Verstecke für Wirbellose - Versteckplätze & Höhlen im Aquarium

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Wirbellose wie Garnelen, Krebse, Krabben und auch Landeinsiedlerkrebse befinden sich ziemlich am unteren Ende der Nahrungskette. Für viele Vögel, Säugetiere, ja sogar für andere Wirbellose sind sie ein willkommener Snack — selbst innerartlich machen manche Arten nicht voreinander halt. Krustentiere wie Krebse, Garnelen und Krabben sind ganz besonders nach der Häutung sehr weich. Sie brauchen Zeit, bis ihr neuer Panzer ausgehärtet ist, und während dieser Zeit sind sie ausgesprochen verletzlich. Der sogenannte Butterkrebs beziehungsweise Soft Shell Crab ist vielleicht manchen ein Begriff — er gilt nicht nur bei den tierischen Fressfeinden als Delikatesse, weil er nicht mühsam aus dem Panzer geschält werden muss, sondern auch bei uns Menschen.

Auch in einem Artaquarium ist es durchaus sinnvoll, Verstecke anzubieten. Gerade für die frisch gehäuteten Tiere ist es von Vorteil, wenn sie sich vor ihren Artgenossen verstecken können. Wenn man bedenkt, dass sich Jungtiere nahezu täglich häuten, damit ihre Außenhülle mit ihrem Wachstum Schritt halten kann, ist das Anbieten von Verstecken umso naheliegender.

Zwerggarnelen, Fächergarnelen und Großarmgarnelen

Sie sind viele, sie leben bevorzugt in der Gruppe, und instinktgemäß verstecken sich ganz besonders die verletzlichsten unter ihnen: Eier tragende Garnelenweibchen und frisch gehäutete Garnelen brauchen Versteckmöglichkeiten im Aquarium, ebenso wie die kleinen Junggarnelen. In Moosen und feinfiedrigen Pflanzen finden sie Schutz vor potenziellen Fressfeinden, zu denen übrigens auch ihre Artgenossen gehören können. Aber auch Kokoshöhlen, spezielle Tonröhren für Garnelen und andere Verstecke wie kleine Häuschen aus wasserneutralem Ton werden gut angenommen. Ganz besonders hübsch lassen sich diese Verstecke gestalten, indem man Moos aufbindet oder mit Sekundenkleber aufklebt (keine Angst, den Garnelen schadet der Sekundenkleber nicht). Damit erhalten diese Verstecke eine sehr natürliche Anmutung und sie fallen im Aquarium gar nicht stark auf. Auch Laub wie Seemandelbaumblätter oder Bananenblätter kann als Versteck und gleichzeitig als Weidegrund für die kleinen Krabbler dienen.

Fächergarnelen, insbesondere die großen Monsterfächergarnelen Atya gabonensis sind vorwiegend nachtaktiv. Ganz besonders gilt das, wenn sie neu im Aquarium angekommen sind und sich erst noch eingewöhnen müssen. Sie sind für ausreichend große Höhlen in der Strömung sehr dankbar. Ein kleiner Nebeneffekt: Man kann die Höhlen so ausrichten, dass man von außen hineinschauen kann, damit kann man die Tiere beobachten, auch wenn sie sich verstecken.

Großarmgarnelen sind stark territorial und brauchen unbedingt Verstecke. Sie müssen sich auch optisch aus dem Weg gehen können, das Aquarium muss daher sehr gut mit Holz und Steinen strukturiert werden. Verwendet man Garnelenröhren oder Krebshöhlen, sollte man gerade bei den aggressiveren Arten (siehe dazu unsere Beschreibungen zu den jeweiligen Tieren) darauf achten, dass das Versteck mehr als einen Ausgang hat, damit unterlegene Tiere gegebenenfalls flüchten können.

Aquarienkrebse

Krebse halten sich auch in der Natur vorwiegend in Verstecken auf. Die meisten der Scherenritter findet man unter Steinen und in selbstgebuddelten Höhlen. Auch im Aquarium sind Krebse für ein etwas höheres, stabiles Substrat wie zum Beispiel Kies dankbar, in das sie ihre kurzen Wohnhöhlen graben können. Aber auch Wurzeln, entsprechend geschichtete Steinaufbauten, Kokoshälften und spezielle Krebshäuser und Krebsröhren aus Ton werden sehr gern angenommen. Bitte achten Sie bei Deko im Aquarium immer darauf, dass sie nicht untergraben werden kann (Wurzeln und Steine daher bitte immer vor dem Einfüllen des Bodengrundes auf die Glasscheibe beziehungsweise auf ein Stück Styropor stellen), sonst können im schlimmsten Fall die Krebse zerquetscht werden, oder die Deko kippt gegen die Scheibe und verursacht Bruch im Aquarium und eine Überschwemmung in der Wohnung.

Gerade große Krebse benötigen gute Strukturen im Aquarium, damit sie besonders nach einer Häutung ihren Artgenossen aus dem Weg gehen können. Auch Eier tragende Weibchen verschanzen sich gern in einem Versteck, oft buddeln sie sogar den Ausgang zu oder versperren ihn mit Blätter und anderen kleinen Gegenständen.

Krabben

Auch Krabben sind oft territorial und brauchen ein entsprechend eingerichtetes Aquarium mit Verstecken. Hier haben sich je nach Größe der Krabben entsprechende Tonhöhlen und Röhren bewährt. Auch halbe Kokosnüsse sind sehr schöne Verstecke für sie. Krabben graben sehr gern und bauen sich oft ihre eigenen Höhlen. Auf dem Landteil können sie dies sehr gut in Kokoshumus oder anderem speziell für Feuchtterrarien geeigneten Substraten tun. Bitte achten Sie auch hier darauf, dass Deko, die untergraben wird, weder die Tiere erschlagen noch die Terrarienscheiben einschlagen kann. Je nach Krabbenart kann das Aquaterrarium schön bepflanzt werden — in unsere Beschreibungen zu den einzelnen Arten lesen Sie, welche Arten Pflanzen fressen und welche nicht.

Landeinsiedlerkrebse

Landeinsiedler haben den Vorteil, ihr Versteck immer mit sich zu tragen. Das Schneckenhäuschen, das ihren Hinterleib schützt und ihnen gegebenenfalls Raum für den ganzen Körper bietet, ist ein ziemlich guter Schutz. Landeinsiedler nutzen ihre Scheren, um das Häuschen nahezu einbruchssicher zu verschließen. Nur zur Häutung müssen sie das Gehäuse verlassen, dann graben sie sich gern tief ins Substrat ein. Sinnvolle Verstecke im Landeinsiederterrarium kann man also mit einem mindestens 10 cm hohen Bodengrund anbieten. Tonhöhlen, Kokoshöhlen und ähnliche Verstecke werden jedoch auch gern genutzt, wenn die Tiere beispielsweise in Ruhe fressen oder ihren Artgenossen aus einem anderen Grund aus dem Weg gehen möchten. Zwei bis drei mehr Versteckmöglichkeiten als Tiere im Terrarium sind dabei empfehlenswert, damit kein Stress aufkommt. Bitte achten Sie darauf, dass sich auch die Landeinsiedlerkrebse mit dem größten Gehäuse nicht in den Verstecken und vor allem in den Öffnungen verklemmen können.

 

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