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Guck mal, was da schwimmt - Begleitfauna im Aquarium

 

Was ist eigentlich Begleitfauna?

Unter dem Begriff Begleitfauna verstehen wir Tiere (= Fauna), die ohne unser Zutun im Aquarium einfach auftauchen. Hier in diesem Blog Artikel wollen wir uns die aktiv schwimmende Begleitfauna genauer anschauen.

Probleme im Garnelenaquarium

Während schwimmende Begleitfauna in einem Gesellschafts Aquarium oder Art Aquarium mit Fischen in der Regel gar keine Probleme macht, weil die eingeschleppten Tierchen meist schlicht gefressen werden oder zumindest keinen Schaden anrichten, kann es im Garnelen Aquarium schon ganz anders aussehen. Deshalb schauen wir uns in der Folge näher an, was im Aquarium so herumschwimmt, ohne dass wir es bewusst eingesetzt haben, zeigen dir, wie die Tierchen in dein Becken gelangt sind, und wir geben außerdem Tipps, falls Handlungsbedarf besteht.

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Schwimmende Begleitfauna - Kleinkrebse

Bei den Kleinkrebsen gibt es einige typische Vertreter, die man immer und immer wieder im Garnelenaquarium antrifft. Im Fischaquarium sind sie schlicht Futter und tauchen daher entweder gar nicht auf oder leben so versteckt, zum Beispiel im Filter oder unter den Aquarium Wurzeln oder in dichten Pflanzenbeständen oder Moospolstern, dass man sie überhaupt nicht wahrnimmt.

Muschelkrebse - Ostracoden

Muschelkrebse oder Ostracoden sind kleine Krebstiere, die sich durch einen runden, bohnenförmigen oder ovalen, sehr harten Panzer auszeichnen, dessen zwei Schalen ihren gesamten Körper bedecken. Nur ihre Ruderfüße ragen über den Panzer hinaus, können bei Gefahr aber auch eingezogen werden. Ostracoden können je nach Art und Umweltbedingungen zwischen 0,3 und 3 mm groß werden, wobei im Aquarium meist die kleineren Vertreter auftreten.

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Muschelkrebse sind farblich fast weiß über beige, grau bis fast schwarz oder auch dunkel gemustert. Es gibt sehr viele verschiedene Muschelkrebs Arten in der Aquaristik, die sich optisch teils in Farbe, Form und Größe stark unterscheiden.

Muschelkrebse sind grundsätzlich getrennt geschlechtlich, es gibt also klare Weibchen und eindeutige Männchen. Manche Ostracoden Arten können sich durch Jungfernzeugung vermehren - von diesen gibt es dann überwiegend nur Weibchen. Andere Muschelkrebs Arten pflanzen sich geschlechtlich fort, hier gibt es also eine Paarung, bei der Männchen und Weibchen involviert sind.

Alle Muschelkrebs Weibchen legen Eier. Bei manchen Arten findet eine Brutpflege statt, während der die Weibchen ihre Eier unter ihrer Schale tragen, bis die Jungtiere schlüpfen, andere Arten platzieren ihre Eier an Steinen, Pflanzen und auf anderen Oberflächen und kümmern sich dann nicht weiter darum. Manche Arten produzieren trockenresistente oder frostresistente Eicysten.

Was fressen Muschelkrebse?

Muschelkrebse ernähren sich von Detritus, also allen möglichen organischen Abfällen, die sie in ihrem Gewässer und auch im Aquarium finden. Bei großem Futterangebot - beispielsweise bei Überfütterung des Aquariums mit Trockenfutter - vermehren sich Muschelkrebse besonders stark und können dann überhand nehmen.

Wie bewegen sich Muschelkrebse?

Muschelkrebse krabbeln am Boden und schwimmen im Wasser. Ihre Bewegung wird häufig als langsam kreisend beschrieben, oder "wie ein kleiner Hubschrauber". Muschelkrebse können aber natürlich auch geradeaus schwimmen. Dabei wirken sie eher gemütlich, sie schwimmen nicht ruckartig, sondern eher in fließenden Bewegungen.

Woher kommen Muschelkrebse?

Die Eier einiger bei uns heimischer Muschelkrebse vertragen auch Trockenheit, können also, wenn ihr Biotop in der Natur austrocknet, vom Wind aufgewirbelt werden und als Teil des Staubes ins Aquarium gelangen. So können Muschelkrebse praktisch "aus dem Nichts" im Aquarium auftauchen, obwohl man nur neue Materialien verwendet und Invitro Aquarium Pflanzen eingesetzt hat.

Üblicherweise werden Muschelkrebse häufig mit Pflanzen, Aquarium Dekoration oder auch mit Aquarium Tieren aus anderen Aquarien eingeschleppt, seltener auch mit Frostfutter.

Muss man Muschelkrebse bekämpfen, und wenn ja, wie?

Muschelkrebse können in großen Zahlen eine Futterkonkurrenz zu Garnelenbabys darstellen. Auch wurde schon beobachtet, dass sich ein Muschelkrebs unter den Deckel einer Aquarium Schnecke verirrte, die Schnecke ihren Deckel (auch Operculum genannt) verschloss, den Muschelkrebs so einsperrte, und wegen der permanenten Irritation, die die Fluchtversuche des Ostracoden verursachten, so lange eingedeckelt blieb, bis die Schnecke verhungert war. Es dürfte sich jedoch um seltene Einzelfälle gehandelt haben, die Berichte sind nur sehr wenige.

Es ist fast aussichtslos, Muschelkrebse im Aquarium zu bekämpfen. Zum einen verstecken sich die Winzlinge sehr gut, zum anderen ist ihr Panzer so hart, dass manche Fressfeinde ihnen nichts anhaben können, wenn ihre Magensäure nicht stark genug ist: Der Muschelkrebs wird im ganzen geschluckt, verschließt seine Panzerhälften fest, wandert unbeschadet durch den Verdauungstrakt, wird hinten wieder ausgeschieden und schwimmt von dannen. Zu beachten ist außerdem, dass Fressfeinde von Muschelkrebse aufgrund der Kleinheit ihrer Beute oft auch Fressfeinde von Babygarnelen sind.

Die beste Kontrolle der Muschelkrebs Population ist ein hochwertiges Futter, das an die Bedürfnisse der Aquarium Bewohner angepasst ist, und das nicht in Unmengen gefüttert wird. Muschelkrebse lassen sich am besten über eine Verknappung ihres Nahrungsangebots im Zaum halten.

Hüpferlinge - Copepoden

Hüpferlinge, auch Cyclops, Copepoden oder Ruderfußkrebse genannt, gehören ebenfalls zu den kleinen Krebstiere, haben aber eine andere Form: Hüpferlinge besitzen einen runden oder ovalen Kopf, viele Arten mit einem deutlich sichtbaren einzelnen, oft rötlich gefärbten Cyclops Auge in der Mitte der Vorderseite des Kopfs, mit zwei seitlichen Ruderbeinen und einem nach hinten dünn auslaufenden Hinterleib. Ihre Form wurde schon mit der eines Kommas verglichen. Die meisten Hüpferlinge werden zwischen 0,3 und 1,5 mm groß.

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Hüpferlinge sind meist fast weiß oder hell beige, es gibt auch wenige bräunliche oder gräuliche Exemplare. Die Arten unterscheiden sich optisch nicht nur in Farbe und Größe, sondern auch ein bisschen in der Form.

Hüpferlinge sind getrennt geschlechtlich, die Weibchen erkennst du an den beiden Eisäcken, die sie rechts und links von ihrem Hinterleib tragen, bis die Larven schlüpfen. Manche Cyclops oder Hüpferling Arten produzieren bei schlechten Umweltbedingungen Eicysten, die abgelegt werden. Sie sind trockenresistent und auch frostresistent.

Was fressen Hüpferlinge?

Die meisten Hüpferlinge ernähren sich von organischen Resten, von Mikroorganismen und Algen, jedoch gibt es auch räuberische Arten. Die meisten räuberischen Copepoden leben allerdings nicht im Süßwasser, sondern im Meer. Ist das Futterangebot gut, vermehren sich Hüpferlinge stärker.

Wie bewegen sich Hüpferlinge?

Beim Hüpferling ist der Name Programm. Die kleinen Ruderfußkrebse krabbeln zwar auch am Boden, häufig schwimmen sie jedoch mit den typischen ruckartig hüpfenden Bewegungen, die ihnen ihren Namen gegeben haben.

Woher kommen Hüpferlinge?

Einige heimische Hüpferling Arten leben in temporären Biotopen, die austrocknen. Ihre trockenresistenten Eier werden dann vom Wind fortgeweht und werden so zum Teil des natürlichen Staubes. So gelangen Hüpferlinge auch ins Aquarium, selbst wenn es mit neuen Materialien und Invitro Aquarium Pflanzen eingerichtet wurde.

Üblicherweise werden Hüpferlinge aber gerne auch mit Wasserpflanzen, Aquarium Dekoration oder auch im Transportwasser von Zierfischen oder Garnelen und Schnecken oder auch Krebsen aus anderen Aquarien eingeschleppt, seltener auch mit Lebendfutter oder Frostfutter.

Muss man Hüpferlinge bekämpfen, und wenn ja, wie?

Die Detritus fressenden Hüpferlinge brauchen im Garnelenaquarium nicht bekämpft zu werden, sie sind im Gegenteil ein nützlicher Aufräumtrupp und sorgen dafür, dass Reste nicht gammeln können.

Nimmt die Cyclops Population im Aquarium überhand, solltest du eher darauf achten, nicht zu viel zu füttern, angepasst an die Bedürfnisse deiner Aquarium Tiere zu füttern und generell auf eine bessere Aquarium Hygiene achten. Fressfeinde, die Hüpferlinge fressen, können meist auch prima Babygarnelen bewältigen, Fressfeinde gegen Cyclops einzusetzen ist also meist nicht ratsam.

Wasserflöhe - Daphnien

Wasserflöhe oder Daphnien gehören ebenfalls in die große Gruppe der Kleinkrebse. Sie unterscheiden sich von der Form her deutlich von Muschelkrebsen und Hüpferlingen: Daphnien haben einen rundlichen Körper, der bei den meisten Arten spitz nach hinten unten ausläuft, einen kleinen Kopf, oft mit einem häufig schwarz oder rötlich gefärbten Einzelauge und zwei seitliche, eher nach oben weisende Ruderbeine. Die meisten Wasserflöhe werden zwischen 1 und 5 mm groß.

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Wasserflöhe oder Daphnien sind meist rötlich beige bis hell beige.

Wasserflöhe sind getrennt geschlechtlich, die Weibchen erkennst du am sattelförmigen Eifleck, den sie am Rücken haben. Sie können sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich vermehren. Bei schlechten Bedingungen produzieren Daphnien sogenannte Wintereier, die trockenresistent und frostresistent sind.

Was fressen Wasserflöhe?

Wasserflöhe sind Filtrierer und ernähren sich ausschließlich von kleinzelligen Algen und Mikroorganismen, die sie aus dem Freiwasser heraussieben. Bei gutem Futterangebot vermehren sich Wasserflöhe stärker als in Zeiten mit wenig Futter.

Wie bewegen sich Wasserflöhe?

Der Wasserfloh heißt wegen seiner hüpfenden Bewegung so. Wasserflöhe trifft man so gut wie niemals am Boden an, sondern immer nur im Freiwasser, wo sie sich mit ihren Ruderbeinen in einer eher schwerfällig hüpfenden Bewegungsabfolge fortbewegen.

Woher kommen Wasserflöhe?

Wasserflöhe produzieren helle Eier durch Jungfernzeugung, hier findet vorher keine Paarung statt. Diese Eier sind als heller Sattel im Rückenbereich der Weibchen erkennbar. Aus diesen ungeschlechtlich produzierten Eiern schlüpfen überwiegend Weibchen, außer die Bedingungen im Biotop verschlechtern sich. Dann schlüpfen aus etwa einem Drittel dieser hellen Eier Männchen. Bei schlechteren Bedingungen vermehren sich die Wasserflöhe geschlechtlich durch Paarung und Befruchtung. Die so entstandenen Eier im Sattel sind dunkel - die sogenannten Wintereier. Als Dauereier überstehen diese dunklen Wintereier jahrelange Trockenheit und auch Frost.

Theoretisch ist es denkbar, dass diese Wintereier mit dem Staub ins Aquarium gelangen. Oft hat sich bei Auftreten von Wasserflöhen im Aquarium aber eher eine Lebendfuttergabe verselbstständigt.

Muss man Wasserflöhe bekämpfen, und wenn ja, wie?

Wasserflöhe im Aquarium sind absolut unbedenklich, im Gegenteil sogar nützlich, weil sie Bakterien aus dem Freiwasser fressen, die ansonsten den Garnelen schaden könnten. Zufällig auftretende Wasserflöhe im Aquarium sind extrem seltene Gäste; sie entpuppen sich meist als Hüpferlinge oder Muschelkrebse, die aufgrund ihrer Fortbewegungsweise oder Körperform für Wasserflöhe gehalten werden. In einem Aquarium mit Strömung überleben Wasserflöhe nicht lange, weil sie zu viel Energie für ihre Fortbewegung aufwenden müssen und schlichtweg verhungern.

Mexikanische Flohkrebse - Hyalella

Mexikanische Flohkrebse werden häufig mit unseren heimischen Flohkrebsen (Gammarus) verwechselt. Sie werden jedoch nicht so groß, kommen im Gegensatz zu den Gammarus prima mit dauerhaft hohen Temperaturen im Aquarium zurecht und unterscheiden sich von heimischen Flohkrebsen durch die drei Rückenstacheln, die man beim Mexikanischen Flohkrebs mit einer Lupe gut erkennen kann.

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Mexikanischen Flohkrebse werden 5 bis 8 Millimeter groß und sind bräunlich bis beige gefärbt. Wenn sie sitzen, krümmen sie oft ihren Rücken, beim Schwimmen sind sie ausgestreckt.

Mexikanische Flohkrebse sind getrennt geschlechtlich, die Weibchen werden deutlich größer als die Männchen.

Was fressen Mexikanische Flohkrebse?

Mexikanische Flohkrebse fressen so ziemlich dasselbe wie Junggarnelen; deshalb stellen sie im Garnelenaquarium auch eine starke Nahrungskonkurrenz dar und können ganze Garnelenstämme ausrotten, weil kein Nachwuchs mehr hochkommt. Sie fressen Aufwuchs, Garnelenfutter, Mikroorganismen und Algenbeläge, vergreifen sich aber auch teils an feinen Pflanzen und Moosen. Bei gutem Futterangebot vermehren sich Mexikanische Flohkrebse sehr schnell.

Wie bewegen sich Mexikanische Flohkrebse?

Mexikanische Flohkrebse oder Hyalella krabbeln auf Oberflächen und schwimmen pfeilschnell auf geraden Linien durchs Wasser.

Woher kommen Mexikanische Flohkrebse?

Hyalella schleppst du dir in der Regel durch Pflanzen oder Dekoration aus befallenen Aquarien ein, es kann aber auch vorkommen, dass sie als Blinde Passagiere im Transportwasser von Aquarium Fischen, Garnelen, Krebsen oder Schnecken sitzen.

Muss man Mexikanische Flohkrebse bekämpfen, und wenn ja, wie?

Mexikanische Flohkrebse können im Aquarium mit Garnelen großen Ärger machen und sollten abgesammelt werden, sobald man sie sieht. Eine Quarantäne und entsprechende Vorbehandlung von Aquarium Pflanzen ist ratsam. Bei einem starken Befall bleibt nur, das Aquarium neu zu machen und sämtliche Dekoration, Pflanzen, Bodengrund und sogar Filtermedien zu verwerfen und alles neu anzuschaffen.

Schwimmende Begleitfauna - Würmer

Hier soll es nicht um alle, alle Würmer im Aquarium gehen, das würde zu weit führen, sondern nur um den Teil der Würmer, der schwimmen kann und somit zur schwimmenden Begleitfauna gehört. Wer hier Planarien vermisst, dem sei gesagt, dass Planarien gar nicht schwimmen können und daher hier auch keine Rolle spielen. Auch schwimmende Würmer sind im Fischaquarium in der Regel je nach Größe einfach Lebendfutter und daher weniger bis gar nicht sichtbar. Häufig sitzen trotzdem Würmer im Filter oder unter der Aquarium Dekoration, jedoch treten sie nicht großartig im Aquarium selbst in Erscheinung. Im Garnelenaquarium jedoch kann einem schon der eine oder andere Wurm über den Weg paddeln.

Wenigborster - Oligochaeten

Bei den Wenigborstern oder Oligochaeten - Verwandtschaft der nützlichen Regenwürmer - gibt es sowohl Vertreter, die nicht schwimmen, als auch solche, die das sogar sehr gut können. unter ihnen häufig die sogenannte Teichschlange Stylaria lacustris, die natürlich keine Schlange, sondern ein Wasserwurm ist.

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Schwimmende Wenigborster sind fadendünn und werden im Aquarium häufig mit Nematoden verwechselt. Anders als Nematoden haben Oligochaeten jedoch unter einer starken Lupe oder unter dem Mikroskop gut erkennbare Segmente, die ihren Körper unterteilen und die mit kurzen, wenigen Borstenbüscheln besetzt sind.

Grundsätzlich sind Wenigborster hell bis beige, nur wenige Arten, die das rote Hämoglobin als Blutfarbstoff besitzen, sind rötlich über rosa bis rotbraun - Tubifex oder Glanzwürmer zum Beispiel.

Wenigborster sind zweigeschlechtlich, vereinen also weibliche und männliche Geschlechtsorgane in einem Tier, und können Eier produzieren, die in der Regel in einem Kokon abgelegt werden. Einige Arten wie die bereits erwähnte Teichschlange können sich auch durch Teilung vermehren - sie schnüren einzelne Segmente ab, die zu vollständigen Würmern heranwachsen.

Was fressen Wenigborster?

Wenigborster sind nicht räuberisch und leben auch nicht parasitär. Sie ernähren sich von Biofilmen, organischen Resten, Algenbelägen und Mikroorganismen. Bei gutem Futterangebot vermehren sich die Wenigborster im Aquarium schneller.

Wie bewegen sich schwimmende Wenigborster?

Wenn Wenigborster schwimmen, schlängeln sie sich elegant S förmig durch das Wasser. Andere, viel kleinere Arten treiben einfach mehr oder weniger passiv in der Strömung durchs Aquarium.

Woher kommen Wenigborster?

Die meisten Wenigborster kommen mit Aquarium Pflanzen mit oder als Beifahrer im Transportwasser von Zierfischen, Garnelen, Schnecken oder Krebsen. Gerne ziehen sich die haarfeinen Würmer in die feinen Fäden von Mooskugeln zurück oder sitzen in den Blattachseln von Aquarium Pflanzen. Auch mit Tümpelfutter kannst du dir Wenigborster ins Aquarium einschleppen. Teils sitzen die Würmchen selbst oder ihre Kokons auch an Dekorationsmaterial aus laufenden Aquarien oder aus natürlichen Gewässern. Selbst im feuchten Sand können Wenigborster sitzen und erstaunlich lange überleben. Sehr häufig trifft man die fadendünnen Würmchen im Filter an, du kannst sie also auch mit Filterschlamm einschleppen, wenn du dein neues Aquarium mit Filtermulm aus einem laufenden Aquarium animpfst.

Muss man schwimmende Wenigborster bekämpfen, und wenn ja, wie?

Die gute Nachricht: Zwar sind Wenigborster Würmer, aber sie sind keine Parasiten! Sie gehören vielmehr zu den Saubermachern im Aquarium und sind nicht nur absolut unbedenklich, sondern sogar besonders nützlich, weil sie Reste verwerten und die Wasserqualität dadurch verbessern können. Wenn du die Zahl der haarfeinen Würmchen, die in deinem Aquarium Wasser schwimmen, verkleinern willst, solltest du weniger füttern, angepasster füttern und deine Aquarium Hygiene anpassen - also öfter mal Mulm saugen und die Wasserwechsel nicht vernachlässigen.

Fadenwürmer - Nematoden

Die Fadenwürmer oder Nematoden werden häufig mit Wenigborstern oder Oligochaeten verwechselt, sie lassen sich aber unter dem Mikroskop oder unter einer guten Lupe von ihnen ganz gut unterscheiden. Nematoden sind zwar auch fadendünn und hell, sie sind aber ganz glatt, besitzen keine Borstenbüschel und haben auch keine Segmente. Die meisten Nematoden im Aquarium sind winzig - zu ihnen gehören beispielsweise Mikrowürmchen oder Essigälchen, die wir aus der Lebendfutterzucht gut kennen.

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Die meisten Nematodenarten sind getrennt geschlechtlich, es gibt also Männchen und Weibchen, und die Vermehrung erfolgt durch Paarung und Eiablage.

Was fressen Nematoden?

Nematoden sind räuberisch, viele Arten leben sogar parasitär. Die im Aquarium üblicherweise zu findenden Nematoden ernähren sich jedoch von Mikroorganismen und anderen kleinen Würmern, sie sind zu klein, um Garnelen gefährlich zu werden. Bei gutem Futterangebot vermehren sich auch Nematoden im Aquarium stärker.

Wie bewegen sich schwimmende Nematoden?

Nematoden schwimmen ähnlich wie Wenigborster schlängelig in S förmigen Bewegungen durchs Wasser.

Woher kommen Nematoden?

Die meisten Nematoden werden durch Eier oder sitzend in Pflanzen beziehungsweise im Transportwasser der Zierfische, Garnelen, Schnecken oder Krebse ins Aquarium eingeschleppt. Auch mit Tümpelfutter oder in Gewässern in der Natur gesammelter Aquarium Dekoration können Nematoden ins Aquarium kommen. Oft sitzen die fadendünnen kleinen Würmchen auch im Filter. Filterschlamm aus einem laufenden Aquarium ist daher ebenfalls eine potentielle Quelle für die Einschleppung von Fadenwürmern ins Aquarium. Generell entpuppen sich allerdings die meisten vermuteten Nematoden als Wenigborster, wirkliche Nematoden sind im Aquarium deutlich seltener zu finden als die Vertreter der Oligochaeten.

Muss man Nematoden bekämpfen, und wenn ja, wie?

Obwohl die üblicherweise im Aquarium auftretenden Nematoden räuberisch unterwegs sind, ist eine Bekämpfung nicht notwendig, weil sie nicht groß genug sind, um Garnelen oder anderen Aquarium Bewohnern gefährlich zu werden. Willst du die Anzahl der winzigen Fadenwürmer im Aquarium verringern, gilt wie bei den Wenigborstern: weniger füttern, angepasster füttern und die Aquarium Hygiene nicht vernachlässigen.

Schnurwürmer - Nemertea / Nemertini

Die Schnurwürmer werden sehr oft für Wenigborster oder Nematoden gehalten, unterscheiden sich aber wesentlich von diesen. Schnurwürmer sind zum einen deutlich dicker; sie werden im Aquarium zwischen 2 und 5 cm groß und wirken vom Äußeren her in der Regel wie ein Regenwurm. Allerdings fehlen ihnen die Segmente und die Borstenbüschel der Wenigborster; Schnurwürmer sind auch unter der Lupe vollkommen glatt.

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Viele Schnurwürmer Arten im Aquarium besitzen den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und sind rötlich über rosa bis leuchtend rot. Andere Arten sind gelblich, beige oder orange.

Schnurwürmer sind zweigeschlechtlich, also Zwitter. Bei den meisten Nemertea sind weibliche und männliche Geschlechtsorgane in einem Tier vereint. Sie legen Eier in aus Schleim gebildeten Kokons ab, einige Arten vermehren sich jedoch auch ungeschlechtlich über Abschnürung von Teilen ihres Hinterleibs, aus denen wieder vollständige Schnurwürmer heranwachsen.

Was fressen Schnurwürmer?

Schnurwürmer leben räuberisch, fressen aber auch Aas; es kann passieren, dass sich ein Schnurwurm auch mal an einer kleinen Garnele vergreift. In der Regel fressen sie im Aquarium andere, kleinere Würmer, aber auch ungefressenes Fischfutter oder anderes proteinreiches Aquarium Futter.

Wie bewegen sich Schnurwürmer?

Junge Schnurwürmer schwimmen relativ elegant, ältere Exemplare bewegen sich dann nur noch auf dem Substrat fort.

Woher kommen Schnurwürmer?

Meist schleppt man Schnurwürmer mit Aquarium Pflanzen aus konventioneller Aufzucht ein, Würmer oder Eier können aber auch an Dekoration aus einem bereits besiedelten Aquarium sitzen. Teils ist es schon vorgekommen, dass in Portionen von Lebendfutter Tubifex auch Schnurwürmer saßen, und einheimische Schnurwurm Arten kann man natürlich auch mit Tümpelfutter ins Aquarium bringen. An sich sind Schnurwürmer jedoch ein sehr gutes Fischfutter.

Muss man Schnurwürmer bekämpfen, und wenn ja, wie?

Die räuberischen Schnurwürmer sind in Fisch Aquarien unbedenklich, jedoch kann es im Garnelen Aquarium durchaus passieren, dass kleine Garnelen erbeutet werden. Die Anzahl der Schnurwürmer im Aquarium lässt sich durch durchdachte, von den Portionen angepasste Fütterung klein halten, beziehungsweise kann man die recht großen Würmer auch einfach absammeln oder absaugen.

Egel - Hirudinea

Taucht ein Egel im Aquarium auf, wird sehr häufig davon ausgegangen, dass das direkt ein Blutegel sein muss. Nicht jeder Egel ist jedoch ein Blutegel! Viele Egel, die man im Aquarium findet, saugen gar kein Blut, sondern leben räuberisch von anderen Würmern oder von Schnecken. Insbesondere Schneckenegel erkennt man ganz gut - sie sind tropfenförmig, hinten deutlich dicker als vorn, und weißlich bis beige. Asiatische Egel dagegen sind rötlich bis braun und gleichmäßig schlank. Hundeegel, auch Pferdeegel genannt, besitzen ein hell-dunkles Muster, einen hell olivfarbenen Bauch und sind ebenfalls gleichmäßig lang und eher schlank. Egel haben Segmente wie ein Regenwurm, aber zusätzlich besitzen sie noch einen großen, gut sichtbaren Saugnapf am Hinterteil und einen kleineren Saugnapf an der Unterseite ihres Kopfs.

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Egel sind Zwitter, also zweigeschlechtlich, jedes Tier hat weibliche und männliche Geschlechtsorgane. Viele Arten sind jedoch dennoch nicht zur Selbstbefruchtung fähig, sondern brauchen einen Partner. Manche Egel legen Eier in Kokons auf Hartsubstrat ab, einige Arten wie der Schneckenegel betreiben jedoch Brutpflege und tragen ihre Eier bis zum Schlupf der Jungen unter dem Körper. Zur asexuellen Fortpflanzung sind Egel nicht fähig.

Was fressen Egel?

Die parasitisch lebenden Egel wie der Fischegel saugen Blut bei ihren Wirten, die Schlundegel und Rüsselegel dagegen leben räuberisch, teilweise wird auch Aas verwertet. Sie fressen in der Regel andere Würmer, Schneckenegel insbesondere auch lebende Schnecken. An Garnelen vergreifen sich die im Aquarium üblichen Egel in der Regel nicht.

Wie bewegen sich Egel?

Egel nutzen ihre Saugnäpfe, um sich auf Substrat fortzubewegen - dabei bewegen sie sich wie eine Spannerraupe. Wenn Egel schwimmen, schlängeln sie sich ziemlich elegant und schnell durchs Wasser.

Woher kommen Egel?

Meist schleppt man Egel mit Dekoration und Pflanzen aus befallenen Aquarien ins Aquarium ein, heimische Arten auch mit Tümpelfutter. Hin und wieder sitzen Asiatische Egel in Lebendfutter Tütchen, weil sie ähnlich wie Schnurwürmer gerne in Tubifex Aufzuchten räubern.

Muss man Egel bekämpfen, und wenn ja, wie?

Die räuberischen Schneckenegel sind im Aquarium mit Zierschnecken ausgesprochen unerwünscht. Asiatische Egel und Pferdeegel / Hundeegel sind im Wirbellosen Aquarium dagegen harmlos. Egel lassen sich aufgrund ihrer Größe gut absammeln, bei stärkerem Befall kann es notwenig werden, das Aquarium neu zu machen. Egel sind zwar sehr empfindlich auf Kupfer, Garnelen und Aquarium Schnecken jedoch leider auch.


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