Nächster Versand in
:
:
¹
Blog
Facebook
Über Garnelio
Garnelio Team

Kugelfische im Aquarium halten

Beitrag teilen:

Kleine Fische riesengroß

Nahezu 200 Arten zählen zur Familie der Kugelfische, besser den sogenannten Tetraodontidae, wenn wir die Unterordnungen und 25 Gattungen mitzählen, dabei werden die Tiere außerdem in Rundkopf- und Spitzkopfkugelfische geordnet. Hier treffen wir von fast schon winzigen Exemplaren mit gerade einmal knapp 2 cm Gesamtkörperlänge auf ihre daneben gigantisch wirkenden großen Brüder, die über einen Meter erreichen können. Aber längst nicht alle dieser Arten, die sich rein äußerlich schon von den üblichen „Standardfischen“ abheben, haben ihren Weg ins heimische Aquarium gefunden, auch unterscheiden Kugelfische sich in ihrem Vorkommen: die einen sind reine Meeresbewohner, andere stammen aus dem Süßwasser und wiederum einige aus Gebieten, in denen Süß- und Salzwasser aufeinander treffen: dem Brackwasser.

Vorkommen in der Natur

Ein großer Teil der Kugelfisch-Arten stammt aus dem Einzugsgebiet des Amazonas, das den Rio Anapu und den Rio Tocantins umfasst und damit nahezu die komplette Nordhälfte Südamerikas abdeckt. Außerdem bestehen Kugelfischvorkommen in AfrikaOstindien und vor allem in Südostasien. Ihre Habitate befinden sich vor allem ufernah von tropischen und damit eher wärmeren Meeresgewässern. Grob zusammengefasst, erstrecken sich Kugelfischpopulationen weltweit in einem Gebiet von 47 ° nördlicher bis 47 ° südlicher Breite. Interessanterweise schlüpfen einige Arten des Tetraodon vorwiegend im Süßwasser, obwohl sich ihre Eltern eher im Brackwassergebieten aufhalten. Das ist mit ein Grund, weswegen häufig „Süßwasserkugelfische“ im Handel angeboten werden, die tatsächlich aber eher in Brackwasser gepflegt werden sollten. Da sich die verschiedenen Kugelfische in ihren Ansprüchen an ihre Umgebung und ihre Wasseransprüche also teilweise eminent unterscheiden, gehen wir in unseren Steckbriefen näher darauf ein. Einige Kugelfische bewohnen im Freiwasser Riffe, andere wiederum finden sich in Gegenden mit mehr Vegetation in Form von Seegras wieder. Auch im Aquarium stellen Kugelfische gewisse Anforderungen, die es gilt, umzusetzen, um diese tollen Tiere möglichst naturgetreu zu pflegen.

Aussehen
Vor allem ihr kugelrundes Erscheinungsbild unterscheidet sich sehr von der sonst eher gewöhnlichen Fischfigur, die wir normalerweise kennen. Ihr plumpes Aussehen und die eher langsame Fortbewegung in Kombination mit den Knopfaugen bedienen durchaus das Kindchenschema und treffen damit unseren Nerv, sie „niedlich“ zu finden. Vor allem die Kopfpartie, aber auch die Kulleraugen und selbst ihr vogelartiges Schnabelmaul fallen sofort auf. Ihre kräftige Kieferpartie weist im Ober- und Unterkiefer zwei zu Leisten verwachsene starke Zähne auf, die mit Namensgeber ihres wissenschaftlichen Artnamens waren, der sich aus „tetra“ für vier und „odontidae“ für Zähne, zusammensetzt: der Vierzähner. Kugelfische zählen zu den hochentwickelten Knochenfischen. Anstelle eines beschuppten Körpers, wie wir ihn von anderen Fischen kennen, verfügen sie über eine lederne und nackte Haut, auf der sich zu kleinen Stacheln umgebildete Schuppen befinden. Fast erst bei genauerem Hinsehen fällt außerdem auf, dass ihnen die Bauchflosse fehlt.

Fortbewegung
Kugelfische bewegen sich eher gemütlich und noch dazu sehr interessant, dennoch sind sie erstaunlich fix bei schnellen Richtungswechseln. Hauptsächlich paddeln sie mit ihren recht kleinen Brustflossen durchs Wasser und benutzen dabei ihre Rücken- und Afterflosse kaum. Zur Richtungsänderung verwenden sie die Schwanzflosse, wobei sie diese zum Teil recht kurios in verschiedenen Winkeln halten. Sie können dabei sowohl vorwärts- als auch rückwärts schwimmen und auch nach oben oder unten steigen.

Verhalten
Eines der meistbekanntesten Phänomene von Kugelfischen ist wohl ihre Fähigkeit, sich um ein Vielfaches „aufpusten“ zu können. Tatsächlich erkennen einige den Kugelfisch in seinem „Normalzustand“ fast gar nicht, weil sie ihn nur als kugelrunden Ball im Kopf haben. Kugelfische besitzen die Fähigkeit, sich bei Gefahr, aber auch unter Stress aufzupumpen, sodass sie schon allein aufgrund ihrer ballförmigen Erscheinung, aber auch der zugenommenen Größe in nahezu kein einziges Maul von Fressfeinden mehr passen. Ein sehr effektive und auch clevere Überlebensstrategie, denn selbst „in letzter Sekunde“ aufgepumpt, bleibt der Kugelfisch dadurch im Maul seines Angreifers stecken, sodass dieser erstickt. Vor allem seine kleinen Stacheln kann er zusätzlich aufstellen, die damit gleichzeitig ein Verschlucken des Kugelfisches verhindern. Möglich ist dem Kugelfisch dies durch eine Magenerweiterung, die wie ein abgedichteter Beutel funktioniert. Dort hinein presst er dann stoßweise Wassermengen aus dem Maul. Selbst beim Umsetzen schlucken Kugelfische- allerdings Luft- woran sie selbst ersticken können. Häufig findet man solche „aufgeblasenen“ und leider vertrockneten Exemplare am Strand von Meeren, in denen sie vorkommen. Verständlicherweise ist auch der Vorgang dieser „Abwehr durch Größenveränderung“ für ihn mit großem Stress verbunden, denn er muss sich sowohl erst außerhalb seiner Gefahrenzone befinden und sich der noch dazu, im Verhältnis gesehen, sehr großen Wassermenge auch wieder entledigen.

Mehr als nur ein Dickkopf- Kugelfische sind starke Persönlichkeiten
Sowohl im Aquarium, aber auch beim Tauchen, sind Kugelfische eher introvertierte und zurückhaltende Kameraden, die nicht unbedingt auch Tuchfühlung gehen wollen und sich lieber zurückziehen. Trotzdem wissen sie sich aber auch hier durchaus zu helfen, wenn ihnen zu sehr auf den Pelz gerückt wird: mit ihren ausgeprägten und sehr kräftigen Zähnen beißen sie fest zu. Je nach Größe des Kugelfisches kann das sogar zum Abbeißen von Gliedmaßen führen. Zumindest aber zu ernsthaften Verletzungen mit zum Teil ausgeprägten Infektionen, da ein Kugelfischmaul alles andere als eine sterile Umgebung ist und sich die unterschiedlichsten Bakterien seiner Mundschleimhaut, die hauptsächlich durch die von ihm verzehrten Futtertiere dorthin übertragen werden, sich in der Wunde einnisten und dadurch einen langen Krankheitsverlauf nach sich ziehen können.
Andererseits sind Kugelfische in Gefangenschaft unglaublich charakterstarke Tiere, die sich sogar gerne bespaßen lassen, zumindest sind sie recht gelehrig: interessanterweise ließen sich Meerwasser-Kugelfische, vor allem solche aus der Familie der Canthigaster, die ja nun bis zu ihrer Ankunft im Aquarium nur das große weite Meer kannten, bereits nach sehr kurzer Zeit anlocken und aus der Pinzette füttern, bei sehr ruhiger Umgebung fraßen sie sogar Garnelen aus der Hand- was allerdings keine Aufforderung zum Nachahmen darstellt! Bemerkenswert war auch, dass sie scheinbar ihre Pfleger auseinander halten konnten und schon warteten. (Was vielleicht nicht ganz erstaunlich ist, denn was soll ein Fisch, der bisher nur die endlose Unterwasserpärie kannte, auch anderes tun?) Letztlich liegt es aber vermutlich auch an ihrem unglaublichen Appetit, sodass sich selbst kleinere KuFi-Arten am Buffet durchaus ihren Mitfischen gegenüber zu wehren wissen und sich an erste Stelle durchboxen. Allerdings sollte man hier darauf achten, die Tiere nicht zu überfüttern.
Aber auch im Süßwasser fällt auf, dass sich Tetraodontidae beinahe schon langweilen und sich gerne mit ihrem Pfleger beschäftigen. Da die meisten Kugelfische entweder sehr viel Platz benötigen, oder aber nur schwer mit anderen Fischen zu vergesellschaften sind, bilden sie dadurch teilweise eine sehr innige Beziehung zu ihren Haltern auf, weswegen sie unter anderem sehr beliebt sind.



Lebenserwartung
Kugelfische können, je nach Art, ein teilweise ein stolzes Alter von bis zu 20 Jahren und stellenweise sogar mehr erreichen. Kleinere Arten, wie zum Beispiel der Zwergkugelfisch, hingegen begleiten ihren Pfleger eher nur knapp Jahre. Die Lebenserwartung eines Kugelfisches hängt unmittelbar mit den Parametern zusammen, die ihm angeboten werden. Unverzichtbar ist daher auch eine sehr gute Wasserhygiene und eine sehr gute Filterung und Umwälzung seines Aquarienwassers, außerdem ein auf seinen Organismus angepasstes Futter: Vor allem für seine ständig nachwachsenden Zähne benötigt er unbedingt hartschalige Mollusken, wie zum Beispiel Schnecken und auch Muscheln, damit er diese regelmäßig stutzen kann, aber auch andere gepanzerte Wirbellose, wie zum Beispiel Krebstiere. Gerade seine Vorliebe für Schnecken, die einen überlebenswichtigen Bestandteil seiner Nahrung darstellen, machen ihn deswegen gerade im Aquarium so beliebt und häufig werden Kugelfische als Mittel der Wahl bei überhandnehmenden Schneckenpopulationen angepriesen. Allerdings wird hierbei leider häufig außer Acht gelassen, dass der Kugelfisch auch noch weitere Ansprüche an seine Haltung stellt, die vielleicht nicht jedes Mal gegeben oder umsetzbar sind.

Artgerecht füttern
Wie wir nun also wissen, benötigen Kugelfische ein eher ausgefallenes Menü und zählen damit zu den teilweise räuberischen, aber in jedem Fall den fleischfressenden Futterspezialisten, die ständig ihre Zähne abschleifen müssen. Anderenfalls können diese solche Ausmaße annehmen, dass ihnen quasi die Kiefer zusammen wachsen und sie verhungern würden. Allgemein lehnen sie handelsübliches Dosenfutter wie Zierfische im Aquarium es fressen, wie Granulatfutter, Futtertabletten oder Flockenfutter fast grundsätzlich ab. Allerdings lassen sie sich prima mit Lebendfutter aber auch mit Frostfuttersorten verwöhnen, die aus Insektenlarven wie beispielsweise Mückenlarven, aber auch Krebstieren wie Artemia bestehen. Krill und Muschelfleisch und selbst Fischfilet in kleinen Stücken nehmen sie nahezu problemlos an, einige können sogar mit lebenden Garnelen, Schnecken und kleinen Fischen gefüttert werden, vor allem der Bedarf an Futterschnecken ist hoch, diese können Sie daher bei uns im Shop erwerben!

Kugelfische im Aquarium- exotische Fische!
Beziehen wir uns auf die Habitate, aus denen die KuFis eigentlich stammen, so hat fast jede Art ihre ganz persönlichen Vorlieben im Hinblick auf seine Temperaturansprüche, aber auch auf die Wasserparameter, die bei den im Aquarium gepflegten Arten eine weite Spanne haben können.
Aber der Reihe nach.

Welche Kugelfische sind denn die häufigsten in der Aquaristik vertretenen Arten? 
Im Süßwasser ist der wohl mit Abstand bekannteste der kleine Indische Zwergkugelfisch, Carinotetraodon travancoricus, gefolgt vom Braunen Kugelfisch, Tetraodon miurus, dem Assel-Kugelfisch, Colomesus asellus bis hin zum Palembang-Kugelfisch, auch als Tetraodon biocellatus bekannt. Einige Arten sind aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Herkunft, aber auch ihrer Deklaration teilweise schwierig auseinander zu halten, wie es beispielsweise beim Tetraodon nigroviridis, dem grünen Kugelfisch, aber auch beim Palembang Kugelfisch vorkommt, den es wiederum unter anderem als „Echten Palembang Kugelfisch“ mit dem wissenschaftlichen Artnamen Tetraodon palembangensis gibt. Einige dieser Arten sind reine Süßwasserbewohner, andere benötigen Salzzugaben und Schwankungen, und andere sind reine Brackwasserbewohner. Ein genaues Informieren über die jeweiligen Ansprüche fördert so also aktiv das Wohlbefinden dieser faszinierenden Exoten.
Häufig im Meerwasser gepflegte Arten stammen hauptsächlich aus der Reihe der Canthigaster, vor allem Canthigaster bennetti- Bennets Kugelfisch, der eher weniger farbenprächtige Canthigaster compressa- auch als Labyrinthkugelfisch bekannt, sowie der Cathigaster leoparda- Leopard Kugelfisch, der Canthigaster papua- Falschaugen Kugelfisch, der Canthigaster smithae- Zweifarbiger Toby und last but not least die beiden häufigsten: Canthigaster solandri und Canthigaster valentini, der Augenfleck-Spitzkopf- und der Sattel-Spitzkopfkugelfisch. Abgesehen davon findet sich aber auch immer häufiger der Arothon nigropunctatus- Schwarzflecken Kugelfisch im Handel, gelegentlich auch der wunderschöne Lactophrys triqueter- Perlen-Kofferfisch.

Haltung und Vergesellschaftung 
Die meisten Kugelfische sind keine ausgesprochenen Gesellschaftsfische, weswegen sie häufig einzeln gehalten werden, da sie durchaus zu ruppigen und territorialen Kameraden werden können, die ihren eigenen Kumpels, aber auch anderen Mitfischen ernsthaft auf den Frack hauen können. Größere Exemplare sind sogar in der Lage, lebende Fische totzubeißen. Der Bodengrund für Kugelfische sollte grundsätzlich aus einer dicken Sandschicht bestehen, denn in dieser graben sie sich teilweise sogar ein. Eine dichte Bepflanzung dient ihnen als Rückzugsort, aber auch als Lauerposition, denn sie stellen ihrem Futter gerne nach und können dabei erstaunlich schnell werden. Eine gewisse Strukturierung in Form von Steinen und Wurzeln dienen ihnen unter anderem als Reviermarkierungen. Einige Arten bevorzugen außerdem ein gewisses Maß an Strömung, stellenweise aber auch eine eher abgedimmte Beleuchtung, die sich hervorragend mit einer Schwimmpflanzendecke aus Muschelblumen oder Büschelfarn, aber auch beispielsweise mit Lotuspflanzen, deren Blätter auf der Wasseroberfläche aufliegen, herstellen. Aufgrund des sehr ausgeprägten Stoffwechsels sollte das Aquarium unbedingt über einen ausreichend dimensionierten Filter verfügen, der das Wasser umwälzt, aber auch entsprechende Ausscheidungs- und Abfallprodukte entfernt, ebenso wichtig ist das regelmäßige und gründliche Absaugen des Bodengrundes mit einer Mulmglocke. In jedem Fall sollte auf die Bedürfnisse der jeweiligen Art eingegangen werden, auch in Bezug auf die erforderliche Aquariengröße und erst Recht im Hinblick auf die Wasserwerte, denn einige Arten erkranken in reinem Süßwasser schnell. An und für sich lassen sich die meisten Arten bei einer Gesamthärte zwischen 5-15 °dGH und einem pH-Wert von 6-7,5 mit einer Temperatur zwischen 22 bis 28 °C halten. Bei schwankenden Wasserparametern mit Salzgaben muss zwingend auf eine entsprechend ausreichende Belüftung geachtet werden.

Zucht von Kugelfischen
Allgemein ist über die Zucht von Kugelfischen nicht so viel bekannt, wie bei anderen Fischen. Vermutlich spielen aber auch hier veränderte Wasserparameter mit einem Wechsel von Süß- und Brackwasser eine Rolle. 
Es liegen aber Zuchtberichte über die erfolgreiche Vermehrung von Zwergkugelfischen vor: Während der Balz verfolgte das Männchen das Weibchen hierbei in nahezu tänzelnden Bewegungen und reibte sich immer wieder an dessen Körper. Dabei veränderte es sogar seinen Körperbau und wurde immer quadratischer, die Weibchen hingegen blieben rund, auch veränderte es seine Farbe und bildete neue Bauchlinien und Brauntöne, die Gelbtöne hingegen intensivierten sich, seine Körperbemusterung bildete sich linienförmig um. Sein Ziel ist es hierbei, das Weibchen in ein Laichsubstrat zu locken: Javamoos, ein Evergreen im sprichwörtlichen Sinne, wurde hierbei sehr gerne angenommen. Es hatte beinahe den Anschein von Küssen und Kuscheln, als sich das Männchen an das Weibchen schmiegte und beide unter ca. 5-10 sekündigen rhytmischen Bewegungen, nebeneinander stehend, ihre Eier in das Laichsubstrat abgeben. Direkt im Anschluss wurde das Weibchen vertrieben und die Eier bewacht, in dieser Zeit wurde auch die Futteraufnahme fast völlig eingestellt. Die klaren und ungefähr 1 mm großen Eier entwickelten sich in diesem Bericht in kürzester Zeit, aus denen nach bereits 5 Tagen die ersten Jungen schlüpften. Sie ernähren sich von ihrem Dottersack und sind größtenteils, wie für Fischjunge üblich, in der ersten Zeit eher unbeweglich. Vier Tage nach dem Schlupf konnten sie bereits freischwimmen, nach einer Woche hatten sie bereits eine Größe von 3mm. Sie ließen sich mit sehr feinem Lebendfutter ernähren, da aber Nauplien als zu groß beschrieben wurden, handelte es sich sehr wahrscheinlich um Mikrowürmer oder Infusorien. Auffällig war, dass größere und ältere Jungtiere ihren jüngeren und kleineren Geschwistern nachstellen und deren Bestand dabei auch dezimieren. Mit einem Monat konnte man bereits den für ihre Art typischen Körperbau erkennen, wenngleich sie ihre Farben noch nicht ganz ausgebildet hatten. Sie stellen ihrem Laich aber nach, weswegen sich die Erbrütung und Aufzucht im Aufzuchtaquarium anbietet.

Giftigkeit, japanische Küche und Genetik
Kugelfische sind giftig, gefragt und außergewöhnlich. Aber das war vermutlich bereits zu vermuten. Am bekanntesten ist wohl der Fugu-Kugelfisch, der in seinem Heimatgebiet eine absolute Delikatesse darstellt und zu Höchstpreisen auf der Speisekarte landet. Interessanterweise müssen dabei nicht nur die Fugu-Köche selbst eine ganz spezielle zweijährige Ausbildung in einem sogenannten Fugu-Restaurant mit Abschlussprüfung durchlaufen, um diese Fische überhaupt zubereiten zu dürfen- auch jeder Fänger und Händler wird dazu verdonnert, eine spezielle Fugu-Lizenz zu besitzen. Und das zu Recht! Die ganze besondere Zubereitungstechnik des Takifugu rubripes, wie einer jener Fugu-Kugelfische heißt, bedarf wirklich außergewöhnlicher Fähigkeiten, wenn man seine Gäste nicht halbwegs tot kochen wollte: Theoretisch gesehen ist lediglich das Muskelfleisch des Fisches ungiftig. Jeder, der sich schon einmal eine geräucherte Forelle selbst filetiert hat, aber auch die Angler unter den Aquarianern, wissen um die Präzisionsarbeit, wenn es gilt, weder die inneren Organe wie den Darm, die Leber oder den Rogen, noch die Haut, dabei versehentlich anzustechen oder anzuschneiden. Dass diese Zubereitung ihren entsprechenden Tribut fordert, liegt auf der Hand und so gilt Fugu als sehr teure Delikatesse, die damit ein japanisches Statussymbol darstellt, das einem Großteil der Bevölkerung schlicht vorenthalten bleiben wird.
Vielfach ist zu lesen, dass Kugelfische ihr Gift, das sogenannte Tetrodontoxin, ein außergewöhnlich lähmendes Muskelgift, auf das wir noch zu sprechen kommen, allein über die Bakterien, im speziellen Vibrio-Bakterien, in ihrer Nahrung ihres natürlichen Habitates aufnehmen, so wurde zwischenzeitlich nachgewiesen, dass in Gefangenschaft gezüchtete und einzeln gehaltene Kugelfische kein Tetrodontoxin ausbilden, dieses sich aber entwickelt, sobald sie wieder in freier Wildbahn unterwegs sind. Andererseits gibt es Berichte darüber, dass diese ungiftigen Kugelfische ebenfalls Gifte ausbilden können, sobald sie in Gefangenschaft in Kontakt mit Wildfängen gelangen. Da aber die Giftentstehung noch immer nicht abschließend geklärt werden konnte, untersagt das japanische Ministerium für Gesundheit den Handel bestimmter Arten.

Kein Wunder also, dass die Wissenschaftler sich auf diese Tiere mit Forscherdrang gestürzt haben und unter anderem die Gensequenzen erforschen, aber auch deren bemerkenswerte Toxizität: Tetrodontoxin ist ein lähmendes Muskelgift, das hauptsächlich von einzelnen Meeresbewohnern, aber auch anderen, produziert wird, abgesehen vom Kugelfisch bilden es auch verschiedene Igelfische, Westamerikanische Wassermolche, bestimmte Froscharten, diverse Wirbellose, darunter Krebse, Seesterne und Schnecken, aber auch eine Krakenart und Plattwurmarten aus. 
Erst ungefähr eine Dreiviertelstunde nach der Vergiftung macht es sich mit ersten Anzeichen bemerkbar: Beginnend mit zunehmenden Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen, sowie Taubheitsgefühlen in den Extremitäten, geht sie mit einer ab dann recht rasanten und zunehmenden Erlahmung der Skelettmuskulatur bis über die Atemmuskulatur einher, die letztlich in einer schweren Ateminsuffizienz, Kollaps und schließlich dem Tod einhergeht. Der Patient ist hierbei bei vollem Bewusstsein und nicht in der Lage, sich bemerkbar zu machen. Die orale Vergiftung lässt zeitlich gesehen aber mehr Spielraum zur Lebensrettung zu, als beispielsweise eine intravenöse Injektion. Vor allem medizinische Kohle dient hier der Ersten-Hilfe. Meist entscheiden die ersten 24 Stunden nach der Vergiftung über Leben und Tod, bis das Gift aus dem Körper gebracht wurde. Als stärkstes bekanntes Nicht-Protein-Gift wird es in seiner Wirkung lediglich noch von Maitotoxin abgelöst.

Wie bei so vielen Giften, die in der Natur vorkommen, wurde auch bei Tetrodontoxin genauer hingesehen und entsprechend experimentiert- und das bereits seit 1909! Vor allem in der Biophysik und der Neurowissenschaft wird es zur bewussten Blockierung von Natriumkanälen herangezogen. Derzeit bestehen experimentale Versuche zum Einsatz in der Krebsdiagnostik, da es schmerzhemmend wirkt, außerdem dient es als Gegengift des Batrachotoxins, das Pfeilgiftfrösche produzieren.

Spielt Tetrodontoxin nun eine Rolle bei der Aquarienhaltung? 
Sicher sind Kugelfische keine Kuschelfische und ganz bestimmt auch keine Guppys- sie bedürfen einer gewissen aquaristischen Vorerfahrung und damit auch einem spezifiziertem Wissensvorsprung in Bezug auf das ihrer Art entsprechende Handling. Verstorbene Kugelfische, erst recht große Meerwasserexemplare, sollten sofort nach dem Entdecken mit einem Kescher aus dem Aquarium genommen werden und das Wasser großzügig gewechselt und auch behandelt werden. Dass Fische eher selten gestreichelt werden, versteht sich an und für sich von selbst- auch sollte man bedenken, dass die Giftigkeit und die potentielle Gefahr, sich selbst ernsthaft Schaden zuzufügen, von der jeweiligen Art abhängt. Mit einem gesunden Menschenverstand und dem nötigen Respekt vor dem gepflegten Lebewesen stellen Unfälle mit Tetrodontoxin in der Aquaristik daher eher eine absolute Seltenheit dar. Die sichtbar aufgehangene Telefonnummer des Giftnotrufes sollte bei der Haltung von potentiell tödlich giftigen Tieren daher eine Selbstverständlichkeit sein, sodass Ersthelfer umgehend Unterstützung bei der Erstversorgung erhalten. 

Dies sind die länderspezifischen Giftnotruf-Nummern:
Deutschland: 
Giftnotruf Berlin 030-19240
Österreich: 
Vergiftungsinformationszentrale Wien +43 (0)1/4064343
Schweiz: Tox Info Suisse +41442515151

 

Übersicht über besonders beliebte Arten

Aus dem Süßwasser stellen sich vor:

Tetraodon biocellatus – Augenfleck Kugelfisch
Dieser schmucke Bursche kann sehr zutraulich werden, wird aber mit zunehmendem Alter territorial und aggressiv, sowohl Artgenossen, als auch Mitfischen gegenüber. Sollte daher eher alleine ab 80 cm Kantenlänge gehalten werden, auch wenn er nur knapp 8 cm groß wird. 
Wasserwerte: GH 5-20 °dGH, KH 4-8 °dKH, pH 7,0-8,5, Temperatur 22-28 °C

 

Tetraodon nigroviridis – Grüner Kugelfisch
Auch wenn er manchmal verwechselt wird, ist der Grüne Kugelfisch eine wahre Rakete, wenn es um die Dezimierung einer Schneckenpopulation geht. Eigentlich stammt er aus aus dem Brackwasser, weswegen sein Aquarienwasser unbedingt mit 4-8 g/l aufgesalzt werden sollte- erhöhte Sauerstoffzufuhr (allerdings ohne Strömung) dabei nicht vergessen! Mit stolzen 17 cm braucht er nicht nur ein Aquarium ab mindestens 300 Litern, auch ist eine Vergesellschaftung mit artfremden Tieren praktisch unmöglich, denn er knackt im Handumdrehen sämtliche Wirbellose und stellenweise sogar Fische. Eine gute Struktur im Aquarium ist für ihn unerlässlich. Er kann sogar nachgezüchtet werden, bei einer paarweisen Haltung sollte das Aquarium aber entsprechend groß und strukturiert sein.

Wasserwerte: GH 10 bis 30, KH 5-20, pH 7 bis 8,5, Temperatur 24 bis 28 °C, Salzgehalt 4-8 g/l

 

Tetraodon palembangensis - Echter Palembang Kugelfisch
Fällt durch seine großen Kulleraugen und sein tolles Giraffenmuster sofort auf und ist ein reiner Süßwasser-Kugelfisch aus Sumatra. Er wird durchaus mit T. biocellatus verwechselt. Der Palembang wird fast 20 cm groß und ist ein exzellenter Lauerjäger. Eine Vergesellschaftung mit ähnlich großen anderen Fischen kann durchaus gelingen, auch die paarweise Haltung ab mindestens 120 cm Kantenlänge. Kann stellenweise territorial und aggressiv werden, eine sehr gute Aquarienstruktur sollte daher gegeben sein.

Wasserwerte: GH 5°-20° dGH, KH 2-8° dKH, pH 6,0-7,5, Temperatur24°-28° C

 

 Carinotetraodon travancoricus - Erbsenkugelfisch/ Zwergkugelfisch
Kleinster Zwergkugelfisch, der nur knapp 3 cm groß wird und als Schneckenvernichter sehr beliebt im Handel ist. Lässt sich bereits in 60 Liter Aquarien pflegen, benötigt aber gruppenweise gehalten gute Infrastruktur, um innerartliche Aggressionen zu verteilen und Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Vermehrt sich bei sehr guter Fütterung. Kann mit schnellen Fischen und bedingt auch mit sehr großen Schnecken in entsprechender Aquariengröße vergesellschaftet werden, andere Wirbellose werden voraussichtlich angepickt und auch gefressen. Wird aufdringlich und zum Flossenbeißer bei nicht ausreichender tierischer Kost.

Wasserwerte: GH 5-20, KH 8-15, pH 7,2-8,5, Temperatur 24-27° C

 

Colomesus asellus - Assel-Kugelfisch/ Papagei-Süsswasserkugelfisch 
Stellt aquaristisch gesehen eine Rarität dar, der außerdem recht friedlich und damit für Gesellschaftsaquarien ab 80 cm Kantenlänge geeignet ist. Benötigt gute Bepflanzung und akkurate Eingewöhnung an neues Zuhause.

Wasserwerte: GH 5-15 °dGH, pH 6,0-7,5,Temperatur 22-28 °C

 

Tetraodon miurus - Brauner Kugelfisch/ Kofferkugelfisch 
Wird auch Kongo-Kugelfisch genannt- abgeleitet von Habitat im afrikanischen Kongobecken. Zählt zu den Raubkugelfischen mit Schlundzähnen. Verfügt über eher stirnseitige Augen. Benötigt gute Strömung und einwandfreie Wasserhygiene. Haltung in Gruppen ab 150 cm Kantenlänge empfohlen, eher ab 500 Litern, erreicht Endmaß von fast 20 cm und ist sehr verfressen. Gräbt sich gerne ein, verhält sich territorial und aggressiv und fällt durch aktives Beißen auf, benötigt zwingend Sichtschutz in Form von Infrastruktur.


Wasserwerte: GH 0-15 °dGH, pH 6,5-7, Temperatur 24-28 °

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Immer die besten Angebote per E-Mail

JETZT kostenlos anmelden und Sparen!