Garnelensterben im Sommer - Keimdichte im Aquarium

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Keimdichte im Aquarium

Viele unserer beliebtesten Garnelenarten wie zum Beispiel Bienengarnelen, Hummelgarnelen oder Tigergarnelen stammen aus sehr sauberen, kühlen und sauerstoffreichen Bächen. Die Nährstoffdichte im Wasser ist so gering, dass es in diesen Bächen kaum nennenswerten Pflanzenwuchs gibt. Aber nicht nur die Nährstoffdichte ist niedrig, auch die Keimdichte in diesen Bächen ist nicht hoch. Gerade Bienengarnelen, Hummelgarnelen und Tigergarnelen sind Bakterien im Freiwasser aus der Natur nicht gewöhnt, und sie kommen auch im Aquarium gar nicht gut mit diesen kleinen Mitbewohnern klar. Wohl ernähren sie sich von Biofilmen, die sich auf Steinen und Laub bilden, aber in diesen Biofilmen finden sich fast nur "gute" Bakterien, die die Garnelen in der Regel nicht krank machen, sondern ihnen wichtige Proteine und andere Nährstoffe liefern. Im Aquarium eignet sich als gute Proteinquelle für Garnelen Natureholic Proteinfeed.

Nun kann man ein Aquarium nicht mit der freien Natur vergleichen — im Aquarium haben wir praktisch immer eine deutlich höhere Keimdichte als in den heimischen Bächen der Garnelen, einfach, weil in diesen Fließgewässern ständig Frischwasser zugeführt wird und Altwasser schnell abfließt. Das ist im Aquarium kaum zu leisten. Deshalb sollte man umso mehr darauf achten, die Keimdichte im Becken so niedrig wie möglich zu halten.

 

Bakterien im Aquarium

Bakterien gehören zu den Einzellern mit einem recht einfachen Körperbau. Sie vermehren sich durch Teilung, können aber auch Sporen bilden, die bei widrigen Umständen überdauern können und aus denen wieder lebensfähige Bakterien entstehen, wenn sich die Umweltbedingungen verbessert haben. Bakterien vermehren sich bei hohem Nahrungsangebot sehr stark, je nach Art kann sich ihre Anzahl innerhalb von weniger als einer halben Stunde mehr als verdoppeln.
Bei hohen Temperaturen steigt die Stoffwechselaktivität der Bakterien stark an und sie teilen sich noch schneller.

Ohne Bakterien ist das Ökosystem Aquarium nicht stabil zu halten (Blog: Stickstoffkreislauf im Aquarium), aber man muss ihre Anzahl auch nicht forcieren … bei passenden Bedingungen pendelt sie sich auf einem guten Niveau ein.

Keimdichte im Aquarium niedrig halten!

Die Keimdichte im Aquarium kann man mit verschiedenen Maßnahmen unter Kontrolle halten. Da die Vermehrungsrate von Bakterien unmittelbar von der Nährstoffdichte des Wasser abhängt und da Bakterien praktisch alle Arten von organischen Stoffen verstoffwechseln können, bringt es sehr viel, wenn man die organische Belastung des Wassers niedrig hält.

Das geschieht hauptsächlich dadurch, dass man das Futter sorgfältig auswählt. Zucker ist optimaler "Treibstoff" für Bakterien, daher ist alles, was Zucker oder Stärke enthält, im Aquarium mit großer Vorsicht zu genießen. Trauben, Bananen und anderes Obst haben in einem Becken mit Wirbellosen ebensowenig etwas verloren wie die allseits berüchtigte Spaghettinudel. Selbst grünes Laub. Grünfutter wie Spinat und Brennnessel und Gemüse wie Gurken oder Paprika können durch die auch in ihnen enthaltenen Einfachzucker und Mehrfachzucker zu einer Bakterienblüte führen. Diese Dinge können zwar guten Gewissens verfüttert werden, sollten aber nach einigen Stunden wieder aus dem Aquarium genommen werden. Will man auf der ganz sicheren Seite sein, sollten sie keinesfalls über Nacht im Becken bleiben. Auch fertiges Futter speziell für Garnelen aus dem Handel sollte nicht länger als einige Stunden im Aquarium bleiben, beziehungsweise sollte nur so viel gefüttert werden, wie innerhalb dieser Zeit gefressen wird. Übriggebliebene Reste sollten abgesaugt werden. Auch der Bodengrund an der Futterstelle sollte von Zeit zu Zeit abgesaugt und durchgemulmt werden, um Futterreste im Bodengrund zu entfernen. Durch Futterschalen und eine gezielte Fütterung kann man verhindern, dass Futter im Boden versickert und so zu einer verstärkten Bakterienbelastung des Wassers führt.


Regelmäßige Wasserwechsel sind zur Verringerung der Keimzahl im Wasser unabdingbar. Ein Wasserwechsel von 50% reduziert auch die Bakterienzahl um die Hälfte. Je nach Besatzdichte und Intensität der Fütterung sollte man pro Woche zwischen 30 und 50% des Wassers wechseln. Das frische Wasser sollte von der Temperatur und den Wasserwerten an das Aquarienwasser angepasst werden. Ist man sich über die Qualität des Leitungswassers nicht sicher, sollte das Wechselwasser auf jeden Fall mit einem für Garnelen geeigneten Wasseraufbereiter behandelt werden. Mit diesen Mitteln werden Schadstoffe gebunden und unschädlich gemacht. Ist das Leitungswasser von den Wasserwerten wie zum Beispiel Gesamthärte, Karbonathärte oder Nitratgehalt nicht für Garnelen mit besonderen Ansprüchen an das Wasser wie Weichwassergarnelen (Bienengarnelen, Tigergarnelen und andere Arten aus Südchina) oder auch Sulawesigarnelen geeignet, sollte man über die Aufbereitung von Osmosewasser mit einem speziellen Mineralsalz nachdenken.

Auch die Zugabe von Huminsäuren kann die Keimzahl drücken, da diese Stoffe keimhemmend wirken. Huminsäuren sind unter anderem in Torf, braunem Eichenlaub und Erlenzapfen reichlich vorhanden, man kann aber auch auf spezielle fertige Präparate zurückgreifen. Sie haben den Vorteil, dass sie sich exakt dosieren lassen.

Ganz besonders in heißen Sommern ist es außerdem wichtig, die Wassertemperatur niedrig zu halten. Heizt sich das Aquarienwasser aufgrund der hohen Außentemperaturen zu stark auf, sinkt nicht nur der Sauerstoffgehalt, auch die Vermehrungsrate der Bakterien kann stark ansteigen, und die Keimzahl erhöht sich merklich. Eine Kühlung im Aquarium ist dann eventuell unumgänglich (Blog: Kühlung im Aquarium). So bleibt die Temperatur im grünen Bereich und die Bakterien vermehren sich nicht übermäßig.

Natürlich sollten alle diese Maßnahmen Hand in Hand gehen, es bringt selbstverständlich nicht so viel, lediglich auf die Temperatur zu achten und dabei den Wasserwechsel zu vernachlässigen oder das Aquarium grob zu überfüttern.

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