Aquascaping Basics: Ein Iwagumi verstehen und gestalten
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Iwagumi?
Ein Layout im Stil eines Iwagumi zeichnet sich durch eine ganz spezielle Art der Gestaltung aus. Dazu muss man wissen, dass das japanische Wort Iwagumi als Felsformation übersetzt werden kann. Hier haben wir also eine Landschaft im Aquarium, die als Grundstruktur eine Felsformation zeigt. Das können sich einzeln aus einer Graslandschaft erhebende Berge sein, eine zerklüftete Küstenlandschaft, Ausschnitte aus einer Berglandschaft, ... grundsätzlich orientiert sich auch die Gestaltung eines Iwagumi gemäß den Regeln für das Naturaquarium an einer Landschaft, wie man sie über Wasser antreffen kann.
Wer hat's erfunden?
Die Gestaltung des Iwagumi Stils geht auf Takashi Amano zurück, den Begründer des Naturaquariums. Sie basiert auf dem Prinzip, das den japanischen Steingärten zugrunde liegt. Amano positionierte eine vorgegebene Anzahl Steine in seinen Iwagumi Aquarien und stellte durch ihre Anordnung eine ganz besonders dynamische Ästhetik her. Seine Erfahrungen und Einsichten, die er als Naturfotograf erlangt hatte und sein Gefühl für den natürlichen Flow in einem Aquascaping Layout waren die Grundlage für seine einzigartigen, puristischen und dadurch umso kraftvolleren Iwagumi Layouts im Aquascape.
Das Grundprinzip hinter dem Iwagumi Layout
Im Iwagumi regiert das japanische Wabi Sabi besonders auffallend. Ihm liegt das Konzept einer bewussten Einfachheit zugrunde, es spiegelt einen kraftvollen Purismus.
Die Grundidee hinter dem Iwagumi ist außerdem das japanische Prinzip Tanshoku Tanei, das man als "eine Art Pflanze, eine Art Fisch" übersetzen könnte, und das sich auch auf die Dekorationsmaterialien auswirkt. In diesem Aquascaping Stil verwendet man nur eine einzige Art Aquarium Stein als Hardscape Dekorationselement. Wurzeln wird man in einem echten Iwagumi vergeblich suchen. Die Steine werden klassischerweise mit niedrigen Vordergrundpflanzen umpflanzt.

Bodengrund - der Unterbau
Im Iwagumi verwendet man optimalerweise einen aktiven Soil wie den NatureHolic Soil als Bodengrund, der die Aquarium Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Willst du Vordergrundpflanzen mit besonders feinen Wurzeln einsetzen, kann es sein, dass der Soil zu grob ist. Dann gibst du noch eine Schicht Powder Soil darüber, damit die feinen Würzelchen besseren Halt finden.

Im Iwagumi lässt man gerne den Soil von vorne nach hinten etwas ansteigen, teils auch von links nach rechts oder umgekehrt. So erhältst du eine perspektivischere Wirkung; dein Aquascaping Layout wirkt dadurch wesentlich tiefer und räumlicher.
Hardscape - die Einrichung und ihre Anordnung
Ein Aquascape im Iwagumi Stil wird mit Steinen eingerichtet, die richtig positioniert werden wollen, damit sich die bestmögliche optische Wirkung einstellt. Damit dein Iwagumi möglichst natürlich wirkt, verwendest du verschiedene Steingrößen von ein und derselben Steinsorte. Hier findest du eine Übersicht über gängige Steinarten fürs Aquascaping: Verschiedene Steine im Aquascaping - der XXL Blog. Besonders beliebt sind für ein Iwagumi Layout stark zerklüftete Steine und Steine mit einer gröberen, charaktervollen Struktur, die Dramatik und Dynamik ins Aquascape bringt. Unsere NatureHolic Ready to Scape Sets bieten dir fertige Stein Layouts aus Kunststein, die dir das Einrichten dramatischer Iwagumi Aquascapes ermöglichen, zum Beispiel mit dem Set Soul Valley.

Man achtet beim Iwagumi immer darauf, dass eine ungerade Anzahl von Steinen verwendet wird, weil gerade Anzahlen schnell zu symmetrisch werden und dann nicht mehr natürlich wirken.
Wichtig ist, dass die Steine unterschiedliche Größen haben. Den größten Stein im Iwagumi nennt man Hauptstein, auf englisch Mainstone, auf japanisch Oyaishi. Er ist der Blickfang im Layout. Hierfür wählst du den größten und von der Struktur her schönsten Stein und setzt ihn etwas außerhalb der Mitte deines Aquariums als Blickfang, ungefähr im Verhältnis 2 zu 1 seitlich versetzt - was dem Prinzip des Goldenen Schnitts entspricht.
Der zweitgrößte Stein hießt auf japanisch Fukuishi. Er bildet den optischen Gegenpunkt zum Hauptstein und schafft durch seine Anordnung eine gewisse Spannung und Dramatik.
Die nächsten kleineren Steine nennen sich Soeishi-Steine. Sie werden verwendet, um die Wirkung des Hauptsteines optisch zu unterstreichen. In einem kleinen Iwagumi hast du oft nur den Hauptstein, einen Fukuishi und einen Soteishi. Damit ist das Layout schon fertig.
In größeren Aquarien verwendet man zusätzlich zu diesen drei Arten noch die Suteishi, die kleinsten Steine als Gestaltungselemente im Iwagumi. Sie nimmt man für die Gestaltung feiner Details.
Beim Setzen der Steine ist es wichtig, dass du die Richtung der Struktur beachtest, damit nicht der Hauptstein in die eine Richtung "schaut" und der Fukuishi in eine ganz andere. Man bemüht sich, einen Flow, eine Dynamik mit den Strukturen der Steine aufzubauen und so eine Strömung im Aquascape zu visualisieren.
Sollte mal ein Stein größentechnisch nicht passen, kannst du ihn mit der hier im Blog "Hardscape miteinander verbinden" unseres Partner Shops Aquascape.de vorgestellten Technik beliebig erweitern.
Ein Iwagumi richtig bepflanzen
Takashi Amanos frühe Iwagumis waren nur mit einer einzigen Art Wasserpflanzen - nämlich mit einer einzigen Art Vordergrundpflanze, beispielsweise Marsilea oder aufgebundener Riccia aka Teichlebermoos - begrünt, mittlerweile verwendet man jedoch teils eine Mischung aus verschiedenen Bodendeckern fürs Aquarium in modernen Iwagumis, weil dies einen noch natürlicheren Anblick ergibt. Selbst Stängelpflanzen hat man schon in einzelnen Iwagumi Layouts im Hintergrund gesehen.

Kann man Fische und Wirbellose in einem Iwagumi halten?
Wenn das Aquarium groß genug ist, in dem das Iwagumi Layout gepflanzt und gesetzt wurde, kannst du natürlich auch Fische darin halten. Bitte entscheide dich für Fische, die keine Probleme mit hellen Aquarien haben und die keine Abschattung brauchen. In der Natur des Iwagumi liegt, dass es relativ wenig Deckung bietet, weil überwiegend mit kurzen Pflanzen zwischen den Steinen gearbeitet wird. Zwerggarnelen dagegen passen perfekt in ein Iwagumi. Sie räumen mit Algenaufwuchs auf und halten die Vordergrundpflanzen sauber. Außerdem bieten sie je nach Färbung wunderschöne kleine Leuchtpunkte im ansonsten doch recht grün und steinfarbenen Layout.

Pflege und Standzeit eines Iwagumi
Manche Aquascaper erschaffen ihre Layouts ziemlich zeitlich begrenzt, und so werden auch einige Iwagumi Scapes recht bald nach dem Final Shot, dem Foto des Aquascapes in seinem perfekten optischen Gleichgewicht, wieder umgeräumt oder anders gestaltet.
Willst du dein Iwagumi über längere Zeit pflegen, solltest du darauf achten, die Vordergrundpflanzen oft zurückzuschneiden, damit sie die kleineren Steine nicht überwuchern und keine Matten bilden. Bei Mattenbildung sterben die untersten Schichten der Pflanzen nämlich ab, und damit auch die Wurzeln, die das ganze am Boden halten - dann treibt dir mit etwas Pech deine gesamte Iwagumi Bepflanzung in Richtung Wasseroberfläche! Also immer schön ausdünnen ...
Ansonsten wird das Iwagumi gepflegt wie jedes andere Aquascape auch. Dazu gehört ein wöchentlicher Wasserwechsel von 10-20 %, im Zuge dessen du auch gleich die Scheiben von innen und außen putzt.

Danach wird nachgedüngt. Wer's ganz genau nimmt mit der Pflanzen Düngung im Iwagumi Aquarium, misst zuvor mit einem Testkoffer wie dem JBL Proscape Testlab die für ein Aquascape relevanten Wasserwerte und ergänzt ganz gezielt die fehlenden Nährstoffe. Wir empfehlen hierfür unser NatureHolic Flüssigdünger Profi Set.

So steht deinem wunderschönen Iwagumi nichts mehr im Wege! Trau dich und mach einen faszinierenden Ausflug in die Welt des Aquascaping und lass dich von deinen Ergebnissen verzaubern!