Wasserwechsel im Wirbellosenaquarium

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Wasserwechsel im Wirbellosenaquarium

Im Aquarium werden durch die Tiere Stoffwechsel-Endprodukte ausgeschieden, die auf Dauer beziehungsweise in höheren Konzentrationen schädlich sein können. Auch nicht gefressenes Futter oder gammelnde Pflanzenreste oder gar tote Tiere haben eine negative Wirkung auf die Wasserwerte.

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Wundermittel Frischwasser

Nicht umsonst gibt es den Spruch: "Der beste Filter ist der Eimer für den Wasserwechsel!". Durch einen Wasserwechsel mit sauberem, qualitativ hochwertigem Wasser kann man sehr schnell schädliche Konzentrationen zum Beispiel von Nitrat, Nitrit, Ammoniak, Phosphat oder sonstigen Schadstoffen verdünnen. Ein beherzter Wasserwechsel von 80 bis 100% hat schon mancher Garnele nach dem Einsetzen neuer, noch pestizidhaltiger Pflanzen das Leben gerettet! Auch bei einer Krankheit im Aquarium oder einem Parasitenbefall wird die Erregerdichte durch Wasserwechsel oft entscheidend gemindert. Eine von der Tierärztlichen Hochschule Hannover empfohlene Behandlung bei bakteriellen Erkrankungen bei Garnelen basiert auf täglichen Wasserwechseln von 80% über eine Woche hinweg. Hierbei ist zu beachten, dass das Wasser unbedingt an die Werte im Aquarium (GH, KH und Leitwert) angepasst werden sollte, damit die Tiere nicht unnötig in Stress kommen. In diesen Ausnahmefällen kommt man um großzügige Wasserwechsel also nicht herum.

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Regelmäßiger Wasserwechsel? Es gibt viele wege nach Rom!

Dennoch scheiden sich beim Thema "regelmäßiger Wasserwechsel" die Geister wie sonst kaum in der Aquaristik. Es wird in der Praxis so unterschiedlich Wasser gewechselt — und in den meisten Fällen laufen die betroffenen Aquarien gut bis sehr gut —, dass man fast keine Empfehlung aussprechen kann. Der eine wechselt wöchentlich 10%, der andere 50%, wieder ein anderer ersetzt dieselbe Menge Aquarienwasser einmal im Monat durch Frischwasser. Wieder andere Aquarianer fahren Altwasseraquarien, die jahrelang nur mit Regenwasser, Osmosewasser oder demineralisiertem Wasser aufgefüllt werden. Das andere Extrem sind wöchentliche Wasserwechsel von 80% des Wassers und mehr — und alle diese Aquarianer haben ein Stück weit Recht mit ihren Methoden, weil sie sich in der jeweiligen aquaristischen Praxis bewährt haben.

 

Zusammenhänge verstehen!

Der Wasserwechsel muss also immer im Zusammenhang mit allen anderen Faktoren im Aquarium gesehen werden. In einem stark besetzten Aquarium mit höheren Temperaturen und guter Fütterung fallen natürlich mehr Abfallstoffe an, die Nahrung für schädliche Bakterien bieten oder die Tiere im Aquarium direkt schädigen können, als in einem Kaltwasseraquarium, das spärlich besetzt ist und in dem auch nicht so viel gefüttert wird. Pflanzenlose Aquarien vertragen weniger Futter als bepflanzte Becken, weil die von den Garnelen, Krebsen, Schnecken und Fischen ausgeschiedenen Stoffe ihrerseits wieder wertvollen Dünger für die Pflanzen darstellen. Aber Achtung, Pflanzen können diese Stoffe (wie zum Beispiel Nitrat oder Phosphat) nur dann ordentlich verstoffwechseln, wenn sie genügend Licht und CO2 zur Verfügung haben! Ein regelmäßig durchgeführter Wassertest bringt in diesem Fall Klarheit.

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Unsere Tips zum Wasserwechsel!

In der Regel wird Einsteigern zu einem wöchentlichen Wasserwechsel von 20 bis 50% geraten. Damit kann man im Prinzip nicht viel falsch machen. Dennoch sollte man immer darauf achten, dass das frische Wasser den Werten entspricht, die im Aquarium messbar sind. Ganz besonders zu nennen sind hier die Gesamthärte (GH), die Karbonathärte (KH) und der Leitwert. Leitungswasser muss absolut frei von Chlor sein. Um das zu erreichen, füllt man das Wasser über einen Brause zum Beispiel vom Duschschlauch in einen Eimer. Durch die starke Wasserbewegung wird gasförmiges Chlor ausgetrieben. Auch Wasser, das über Nacht in Leitungen stand, kann allerhand unliebsames enthalten. Wechselwasser fürs Aquarium entnimmt man daher am besten nach dem Duschen (oder man fängt das ablaufende Wasser auf und verwendet es zum Blumengießen). Ein Wasserwechsel mit zu kaltem Wasser kann die Tiere im Aquarium stressen und zu der gefährlichen Gasblasenkrankheit führen. Deshalb ist es empfehlenswert, den Eimer mit dem Wechselwasser über Nacht auf Zimmertemperatur kommen zu lassen, wenn das Leitungswasser sehr kalt sein sollte. Grundsätzlich sollte man kein warmes Leitungswasser verwenden — in warmem Wasser lösen sich potenzielle Schadstoffe sehr viel besser!

Will man das Wasser noch aufbereiten, tut man das vor dem Einfüllen ins Aquarium. Wasseraufbereiter, Aufhärtesalze oder Huminstoffe können sich so schon im Wechselwasser auflösen, was für die Tiere im Aquarium stressfrei geschieht.

Oft hört man den Rat, Filterschwämme kurz im Wechselwasser auszudrücken — damit ist natürlich nicht das frische Wasser gemeint, sondern das aus dem Aquarium entnommene, das danach weggeschüttet oder zum Blumengießen verwendet wird.

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  • Sehr schön geschrieben

    Ich finde ganz besonders den letzten Satz wichtig. Denn ich weiss von glaube 10 Neulingen im Garni-Bereich, dass das immer SEHR verwirrend geschrieben wird. Da man ja auch immer liest, dass die Filterschwämme viel gutes Futter in sich tragen. Also denkt man als Anfänger, dass dies erhalten bleiben soll :-)

    Was man auch vielleicht noch erwähnen sollte, dass gerade beim Wasserwechsel, es sich anbietet, ab und zu mit dem Boden-Sauger, ein paar Stellen die wie, um den Futterplatz, man damit gleich absaugen kann, und so wieder ein etwas mehr gereinigtes Becken hat. So ist der Wasserwechsel gleich 2x gut.

    Ausserdem ist das entnommene Wasser jedenfalls bei uns, DAS Pflanzenwunder für unsere Zimmerpflanzen. Seit wir das Wasser vom Wasserwechsel gießen, erwachen auch die bis dahin unansehnlichsten Pflanzen zur neuen Pracht!