Beitrag teilen:

Axolotl - das heilige Tier der Azteken im Aquarium

Der mexikanische Schwanzlurch Axolotl gehört zur Familie der Querzahnmolche und heißt mit wissenschaftlichem Namen Ambystoma mexicanum. Axolotl ist ein aztekisches Wort und bedeutet übersetzt Wassermonster oder Wassergott - es ist zusammengesetzt aus dem Wort atl, das in der Aztekensprache für Wasser steht, und Xolotl, dem Namen eines Aztekengottes. Dabei hinderte der Status als heiliges Tier die Azteken jedoch nicht immer unbedingt daran, Axolotl auch zu fangen und zu verspeisen.

Bei guter und vor allem artgerechter Haltung werden Axolotl erstaunlich alt, 10 bis 15 Jahre sind eher die Regel als die Ausnahme - es gibt sogar Tiere, die 25 Jahre alt geworden sind.

Der Name "Wassermonster" bezieht sich nur auf das bizarre Aussehen, der Axolotl ist eigentlich ein sehr nettes Aquarientier! Die Haltung von Axolotln ist gar nicht sonderlich schwierig. Wir schauen uns das faszinierende Lurchtier in der Folge genauer an.

Was macht Axolotl so besonders?

Der Axolotl ist ein besonders interessanter Vertreter der Amphibien: Er ist eine sogenannte Dauerlarve! Normalerweise machen Amphibien eine Metamorphose von der Larve zum adulten Tier durch, der Axolotl allerdings nicht, er bleibt im Larvenstadium. Zu erkennen ist das an den außen liegenden Kiemen. Das ist übrigens die Naturform des Lotls, die Tiere sind nicht extra so gezüchtet, sondern kommen so auch in ihrem natürlichen Biotop vor. Gibt man künstlich Hormone, kann man beim Axolotl eine Metamorphose auslösen, notwendig ist sie jedoch nicht - die Schwanzlurche können sich trotz Larvenstadium problemlos fortpflanzen.

Alexander von Humboldt brachte Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten Axolotl als Kuriosität von seinen Entdeckungsreisen mit nach Europa.

Aussehen und Körperbau beim Axolotl

Ein ausgewachsener Axolotl wird im Durchschnitt ungefähr 23 bis 28 cm lang, es gibt aber - eher selten - auch weitaus größere Exemplare, die zwischen 30 und 40 cm lang werden können. Der Lotl hat lustige dunkle, eher kleine Augen und putzig wirkende Ärmchen. Mit seinem Ruderschwanz bewegt er sich im Wasser vorwärts. Sein flacher Kopf trägt ein sehr breites Maul, das so aussieht, als würde das Tier permanent lächeln. Der Schwanzlurch wirkt dadurch ausgesprochen freundlich. Ein Schwimmsaum zieht sich von kurz hinter dem Kopf längs über den Rücken über den Schwanz bis kurz vor die Kloake unter dem Bauch.

Regenerationsfähigkeit beim Lotl

Der Axolotl hat eine nahezu legendäre Regenerationsfähigkeit. Wenn er Gliedmaßen oder sogar Kiementeile verliert, kann er sie einfach mit der Zeit nachwachsen lassen. Selbst der Verlust eines Beins ist damit kein Beinbruch!

Geschlechterunterscheidung beim Axolotl

Um zu schauen, ob dein Lotl ein Männchen oder Weibchen ist, musst du ihm auf den Po gucken: Die Kloakenwölbung beim Männchen wölbt sich etwas heraus, beim Weibchen ist die Kloake flach.

Axolotl werden übrigens erst im Alter zwischen 1 und 2 Jahren geschlechtsreif.

Farbformen beim Axolotl

Axolotl lassen sich prima züchten, und es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Formen fürs Aquarium zu kaufen. Du kannst die verschiedenen Farben gut mischen, den Lotln ist es nämlich egal, wie ihre Kumpels aussehen.

Beim Axolotl gibt es drei verschiedene Farbzellen, die für die Färbung zuständig sind:

  • Melanophoren produzieren dunkle Pigmente
  • Xanthophoren produzieren gelbe Pigmente
  • Iridophoren produzieren glänzende Pigmente

Folgende Farbschläge sind bei Amblystoma mexicanum möglich:

  • Wildform: Die Grundfarbe der Wildlinge ist hellgrau bis schwarz mit helleren Punkten, die Kiemen sind in der Regel dunkel. Viele Wildlinge haben glänzende Flecken im Schwanzbereich. Sie besitzen alle drei Farbzelltypen.
  • Melanoid: Diese Axolotl sind dunkelbraun bis schwarz. Auch die Kiemen sind dunkel gefärbt. Sie haben keine glänzenden Iridophoren.
  • Axanthisch: Ein Lotl ohne Xanthophoren, also nur mit dunklen Pigmenten, schwarz oder dunkelbraun, aber mit Iridophoren, also glänzenden Flecken.
  • Pigmentloser Albino: Diese Farbform ist bis auf die roten Kiemen ganz weiß und hat rote Augen. Sie besitzt keinerlei Farbzellen.
  • Axanthischer Albino: Besitzt zwar keine gelben und dunklen Pigmente, hat aber Iridophoren und damit einen leicht metallischen Schimmer, zusätzlich rote Augen und rote Kiemenäste.
  • Goldalbino oder Humphrey-Axolotl: Diesen im wahrsten Sinne des Wortes goldigen Axolotln fehlen die dunklen Pigmente, gelbe Farben sind aber vorhanden, ebenso wie die Glanzpigmente der Iridophoren. Die Kiemen sind rot. Der Wissenschaftler Humphrey erzielte diesen Farbschlag als erster, indem er Tigersalamander einkreuzte.
  • Melano-Albino: Hier fehlen nicht nur die dunklen Pigmente aus den Melanophoren, sondern auch der metallische Schimmer der Iridophoren ist nicht vorhanden. Die noch vorhandenen Xanthophoren sind für den leichten Gelbstich verantwortlich. Augen und Kiemenäste sind rot.
  • Weißlinge: Anders als die reinen Albinos haben die Weißlinge mit ihren roten Kiemen noch wenige andere Farbpigmente durch Iridophoren, Melanophoren und Xanthophoren - lediglich die Verteilung ist sehr ungleich und beschränkt sich häufig auf den Rücken und den Kopf. Weißlinge haben schwarze Augen und sind die häufigste Farbform in der Aquaristik.
  • Harlekin: Eine Spielart des Weißlings, bei der sich die Farbpigmente vorwiegend im Kopfbereich zeigen und wie eine Maske aussehen.
  • Kupfer, Copper oder Keks: Der kupferfarbene Axolotl ist eine recht seltene Farbform, der hellere und dunklere Punkte auf einer cremig kupfernen Grundfarbe zeigt. Auch hier sind die Kiemen rot.

Woher kommen Axolotl?

Der Axolotl stammt ursprünglich aus Mexiko, wo er endemisch in den Seen Xochimilco und Chalco nahe Mexiko-Stadt vorkommt. Früher lebten Axolotl auch noch in anderen Seen, dort sind sie aber mittlerweile ausgestorben. Die Seen sind vulkanischen Ursprungs. Der Lotl wird selten: auf einen Quadratkilometer findet man im Xochimilco-See heute nur noch 0,3 Tiere.

Axolotl brauchen auch im Aquarium eher kühles und sehr sauerstoffreiches Wasser, genau wie in ihren Biotopen im Hochland von Mexiko. In der Natur leben die nachtaktiven Lauerjäger überwiegend am Seegrund. Im Aquarium jedoch sieht man sie auch tagsüber.

Weil die Heimatgewässer des Schwanzlurchs nicht austrocknen, konnte das Tier auch in der Larvenform überleben und kommt daher ohne Metamorphose zum landlebenden Schwanzlurch aus.

Axolotl richtig ernähren

Als Lauerjäger lauern Axolotl ruhig und geduldig auf ihr Futter: Sie fressen wirbellose Tiere wie Kleinkrebse, Insektenlarven und Würmer, aber auch kleine Fische. Außerdem bedienen sich die Schwanzlurche auch am Laich anderer Lurche und sogar an den eigenen Nachkommen. Beim Futter macht der Lotl keine Gefangenen!

Im Aquarium fressen Axolotl gerne lebende Mückenlarven, Würmer und Insekten, aber auch Krebstiere wie Gammarus werden gerne genommen. Axolotl-Pellets sind auch möglich. Jüngere Exemplare werden täglich gefüttert, ausgewachsene Axolotl brauchen nur noch zweimal pro Woche Futter. Wenn du deine Axolotl fütterst, solltest du das Licht im Aquarium dämpfen. Das kommt den eigentlich eher nachtaktiven Gesellen sehr zugute.

Axolotl im Gesellschaftsaquarium, ja oder nein?

Generell sind Axolotl von ihren Ansprüchen an die Wasserqualität, die Aquarientemperatur und die Aquarieneinrichtung schon recht speziell und sollten daher vorzugsweise im Artaquarium gehalten werden. Kleinere Fische werden zu Lebendfutter, ebenso wie Schnecken oder Garnelen. Krebse können die Schwanzlurche empfindlich zwicken und verletzen, sind also auch keine gute Wahl. Größere Fische bergen ebenfalls eine Verletzungsgefahr für die empfindlichen Kiemen und können die Lotl außerdem ziemlich stressen. Sehr gefährlich für alle Amphibien ist der Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis, kurz BD, der die auch für Axolotl tödliche Chytridmyose auslöst, die schon seit mehreren Jahrzehnten für ein weltweites Amphibiensterben sorgt. Krebse und andere Wassertiere können den gefährlichen Pilz übertragen. Wir empfehlen Axolotl aus all diesen Gründen ausdrücklich nicht fürs Gesellschaftsaquarium!

Welche Aquariengröße für wie viele Axolotl?

Axolotl kannst du im Artaquarium sehr gut einzeln oder auch paarweise halten. Pro Lotl rechnest du als Faustformen 50 bis 80 Liter Aquarienvolumen, wobei die Grundfläche sehr viel wichtiger ist als die Aquarienhöhe!

  • Einzelhaltung: Aquarium mit 80 cm Kantenlänge und ca. 100 Litern Volumen
  • Paarhaltung oder Kleingruppe bis 3 Tiere: Aquarium mit 100 cm Kantenlänge und ca. 160 bis 200 Liter Volumen

Bei noch mehr Tieren muss das Aquarium natürlich entsprechend noch größer gewählt und mit entsprechend vielen Rückzugsorten und Verstecken ausgestattet werden.

Wie sieht das optimale Aquarium für Axolotl aus?

Ein Aquarium für Axolotl wird unbedingt mit Natursand oder feinkörnigem, abgerundetem Naturkies mit einer Korngröße von maximal 3 mm ausgestattet. Axolotl nehmen bei der Futtersuche unbewusst immer einige wenige Steinchen und Sandkörner auf. Zu große Kiesel führen zu einem tödlichen Darmverschluss, scharfkantige Steinchen verletzen die Tiere, und an gefärbtem Kunststoffkies können sich die Amphibien schlicht vergiften.

Mit künstlichen Wurzeln und mit Steinen und vor allem mit Höhlen in passender Größe kann man den Axolotln gute Versteckmöglichkeiten und Strukturen im Aquarium schaffen, sie brauchen aber auch Freiflächen zum Herumlaufen. Von echten Wurzeln wird wegen potentieller Belastung mit Einzellern und anderen Krankheitserregern vor allem für Einsteiger in die Axolotlhaltung eher abgeraten.

Die Pflanzen für ein Axolotl-Aquarium sollten unbedingt mit kühlem Wasser zurechtkommen. Robuste Arten wie Hornkraut, Nixkraut, Javafarn, Anubias oder verschiedene Moose, Vallisnerien und Co. sind eine gute Wahl für ein Aquarium mit den Amphibien. Schwimmpflanzen sorgen für die nötige Abschattung, die den eher lichtscheuen Lurchen entgegenkommt.

Filterung, Sauerstoffversorgung und Wassertemperaturen

Wichtig ist die Wassertemperatur im Aquarium für Axolotl: Die Tiere sind Kaltwassertiere und brauchen einen Temperaturbereich von 12 bis maximal 20 °C. Höhere Temperaturen führen schnell zu starkem Stress und in der Folge zu ernsten Krankheiten. Vor allem im Sommer ist die Wassertemperatur daher eine Herausforderung - eine Heizung braucht das Axolotl-Aquarium nicht, wohl aber eine effektive Kühlung! Häufig sind die üblichen Aquarienkühler auf Lüfterbasis nicht stark genug - als ideal haben sich Kühlaggregate für Aquarien erwiesen, die ursprünglich in der Meerwasseraquaristik verwendet werden. Das ist allerdings natürlich auch preislich eine Maximallösung.

Wenn es bei dir in der Wohnung zu warm wird und du dein Aquarium nicht entsprechend stark kühlen kannst, kannst du deine Axolotl zum Beispiel in einem kühlen Keller übersommern.

Das Aquarium für die mexikanischen Schwanzlurche braucht unbedingt immer einen effizient arbeitenden Filter - Axolotl sind auf sehr sauberes und sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Dabei sollte die Strömung jedoch nicht zu stark sein, damit die Lurche nicht gestresst werden. Gute Erfahrungen gibt es mit ausreichend dimensionierten Außenfiltern, deren Filterauslass so eingestellt wird, dass es an der Wasseroberfläche eine sehr gute Wasserbewegung und damit auch einen effektiven Gasaustausch gibt.

Bei welchen Wasserwerten fühlen sich Axolotl wohl?

Axolotl brauchen mittelhartes bis hartes Wasser mit einer Gesamthärte von über 6 °dGH und mit einem pH-Wert von 7 bis 7,5, maximal 8. Zu weiches Wasser führt zu Stress und kann dazu führen, dass die Lurche ihre Farbe verlieren. Ist dein Leitungswasser zu weich, kannst du es mit einem speziellen Aufhärtesalz für die Aquaristik mit Mineralien anreichern.

Schwermetalle wie Kupfer sollte Der Nitritwert sollte maximal bei 0,3 Milligramm pro Liter im Aquarium liegen, ein Nitratgehalt bis 25 mg/l ist noch okay, höher als 40 mg/l sollte er niemals steigen. Auf chemische Wasserzusätze reagieren Axolotl unter Umständen sehr empfindlich, diese solltest du unbedingt vermeiden.

Auf Huminstoffe durch Erlenzäpfchen oder Seemandelbaumblätter reagieren Axolotl ausgesprochen positiv. Sie können sogar zur Krankheitsvorbeugung genutzt werden.

Krankheiten und Vorbeugung beim Axolotl

Zwar gelten Axolotl als sehr robuste Tiere, wenn die Haltungsbedingungen im Aquarium passen, jedoch können sie bei Stress durch zu hohe Aquarientemperaturen, Sauerstoffmangel, eine zu starke Strömung oder unpassende Wasserwerte durchaus an bakteriellen oder Pilzinfektionen erkranken oder auch anfällig für Parasiten werden.

Einen Befall mit dem gefährlichen Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis oder BD erkennst du an braunen Verfärbungen an Maul, Füßen, der Kloake, dem Bauch oder im Schwanzbereich und an einer starken Verhornung an den Flanken. Dagegen kann bei früher Diagnose ein Bad mit Lamisil helfen - bitte aber immer nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt. Grundsätzlich solltest du aber alles tun, um eine Infektion mit diesem sehr gefährlichen Erreger zu vermeiden! Das Aquarium muss gründlichst desinfiziert werden, ehe das befallene Tier nach der Behandlung wieder ins Aquarium darf.

Auch können Axolotl unter Parasitenbefall leiden - Kiemenkrebse können zu schlimmen Entzündungen führen. Auch Wimpertierchen können vor allem geschwächte Tiere besiedeln und sie krank machen. Befallene Axolotl werden träge und fressen nicht mehr gut. Auch Flagellaten, die sich im Dickdarm breit machen, können für Hautprobleme sorgen. Ebenfalls für Hautprobleme ist ein Befall mit dem Einzeller Ichtyosporea, der Bläschen verursacht und in der Folge schwere Wunden und Wucherungen. Eine Behandlung gibt es gegen diesen Parasiten nicht.

Des weiteren können Axolotl bei Stress und schlechter Haltung auch an Pilzerkrankungen oder bakteriellen Infektionen leiden. Die Behandlung bei diesen Krankheiten erfolgt am besten durch ein Salzbad.

Salzbäder - Kurzzeit oder Dauerbad

Als probate Erste-Hilfe-Maßnahme haben sich Salzbäder für Axolotl mit einem Pilzbefall oder Bakterienbefall erwiesen. Für ein Kurzzeitbad dosierst du 1 gehäuften TL Spülmaschinensalz auf 1 Liter Wasser, in das du den befallenen Axolotl für 20 Minuten setzt. Das wiederholst du täglich, bis die Symptome sich bessern.

Für ein Dauer-Salzbad gibst du 1 gehäuften Teelöffel Spülmaschinensalz auf 10 Liter Wasser und setzt den Lotl in diese Lösung. Täglich erneuern. Nach 5-7 Tagen müssten sich die Symptome soweit gebessert haben.


Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.