Herbstlaub im Aquarium - Leckerbissen für Garnelen & Co

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Bunt sind schon die Wälder, die Blätter fallen … und damit hat für Garnelen-, Krebs-, Krabben- und Schnecken-Halter die aktive Zeit begonnen. Die meisten Wirbellosen im Süßwasser lieben abgefallenes braunes Laub. In den Biotopen in der Natur ist es für die allermeisten Arten das Grundnahrungsmittel schlechthin, und außerdem bietet so eine Ansammlung von braunen Blättern   den Jungtieren hervorragende Verstecke bei gleichzeitig wunderbarer Versorgung mit wertvollem Futter. Die in braunem Herbstlaub enthaltenen Huminstoffe sind nebenbei noch sehr gut für das Wasser, weil sie es etwas weicher und tierverträglicher machen. Auch wenn sie das Wasser etwas bräunlich färben, bleibt es doch klar. Dieser leichte Bernsteinton lässt außerdem die Farben der Tiere noch schöner strahlen.


Das Laub welcher Bäume eignet sich?

Das Laub der meisten europäischen Laubbäume eignet sich für den Einsatz im Aquarium. Besonders beliebt sind Eiche und Buche, aber auch das Laub von Walnuss, Ahorn, Kastanie, Magnolie, Birke, Hainbuche oder Erle kann verwendet werden. Mit Einschränkungen — weil Obstbäume oft gespritzt werden, dann bitte nicht sammeln — sind auch Kirsche, Pflaume, Apfel und Birne geeignet. Das Laub vom Haselstrauch ist ebenfalls ein gutes Futter. Ziersträucher können Gift enthalten, von ihnen sollte man grundsätzlich besser die Finger lassen!


Braunes Herbstlaub und seine Verwendung

Vollständig braunes Herbstlaub eignet sich als Dauerfutter und kann im Aquarium belassen werden, bis es vollkommen zersetzt ist. Anders als grünes Laub belastet es das Wasser nicht. Zunächst werden braune Blätter von Garnelen lediglich abgeweidet. Sie sind noch zu hart, aber auf ihnen bildet sich schnell ein dünner Biofilm, den Garnelen mit Begeisterung fressen und der ihnen wichtige und vor allem sehr gut verträgliche Proteine liefert. Später, wenn das Blattgewebe von Bakterien aufgeschlossen wurde und die Blätter weich und mürbe sind, werden auch Blatt-Teile selbst von Garnelen aufgenommen. Krebse, Krabben und Schnecken fressen die Blattmasse auch schon, wenn sie noch etwas härter ist. Sammelt man direkt vom Baum, kann man das Laub einfach so ins Becken geben — am Stück oder zerbröselt. Es wird noch ein paar Tage an der Wasseroberfläche treiben und dann untergehen. Will man (beispielsweise in einem Aquascape) das Laub gezielt platzieren, kann man es natürlich auch kurz mit kochendem Wasser übergießen. Dann sinkt es sofort. Hat man Laub vom Boden aufgelesen, so empfiehlt es sich ebenfalls, kurz zu überbrühen.


Grünes Laub und seine Verwendung

Grünes Laub — egal, ob überbrüht oder getrocknet — enthält Einfach- und Mehrfachzucker, die sich vor allem bei einer Überfütterung massiv negativ auf die Wasserqualität auswirken können. Zucker fördert Bakterienwachstum — und Bakterien werden besonders von Garnelen nicht gut vertragen. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Bakterienblüte und dadurch zu einer starken Sauerstoff-Verknappung kommen. Daran können Garnelen, Krabben, Schnecken und Krebse sogar sterben! Grünes Laub sollte man daher wie normales Futter behandeln und nicht gefressene Reste nach spätestens einem halben Tag wieder aus dem Aquarium nehmen und keinesfalls über Nacht im Becken lassen — wenn das Licht aus ist, bemerkt man eine Bakterienblüte oft erst dann, wenn schon Tiere tot am Boden liegen. Die Blätter einiger weniger Baumarten enthalten medizinisch wirksame Stoffe (wie beispielsweise Walnuss oder Birke. Sie sind die einzigen grünen Blätter, die tatsächlich über längere Zeit im Aquarium bleiben können.

Bitte beachten!

Beim Laubsammeln sollte man unbedingt die folgenden Punkte beachten:

  • nicht an vielbefahrenen Straßen oder dicht bei Industriegebieten sammeln
  • kein Laub von gespritzten Bäumen sammeln (ganz wichtig bei Obstbäumen!)
  • kein Laub von Bäumen sammeln, die neben gespritzten Feldern oder Pflanzen stehen

 

Aufbewahrung

Wenn die Blätter noch nicht ganz knistertrocken sind, breitet man sie an einem warmen, trockenen Platz in einer dünnen Schickt locker aus, sodass sie vollends trocknen können. Danach bewahrt man sie am besten in einem Karton oder einem Stoff- bzw. Papierbeutel auf. Plastiktüten oder anderen luftdicht abgeschlossene Behälter eignen sich nicht, weil das Laub darin aufgrund seiner geringen vorhandenen Restfeuchte schimmeln kann.


Alternativen

Lebt man nun mitten in der Großstadt und hat keinen geeigneten Wald zur Verfügung, kann man natürlich auch auf gekauftes Laub  ausweichen. Seemandelbaumblätter beispielsweise sind gerade in Garnelenaquarien eine gute Alternative, wenn man sich seiner Quelle nicht sicher ist.

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  • Haselnusblätter

    Sehr guter Tipp. Da mein Nachbar einen Haselnussbaum im Garten hat habe ich immer viel Laub zur Verfügung. Ich werde es dann mal austesten wenn ich soweit bin. Ich habe mich erst jetzt mal richtig mit Nano Aquaristik auseinander gesetzt und bin fasziniert davon. Nachdem ich mir jetzt einen Nano Cube 20 l Komplett Set angeschafft habe, werde ich ihn erstmal Garnelenfreundlich einrichten und die 3 wöchige Einlaufphase abwarten. Danach würde ich gern Neocaridina davidi als Set 12 STK. einsetzen oder ist das schon zu viel für ein 20 l. Aquarium? Kann ich die Haselnussblätter auch als Hauptfutter verwenden oder sollte ich auch ab und zu Proteinfutter zugeben?