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Große Welse im Aquarium

Inhaltsverzeichnis


Wer ein wirklich großes Aquarium hat, in dem Barsche oder andere Pflanzen fressende Fische gehalten werden, hat manchmal auch ein Algenproblem. In solchen Aquarien werden gern L-Welse eingesetzt ... und in wirklich großen Becken ab 200 cm Kantenlänge kann man zwar auch eine Gruppe normale Antennenwelse einsetzen, eindrucksvoller sind hier jedoch ganz bestimmt die größeren Vertreter der Gruppe der Harnischwelse - die Riesenwelse

Haltung - Aquariengröße

Oft hört man, dass sich Fische in ihrer Größe an die Aquariengröße anpassen ... bitte glauben Sie das nicht! Aquarienfische, die für ein Aquarium zu groß werden, leiden in zu kleinen Becken unter Kümmerwuchs und erreichen nicht einmal annähernd ihr Lebensalter. Bitte setzen Sie daher diese Riesenwelse nicht in zu kleine Aquarien.

Riesenwelse sind keine Einzelgänger

Harnischwelse sind mitnichten Einzelgänger, sie können paarweise oder - in einem ausreichend großen Aquarium - sogar in Gruppen gehalten werden.

Wasserwerte und Aquarieneinrichtung

Grundsätzlich sind Riesenwelse recht anpassungsfähig, sie vertragen weiches bis hartes Wasser im Aquarium. Sie sollten weiche Holzwurzeln zum Abraspeln vorfinden, da sie mit Begeisterung Belänge davon abraspeln und auch das Holz selber fressen. Sie brauchen die Holzfasern für eine gesunde Verdauung und sie können ohne diese Ballaststoffe ernsthafte Probleme mit dem Darm bekommen - Holz ist für diese Harnischwelse tatsächlich überlebensnotwendig!

Höhlen und Struktur

Im Aquarium sollten neben den Holzwurzeln auch genügend Höhlen und andere Verstecke vorhanden sein, damit sich die imposanten Riesenwelse verstecken und ausruhen können. So können sie eine kleine Auszeit nehmen und auch ihren Aquariengenosse ausweichen.

Pflanzen

Pflanzen werden sehr gerne gefressen, in einem Aquarium mit Riesenwelsen sollte man daher nur barschfeste Pflanzen wie Anubias oder Farne, schnell wachsende Aquarienpflanzen wie Vallisnerien, Wasserpest oder Nixkraut und andere schnell wachsende Wasserpflanzen zum Einsatz kommen.

Wenn man die Riesenwelse mit genügend Gemüse und anderer pflanzlicher Kost versorgt, gehen sie etwas weniger an die Pflanzen. Echinodorus scheinen jedoch in jedem Fall unwiderstehlich zu sein, von daher sollte man auf diese Pflanzengattung in einem Aquarium mit Riesenwelsen eher verzichten.

Aquarientechnik

Da Riesenwelse einen ausgesprochenen aktiven Stoffwechsel haben und nebenbei auch noch sehr viel fressen, sollte an einem Aquarium mit diesen imposanten Monsterfischen ein wirklich leistungsfähiger Filter laufen, der mit ihren Stoffwechselprodukten gut fertig wird - sonst sind Probleme mit der Wasserqualität leider vorprogrammiert.

Ein Oxydator ausreichender Größe kann helfen, die Welse und die anderen Fische in dem Riesenaquarium mit Sauerstoff zu versorgen.

Vergesellschaftung

Allein ihre Größe macht die Riesenwelse schon zu sehr guten Aquariengenossen für nahezu alle Fische. Sie haben wenige Fressfeinde, zusätzlich werden sie noch von den Knochenplatten geschützt, die ihren Körper wie eine Rüstung umgeben - daher der Name Harnischwelse.

Da die Riesenwelse selber absolut friedlich sind, haben die anderen Aquariengenossen von ihnen nichts zu befürchten. Es kann lediglich ein Problem mit großen Flusskrebsen geben, weil diese dieselben Lebensräume besiedeln und ebenfalls Höhlen für sich beanspruchen können. In diesem Fall können die Krebse die Welse in die Flossen zwicken. Mit Garnelen, Schnecken und Zwergkrebsen dagegen sind bei der Vergesellschaftung mit Riesenwelsen überhaupt keine Probleme zu erwarten.

Futter

Riesenwelse sind Allesfresser und brauchen neben Holz und Algenbelägen pflanzliches Futter. Gemüse wie Zucchini oder Kürbis, Grünfutter wie Brennnessel oder Löwenzahn, grünes und braunes Laub und andere pflanzliche Kost wird gerne gefressen. Daneben brauchen die Welse auch tierische Kost wie Frostfutter oder sinkendes Lebendfutter.

Spezielle Futtertabletten für Harnischwelse sind in entsprechender Menge ebenfalls eine gute Ergänzung. Idealerweise füttert man die eher dämmerungsaktiven Riesenwelse nach dem Ende der Beleuchtungszeit, sodass die anderen Fische ihnen ihr Futter nicht wegschnappen.

Zucht

Die großen Welsarten sind extrem schwer zu züchten, und selbst wenn es gelingt - wohin mit dem Nachwuchs? Man sollte bereits vor einem Zuchtversuch sicherstellen, dass man genügend Abnehmer mit ausreichend großen Aquarien hat.

In der Regel legen die Weibchen der Riesenwelse ihre Eier in Höhlen oder Mulden ab, wo die Männchen Brutpflege betreiben. Die Jungtiersterblichkeit ist meist recht hoch. Die kleinen Riesenwelsbabys werden mit Artemia aufgezogen und fressen sehr bald auch Futtertabletten, Frostfutter und Pflanzenkost.

In der Folge stellen wir drei sehr groß werdende Aquarienwelse vor:

Schilderwels oder Saugmaulwels - Handelsname: Hypostomus plecostomus, eigentlicher wissenschaftlicher Name Liposarcus pardalis - L21

Der dämmerungsaktive Schilderwels aus Südamerika ist in der Natur weit verbreitet. Er kann eine Länge von 25-40 cm erreichen, andere Quellen sprechen sogar von 60 cm. Die großen Flossen und die großen schildartigen Schuppen sind neben dem hell-dunklen Muster besonders auffällig. Aquarien ab 200 cm Kantenlänge werden empfohlen.

Grüner Panaque - Panaque sp. - L191

Der Grüne Panaque aus Südamerika hat eine ungewöhnliche Körperform mit sehr großem Kopf und eine außergewöhnliche Zeichnung. Die Schwanzflosse ist beinahe transparent und hat eine schwarze Streifenzeichnung, während der Körper dunkel olivgrün mit schwarzen Streifen ist. Die Flossen haben ein schwarzes Netzmuster. Der Grüne Panaque wird 40-50 cm lang. Für 3-4 Tiere reicht ein Aquarium von 150-200 cm, eine größere Gruppe sollte in ein Aquarium ab 300 cm kommen.

Wabenschilderwels - Glyptoperichthys gibbiceps - L165

Der Wabenschilderwels oder Segelschilderwels L 165 aus Südamerika wird liebevoll auch einfach Wabi genannt. Er wird bis 60 cm lang und sollte in ein Aquarium ab 200 cm Länge kommen. Seine segelförmige Rückenflosse und die schildartigen Schuppen sind auffallend. Der Wabenschilderwels hat ein helles Wabenmuster auf dunklem Grund, das später verschwimmt.


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