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Schulprojekt Aquarium läuft seit zehn Jahren

Zehn Jahre nach dem Start des Schulprojekts Aquaristik an der Werner-von-Siemens-Realschule in Gladbeck haben wir einmal nachgehakt – und Erstaunliches festgestellt! Der einstige Biologielehrer Daniel Kroll, der das Projekt an der Schule im Ruhrgebiet betreut, ist inzwischen der Schulleiter geworden. Die ehemalige AG-Teilnehmerin Betül Sayal ist heute selber Lehrkraft – und naturbegeisterte Kinder und Jugendliche gibt es auch heute noch.

In aquaristik-Ausgabe 3-2011 hatten wir zuerst über das Projekt berichtet, zum Jubiläum „10 Jahre Schulprojekt Aquaristik“ besuchen wir die Schüler erneut. Der Dähne Verlag, Hersteller Eheim und Händler Welke hatten das Pojekt seinerzeit unterstützt. Zehn Schüler haben einen Scubacube 125 mit 50 x 50 x 50 cm eingerichtet und Wochen später nach der Einfahrphase mit Wasserstieglitz (Pristella maxillaris) und Purpurprachtbarsch (Pelvicachromis pulcher) besetzt.

Vor zehn Jahren haben wir über den Start des Projekts berichtet.

„Ich kannte den Redakteur Harro Hieronimus, so kam es zu der Zusammenarbeit“, erinnert sich Daniel Kroll, heute „Direx“. Er selbst hat ein Aquarium, seit er als Student 22 Jahre alt war, heute kümmert er sich außerdem als Vorsitzender des Fördervereins um den Tierpark Recklinghausen. „Der Schulzoo zieht besondere Leute an – und immer nette und zuverlässige“, erklärt er lachend.

Schulzoo ist ein gutes Stichwort, denn Gene, Jason, Luis, Melina, Ashab und Aliha pflegen nicht nur Fische, heute gibt es auch Wüstenrennmäuse und Achatschnecken in der AG. Zeitweise wurden auch Wandelnde Blätter gepflegt. Die Aquaristik war zwischenzeitlich etwas in den Hintergrund getreten zgunsten der Fellnasen, „aber jetzt habe ich mit unseren drei Strategen Gene, Luis und Jason wieder ein paar Jungs, die sich um Fische kümmern“, so Kroll.


Zwergkärpflinge (Heterandria formosa) werden im Schulprojekt Aquarium erfolgreich vermehrt.

Becken und AG sind umgezogen und jetzt werde die Aquaristik wieder langsam hochgefahren. Immerhin, dass das Projekt an einer Schule mit natürlicherweise ständig wechselnden AG-Teilnehmern zehn Jahre überlebt hat, ist schon etwas außergewöhnlich. Zwergkärpflinge werden aktuell vermehrt und im Schul-Bistro steht ein 300-Liter-Becken mit Endler-Guppys, Saugschmerlen und Blauantennenwels.

Gene Urmersbach weiß jetzt schon: „Ich werde Fischwirt.“

Schulleiter Daniel Kroll und Lehrkraft Betül Sayal sind seit Anbeginn dabei.


Aliha kümmert sich am liebsten um die großen Achatschnecken.


Die drei „Fischjungs“: Gene (von links), Jason und Luis vor dem 300-Liter-Becken im Schul-Bistro.


Melina und Baker versorgen die Tiere teilweise sogar in den Ferienzeiten.

 

Gene ist schon seit Jahren Aquarianer und will auch Stichlinge und Honigguramis mit seinen beiden Kumpels aus der Klasse 8c vermehren. Außerdem sind noch Zwergschwerträger und Prachtgrundkärpflinge in die Werner-von-Siemens-Realschule einziehen. Gene ist sicher: „Ich will Fischwirt werden.“ Eine Stunde in der Woche während der AG und in den Pausen kümmern die Jungs sich um die Becken.

Aliha mag besonders die Schnecken und Melina die Fellnasen. Sie ist seit drei Jahren Leiterin der Zoo-AG. „Wir brauchen einige Jüngere“, wirbt sie um Teilnehmer. Außerdem kümmert sich Baker um die Tiere in der „Penne“ – sogar in den Ferien! „Alle sind mit Herzblut dabei, sonst machst du so etwas nicht“, erläutert Betül Sayal.

Nach Ausbildung und Abitur am der benachbarten Johannes-Kessels-Akademie studiert sie nun Lehramt auf Mathe, Chemie und – natürlich – Biologie. Während all der Zeit hat Betül Sayal immer Kontakt zur Schule und der Zoo-AG gehalten und jetzt unterrichtet sie sogar selber im Haus.

Bleibt zu hoffen, dass das Projekt noch für viele Jahre lang weiter genügend naturbegeisterte Schüler findet…

 

Text & Fotos: Oliver Mengedoht

 

 


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