Geschlechtsunterschiede Krebse

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Es gibt unglaublich viele Tipps, wie man die Geschlechter bei europäischen, nord- und mittelamerikanischen, südostasiatischen, neuseeländischen und australischen Flusskrebsen unterscheiden kann. Sie orientieren sich meist an der Scherenform, der Körperform oder auch der Körpergröße. So richtig zuverlässig ist davon jedoch fast keiner — zu viel hängt von individuellen Gegebenheiten ab.

Junge Weibchen sind selbstredend kleiner und oft auch schlanker als ältere Männchen, und auch die Scherenformen können sich von einer Häutung zur anderen verändern. Eine Ausnahme hiervon bilden lediglich die roten, orangefarbenen oder weißen Scherenblasen, die männliche Krebse bei manchen Arten der Gattung Cherax wie Cherax quadricarinatus, Cherax lorentzi und anderen besitzen. Sie sind bei diesen Arten ein zuverlässiges Mittel der Geschlechtsbestimmung. Allerdings gibt es auch bei den Cherax-Krebsen einige Arten, die diese Scherenblasen gar nicht haben — dann ist man wieder auf Ratespiele angewiesen, wenn man sich auf die oben genannten Merkmale beziehen möchte.

Die 100% sichere Variante der Geschlechtsbestimmung

Wirklich zuverlässig bestimmen kann man das Geschlecht bei großen Flusskrebsen ebenso wie bei Zwergflusskrebsen grundsätzlich anhand der Geschlechtsorgane. Sie liegen bei allen Süßwasserkrebsen auf der Bauchseite der Tiere. Ganz sicher kann man sich also nur sein, wenn man das Tier umdreht. Dazu fasst man den Krebs fest von oben am Kopfpanzer, der erstaunlich hart ist.

Autsch! Wenn die Kneifer, kneifen!

Achtung, die Finger sollte man unbedingt außerhalb der Reichweite der Scheren halten, gerade bei Großkrebsen kann es sonst wirklich schmerzhaft werden! Hat der Krebs einmal zugepackt, lässt er nicht wieder los, kann man die Schere vorsichtig aufstemmen. Hektische Bewegungen sorgen dafür das der Krebs noch fester zupackt, hängen sie ruhig den Finger ins Aquarium und bewegen sie sich nicht, nach wenigen Sekunden sollte der Flusskrebs wieder loslassen. Zieht man den Finger einfach aus der Schere heraus, gibt es meist zusätzlich zur Quetschung noch eine blutende Wunde …

Hat man den Krebs sicher gefasst, dreht man ihn auf den Rücken. Das tut ihm zwar nicht weh, aber als potentielles Beutetier findet ein Flusskrebs diesen Vorgang meist trotzdem nicht besonders prickelnd — er wehrt sich. Sein Fluchtreflex besteht in Schlagen mit dem äußerst muskulösen Schwanz. Darauf sollte man vorbereitet sind. Nicht loslassen! Es empfiehlt sich, eine solche Untersuchung an einem Ort vorzunehmen, an dem der Krebs nicht tief fallen kann und — wenn er fällt — weich landet. Schlägt ein großer Krebs aus einer größeren Höhe auf harten Boden auf, kann sein Kopfpanzer reißen, was seinen Tod bedeutet.

Für die Angsthasen unter uns... :-)

Traut man sich nicht, seinen Flusskrebs anzufassen, sicher zu halten und auf den Rücken zu drehen, oder wenn man ihn nicht so stark stressen möchte, kann man ihn auch einfach mit etwas Wasser in ein kleines Gefäß mit durchsichtigem Bodengrund setzen. Dann schaut man von unten hinein. Idealerweise macht man ein (gutes) Foto, so kann man später in Ruhe gucken und der Krebs kann schnell wieder in seine vertraute Umgebung zurück.

Kommen wir zur der eigentlichen Geschlechtsbestimmung

Bei weiblichen Flusskrebsen - egal welcher Gattung und Art - sitzen paarige Geschlechtsöffnungen (die sogenannten Gonoporen) an der Basis des dritten Beinpaares. Gezählt wird immer — auch bei den Männchen — von der Kopfseite her. Das Scherenpaar gilt als erstes Beinpaar.

Cherax (Parastacidae) Geschlechtsunterschiede

Bei der Familie Parastacidae, zu der zum Beispiel die Gattung Cherax gehört, haben männliche Krebse ebenfalls Gonoporen, die aber am Ende des fünften und letzten Beinpaares sitzen..



Astacus & co. (Astacoidae) Geschlechtsunterschiede

Bei Männchen aus der Familie Astacoidae, zu der neben den europäischen auch die amerikanischen Flusskrebse gehören, sind die ersten beiden Schwimmbeinpaare zu V-förmigen, nach vorn weisenden Geschlechtsanhängseln, den sogenannten Gonopoden, umgebildet. Männliche Flusskrebse dieser Familie haben deshalb nur drei Schwimmbeinpaare unter dem Hinterleib, während die Weibchen fünf haben. Man kann theoretisch auch einfach die Schwimmbeinpaare zählen, um herauszufinden, was ein Männchen und was ein Weibchen ist.

 

Procambarus, Cambarellus & Cambarus Geschlechtsunterschiede

Bei den Flusskrebsen aus Nord- und Mittelamerika, die im Hobby hauptsächlich durch die bekannten und beliebten Gattungen Procambarus, Cambarus, Cambarellus und Orconectes vertreten werden, haben die weiblichen Tiere nicht nur Gonoporen (also Geschlechtsöffnungen). Zusätzlich dazu befindet sich bei ihnen noch eine kleine Vertiefung zwischen dem vierten und dem fünften Schreitbeinpaar (also dem vorletzten und dem letzten Beinpaar, von vorn gerechnet). In diesem sogenannten Annulus ventralis speichern die Weibchen die Spermatophoren der Männchen bis zur Befruchtung.


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  • Sehr schön !

    Vielen Dank für solche Infos. Die Bilder sind auch absolut hervorragend :-)

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