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Braune Algen im Aquarium

 

Allgemeines vorab: Welche Rolle spielen Algen im biologischen System des Aquariums?

Algen sind ein Teil eines jeden funktionierenden Biotops unter Wasser — hier macht eigentlich nur die Menge ein Problem. Weil Algen eine wichtige Rolle in der Aquarium Biologie spielen, ist ein Kahlschlag nicht ratsam; das biologische System im Aquarium kann durch die absolute Abwesenheit von Algen instabil werden, was für die Aquarium Bewohner richtig gefährlich werden kann. Kein Biotop in der Natur sieht aus wie frisch gewienert!

biotopaufnahme

Augenmaß statt Kahlschlag

Etwas Patina wirkt viel natürlicher und lebendiger. Auch für die Aquarium Fische und aquatischen Wirbellosen ist es vorteilhaft, wenn Algen vorhanden sind - hier finden sie Futter, das sie abweiden können, und außerdem sind Algen sowohl als Sauerstoffproduzenten als auch als Wasserreiniger nicht zu verachten. Unsere menschlichen Sauberkeitsmaßstäbe sind für ein funktionierendes Biotop oft leider zu krass. Wir sollten in unserem Wunsch nach Ordnung und Sauberkeit niemals das Biotop als Gesamtsystem im Aquarium aus den Augen verlieren. Verändert sich hier nur ein einziger Faktor, muss sich das gesamte System anpassen!

Wichtig ist die Entfernung von Algen vor allem dann, wenn sie für die Bewohner im Aquarium gefährlich werden: Blaualgen (die eigentlich keine wirklichen Algen, sondern Bakterien sind, die teilweise ziemlich giftig sind) sollten immer angegangen werden, lange grüne Fadenalgen, in denen sich zum Beispiel Garnelen verfangen können, ebenfalls.

Fadenalgen

Grundsätzlich sind Algen im Aquarium, wenn sie überhand nehmen, ein Zeichen dafür, dass ein Nährstoffungleichgewicht herrscht, dass es zu wenig Nährstoffe im Vergleich zum Licht gibt oder dass zu wenig CO2 im System vorhanden ist. Dabei sind unterschiedliche Algen ein Zeichen für verschiedene Mangelerscheinungen.

Wenn du mehr zum Thema lesen möchtest, im Blog "Aquariendüngung gegen Algenplagen" haben wir uns die Nährstoffversorgung im Aquarium genauer angeschaut, im Blog CO2-Düngung im Aquarium" die Bedeutung einer guten Versorgung mit CO2, und im Blog Algen im Aquarium vorbeugen, erkennen und bekämpfen" erklären wir ganz konkret, was du gegen alle möglichen Algen im Aquarium unternehmen kannst.

Hier im Blog wollen wir uns heute speziell den braunen Algen widmen, die man im Aquarium so antreffen kann, also los!

Welche braunen Algen gibt es im Aquarium?

Gemeinerweise gibt es verschiedene Algen im Aquarium, die braun, braun-rötlich oder bräunlich-schwarz sind! Manche sitzen fest, andere liegen als fluffiger Belag auf den Pflanzen und der Deko und sehen ein bisschen aus wie Mulm, der sich abgesetzt hat. Je nach Alge gibt es unterschiedliche Gründe für ihr Auftreten und damit natürlich auch verschiedene Herangehensweisen zur Algenbekämpfung im Aquarium. Aus diesem Grund müssen wir zuerst ganz genau hinschauen, die Formen und Farben der Algen und ihre Textur wahrnehmen und die Algen so gut wie möglich bestimmen, ehe wir uns in die Gegenmaßnahmen zur Bekämpfung des Algenbefalls stürzen.

Fluffige braune Beläge im Aquarium - Kieselalgen / Braunalgen

Gleich vorweg: Der Name Braunalgen für diese Art Algen ist falsch, auch wenn er naheliegend ist, weil sie braun sind. Braunalgen leben fast ausschließlich im Meer. Die fluffigen oder niedrig flächigen braunen Algenbeläge im Aquarium sind die sogenannten Kieselalgen oder Diatomeen. Kieselalgen sind einzellige Algen, die unter dem Mikroskop ihre fantastischen Formen enthüllen. Die braunen Kieselalgen haben ein Skelett aus Kieselsäure oder Silikat, das ihnen ihren Namen gegeben hat. Dieses Skelett kommt in den unterschiedlichsten Formen, wer also ein Mikroskop hat und fluffige Algenbeläge im Aquarium findet, sollte definitiv einen Blick riskieren!

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Kieselalgen erkennen

Einen Befall mit Kieselalgen erkennst du an den braunen, häufig relativ lockeren, fast schon fluffigen Algenbelägen, die auf den Blättern der Pflanzen, der Dekoration und dem Bodengrund liegen. Auf glatten Oberflächen kann man sie ganz einfach durch etwas Wedeln mit der Hand aufrühren. Bei besonders porösen Oberflächen können die braunen Kieselalgen durchaus etwas fester sitzen.

Woher kommen Kieselalgen im Aquarium?

In der Regel findest du Kieselalgen in einem neu aufgesetzten Aquarium. Diese braunen Algen treten oft während der Einlaufphase auf. Die Algensporen kommen dabei entweder aus der Luft, oder an in Wasser gezogenen Pflanzen hingen schon Algen. Auch mit Wasser können Algensporen eingetragen werden. Selbst in einem Aquarium, das rein mit in vitro gezogenen Wasserpflanzen eingerichtet wurde, können Kieselalgen auftreten! Weil sich Kieselalgen durch Zellteilung vermehren, werden sie bei passenden Bedingungen recht schnell sichtbar.

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Kieselalgen bekämpfen

Nach einigen Wochen ist die Filterflora so weit eingefahren, dass die Filterbakterien so ziemlich alles Silikat im Wasser verstoffwechseln. Dann können die Diatomeen die Kieselsäure nicht mehr nutzen, um ihr Skelett aufzubauen, und die Kieselalgen verschwinden praktisch von alleine. Wenn die neu eingesetzten Aquarium Pflanzen anfangen, auszutreiben und beim Wachstum Nährstoffe zu verbrauchen, verlieren die Kieselalgen weitere Nährstoffe, was ihre Lebensgrundlagen weiter beschneidet. Ist das Aquarium gut eingefahren, sind die braunen Kieselalgen kein Thema mehr.

In einem frisch aufgesetzten Aquarium kannst du einen Befall mit Kieselalgen im Prinzip aussitzen oder die Beseitigung deinen Aquarium Wirbellosen überlassen. Lose Kieselalgenbeläge kannst du beim Wasserwechsel mit dem Schlauch absaugen.

Um die Kieselalgen in ihrem Verschwinden zu unterstützen, kannst du zudem noch schnell wachsende Wasserpflanzen einsetzen:

 

Fressfeinde, die sich Kieselalgen schmecken lassen

Kieselalgen gehören zudem zur bevorzugten Nahrung von Garnelen und Schnecken. Untersuchungen von diesen Tieren aus der Natur zeigten, dass Kieselalgen einen sehr hohen Anteil an ihrer täglichen Nahrung haben.

Als besonders effektive Kieselalgen Fresser fallen Rennschnecken, Geweihschnecken oder Anthrazit-Napfschnecken auf. Auch Garnelen wie Red Sakura, Blue Dream, Amanogarnelen, aber auch Bienengarnelen, Blaue Tigergarnelen und alle anderen Arten von Neocaridina, Caridina und Paracaridina fressen sehr gerne Kieselalgen oder Diatomeen.

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Dunkelbraune, rotbraune oder schwarzbraune Algen im Aquarium - Rotalgen

Mooooment, wir sind grade doch dabei, über braune Algen zu sprechen, wieso reden wir denn nun über ROT-Algen? Der Name bezieht sich zwar wirklich auf die Farbe dieser Algen, jedoch sind nur die wenigsten Rotalgen wirklich rot. Die rote Farbe wird von dunkleren Pigmenten überlagert, und daher kommen Rotalgen schwarz, braun, rotbraun, grüngrau oder auch braungrün daher.

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Im Süßwasser haben wir etwa 150 bis 200 bekannte Arten von Rotalgen - im Meerwasser sind es deutlich mehr. Die bekannten Süßwasser Rotalgen machen uns im Aquarium teils ganz schön Ärger. Als häufigste Rotalgen in Süßwasser Aquarien trifft man zum einen die schwarzen bis dunkelbraunen Pinselalgen aus den Gattungen Rhodochorton und Audouinella an, zum anderen sind auch die braunroten bis grauschwarzen Bartalgen aus der Gattung Compsopogon häufig vertreten. Auch die braungrünen bis schwarzgrünen Froschlaichalgen der Gattung Batrachospermum kann man hin und wieder im Aquarium finden.

Rotalgen bevorzugen eher hartes Wasser und einen eher hohen pH-Wert im Aquarium. Eine hohe Karbonathärte und ein alkalischer pH Wert sind immer Zeichen für einen CO2 Mangel im Wasser des Aquariums. Und darauf sind Rotalgen perfekt angepasst: Sie spalten CO2 aus dem Calciumhydrogencarbonat (Ca(HCO3)2) ab, das im Wasser gelöst ist. Bei der sogenannten biogenen Entkalkung wird diese Verbindung geknackt und in CO2 und Kalk aufgespalten. Wenn eine Pflanze oder Alge diesen Kniff beherrscht, kann sie immer noch wunderbar wachsen, wenn andere Wasserpflanzen schon lange nicht mehr wachsen, weil sie nicht genügend CO2 im Wasser finden.

Auch unsere Rotalgen können sich so überschüssige Nährstoffe krallen, die von den Aquarium Pflanzen wegen des Mangels an CO2 nicht mehr genutzt werden können. Und noch etwas können Rotalgen: Den bei der biogenen Entkalkung abgespaltenen Kalk bauen sie in ihr Skelett ein, das dadurch sehr fest wird - und Fressfeinde eher abschreckt.

Rotalgen erkennen

Legt man Rotalgen für einige Stunden in hochprozentigen Alkohol, zersetzen sich diese dunklen Pigmente, und die Algen zeigen dann ihre strahlend rote Farbe. Damit ist die Diagnose sehr einfach.

Bartalgen

Die schwarzbraunen bis graugrünen Bartalgen (links im Bild) wachsen je nach Art zu einer Länge bis 10 cm heran. Gerne sitzen Bartalgen an Blatträndern älterer Pflanzenblätter, aber auch auf der Aquarium Dekoration, dem Aquarium Glas, den Silikonnähten, an der Aquarium Rückwand oder sogar auf dem Substrat. Viele Bartalgen bevorzugen Bereiche mit höherer Strömung und sitzen daher häufig nahe dem Filterauslass.

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Bei dieser Algenart wachsen einzelne Algenfäden büschelförmig aus einer gemeinsamen Basis heraus. Bartalgen sind beim Anfassen ziemlich hart und fühlen sich schon fast drahtartig an. Bartalgen erkennst du außerdem am Farbumschlag, wenn du sie in hochprozentigen Alkohol oder Spiritus packst.

Pinselalgen

Pinselalgen können braun, schwarz, rotbraun oder dunkel graugrün aussehen. Die pinselförmigen Algen sind eher kurz und wachsen nicht sonderlich schnell.

Besonders die grau grünen Pinselalgen Arten sehen von Wuchsform und Farbe her kurzen dunklen Grünalgen wie beispielsweise Pelzalgen ähnlich. Auch hier gibt der Alkoholtest schnell Auskunft: Grünalgen verändern ihre Farbe nicht, wenn sie in hochprozentigen Alkohol von etwa 90% eingelegt werden, Pelzalgen dagegen werden nach einiger Zeit leuchtend rot.

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Die gängigen Pinselalgen Arten haben eine Basisplatte, von der aus büschelförmige Algenfäden etwa einen bis zwei Zentimeter hoch wachsen.

Gerne setzen sich Pinselalgen an die Ränder älterer Pflanzenblätter von Pflanzen mit hartem Laub wie Anubias oder Echinodorus. Hier kann die Blattstruktur stark geschädigt werden. Pinselalgen kommen aber auch an der Rückwand, am Aquarium Silikon oder auf dem Aquarium Glas, auf der Aquarium Dekoration oder auf dem Substrat vor.

Froschlaichalgen

Die Froschlaichalgen der Gattung Batrachospermum zeichnen sich durch Verdickungen aus, die perlenschnurartig an den langen Algenfäden sitzen. Die Rotalge selbst ist rotbraun bis graugrün. In der Natur sind Froschlaichalgen größer, im Aquarium muss man oft sehr genau hinschauen, um die Verdickungen an den Algenfäden überhaupt sehen zu können.

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Die Froschlaichalge sitzt oft auf harten Substraten, die Basisplatten sitzen nicht sonderlich fest auf dem Untergrund, die Algen lösen sich leicht ab. Die Büschel sehen Bartalgen recht ähnlich, fühlen sich aber deutlich weicher und schleimiger an.

Woher kommen Rotalgen im Aquarium?

Rotalgen schleppst du dir wie Kieselalgen auch über Algensporen im Wasser, an Pflanzen oder an Deko aus dem Wasser ein, aber auch über Algensporen, die durch die Luft ins Aquarium eingetragen werden.

Rotalgen bekämpfen

Leider sitzt die Basisplatte der Rotalgen extrem fest am Untergrund, und so lassen sich Rotalgen nicht besonders gut einfach absammeln oder absaugen. Bleibt nur der kleinste Fitzel der Basis im Aquarium, treibt die Alge einfach wieder aus. Mit Pinselalgen oder Bartalgen bewachsene Blätter der Aquarium Pflanzen sind in der Regel ohnehin schon älter und meist auch schon durch den Algenbefall geschädigt - sie schneidest du einfach ab und nimmst sie mitsamt den Rotalgen aus dem Aquarium.

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Mit Rotalgen befallene Wurzeln, Steine und andere Aquarium Dekoration werden ordentlich abgeschrubbt, und Holz kannst du beispielsweise auch mit kochendem Wasser überbrühen. So tötest du anhaftende Reste der lästigen Algen ab.

Mit dem NatureHolic Red Algae Stop unterstützt du zum einen die Aquarium Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen und hilfst ihnen so, gegen die hässlichen Algen in Konkurrenz zu treten, zum anderen macht das Präparat den Algen selbst auch das Leben schwer und kann ihr Wachstum hemmen und sogar ihre Struktur etwas weicher machen, sodass sie für Fressfeinde wie Amanogarnelen oder Schnecken attraktiver werden.

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Auch CO2 unterstützt zum einen die Pflanzen im Aquarium beim Wachsen, zum anderen macht die Zufuhr von Kohlendioxid das Wasser im Aquarium etwas weicher und nimmt den Pinselalgen so die Möglichkeit, Calciumhydrogencarbonat aufzubrechen und biogene Entkalkung zu betreiben. Wir empfehlen einen CO2-Wert von 20 mg/l im Aquarium Wasser, den du zum Beispiel mit einer Sodastream CO2 Anlage erreichst und mit einem CO2-Dauertest überwachst.

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Wenn Pinselalgen und Bartalgen ihr CO2 nicht mehr durch biogene Entkalkung herstellen müssen, sondern "einfach so" aus dem Wasser ziehen können, produzieren sie weniger Kalk, den sie in ihr Skelett einbauen können. Dadurch erhalten die Rotalgen eine weichere Struktur und werden eher gefressen.

Ganz wichtig: Wenn du die Pinselalgen und Bartalgen aus dem Aquarium entfernt hast, die CO2-Versorgung im Aquarium steht und die Pflanzen dank gutem Licht und einer vernünftigen Nährstoffversorgung gut wachsen, solltest du diese Maßnahmen beibehalten, damit die Algen nicht gleich wiederkommen. Vor allem schnell wachsende und eher kleinblättrige Aquarium Pflanzen haben sich an der Stelle bewährt.

Fressfeinde, die sich Rotalgen schmecken lassen

Mit den genannten Gegenmaßnahmen wie CO2 und Red Algae Stop werden die Rotalgen weicher, sodass sie von Schnecken wie beispielsweise der Pianoschnecke, aber auch von Amanogarnelen und anderen Zwerggarnelen ganz gerne verspeist.

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