Pflanzen im Wirbellosenaquarium

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Pflanzen im Garnelenaquarium

Schön bepflanzte grüne Aquarien (eventuell sogar mit roten Akzenten) — wem würden sie nicht gefallen? Oft sieht man als Besatz auch Garnelen in solchen Becken. Vergleicht man dann allerdings diese Bilder mit denen von Garnelenbiotopen in der Natur, so fällt schnell auf, dass sich da etwas nicht deckt. Im Biotop scheinen Garnelen tatsächlich pflanzenlose Abschnitte deutlich zu bevorzugen. Vor allem in Bienen- oder Tigergarnelen habitaten gibt es außer einer Laubschicht am Boden überhaupt keine Dinge pflanzlichen Ursprungs, meist findet man nicht einmal Algen oder Moose dort. Auch in ausgesprochen spärlich bepflanzten Zuchtbecken scheinen sich Garnelen nicht unwohl zu fühlen, im Gegenteil. Ist es dann also überhaupt artgerecht, sie in bepflanzte Aquarien zu stecken?

 Pflanzen im Garnelenaquarium, Sakura Garnele

Dazu muss man wissen, dass Garnelen ihre Umgebung nicht extrem wichtig ist, vorausgesetzt, sie hat keinen negativen Einfluss auf die Wasserwerte. Gibt es genügend Oberflächen zum Abweiden und können sich Jungtiere und frisch gehäutete Garnelen eventuell auch ein wenig zurückziehen, so sind sie zufrieden. Ein Aquarium ist nur recht eingeschränkt mit einem Bachbiotop zu vergleichen. Im Bach haben wir jede Minute 100% Wasserwechsel, das kann man im Aquarium nicht ohne einen größeren technischen Aufwand nachahmen. Pflanzen haben damit auf jeden Fall einen positiven Einfluss auf die Wasserwerte, weil sie für Garnelen schädliche Stoffe wie Ammoniak und Nitrat verwerten und Sauerstoff ans Wasser abgeben — etwas, das in der Natur das fließende Wasser übernimmt. Es spricht also nichts dagegen, Garnelen auch in bepflanzten Aquarien zu halten, selbst wenn sie die grünen Mitbewohner aus der Natur nicht kennen.

In Vitro gezogene, also im Labor vermehrte Pflanzen (In-Vitro Aquariumpflanzen) kann man ohne Bedenken in ein Garnelenaquarium einsetzen, sobald man das nährstoffhaltige Gel an den Wurzeln abgewaschen hat. Konventionell gezogene Pflanzen sollten zur Sicherheit zwei Wochen separat gewässert werden, damit eventuell beim Export angewendete Pestizide abgebaut werden können. Aquarienpflanzen die sie bei Garnelio bestellen wurden bereits gewässert und können sofort eingesetzt werden.

 

Pflanzen im Zwergkrebsaquarium

Zwergkrebse dagegen leben auch in der Natur oft in Bereichen, in denen Wasserpflanzen wachsen. Sie sind begeisterte Kletterer und nutzen das Aquarium auch in der Höhe. Ein kleiner Flusskrebs kann auf einer relativ steifen Stängelpflanze ganz nach oben kommen — also sollte man hier gut aufpassen, dass die Pflanzen keine Brücke nach draußen bilden. Es liegt in der Natur der Krebse, das Wasser hin und wieder zu verlassen und auf Wanderschaft zu gehen. Leider überleben sie das in unseren trockenen Wohnungen nicht lange, daher sollte man darauf achten, dass ein Aquarium mit Krebsen zu 100% dicht abgedeckt ist.

Aquarienpflanzen im Krebsaquarium

Pflanzen dienen im Aquarium mit Zwergkrebsen nicht nur als Klettermöglichkeit, sondern auch als Sichtschutz. Für die Krebse ist es wichtig, dass sie einander aus dem Weg gehen können. Sichtbarrieren lassen sich mit Pflanzen sehr einfach schaffen.
Auch für Zwergkrebse gilt: Pestizide vertragen sie nicht, daher sollten Pflanzen aus dem Handel grundsätzlich zwei Wochen gewässert werden, es sei denn, sie wurden In Vitro gezogen. Mehr über die Haltung von Cambarellus Arten erfahren sie in unserem Blog über Zwergflusskrebse. Aquarienpflanzen die sie bei Garnelio bestellen wurden bereits gewässert und können sofort eingesetzt werden.


Pflanzen im Aquarium mit Großkrebsen

Krebse sind Allesfresser, und Großkrebse sind — anders als Garnelen und Zwergkrebse — kräftig genug, auch gesunde Pflanzen mit den Scheren abzuzwicken und sie zu vertilgen. Selbst wenn der Hunger gerade nicht nagt, kann es vorkommen, dass Pflanzen abgeschnitten werden, weil sie dem Krebs beispielsweise einfach im Weg standen. Selbst nicht gärtnerisch tätige Großkrebs-Arten (auch die gibt es, bitte beachten Sie die jeweiligen Beschreibungen) können in bepflanzten Aquarien einigen Schaden anrichten, weil sie graben und dabei die sorgfältig und dekorativ eingesetzten Pflanzen wieder ausbuddeln.

Im Aquarium mit Großkrebsen haben sich daher schnell wachsende Pflanzen bewährt, die nicht eingepflanzt werden müssen, wie beispielsweise Wasserpest, Nixkraut oder Hornkraut. Auch Schwimmpflanzen wie Muschelblumen oder Froschbiss sind eine gute Alternative und bieten durch ihre dekorativen Wurzelbärte einen wunderschönen Anblick.

 

Pflanzen im Wasserteil eines Krabben-Aquaterrariums

Wie Krebse sind auch Krabben mit kräftigen Scheren bewehrte Allesfresser, die zu einem Happen Grünfutter selten "Nein" sagen. Trotzdem sind einige robuste Schwimmpflanzen auch hier eine gute Ergänzung, weil sie durch ihr schnelles Wachstum dem Wasser Nährstoffe entziehen, die sonst eventuell negative Auswirkungen auf die Bewohner haben können. Auch im Wasserteil des Krabbenaquaterrariums muss man sich wie bei einem Aquarium mit Großkrebsen aber darauf einstellen, öfter einmal Pflanzen nachzulegen.

Pflanzen im Krabbenaquariu


Pflanzen im Aquarium mit Schnecken

Die meisten aquaristisch interessanten Schnecken wie Posthorn- oder die diversen Turmdeckelschnecken oder auch Rennschnecken und Geweihschnecken sind keine Pflanzenfresser. Ihre Raspelzunge (oder Radula) ist zu weich, als dass sie gesundes Pflanzengewebe anfressen könnten. Ist die Pflanze jedoch bereits stark geschwächt oder gar am Absterben, so räumen viele Schneckenarten schnell damit auf — was in der Tat von Vorteil ist, da so kein totes Pflanzengewebe verfaulen und die Wasserwerte negativ beeinflussen kann. Einige wenige Ausnahmen sind die sogenannten "Rasenmäher": Schnecken, vor denen nichts grünes sicher ist, wie beispielsweise die Paradiesschnecke (Marisa cornuarietis). Sie gehen tatsächlich auch an gesunde Pflanzen, sogar die barschfeste Anubias ist vor ihnen nicht sicher. Aquarien mit Rasenmäherschnecken sind eine großartige Möglichkeit, Grünschnitt aus Pflanzenbecken zu "entsorgen".

Pflanzen im Schneckenaquarium

 

Pflanzen im Aquarium mit Muscheln

Aquarienmuscheln fressen keine Pflanzen, aber da sie sehr gerne und intensiv graben, können sie kleinere Pflanzen ausbuddeln, was ärgerlich ist. Im Muschelaquarium sollte aus demselben Grund eine ausreichend große freie, unbepflanzte Bodenfläche zur Verfügung stehen. Auch die gezielte Fütterung der Muschel gestaltet sich viel einfacher, wenn man sie nicht erst im Pflanzendickicht suchen muss. Für ein Aquarium mit Muscheln empfehlen sich daher ebenfalls schnell wachsende Schwimmpflanzen.

Muschel im Muschelaquarium

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