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Salmler im Aquarium

Mit fast zweitausend Arten sind Salmler eine der größten Fischgruppen in der Ordnung der Knochenfische überhaupt. Auch hinsichtlich ihrer Größen weisen sie ein erstaunliches Repertoire auf. So können einige Salmler bis zu einem Meter Länge erreichen, andere bleiben mit gerade einmal 13 mm verhältnismäßig kleiner. Vor allem an ihrer Fettflosse lassen sie sich prima von anderen Fischarten unterscheiden. Diese befindet sich genau zwischen Rücken- und Schwanzflosse, bei einigen Tieren ist ein etwas genaueres Hinsehen notwendig. Sie weisen eher lang gesteckte und seitlich abgeflachte Körper auf, einige Arten wie zum Beispiel der Rote von Rio oder der Rot-Blaue Kolumbianer sind aber auch hochrückig. Besonders auffällig in Sachen Körperbau ist aber der Schwarzschwingen Beilbauchfisch.

Die Herkunft von Salmlern

Die Habitate von Salmlern befinden sich vor allem im mittel- und südamerikanischem Raum, einige stammen aber auch vom afrikanischen Kontinent, sowie Teilen Asiens und Europas. Unter den bekanntesten Arten befinden sich vor allem der Lachs und Forellen, sowie Forellenartige, in der Aquaristik sind vorwiegend der Rote Neon, aber auch der Rotkopfsalmler oder der Rote von Rio kaum mehr wegzudenken. Vor allem im Schwarm gepflegt geben sie ein beeindruckendes Bild ab, wenn sie ihre Runden ziehen. Der Schwarm vermittelt ihnen Sicherheit, auch beziehen sie aus diesem ihre Stärke und scheinen dann farbenprächtiger. Für gewöhnlich sind Salmler friedliche Fische, die sich gut vergesellschaften lassen, von einigen Ausnahmen abgesehen. Meist stammen amerikanisches Salmler aus Bächen mit Schwarzwasser oder Klarwasser und relativ sauren pH-Werten.

Salmler nachzüchten

Auch lassen sich Salmler durchaus nachzüchten, wenngleich dies nicht ganz so einfach von statten geht wie etwa bei Lebendgebärenden. Vor allem mit einem präpariertem Ablaichaquarium wird das Ziel bei diesen Laichräubern schneller erreicht, die vorwiegend mit der aufgehenden Sonne ablaichen. Um sie in Stimmung zu bringen, sollten die Zuchttiere über ein paar Tage hinweg gut mit einem hochwertigen Lebendfutter gefüttert werden. Dazu eigenen sich Enchyträen, Tubifex, aber auch Mückenlarven. Vor allem eine Erhöhung der Temperatur und feine Pflanzen wie etwa Javamoos oder Cabomba unterstützen das Projekt. Nach dem Ablaichen sollten die Zuchttiere wieder aus dem Ablaichaquarium entfernt werden. Die Jungen werden mit Infusorien, Staubfutter oder auch Pantoffeltierchen ernährt, bis sie groß genug sind, um ins Elternaquarum überführt zu werden.



Aquariengestaltung für Salmler

Das Aquarium für Salmler sollte möglichst mit einem dunklen und nicht reflektierendem Bodengrund ausgestattet sein. Stellenweise können der Hintergrund aber auch die Ränder dicht bepflanzt werden, um Rückzugsorte zu schaffen. Der freie Schwimmraum sollte aber dennoch nicht unterschätzt werden oder zu kurz kommen. Salmler sind prima Kandidaten für ein Südamerikabecken, das ebenfalls entsprechend bepflanzt ist, dazu eignen sich Alternanthera, aber auch Echinodorus oder Schwimmpflanzen. Allgemein darf das Aquarium ruhig etwas abgeschattet sein. Wurzeln und gegen Umfallen gesicherte Steinaufbauten bieten dabei Reviermarkierung und Verstecke.



Salmler füttern

Auch beim Füttern sind diese Allesfresser recht unkompliziert und futtern problemlos handelsübliches Flocken- und Trockenfutter, sollten aber regelmäßig mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter ernährt werden. Auch ihr gesundes Wachstum wird durch ein abwechslungsreiches Menü gut unterstützt  und bildet ebenso prächtige Farben dabei aus. Dennoch sollte auf die jeweiligen Futterbedürfnisse geachtet werden, damit die tollen Flossenträger alle nötigen Nährstoffe bekommen, die sie für ein langes und gesundes Leben benötigen.

Verhalten von Salmlern im Aquarium

Salmler sind gesellige Schwarmfische, die eher in größeren Gruppen gepflegt werden sollten, damit sie sich wohlfühlen. So sollte die Gruppe aus mindestens 7-10 Tieren derselben Art bestehen, einige können dabei aber auch durchaus in ihren Farbschlägen kombiniert werden. Auf diese Weise werden sie zudem etwas offensiver in ihrem Verhalten und wuseln den ganzen Tag durchs Aquarium. Ist ihre Gruppe zu klein beginnen sie schüchtern zu werden und verstecken sich unter anderem. Allerdings unterscheiden sich einige Salmlerarten in ihrem Verhalten, weswegen durchaus ein genauerer Blick gewagt werden darf, vor allem hinsichtlich ihrer Eignung für die Vergesellschaftung mit Garnelen. Zwar schwimmen sie in eher lockeren Gruppen oder auch mal alleine umher, suchen bei Gefahr aber immer wieder die Nähe ihre Schwarmes auf. Gelegentlich bilden sie zur Balzzeit sogar kleine Reviere, was eigentlich ein eher untypisches Verhalten für Schwarmfische ist.

Salmler vergesellschaften

Die lebhaften Fische bevorzugen einen großen Schwimmraum und sind den ganzen Tag auf Achse. Daher sollte bei der Auswahl der Beifische darauf geachtet werden, dass diese mit dem spritzigen Verhalten problemlos zurecht kommen und sich nicht „an die Wand“ stellen lassen, denn dann ziehen sie sich eher zurück und sind selten zu sehen. Prima eignen sich zur Vergesellschaftung daher Harnischwelsen, aber auch Südamerikanische Buntbarsche oder Zebrabärblinge. Auch mit Garnelen kommen einige gut zurecht, ebenfalls mit Zwergkrebsen. Einige spezielle Salmlerarten sollten besser im Artaquarium gehalten werden, damit ihr eigentümliches Sozialverhalten am besten zur Geltung kommt.

Die beliebtesten Salmler fürs Aquarium


Roter Neon – Paracheirodon axelrodi

Mit einer der bekanntesten kleiner bleibenden Salmlern aus Südamerika. Verträgt weiches bis mittelhartes Wasser und kann auch mit Garnelen vergesellschaftet werden, wenngleich ab und zu ein Junges gefressen werden könnte. Zur Nachzucht benötigen diese Fische extrem saures Wasser. Er ist einer der wenigen echten Schwarm-Salmler, der in größerer Anzahl gepflegt werden sollte.

Roter von Rio – Hyphessobrycon flammeus
Der Rote von Rio ist ein alter Hase in der Aquaristik, der vor allem im Pflanzenaquarium prima zur Geltung kommt, denn in eher kahlen Becken macht er sich stellenweise unsichtbar. Er lässt sich klasse nachzüchten und verträgt auch etwas härteres Wasser.

Kirschflecksalmler – Hyphessobrycon pulchripinnis
Zitronensalmler sind wirklich sehr schöne Fische, die sich in Weichwasseraquarien ausgesprochen gut machen. Als Besatz für ein sauerstoffreiches Bachaquarium sind sie genau richtig! Mit Garnelen kann man sie relativ gut vergesellschaften, vorausgesetzt, es sind ausreichend Verstecke im Aquarium vorhanden. Er sollte in Gruppen ab mindestens 10 Tieren gepflegt werden.


Blutsalmler – Hyphessobrycon callistus

Sie sind geeignet für etwas größere Aquarien und fallen vor allem durch ihr teilweise streitlustiges Verhalten auf. Aufgrund ihrer namensgebenden blutroten Farbe sind sie echte Eyecatcher, die gut in mittelhartem Wasser gepflegt werden können. Auch mit Amanogarnelen oder sich gut vermehrenden Zwerggarnelenarten können sie vergesellschaftet werden. Sie sollten ausgewogen ernährt werden, da sie anderenfalls zum Flossenknabbern neigen.


Zwergziersalmler  - Nannostomus marginatus

Der wunderhübsche gestreifte Zwergziersalmler ist ein sehr kleiner und eher ruhiger Vertreter der Gattung Nannostomus. Ein kleiner Schwarm mit 10 Tieren passt schon in Standardbecken mit 60 cm Kantenlänge. Er verstehet sich auch gut mit Garnelen. Die roten Akzente in den Flossen und am Körper dieses hübschen Hinguckers sind einfach nur toll und kommen auch zwischen grünen Wasserpflanzen gut zur Geltung.



Kongosalmler – Phenacogrammus interruptus

Dieser Afrikaner ist gut geeignet für große Aquarien ab mindestens 200 Litern. Mit seiner strahlendblauen Farbe ist er ein toller Eyecatcher, der auch klasse mit Kongowelsen vergesellschaftet werden kann. Vor allem seine eher ungewöhnliche Flossenform fällt sofort ins Auge. Er stammt aus schattigen Regenwaldbächen mit weichem Wasser. Zwerggarnelen werden voraussichtlich gefressen, auch auf andere Wirbellosen sollte besser verzichtet werden.

Zum Schluss

Salmler sind tolle und farbenfrohe Aquarienfische, die in keinem Aquarium fehlen sollten und vor allem zwischen Wasserpflanzen prächtig zur Geltung kommen. Da bekommt man die Nase nur schwerlich wieder von der Scheibe weg!


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