto: Marian Scheffner


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