Macrobrachium Großarmgarnelen - Haltung im Aquarium

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Viele der schön gemusterten und oftmals mit langen Scherenarmen recht bizarr aussehenden Großarmgarnelen / Langarmgarnelen der Gattung Macrobrachium sind im Aquarium sehr gut haltbar, und sie werden auch außerhalb ihrer treuen Fangemeinde immer beliebter. Da sie sich nicht nur im Verhalten, sondern auch in den Ansprüchen ans Aquarium doch teilweise sehr deutlich von den bekannteren Zwerggarnelen unterscheiden, möchten wir den heutigen Blog diesen faszinierenden Wirbellosen widmen.

Was unterscheidet Flusskrebse von Macrobrachien?

Vor allem die Männchen bei den größeren Vertretern sehen je nach Art mit ihren großen Scherenarmen auf den ersten Blick Flusskrebsen recht ähnlich und werden auch oft mit ihnen verwechselt. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist jedoch, welches der Scherenbeinpaare stark vergrößert ist — bei Krebse sitzen die großen Scheren immer am ersten Scherenbeinpaar, bei Großarmgarnelen ist das erste Scherenbeinpaar dagegen eher klein, bei ihnen ist das zweite Scherenbeinpaar vergrößert.

Anders als Zwerggarnelen, die ja soziale Gruppentiere sind und nicht alleine gehalten werden sollten, sind viele Großarmgarnelen-Arten, vor allem die größeren Vertreter, oftmals stark territorial. Vor allem bei den Männchen können Revierstreitigkeiten und Rivalitäten um die Weibchen zu Kämpfen führen, die hin und wieder sogar tödlich enden können. In den Beschreibungen zu den einzelnen Arten ist jeweils aufgeführt, ob die Tiere in Gruppen gehalten werden können oder nicht. Normalerweise dulden die Männchen weibliche Großarmgarnelen in ihrer Nähe, je nach Art werden die Weibchen sogar sehr sorgsam und ausdauernd beschützt.

Geschlechtsunterschiede bei Macrobrachium Garnelen

Männchen und Weibchen lassen sich bei den größeren Großarmgarnelen-Arten relativ gut unterscheiden. Die Männchen haben deutlich längere und viel stärker ausgeprägte Scherenarme, während die Weibchen nicht nur kleinere Scherenarme haben, sondern auch insgesamt von der Körperlänge nicht an die Männchen heranreichen. Dafür sind sie vor allem am Hinterleib deutlich pummeliger.  

Grupenhaltung Großarmgarnelen

Will man ein oder gar mehrere Paare Großarmgarnelen im Aquarium halten, muss man auf eine ausreichend große Grundfläche achten und sollte das Aquarium extrem gut mit Steinaufbauten, nach zwei Seiten hin offenen Höhlen und Wurzelholz durchstrukturieren. So können sich die Tiere bei Streitereien oder in der kritischen Phase während und kurz nach der Häutung auch optisch aus dem Weg gehen. Macrobrachien graben nicht und buddeln daher auch den Bodengrund im Aquarium nicht um, anders als viele Krebse. Großarmgarnelen gehen außerdem auch nicht so stark an Pflanzen wie manchen Krebse, daher kann das Aquarium für Macrobrachien bepflanzt werden — man sollte den teilweise doch recht groß werdenden Tieren dann dennoch viel Platz zum Krabbeln lassen. Schwimmraum brauchen Großarmgarnelen dagegen nicht viel, da sie kaum aktiv schwimmen.

Vergesellschaftung Macrobrachium Arten

Eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen kann — abhängig von der Art der Macrobrachien — gut gehen oder auch nicht. Es gibt Vertreter wie beispielsweise die Burma Garnele, auch Inlesee Garnele genannt (Macrobrachium peguense), die sehr verträglich sind und nicht nur mit Zwerggarnelen, sondern auch mit mittelgroßen, nicht zu neugierigen Fischen zusammen gehalten werden können, die nicht am Boden schlafen. Andere Macrobrachien dagegen sind geschickte und flinke Räuber, bei denen Fische und auch Zwerggarnelen keine Chance haben und zu Futter werden, so zum Beispiel die Rosenberggarnele (Macrobrachium rosenbergi). Schnecken fressen alle Großarmgarnelen gern, sie gehören definitiv zu ihren Leibspeisen. Je nach Art werden sogar Muscheln geknackt und gefressen. Mit Krebsen und Krabben sollten Macrobrachien niemals vergesellschaftet werden, diese Wirbellosen sind nicht verträglich, und es kommt zu Kämpfen auf Leben und Tod.

Ernährung

Es gibt zwar Macrobrachium-Arten, die mehr oder weniger alles fressen, aber die meisten Großarmgarnelen legen doch einen deutlichen Akzent auf fleischliche Kost. Dabei fressen sie nicht nur Aas und frisch tote Tiere, sondern jagen auch aktiv. Ein gutes Proteinfutter, das mehrmals wöchentlich gegeben wird, ist auf jeden Fall angebracht, aber auch gefriergetrocknete Futtertiere (FD-Futter), Frostfutter und Lebendfutter wie Wasserflöhe, Schnecken oder Grindalwürmer werden sehr gern genommen. Etwas braunes Herbstlaub im Aquarium ist bei Wirbellosen nie verkehrt, es fungiert als Dauerfutterquelle und beeinflusst außerdem die Wasserwerte positiv.

Passenden Wasserwerte!

Bei den Wasserwerten sind Macrobrachium Großarmgarnelen nicht so empfindlich wie Zwerggarnelen. Sie kommen oft in größeren Fließgewässern vor und sind daher an schwankende Wasserwerte zum Beispiel nach starken Regenfällen eher angepasst. Mit eher weichem bis mittelhartem Wasser und einem pH-Wert zwischen 7 und 7,5 macht man in den meisten Fällen alles richtig. Mit Temperaturen von 22 bis 26 °C liegt man bei den eher aus gemäßigten bis subtropischen Klimazonen stammenden Tieren richtig — meist kann man Großarmgarnelen bei Zimmertemperatur halten. Brauchen einzelne Arten abweichende Werte, finden Sie diese Angaben in unseren Beschreibungen zu den einzelnen Arten.

Vermehrung der Großarmgarnelen!

Die Fortpflanzungsstrategien der Großarmgarnelen sind unterschiedlich. Wie bei den Zwerggarnelen, Krebsen und Krabben werden die Eier unter dem Hinterleib getragen und gepflegt, bis die Jungtiere schlüpfen. Es gibt Macrobrachium-Arten, die auf wenige Nachkommen setzen, die sich jedoch schon im Ei sehr weit entwickeln und als fertige kleine Großarmgarnele zur Welt kommen. Sie werden problemlos in Süßwasser groß und können im Aquarium der Eltern aufgezogen werden. Dann gibt es aber auch solche Arten, die Myriaden von Nachkommen entlassen, die erst noch verschiedene Larvenstadien durchlaufen müssen, bis sie die Metamorphose zur fertigen kleinen Junggarnele vornehmen. Diese benthischen Larven leben frei schwebend im Wasser und ernähren sich vorwiegend von pflanzlichem und tierischem Plankton. Sie benötigen Brackwasser oder Meerwasser und können sich im Süßwasseraquarium daher nicht entwickeln.

 

Roland Emmenlauer: "Macrobrachium peguense faszinieren mich seit Jahren!"

 

Roland Emmenlauer, Autor des E-Books "Flusskrebs-Aquarium für Einsteiger", beschäftigt sich schon seit seiner frühen Kindheit mit Wirbellosen. Roland ist außerdem der Gründer der erfolgreiche Gruppen Nanoaquarium für Anfänger und die Gruppe Cambarellus, Cherax, Procambarus bei Facebook.

 

 

 

Macrobrachium peguense (auch „Rotscheren-Garnelen“ oder „Inlesee Burma“ als Hinweis auf die Herkunft) faszinieren mich seit Jahren, weshalb ich mich auf die Pflege dieser interessanten Art spezialisiert habe. Sie sind immer beschäftigt und bieten dem Betrachter ein spannendes Unterhaltungs-Programm. Wenn man sie erst einmal schätzen gelernt hat, braucht man keine weitere Gesellschaft in dem Artenbecken. Mein Makro-Becken ist mir mein liebstes Fernseh-Programm. Wenn die kleinen Musketiere nicht gerade auf Futtersuche sind, dann üben sie sich im Fechtturnier. Furchtlos stellen sie sich dem Gegner und fuchteln aufgeregt mit ihren Scheren, um ihn zu beeindrucken oder sich einen Vorteil zu verschaffen.

Gelegentlich geht mal eine Schere verloren, ansonsten führt es nie zu ernsthaften Verletzungen, weshalb der Auftritt durchaus kindgerecht ist. Möchte man sie mit anderen Wirbellosen vergesellschaften, ist reichliche Proteinfütterung obligatorisch, weil sonst mit Verlusten beim Nachwuchs zu rechnen ist. Sie bevorzugen allerdings kleine Begleitfauna, wenn sie nicht überfüttert werden, weshalb in meinem Makro-Becken nichts mehr kriecht oder zuckt, was Wirbellosen-Pfleger sonst beruhigen könnte. Kein Wurm, kein Muschelkrebs, kein Hüpferling – alles wird zu Makro-Futter, wenn es sich aus dem Bodengrund heraus traut. Deshalb scheint mir ihr Ruf „Planarienfresser“ nachvollziehbar. Außer dieser Selbstversorgung freuen sie sich über ein breites Angebot an Futter. Meine fressen sehr gern Fischfutter, Granulat und Flockenfutter sowie Spirulina-Tabs.

Freudige Begeisterung erlebt man, wenn man ihnen Mückenlarven und Artemia kredenzt, am liebsten Lebendfutter, aber auch Frostfutter wird gern angenommen. Hat man Fadenalgen-Befall an Inventar und Pflanzen, dann ist auch dies ein Schmankerl für die genügsame Truppe. Sie bekommen regelmäßig Moos-Bälle ins Becken serviert, die sie mir blitzblank abnagen, so dass sie sprichwörtlich runderneuert zurück ins Scaping-Becken können. Sie kümmern sich so erfolgreich um Fadenalgen-Vernichtung, dass ich überrascht war, dass dies nicht allgemein bekannt ist, wie etwa bei der Amano-Garnele. Möchte man die Musketiere erfolgreich vermehren, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Neben ausreichender Fütterung braucht es eine Kita für den Nachwuchs, damit sie ungestört aufwachsen können. Ich empfehle eine Ecke mit einem Bodendecker wie Lomariopsis lineata „Süßwassertang“ oder Fissidens fontanus zu versehen. Optisch sehr schön und sehr leicht zu pflegen ist ein Gras wie Lilaeopsis brasiliensis, wie es die Firma Dennerle als Pads anbietet. Wer es sich leicht machen möchte, kann Najas goudalupensis „Nixkraut“ ins Becken geben. Wichtig ist nur, dass die Pflanzen es etwas wärmer vertragen. Außer solcher Bepflanzung brauchen die Tiere auch Schwimmraum, weshalb ich sie in einem Meterbecken pflege.

Um diese Tiere richtig genießen zu können, würde ich sie nicht unter 80 cm Kantenlänge setzen und dafür lieber eine große Truppe einsetzen. Je größer die Gruppe, umso größer der Futterneid und umso schneller vermehren sie sich, was viel Freude bei der Beobachtung garantiert. Bei der Wasserchemie sind die Makros anspruchslos, meine leben bei 400 µS, einer KH von 8 und einem pH von 7.6 und vermehren sich wie Kaninchen. Ich weiß von Bekannten, dass sie eine ganze Bandbreite tolerieren, auch deutlich weicheres Wasser. Die Wassertemperatur allerdings muss auf etwa 26°C erhöht werden, nur dann kommen die Makros in Paarungs-Stimmung. Sind die Bedingungen gut, legen die Männchen Sperma-Pakete an den Beinchen der etwas größeren Weibchen ab. So werden die Eier befruchtet, sobald das Weibchen sie herausdrückt. Die Eier sind klein, dafür in größerer Zahl. Bald kann man kleine Häkchen im Becken beobachten, die mit großen Augen die Unterwasserwelt erkunden.

Macrobrachium Arten im Überblick:

Schneeflöckchengarnele, Arachnochium kulsiense

Bei der Vorstellung der einzelnen besonders beliebten Arten beginnen wir mit einer Großarmgarnele, die gar nicht (mehr) zur Gattung Macrobrachium gerechnet wird: Die Schneeflöckchengarnele Arachnochium kulsiense aus Indien ist eine sehr verträgliche mit bis 5 cm Körperlänge eher klein bleibende Langarmgarnele mit verhältnismäßig dünnen, schwachen Ärmchen, die weder Fischen noch Zwerggarnelen gefährlich wird. Diese recht scheue und zurückhaltende Großarmgarnele sollte in der Gruppe gehalten werden, die Mitbewohner dürfen nicht zu aufdringlich und neugierig sein. Verstecke sind bei dieser Garnele sehr wichtig. Sie frisst vorwiegend pflanzliche Kost, mag aber auch proteinhaltiges Futter tierischen Ursprungs gern. Arachnochium kulsiense pflanzt sich in Süßwasser fort.

Burma Garnele, Macrobrachium peguense

Ebenfalls gut in der Gruppe zu halten ist die Burma Garnele Macrobrachium peguense, die auch als Macrobrachium sp. Inlesee bekannt ist. Sie ist nicht nur mit Artgenossen, sondern auch mit Zwerggarnelen und kleinen bis mittelgroßen Fischen verträglich, und sie wird für ihre Futterauswahl sehr geschätzt: Die 

 

 

Garnele frisst nämlich Planarien, die im Wirbellosenaquarium sehr unerwünscht sind. Mit bis zu 5 cm Körperlänge gehört auch sie zu den eher kleinen Großarmgarnelen. Sie vermehrt sich in Süßwasser und ist sehr einfach nachzuziehen. Die Jungtiere können ohne Probleme bei den Elterntieren im Aquarium bleiben und sind auch untereinander nicht stark kannibalisch. Neben Planarien frisst die Burma Garnele auch gern Proteinfutter, Frostfutter und so weiter, sagt aber hin und wieder auch zu Futter auf pflanzlicher Basis nicht nein.

Glasgarnele, Macrobrachium lanchesteri

Mit bis 10 cm Körperlänge wird die Glasgarnele, Macrobrachium lanchesteri schon etwas größer als die beiden vorgenannten Arten. Aber auch sie ist mit Artgenossen recht verträglich und kann in der Gruppe gehalten werden. Für Fische sind ihre verhältnismäßig kleinen Scheren nicht gefährlich, an Zwerggarnelen geht die Glasgarnele jedoch hin und wieder. Die hübschen durchsichtigen Tiere mit dem schwarzen Streifenmuster sind eine schöne Ergänzung im Gesellschaftsaquarium, machen aber auch im Artbecken eine gute Figur. Als Allesfresser mag sie neben tierischem auch pflanzliches Futter. Sie kann sich im Süßwasser vermehren, gehört aber dem partially abbreviated Vermehrungstyp an und entlässt weit entwickelte Larven, die sich im Süßwasser vollends zur fertigen Garnele umwandeln. Im Gesellschaftsaquarium mit Fischen ist eine Nachzucht daher eher unwahrscheinlich.

Ringelhandgarnele, Macrobrachium assamense

Etwas kleiner, aber auch etwas weniger verträglich mit Artgenossen ist die Ringelhandgarnele Macrobrachium assamense, die ebenso wie die ihr vom Verhalten und Aussehen her sehr ähnliche Art Macrobrachium dayanum, Jungtiere mit auffallend geringelten Scherenbeinen hat. Die Ringelung fehlt der Altersform. Adulte Tiere sind rotbraun bis schokoladenbraun, was ihnen auch den Namen Red Rusty Garnele eingebracht hat. Die paarweise Haltung ist in gut strukturierten Aquarien unproblematisch. Die Ringelhandgarnele kann mit Zwerggarnelen vergesellschaftet werden, die sich gut vermehren. Die eine oder andere Garnele wird jedoch mit Sicherheit erbeutet. Auch Fische werden je nach Charakter der Ringelhänder gejagt und gefressen. Die Ernährung ist deutlich proteinlastig zu gestalten, Ringelhandgarnelen sind Fleischfresser, wir fahren sehr gut mit den Natureholic Proteinfeed! Nach der sechs- bis achtwöchigen Tragezeit entlassen die Weibchen vollständig entwickelte Jungtiere, die in Süßwasser heranwachsen können, die allerdings schon recht kannibalisch sein können und für eine erfolgreiche Aufzucht unbedingt sehr viele Verstecke brauchen.

Tiramisu Laubgarnelen, Macrobrachium pilimanus

Auch die Männchen Tiramisu Laubgarnelen Macrobrachium pilimanus sind mit ihren verschieden großen und stark behaarten Scheren ein bizarrer Anblick im Aquarium. Diese mit bis zu 6 cm recht kleinen Großarmgarnelen sind ebenfalls recht territorial, die Männchen dulden aber Weibchen in ihren Revieren. Sie können sich in Süßwasser vermehren, obwohl die Weibchen Larven entlassen. Diese Larven überleben im Aquarium und werden bald zu kleinen Laubgarnelen, vorausgesetzt, es gibt im Aquarium keine Fische, die sie fressen. Auch die Laubgarnele frisst überwiegend Futter tierischer Herkunft.

Blaue Riesenhandgarnelen, Macrobrachium rosenbergi

Für die Fans der ganz großen Macrobrachien ist die ausgesprochen aggressive und sehr territoriale Macrobrachium rosenbergi eine attraktive Möglichkeit. Mit weit über 20 cm Körperlänge ist diese schöne bläuliche Großarmgarnele ein beeindruckender Aquarienbewohner, der allerdings allein gehalten werden muss. Selbst mit dem anderen Geschlecht sind Macrobrachium rosenbergi nicht verträglich. In ihrer Heimat Südostasien spielt sie eine extrem wichtige Rolle as Speisegarnele. Die Larven brauchen Salzwasser zur Aufzucht, im Süßwasseraquarium wäre eine Vermehrung also ohnehin nicht möglich. Macrobrachium rosenbergi bevorzugt eine stark proteinhaltige Kost, als Proteinquelle sind Wirbellose aller Art hervorragend geeignet. Auch Fische werden mit Begeisterung gefangen und gefressen, und Schnecken zählen zu ihren absoluten Leibspeisen.

Colourpoint Großarmgarnele, Macrobrachium horstii

Ebenfalls ein eher seltener Gast in hiesigen Aquarien ist die Colourpoint Großarmgarnele Macrobrachium horstii. Sie wird zwar mit nur 7 cm Körperlänge längst nicht so groß wie die Rosenberg Garnele, und sie ist auch deutlich verträglicher, dennoch wird sie nicht häufig importiert und gilt hierzulande als Rarität. Die Männchen dulden eins oder mehrere Weibchen in ihrer Nähe. Zur Entwicklung brauchen die Larven Salzwasser. Die Colourpoint Großarmgarnele ist ein Allesfresser mit deutlicher Betonung auf tierischer Kost.

Lemon Großarmgarnele, Macrobrachium gracilirostre

Sehr attraktive Farben und Zeichnung und deshalb sehr gefragt - die Lemon Großarmgarnele Macrobrachium gracilirostre, ist mit ihren 8 cm Körperlänge und den blau-rotbraunen Längsstreifen ein ganz besonders hübsches Tier, das sich leider im Süßwasser nicht vermehren kann. Ihre Larven brauchen Salzwasser zur Aufzucht. Männchen und Weibchen sind recht verträglich, man kann die Lemon Großarmgarnele sogar in kleinen Gruppen halten, wenn das Aquarium gut strukturiert ist. Als Allesfresser braucht sie dennoch proteinhaltige Kost, wie alle Großarmgarnelen.

Dafa Großarmgarnele, Macrobrachium jaroense

Ganz ähnlich ist die mit 6 cm eher kleine Dafa Großarmgarnele Macrobrachium jaroense angelegt, auch sie ist eher ein Allesfresser und lässt sich in abwechslungsreich eingerichteten Aquarien, die viel Deckung bieten, auch in der Gruppe halten. Ihre Larven brauchen ebenfalls Salzwasser.

Bumblebee Großarmgarnele, Macrobrachium agwi

Anders die nur 5 cm kleine Macrobrachium agwi — die Zwerggroßarmgarnele, auch Bumblebee Großarmgarnele genannt, kann sich im Süßwasser fortpflanzen und lässt sich als Paar oder als Kleingruppe halten. Tierische Bestandteile im Futter sind ihr wichtig, auch wenn sie eigentlich ein Allesfresser ist.

Red Stripes Großarmgarnele, Macrobrachium esculentum

Eine weitere hübsche Großarmgarnele ist Macrobrachium esculentum, die mit ihren rotbraunen Streifen fast wie eine Molukkenfächergarnele aussieht. Anders als die meisten anderen Macrobrachium-Arten mag sie hartes bis sehr hartes Wasser und kommt sogar in den Brackwasserbereichen von Flussmündungen und Mangrovensümpfen vor. Auch sie vermehrt sich nicht in Süßwasser, sondern entlässt Larven, die im Brack- bis Meerwasser heranwachsen. In ihren Herkunftsländern dient sie als wichtige Speisegarnele.

Blue & White Großarmgarnele, Macrobrachium scabriculum

Die Blue & White Großarmgarnele Macrobrachium scabriculum fällt mit ihrer Färbung und ihrer Musterung auf. Sie ist mit ihrer Körperlänge von bis zu 12 cm und den starken, bei den Männchen auffallend behaarten Scheren sicherlich eine schöne Alternative zu Flusskrebsen im Aquarium und lässt sich wie die meisten Langarmgarnelen in der Kleingruppe mit Weibchenüberschuss und einem Männchen halten. Im Aquarium vermehrt sie sich nicht, die Larven, die aus den unzähligen Eiern schlüpfen, benötigen Salzwasser zur Aufzucht.

Blue Ghost Shrimp - Macrobrachium sp.

Und dann gibt es noch die Großarmgarnelen, über die man noch nicht viel weiß, weil sie erst neu importiert und noch nicht wissenschaftlich bestimmt wurden. Von ihnen ist nur die Gattung bekannt, daher werden sie als Macrobrachium sp. geführt. Dazu gehören zum Beispiel die Blue Ghost Shrimps aus Indien und die Green Apple Macrobrachium , von denen wir noch nicht einmal die Vermehrungsstrategie kennen, aber auch die mit 4 cm Endgröße wirklich sehr kleine, hübsche Bloody Hand Zwergmacrobrachium. Bei ihr ist bekannt, dass sie sich in Süßwasser fortpflanzen kann.

Amazonas Laubgarnele, Euryrhynchus amazoniensis

 

Macrobrachium eiriocheirum

 

Macrobrachium forcipata

 

Macrobrachium hancocki

 

Macrobrachium idae

 

Macrobrachium sp. deep purple

 

Macrobrachium vollenhovenii

Alles in allem können wir sagen, dass bei den Großarmgarnelen mit Sicherheit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist und dass wir uns auf weitere attraktive, relativ einfach zu haltende Arten freuen dürfen.

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