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Axolotl in der Aquaristik

Inhaltsverzeichnis

 

Wir sind für dich da

Mit ihrem drolligen Aussehen haben sich Axolotl seit geraumer Zeit in die Herzen der Aquarianer gekrabbelt und sind doch gleichzeitig etwas ganz anderes als die üblichen Fische oder Terrarientiere. Diese Schwanzlurche zählen zu den Salamandern und sind selbst in ihrem ewigen Larvenstadium zur Reproduktion fähig. Die beliebten kleine Wassermonster gibt es bereits in vielen unterschiedlichen Farben und lassen sich im Artenbecken recht unkompliziert pflegen und nachzüchten, wenn man etwas mehr über sie weiß.

Als leidenschaftliche Aquarianer nehmen wir dich gerne an die Hand, wenn du dich für Axolotl interessierst und die tollen Lurche selbst halten und sogar vermehren möchtest. Auch wenn du mal nicht weiterweißt, kannst du jederzeit nachschlagen und über das Inhaltsverzeichnis direkt zu dem Thema springen, das dich interessiert.

In diesem Beitrag zeigen wir dir auf was du achten kannst und solltest, damit du möglichst lange Freude an deinen Mitbewohnern hast.

 

Woher kommt der Axolotl?

Das ursprüngliche Habitat von Axolotl sind Teiche und Gräben in der mexikanischen Hochebene, wo sie einst in der Nähe des Xochmilco und Chalco See vorkamen. Aufgrund der starken Bevölkerungsdichte in Mexiko, sowie der damit zusammenhängenden beeinträchtigenden Umweltfakoren ist der Axolotl dort nahezu ausgestorben und hat im Laufe der Zeit eine ganz besondere evolutionäre Entwicklung vollbracht: er kann sich bereits im Larvenstadium vermehren! Dieses Ereignis nennt man auch „Neotonie“ und bezeichnet eine Teilmetamorphose, also eine Halbentwicklung.

Mexiko City ist heute das einstige Tenochtitlan, das auf einer Insel im gleichnamigen See erbaut wurde, der wiederum Heimat der Axolotl war. Durch dessen Trockenlegung und Bebauung wurde der Lebensraum immer geringer, sodass heute nur noch sehr kleine Gebiete der ursprünglichen Seen existieren. Da Mexiko City mit über 20 Millionen Einwohnern zu einer der größten Weltstädte zählen ist davon auszugehen, dass die Art des Axlotl in seiner natürlichen Umgebung mittlerweile nahezu ausgestorben ist.

1798 wurde der Axolotl erstmals von SHAW als Ambystoma mexicanum beschrieben, doch es brauchte noch mehr als fünfzig Jahre, bevor der kleine Sonderling echtes Forschungsinteresse gewann. Sein Name Axolotl stammt aus dem indianischen und aztekischen und bedeutet „Wassermonster“ oder auch „Wassersklave“, was seinem Aussehen durchaus Rechnung trägt. Dabei wurde unter anderem die Gottheit Xolotl geehrt, der im spanischem Raum wiederum zu „ajolete“ abgeleitet wurde. Letztlich spielten Mythen und Religionen eine große Rolle.


Das Expeditionskorps General Forys brachte 1863 ein paar Exemplare mit nach Paris und sorgte in der Fachwelt für Raunen und Staunen, denn die Tatsache, dass sich ein scheinbar jugendlicher wirkender Molch vermehren konnte, war bis dahin gänzlich unbekannt. In seinem Heimtland war der Axolotl eine beliebte Delikatesse und wurde sogar noch bis in die ´30er Jahre auf dem Markt angeboten.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erregte der Axolotl auch europäisches Interesse und wurde aber dabei durchaus mit einem anderen Ambystoma verwechselt, weshalb alte Überlieferungen häufig noch etwas durchmischt sind. Insgesamt 33 lebende Tiere wurde bei der Expedition mitgebracht, darunter unter anderem ein Albino, woraufhin das Interesse der Forscher endgültig geweckt wurde, die dem Rätsel des Jugendstadiums auf den Grund gehen wollte. Bis heute lässt sich abschließend sagen, dass der Hype um den Axolotl nach wie vor andauert und Wissenschaftlern auf der ganzen Welt neue Rätsel aufgibt, weswegen er heutzutage ebenfalls ein begehrtes Labortier ist.

Gerade einmal 7 Axolotl stellen die Urväter der heute in Zoos oder Privataquarien vorkommenden Tiere dar. Interessanterweise konnte dabei auch die weiße Linie erhalten werden zudem stellte sich heraus, dass der sonst übliche Inzuchtfaktor bei Axolotl eine weniger große Rolle zu spielen scheint, als bei anderen Arten. Möglich ist das unter anderem deswegen, da die Lotl quasi weniger „erwachsenes“ Gewebe besitzen und ihre juvenilen Organe, die unter anderem eine interessante Regeneration ermöglichen, potentielle Gendefekte quasi direkt ausmerzen. Vor dem Inkrafttreten des Importverbotes wurden allerdings noch etliche Axolotl aus ihrem Habitat entnommen, weswegen die Blutlinien voraussichtlich breiter gestreut sind, als eigentlich angenommen.

 

Axolotl und die IUCN

Die IUCN bezeichnet die Internationale Naturschutzbehörde, die den Axolotl im Jahre 2006 als „unmittelbar vom Aussterben bedroht“ definiert hat. Es bleibt also abzuwarten, ab wann das niedliche Wassermonster als „ausgestorben“ gilt. Dabei bezieht sich die IUCN auf sein Vorkommen im Habitat. Die Aquaristik stellt daher einen wichtigen Teil zum Arterhalt dar, denn hier werden die meisten Lurche gepflegt und auch vermehrt. Und auch wenn der Axolotl teilweise tolle Farben anbietet, ist es doch zu hoffen, dass einige umsichtige Amphibienliebhaber ebenfalls die Wildform erhalten.

Deswegen erfährst du in diesem Blog, wie du deine Lieblinge nicht nur halten, sondern auch vermehren kannst, um einen wichtigen Teil zum Artenschutz beizutragen.

 

Körperbau und Geschlecht

Ein ausgewachsener Axolotl wird im Durchschnitt ungefähr 23 bis 28 cm lang, es gibt aber - eher selten - auch weitaus größere Exemplare, die zwischen 30 und 40 cm lang werden können. Der Lotl hat lustige dunkle, eher kleine Augen und putzig wirkende Ärmchen. Mit seinem Ruderschwanz bewegt er sich im Wasser vorwärts. Sein flacher Kopf trägt ein sehr breites Maul, das so aussieht, als würde das Tier permanent lächeln. Der Schwanzlurch wirkt dadurch ausgesprochen freundlich. Ein Schwimmsaum zieht sich von kurz hinter dem Kopf längs über den Rücken über den Schwanz bis kurz vor die Kloake unter dem Bauch.

Um zu schauen, ob dein Lotl ein Männchen oder Weibchen ist, musst du ihm auf den Po gucken: Die Kloakenwölbung beim Männchen wölbt sich etwas heraus, beim Weibchen ist die Kloake flach.

Axolotl werden übrigens erst im Alter zwischen 1 und 2 Jahren geschlechtsreif.

 

Wundersame Regeneration beim Axotl

Der Axolotl hat eine nahezu legendäre Regenerationsfähigkeit. Wenn er Gliedmaßen oder sogar Kiementeile verliert, kann er sie einfach mit der Zeit nachwachsen lassen. Selbst der Verlust eines Beins ist damit kein Beinbruch!

Haltung von Axolotl

Axolotl kannst du im Artaquarium sehr gut einzeln oder auch paarweise halten. Pro Lotl rechnest du als Faustformen 50 bis 80 Liter Aquarienvolumen, wobei die Grundfläche sehr viel wichtiger ist als die Aquarienhöhe!

  • Einzelhaltung: Aquarium mit 80 cm Kantenlänge und ca. 100 Litern Volumen
  • Paarhaltung oder Kleingruppe bis 3 Tiere: Aquarium mit 100 cm Kantenlänge und ca. 160 bis 200 Liter Volumen

Bei noch mehr Tieren muss das Aquarium natürlich entsprechend noch größer gewählt und mit entsprechend vielen Rückzugsorten und Verstecken ausgestattet werden.

Axolotl brauchen mittelhartes bis hartes Wasser mit einer Gesamthärte von über 6 °dGH und mit einem pH-Wert von 7 bis 7,5, maximal 8. Zu weiches Wasser führt zu Stress und kann dazu führen, dass die Lurche ihre Farbe verlieren. Ist dein Leitungswasser zu weich, kannst du es mit einem speziellen Aufhärtesalz für die Aquaristik mit Mineralien anreichern.

Schwermetalle wie Kupfer sollten nicht vorhanden sein. Der Nitritwert sollte maximal bei 0,3 Milligramm pro Liter im Aquarium liegen, ein Nitratgehalt bis 25 mg/l ist noch okay, höher als 40 mg/l sollte er niemals steigen. Auf chemische Wasserzusätze reagieren Axolotl unter Umständen sehr empfindlich, diese solltest du unbedingt vermeiden.

Auf Huminstoffe durch Erlenzäpfchen oder Seemandelbaumblätter reagieren Axolotl ausgesprochen positiv. Sie können sogar zur Krankheitsvorbeugung genutzt werden.

Ein Aquarium für Axolotl wird unbedingt mit Natursand oder feinkörnigem, abgerundetem Naturkies mit einer Korngröße von maximal 3 mm ausgestattet. Axolotl nehmen bei der Futtersuche unbewusst immer einige wenige Steinchen und Sandkörner auf. Zu große Kiesel führen zu einem tödlichen Darmverschluss, scharfkantige Steinchen verletzen die Tiere, und an gefärbtem Kunststoffkies können sich die Amphibien schlicht vergiften.

Mit Steinen und vor allem mit Höhlen in passender Größe kann man den Axolotln gute Versteckmöglichkeiten und Strukturen im Aquarium schaffen, sie brauchen aber auch Freiflächen zum Herumlaufen.

Die Pflanzen für ein Axolotl-Aquarium sollten unbedingt mit kühlem Wasser zurechtkommen. Robuste Arten wie Hornkraut, Nixkraut, Javafarn, Anubias oder verschiedene Moose, Vallisnerien und Co. sind eine gute Wahl für ein Aquarium mit den Amphibien. Schwimmpflanzen sorgen für die nötige Abschattung, die den eher lichtscheuen Lurchen entgegenkommt.

 

Die Technik fürs Axolotl Aquarium

Wichtig ist die Wassertemperatur im Aquarium für Axolotl: Die Tiere sind Kaltwassertiere und brauchen einen Temperaturbereich von 12 bis maximal 20 °C. Höhere Temperaturen führen schnell zu starkem Stress und in der Folge zu ernsten Krankheiten. Vor allem im Sommer ist die Wassertemperatur daher eine Herausforderung - eine Heizung braucht das Axolotl-Aquarium nicht, wohl aber eine effektive Kühlung! Häufig sind die üblichen Aquarienkühler auf Lüfterbasis nicht stark genug - als ideal haben sich Kühlaggregate für Aquarien erwiesen, die ursprünglich in der Meerwasseraquaristik verwendet werden. Das ist allerdings natürlich auch preislich eine Maximallösung.

Wenn es bei dir in der Wohnung zu warm wird und du dein Aquarium nicht entsprechend stark kühlen kannst, kannst du deine Axolotl zum Beispiel in einem kühlen Keller übersommern.

Das Aquarium für die mexikanischen Schwanzlurche braucht unbedingt immer einen effizient arbeitenden Filter - Axolotl sind auf sehr sauberes und sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Dabei sollte die Strömung jedoch nicht zu stark sein, damit die Lurche nicht gestresst werden. Gute Erfahrungen gibt es mit ausreichend dimensionierten Außenfiltern, deren Filterauslass so eingestellt wird, dass es an der Wasseroberfläche eine sehr gute Wasserbewegung und damit auch einen effektiven Gasaustausch gibt.

Generell sind Axolotl von ihren Ansprüchen an die Wasserqualität, die Aquarientemperatur und die Aquarieneinrichtung schon recht speziell und sollten daher vorzugsweise im Artaquarium gehalten werden. Kleinere Fische werden zu Lebendfutter, ebenso wie Schnecken oder Garnelen. Krebse können die Schwanzlurche empfindlich zwicken und verletzen, sind also auch keine gute Wahl. Größere Fische bergen ebenfalls eine Verletzungsgefahr für die empfindlichen Kiemen und können die Lotl außerdem ziemlich stressen. Sehr gefährlich für alle Amphibien ist der Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis, kurz BD, der die auch für Axolotl tödliche Chytridmyose auslöst, die schon seit mehreren Jahrzehnten für ein weltweites Amphibiensterben sorgt. Krebse und andere Wassertiere können den gefährlichen Pilz übertragen. Wir empfehlen Axolotl aus all diesen Gründen ausdrücklich nicht fürs Gesellschaftsaquarium!

 

Zucht von Axolotl

Im Prinzip sind Axolotl recht einfach nachzuzüchten, du solltest aber auf ein paar Dinge achten, damit es auch klappt. Zuallererst solltest du darauf achten, dass du definitiv ein Männchen und ein Weibchen hast, die mindestens 18 Monate alt sind. Das Zuchtpaar sollte außerdem gut genäht sein. Geschlechtsbereite Männchen erkennst du vor allem an ihrer geschwollenen Kloakendrüse, die  auf eine erhöhte Spermatophorenproduktion hinweist. Vorteilhaft ist es, das Zuchtpaar alleine zu halten, damit sie nicht von weiteren Tieren abgelenkt werden.

Du kannst sie in Stimmung bringen, wenn du die Temperatur für einige Wochen auf 12-14 °C absenkst und diese anschließend wieder auf Wohlfühltemperatur hochfährst. Die eigentliche Paarung wirst du vermutlich nicht mitbekommen, denn häufig findet sie nachts statt. Dabei setzt das Männchen ein Spermatophore ab, die das Weibchen wiederum in ihre Kloake aufnimmt. Ungefähr 12-15 Stunden danach legt das Weibchen seine Eier ab, was durchaus ein paar Stunden in Anspruch nimmt.

Abhängig vom Alter und der Größe des Weibchens kann die Anzahl der Eier zwischen 100 bis 150 liegen. Unmittelbar nach dem Ablegen der Eier quellen die Eier auf und können bis zur fünffachen Größe annehmen. Diese werden zwischen und an Steinen, aber auch an Pflanzen und der Aquarientechnik abgelegt. Nach dem Ablegen der Eier solltest du das Zuchtpaar aus dem Becken nehmen.

Damit die Eier nicht verpilzen kannst du ein schwach dosiertes Desinfektionsmittel der auch ein Präparat auf Huminsäurebasis wie etwa unser Humin Liquid mit ins Wasser geben. Sollten trotzdem einige verpilzen oder absterben solltest du diese entfernen, um das übrige Gelege nicht zu gefährden. Mit einem Ausströmer sorgst du außerdem für einen Gasaustausch. Das Wasser wechselt du regelmäßig teilweise aus, achte darauf, dass das Wechselwasser aber mindestens dieselbe Temperatur hat oder darüber liegt. Allgemein kannst du das Aufzuchtaquarium etwas wärmer betreiben, dann entwickeln sich die Larven sogar etwas schneller, allerdings leidet auch die Wasserqualität darunter.

Ungefähr nach 14 Tagen schlüpfe die ersten Larven, dann solltet du auch die übrigen Eihüllen aus dem Becken nehmen. Das kleine Mäulchen der Tiere ist zwar schon als Linie erkennbar aber noch geschlossen, auch die Vorderbeinchen  sind ansatzweise ausgebildet. Erst nach ungefähr 24-36 Stunden beenden die Larven ihre Emryonalentwicklung und ernähren sich noch von ihren Dottersäcken. Interessanterweise öffnet sich erst danach ihr Mäulchen und ist funktionsfähig zur Futteraufnahme.

Die Vorderbeine entwickeln sich vor den Hinterbeinen und in den 3 Wochen nach dem Schlupf bilden sich nach und nach ihre Fingerchen aus. Erst mit weit fortgeschrittenem Alter ab ungefähr 10-12 Wochen lassen sich die Hinterbeine erkennen. Ab einer Größe von rund 4 cm können die kleinen Larven mit größerem Futter wie Tubifex oder Mückenlarven gefüttert werden. Acht darauf, dass deine Tiere genügend Platz haben, damit sie sich frei entfalten können, ggf. kannst du einen Teil auch in ein weiteres Aufzuchtbecken umsiedeln.

Ernährung von Axolotl

Als Lauerjäger lauern Axolotl ruhig und geduldig auf ihr Futter: Sie fressen wirbellose Tiere wie Kleinkrebse, Insektenlarven, Muscheln, Stinte und Würmer, aber auch kleine Fische. Außerdem bedienen sich die Schwanzlurche auch am Laich anderer Lurche und sogar an den eigenen Nachkommen. Im Gegensatz zu anderen landlebenden Amphibien fressen Axlotl aber auch totes Fleisch, deswegen kannst du sie sogar an geschabtes Rinderherz gewöhnen, solltest aber darauf achten, dass am Muskelfleisch weder Fett noch Bindegewebe haftet du auch kein Blut mehr daran haftet. Deine Axolotl können dieses nicht verdauen.

Im Aquarium fressen Axolotl gerne lebende Mückenlarven, Würmer und Insekten, aber auch Krebstiere wie Gammarus werden gerne genommen. Regenwürmer, Fliegenmaden oder Tubifex eignen sich ebenfalls, du kannst auch Futterfische wie Guppys einsetzen, meist werden diese nachts erbeutet. Vorteilhaft ist die Fütterung mit Lebendfischen auch deswegen, weil diese die Wasserqualität nicht beeinträchtigen, außerdem kannst du sie auch als „Wochenendfutter“ einsetzen, wenn du mal außer Haus bist.

Axolotl-Pellets sind gelegentlich auch möglich. Allerdings handelt es sich hierbei um Futter für die kommerzielle Fischzucht von Meerwasserfischen und sollten daher eher nur selten zum Einsatz kommen. Weil dieses Futter unter anderem Farbstoffe beinhaltet, lassen sich damit vor allem Goldalbinos, die sogenannten „Humphrey Hybriden“ farblich verbessern.

Jüngere Exemplare werden täglich gefüttert, ausgewachsene Axolotl brauchen nur noch zweimal pro Woche Futter. Wenn du deine Axolotl fütterst, solltest du das Licht im Aquarium dämpfen. Das kommt den eigentlich eher nachtaktiven Gesellen sehr zugute.

Damit deine Tiere nicht erkranken, solltest du sie abwechslungsreich und vor allem mit frischem Futter ernähren, dieses aber nicht öfter als zweimal pro Woche umstellen.

Sehr jungen Axolotln solltest du frisch geschlüpfte Nauplien anbieten, die du gründlich vorher abspülst, damit keine Salzreste mehr daran haften. Ebenfalls sollten nicht zu viele Nauplienschalen mit ins Becken gelangen, da diese unter Umständen zu tödlichen Verstopfungen bei jungen Axolotln führen können. Auch Plankton kannst du verfüttern, achte grundsätzlich aber darauf, dass das Futter frei von Parasiten ist.

Auch Frostfutter eignet sich für deine Lotl, allerdings solltest du bedenken, dass verschieden Parasiten durchaus mit eingefroren sein könnten, bei roten Mückenlarven beispielsweise ein Einzeller aus der Familie der Wimperntiere, die im Becken mit auftauen und deine Lurche infizieren könnten.

 

Krankheiten beim Axolotl

Zwar gelten Axolotl als sehr robuste Tiere, wenn die Haltungsbedingungen im Aquarium passen, jedoch können sie bei Stress durch zu hohe Aquarientemperaturen, Sauerstoffmangel, eine zu starke Strömung oder unpassende Wasserwerte durchaus an bakteriellen oder Pilzinfektionen erkranken oder auch anfällig für Parasiten werden. Auch Giftstoffe, beispielsweise durch Weichmacher von Luft- oder Wasserschläuchen setze ihnen stark zu. Allgemein sind Axolotl anfällig für viele Krankheiten die man sonst auch von anderen Tieren oder sogar vom Menschen kennt, wie beispielsweise der Chlamydia psitacci, aber auch Infektionen mit Hexamita, Opalina, Trichodina oder Costia. Sogar die Gelbsucht, also Hepatitis kann auf sie übertragen werden und endet als Virusinfektion meist tödlich.

Einen Befall mit dem gefährlichen Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis oder BD erkennst du an braunen Verfärbungen an Maul, Füßen, der Kloake, dem Bauch oder im Schwanzbereich und an einer starken Verhornung an den Flanken. Dagegen kann bei früher Diagnose ein Bad mit Lamisil helfen - bitte aber immer nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt. Grundsätzlich solltest du aber alles tun, um eine Infektion mit diesem sehr gefährlichen Erreger zu vermeiden! Das Aquarium muss gründlichst desinfiziert werden, ehe das befallene Tier nach der Behandlung wieder ins Aquarium darf.

Auch können Axolotl unter Parasitenbefall leiden - Kiemenkrebse können zu schlimmen Entzündungen führen. Auch Wimpertierchen können vor allem geschwächte Tiere besiedeln und sie krank machen. Befallene Axolotl werden träge und fressen nicht mehr gut. Auch Flagellaten, die sich im Dickdarm breit machen, können für Hautprobleme sorgen. Ebenfalls für Hautprobleme ist ein Befall mit dem Einzeller Ichtyosporea, der Bläschen verursacht und in der Folge schwere Wunden und Wucherungen. Eine Behandlung gibt es gegen diesen Parasiten nicht.

Des Weiteren können Axolotl bei Stress und schlechter Haltung auch an Pilzerkrankungen oder bakteriellen Infektionen leiden. Die Behandlung bei diesen Krankheiten erfolgt am besten durch ein Salzbad.

Tierärzte, die sich auf Amphibien oder eben auf Axolotl spezialisiert habe, findest du übrigens auch unter axolotl-online.de.

 

Salzbad Behandlung beim Axolotl

Als probate Erste-Hilfe-Maßnahme haben sich Salzbäder für Axolotl mit einem Pilzbefall oder Bakterienbefall erwiesen. Für ein Kurzzeitbad dosierst du 1 gehäuften TL Spülmaschinensalz auf 1 Liter Wasser, in das du den befallenen Axolotl für 20 Minuten setzt. Das wiederholst du täglich, bis die Symptome sich bessern.

Für ein Dauer-Salzbad gibst du 1 gehäuften Teelöffel Spülmaschinensalz auf 10 Liter Wasser und setzt den Lotl in diese Lösung. Täglich erneuern. Nach 5-7 Tagen müssten sich die Symptome soweit gebessert haben.

 

Farbformen von Axolotln

Axolotl lassen sich prima züchten, und es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Formen fürs Aquarium zu kaufen. Du kannst die verschiedenen Farben gut mischen, den Lotln ist es nämlich egal, wie ihre Kumpels aussehen.

Beim Axolotl gibt es drei verschiedene Farbzellen, die für die Färbung zuständig sind:

  • Melanophoren produzieren dunkle Pigmente
  • Xanthophoren produzieren gelbe Pigmente
  • Iridophoren produzieren glänzende Pigmente

Folgende Farbschläge sind bei Amblystoma mexicanum möglich:

  • Wildform: Die Grundfarbe der Wildlinge ist hellgrau bis schwarz mit helleren Punkten, die Kiemen sind in der Regel dunkel. Viele Wildlinge haben glänzende Flecken im Schwanzbereich. Sie besitzen alle drei Farbzelltypen.
  • Melanoid: Diese Axolotl sind dunkelbraun bis schwarz. Auch die Kiemen sind dunkel gefärbt. Sie haben keine glänzenden Iridophoren.
  • Axanthisch: Ein Lotl ohne Xanthophoren, also nur mit dunklen Pigmenten, schwarz oder dunkelbraun, aber mit Iridophoren, also glänzenden Flecken.
  • Pigmentloser Albino: Diese Farbform ist bis auf die roten Kiemen ganz weiß und hat rote Augen. Sie besitzt keinerlei Farbzellen.
  • Axanthischer Albino: Besitzt zwar keine gelben und dunklen Pigmente, hat aber Iridophoren und damit einen leicht metallischen Schimmer, zusätzlich rote Augen und rote Kiemenäste.
  • Goldalbino oder Humphrey-Axolotl: Diesen im wahrsten Sinne des Wortes goldigen Axolotln fehlen die dunklen Pigmente, gelbe Farben sind aber vorhanden, ebenso wie die Glanzpigmente der Iridophoren. Die Kiemen sind rot. Der Wissenschaftler Humphrey erzielte diesen Farbschlag als erster, indem er Tigersalamander einkreuzte.
  • Melano-Albino: Hier fehlen nicht nur die dunklen Pigmente aus den Melanophoren, sondern auch der metallische Schimmer der Iridophoren ist nicht vorhanden. Die noch vorhandenen Xanthophoren sind für den leichten Gelbstich verantwortlich. Augen und Kiemenäste sind rot.
  • Weißlinge: Anders als die reinen Albinos haben die Weißlinge mit ihren roten Kiemen noch wenige andere Farbpigmente durch Iridophoren, Melanophoren und Xanthophoren - lediglich die Verteilung ist sehr ungleich und beschränkt sich häufig auf den Rücken und den Kopf. Weißlinge haben schwarze Augen und sind die häufigste Farbform in der Aquaristik.
  • Harlekin: Eine Spielart des Weißlings, bei der sich die Farbpigmente vorwiegend im Kopfbereich zeigen und wie eine Maske aussehen.
  • Kupfer, Copper oder Keks: Der kupferfarbene Axolotl ist eine recht seltene Farbform, der hellere und dunklere Punkte auf einer cremig kupfernen Grundfarbe zeigt. Auch hier sind die Kiemen rot.

Zum Schluss

Über Axolotl lässt sich sicher noch sehr viel mehr berichten, sodass wir mit der Zeit weitere spannende Daten erweitern werden, bleib‘  am Ball!

 


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