Wasserflöhe als Lebendfutter züchten und anreichern
Inhaltsverzeichnis
Was zeichnet Wasserflöhe oder Daphnien als Lebendfutter aus?
Lebende Daphnien oder Wasserflöhe sind ein prima Zusatzfutter für Fische und auch für Wirbellose im Aquarium. Sie eignen sich von der Größe her für alle kleinen bis mittelgroßen omnivoren und carnivoren Aquarium Fische. Die hüpfende Fortbewegung der Kleinkrebse regt den Jagdinstinkt der Zierfische an - Lebendfutter bietet den Fischen im Aquarium eine schöne Anregung zur Bewegung und erlaubt ihnen, ihr natürliches Verhalten auszuleben. Garnelen und Krebse verwerten Wasserflöhe spätestens nach dem Tod.

Der Nährstoffgehalt von Wasserflöhen als Lebendfutter
Wasserflöhe sind relativ nährstoffarm. Die lebenden Daphnien haben in der Frischsubstanz den folgenden Nährstoffgehalt:
| Wassergehalt: | 95 % |
| Protein: | 2,5 % |
| Fett: | 0,5 % |
| Ballaststoffe: | 2% |
Als Alleinfutter sind Wasserflöhe daher nicht geeignet. Ihre geringe Nährstoffdichte macht sie dafür ungeeignet. Auffallend ist der im Verhältnis recht hohe Gehalt an Ballaststoffen. Ein großer Teil davon besteht aus dem Chitin des Panzers der Kleinkrebse. Für die Fische im Aquarium ist dieser Ballaststoff sehr wichtig, weil er für eine normale Darmfunktion sorgen kann. Als Zusatzfutter zur normalen Kost sind Daphnien für die Fische sehr wertvoll!
Auch für Garnelen ist der Chitingehalt interessant; auch ihr Panzer besteht zu einem Großteil aus dem Komplexprotein. Wasserflöhe liefern den Garnelen außerdem neben der ballaststoffreichen Hülle wertvolles Eiweiß, einen geringen Anteil Häutungshormone und auch ein kleinwenig Fett. Weil Garnelen ballaststoffreiches Futter brauchen, sind Wasserflöhe praktisch die perfekte Zusatznahrung für die Krabbler.
Woher bekomme ich einen Zuchtansatz Wasserflöhe?
Wasserflöhe der Gattung Daphnia sind bei uns auch in der Natur heimisch. Die Grundlage für deine Wasserflohzucht kannst du dir daher rein theoretisch in der Natur holen. Allerdings sind Wasserflöhe Fischnährtiere und fallen damit unters Fischereirecht. Bitte informiere dich daher bei den zuständigen Behörden (Fischereibehörde, Untere Naturschutzbehörde und so weiter), inwiefern eine Naturnentnahme in deiner Ecke erlaubt ist.

Du kannst dir aber auch ganz einfach einen Zuchtansatz Wasserflöhe im Fachhandel kaufen oder bestellen - Wasserflöhe werden in kleinen Tütchen als Lebendfutter verkauft. Schau gut hin - viele tote Wasserflöhe und trübes Wasser in der Packung sprechen für einen schwachen Ansatz, der eventuell nicht effektiv ist.
Wasserflöhe als Lebendfutter züchten
Wasserflöhe kann man prima im Haus oder draußen auf dem Balkon und im Garten als Lebendfutter für die Aquaristik züchten. Alles, was du brauchst, sind zwei Eimer oder andere Gefäße von 10 bis ca. 60 Litern Volumen, die du mit Wasser füllst: Leitungswasser oder Regenwasser sind gut geeignet.
Wasserflöhe gedeihen sehr gut in Gefäßen ohne Pflanzen. Es wird häufig berichtet, dass sich Daphnien in Gefäßen mit Pflanzen weniger gut vermehren; außerdem wären die Pflanzen bei der Entnahme des Lebendfutters aus den Zuchtbehältern im Weg. Fadenalgen sollten ebenfalls nicht vorhanden sein, weil sich die Flöhe in den langen Grünalgen Fäden verheddern und sterben würden.
Einen Filter braucht es ebensowenig für die Wasserfloh Zucht; Strömung ist zur Zucht von Wasserflöhen sogar kontraproduktiv. Die kleinen Ruderarme der Daphnien sind nicht besonders kräftig, und wenn sie die ganze Zeit gegen eine Strömung anschwimmen müssen, verbrauchen die kleinen Krebstiere viel zu viele Ressourcen, und die Vermehrung leidet extrem.

Auch Bodengrund ist im Zuchtgefäß für Wasserflöhe nicht unbedingt notwendig; etwas Kies und braunes Laub am Boden der Wasserflohzucht können jedoch wichtige Schadstoffe abbauende Bakterien beherbergen. Diese Bakterien sind hilfreich, weil sie das Wasser im Zuchtgefäß für Wasserflöhe biologisch reinigen. Mit etwas Filtermulm aus einem laufenden Aquarium bringst du gleich einen ganzen Schwung der nützlichen Mikroorganismen in deinen Wasserfloh Zuchtbehälter, die ganz nebenbei auch noch den Daphnien als Futter dienen können.
Ein nützlicher Beibesatz im Wasserfloh Behälter sind außerdem kleine Wasserschnecken. Gut eignen sich Posthornschnecken, Blasenschnecken oder auch Schlammschnecken als Putzpolizei in der Wasserfloh Zucht. Sie fressen Ablagerungen des Futters, Kot, verstorbene Daphnien und Häutungsreste und halten so das Wasser im Zuchtbehälter sauber.

Du brauchst nicht nur keinen Filter, sondern auch keine Aquarienbeleuchtung, wenn der Daphnien Zuchtansatz auf der Fensterbank oder einem anderen hellen Platz ohne direkte Sonne steht. Auch im Freiland sollte der Behälter für die Wasserflöhe nicht in der prallen Sonne stehen, um eine Überhitzung zu vermeiden. Die ideale Wassertemperatur für Daphnien beträgt zwischen 20 und 25 °C. Bei kühleren Temperaturen stagniert die Vermehrung, bei zu hohen Temperaturen kann es zu Sauerstoffmangel und im schlimmsten Fall zu einem Umkippen des Wassers in der Wasserfloh Zucht kommen. Dann sterben die Daphnien ab.
Wenn du genügend Schnecken im Wasserfloh Behälter hast, hält sich der Reinigungsaufwand in engen Grenzen. Solange der Mulm am Boden der Wasserflohzucht braun und locker flockig ist, ist alles gut. Wasserwechsel sind dann nicht nötig.
Verdunstetes Wasser füllst du mit Wasser aus dem Vollentsalzer, mit Regenwasser (am besten über Aktivkohle gefiltert) oder mit destilliertem Wasser auf. Wenn du mit Leitungswasser auffüllst, wird das Wasser in deiner Wasserfloh Zucht mit der Zeit immer härter.
Wenn sich dicke schwarze Placken oder weiße schleimige Schichten bilden, musst du diese absaugen. In diesen Schichten sitzen anaerobe Bakterien, die Schwefeldioxid produzieren, das für Wasserflöhe sehr giftig ist.
Wasserflöhe bilden keinen hellen, sondern einen schwarzen Sattel mit Dauereiern aus, wenn sich die Bedingungen in ihrem Zuchtbehälter verschlechtern - wenn die Wasserqualität nachlässt oder mit dem Futter etwas nicht passt oder wenn es zu kalt oder zu warm wird.

Alarmzeichen, dass die Wasserfloh Zucht kurz vor dem Kippen steht, sind:
- Die Schnecken im Wasserflohbehälter legen keinen Laich mehr ab.
- Der Ansatz riecht unangenehm.
- Es gibt viele Wasserflöhe mit dunklem Sattel - das bedeutet, dass sich die Bedingungen verschlechtern und daher Dauereier produziert werden.
In diesen Fällen wird dann doch ein großzügiger Wasserwechsel fällig. Saug tote Wasserflöhe dabei ab; fülle den Ansatz mit abgestandenem Leitungswasser auf. Nach dem Wasserwechsel fütterst du erst einmal die Wasserflöhe für ein paar Tage nicht zu. Wenn das Wasser klar ist, kannst du die Futtermenge vorsichtig wieder erhöhen.
Wasserflöhe als Lebendfutter richtig füttern und anreichern
Einen frisch aufgesetzten Zuchtansatz mit Wasserflöhen fütterst du zunächst nur ganz sparsam, damit sich die Wasserqualität nicht verschlechtert. Ideal ist es, eine indirekte Fütterung der Wasserflöhe zu wählen - hierfür fütterst du nur die Schnecken. Auf ihrem Kot bilden sich dann die Bakterien, die von den Daphnien gefressen werden. Nimmt die Vermehrung der Wasserflöhe Fahrt auf, kannst du auf eine direkte Fütterung umstellen.
Füttere deine Wasserflöhe mit Algenpulver oder anderem sehr feinem Staubfutter. Mit hochwertigem Algenfutter kannst du die Wasserflöhe prima anreichern, sodass sie etwas vitaminreicher und mineralstoffreicher werden. Gut eignen sich:
- Spirulinapulver
- NatureHolic Spirulina als Lebendkultur
- NatureHolic Pure AlgaeMix
- NatureHolic FoodMash Herbi
- oder in etwas Wasser aufgeschlämmte Trockenhefe


Hier siehst du lebende Spirulina Kulturen.
Wichtig ist, das Futter immer gut zu verteilen und nur so viel zu füttern, dass das Wasser eine leichte Trübung aufweist. Nachgefüttert wird erst, wenn das Wasser wieder einigermaßen klar ist. Auch zu viel Staubfutter kann die Wasserfloh Zucht zum Kippen bringen. Perfekt wird es, wenn sich im Wasserflohbehälter eine Algenblüte bildet, dann gibt es genügend Algen für die Wasserflöhe.
Noch ein paar allgemeine Tipps für die Zucht von Wasserflöhen als Lebendfutter zum Abschluss
Je öfter du deinem laufenden Zuchtansatz Wasserflöhe entnimmst, desto besser läuft meist der Ansatz.
Profitipp: Wir empfehlen, immer einen zweiten oder sogar dritten Ansatz Wasserflöhe parallel laufen zu lassen, in dem weniger gefüttert wird und der als Backup dienen kann, falls der erste Ansatz einbricht.
Auch wenn deine Wasserflohzucht doch einmal zusammenbrechen sollte, weil du versehentlich zu viel gefüttert hast und das Wasser gekippt ist oder wenn der Wasserbehälter im Freiland im Winter doch einmal durchfriert, tauchen dank der produzierten Dauereier im nächsten Frühjahr ziemlich sicher wieder Wasserflöhe auf, die fröhlich durchs Wasser im Wasserfloheimer hüpfen.
