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Das Einmaleins der Aquarienpflanzen - Stängelpflanzen für den Aquarienhintergrund

Inhaltsverzeichnis

Stängelpflanzen wachsen ziemlich schnell, vor allem bei guten Bedingungen können sie je nach Art recht rasant nach oben gehen. Stängelpflanzen kann man gut zurückschneiden, die meisten Arten vertragen auch einen regelmäßigen entschlossenen Rückschnitt sehr gut. Auf das Trimmen reagieren Stängelpflanzen fürs Aquarium mit einem stärker verzweigten Wuchs und einer kompakteren Form.

Was ist eine Stängelpflanze?

Eine Stängelpflanze besteht aus dem namensgebenden Stängel, der gerade oder gebogen nach oben zum Licht hin wächst und seitlich sowie am oberen Ende mit Blättern besetzt ist. Die Stängelpflanze kann sich auch verzweigen, jedoch sitzen die Blätter immer wechselständig oder gleichständig am Stängel.

Stängelpflanzen findet man in allen möglichen Grüntönen von saftig hellgrün bis edel blaugrün oder olivgrün. Ihr Laub kann aber auch bräunliche Töne annehmen. Aber es geht auch noch bunter, Stängelpflanzen gibt es auch mit gelben, orangefarbenen, lilafarbenen oder roten bis tief scharlachfarbenen Blättern und Stängeln. Häufig ist der Neuaustrieb anders gefärbt als das ältere Laub. Mit Stängelpflanzen ist gestalterisch einiges möglich.

Schnell wachsende Stängelpflanzen sind außerdem prima gegen Algenplagen einsetzbar - sie zehren überschüssige Nährstoffe auf, die so den Algen nicht mehr zur Verfügung stehen und treten so zu den lästigen Algenplagen in Konkurrenz.

Die Verwendung von Stängelpflanzen im Aquarienhintergrund

Stängelpflanzen kommen im Nano-Aquarium gut als kompakt gezogene Büsche im Hintergrund zur Geltung, aber auch im Hintergrund in größeren Aquarien sind sie ein passender Bewuchs. Stängelpflanzen sind ursprünglich Sumpfpflanzen und können damit sowohl über als auch unter Wasser wachsen. In Paludarien und offenen Aquarien kann man sie daher auch gut über die Wasseroberfläche hinaus wachsen lassen. Dann kommen die Stängelpflanzen sogar manchmal zur Blüte.

Stängelpflanzen vor dem Pflanzen aufbereiten und richtig einpflanzen

Idealerweise kaufst du Stängelpflanzen als In Vitro Ware. Es gibt die Aquarienpflanzen auch in Form einer Topfpflanze oder als Bundpflanze zu kaufen.

Invitropflanzen haben den großen Vorteil, dass sie weder gefährliche Dünger oder Pestizide enthalten, sie bringen keine Algen mit und auch keine Parasiten oder andere unerwünschte Tierchen. Um In Vitros richtig für das Einpflanzen vorzubereiten, spülst du das Nährsubstrat gründlich von den Wurzeln ab. Dann trennst du die einzelnen Stängel vorsichtig und pflanzt sie dann einzeln mit etwas Abstand ein. In Vitro gezogene Aquarienpflanzen brauchst du nicht gesondert zu wässern.

Bitte beachten: Im Gegensatz zu In-Vitro-Pflanzen werden Stängelpflanzen als Topfpflanzen und Bundpflanzen konventionell emers gezogen und können dementsprechend behandelt sein. Auch unerwünschte Mitfahrer wie Würmer oder Schnecken oder auch Algen können sie mitbringen. Vor allem für den Export werden die Pflanzen in ihren Herkunftsländern mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Sie sollten deshalb für den Einsatz im Garnelenaquarium erst einmal für zwei Wochen in einem Extrabehälter mit Licht gewässert werden.

Stängelpflanzen, die als Topfware gezogen werden, wachsen oft in Steinwolle. Dieses Substrat sollte auf keinen Fall ins Aquarium kommen - die Fasern der Steinwolle können sich in die Kiemen der Fische oder Garnelen im Aquarium setzen und sie schädigen. Häufig enthält die Steinwolle zudem noch besonders viele Ablagerungen von im Aquarium unerwünschten Stoffen, die in der Pflanzenzucht verwendet wurden.

Du brauchst allerdings nicht die Steinwolle mühsam von den Wurzeln wegzupulen. Stängelpflanzen haben die erfreuliche Eigenschaft, sehr schnell Wurzeln zu schlagen. Es reicht also, die Stängelpflanze direkt über dem Topf abzuschneiden und die losen Stängel mit etwas Abstand - ca. 3-4 cm reichen - ungefähr 2 bis drei cm tief in den Bodengrund deines Aquariums zu stecken.

Bundpflanzen sind noch etwas einfacher vorzubereiten. Du entfernst hier das Bleiband, das die Pflanzen zusammenhält und pflanzt die einzelnen Pflanzentriebe nach dem Auswässern mit ein wenig Abstand in den Bodengrund.

Die Stecklinge von Stängelpflanzen so stecken, dass sie halten

Wenn man einfach den glatten Stängel der Stängelpflanze in den Bodengrund steckt, kann es sein, dass er wieder herausflutscht, weil die Pflanze im Wasser einen gewissen Auftrieb hat. Das verhindert man mit einem einfachen Trick: Zwar entfernt man die Blätter an dem Teil des Stängels, der in den Boden gesteckt wird, damit sie im Boden nicht absterben und zu gammeln beginnen, aber die Blattstiele lässt man stehen. Sie wirken im Bodengrund wie kleine Widerhaken oder Anker und halten den Steckling im Substrat fest. So verhindert man effektiv, dass die Stängelpflanze aus dem Bodengrund rutscht, solange sie noch keine Wurzeln hat.

Stängelpflanzen richtig schneiden und verjüngen

Die meisten Stängelpflanzen für den Aquarienhintergrund wachsen immer weiter, in der Regel bis zur Wasseroberfläche oder sogar darüber hinaus. Wer seine Pflanzenpolster kurz und kompakt halten möchte, kommt um einen beherzten Rückschnitt deshalb nicht herum. Dazu nimmt man sich eine wirklich scharfe, lange Pflanzenschere (gebogen oder gerade, für Nanoaquarien gibt es kürzere Modelle), und schneidet die Stängelpflanze ungefähr im oberen Drittel mit einem geraden Schnitt kurz über einem Blattursprung ab.

Die meisten Stängelpflanzen verzweigen sich willig an der Schnittstelle und wachsen von dort aus zügig weiter. Die Schnittstellen sieht man schon nach wenigen Tagen nicht mehr. Durch den Rückschnitt und die Verzweigung werden die Pflanzen schön dicht und kompakt.

Auch wenn die Pflanzenbüschel vor allem im unteren Bereich mit der Zeit Blätter abwerfen und nicht mehr optisch gut aussehen, ist ein Rückschnitt angezeigt. Schneide das obere Drittel der Pflanze mit der Schere ab, zieh die alten Pflanzenteile aus dem Bodengrund und stecke die oberen Triebe an ihrer Stelle ins Substrat deines Aquariums.

Stängelpflanzen ganz einfach vermehren

Auch wenn man theoretisch zumindest die blühenden Stängelpflanzen durch Samen vermehren könnte, hat sich in der Aquarienpraxis die ungeschlechtliche Vermehrung durch Stecklinge durchgesetzt - sie ist zum einen viel, viel einfacher, und zum anderen geht sie auch wesentlich schneller.

Dazu schneidet man einfach das obere Drittel der Stängelpflanze ab und steckt es in den Bodengrund. Fertig. Die Wurzeln kommen von alleine, und wuppdich hat man eine neue Pflanze, die man dann wieder durch einen gezielten Rückschnitt buschiger und kompakter bekommen kann. Praktischerweise kann man die beim Rückschnitt anfallenden Pflanzentriebe dann direkt wieder als Stecklinge verwenden!

Damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig abschatten, lässt man beim Stecken immer ca. 3-4 cm Platz zwischen den einzelnen Stängeln.

Stängelpflanzen richtig düngen

Vor allem die Stängelpflanzen mit rotem Laub brauchen für eine optimale Färbung nicht nur richtig viel Licht, sondern auch eine entsprechend gute Versorgung mit Nährstoffen und CO2. Stängelpflanzen nehmen ihre Nährstoffe gerne über die Blätter aus dem Wasser auf, mit einem guten Flüssigdünger fürs Aquarium bist du deshalb bestens bedient.

Die schönsten Stängelpflanzen für den Aquarienhintergrund

Alternanthera - Papageienblatt

Das rotlaubige Papageienblatt Alternanthera reineckii gibt es in verschiedenen Zuchtformen in ganz unterschiedlichen Rottönen über rosa bis fast lila. Diese rotlaubige Aquarienpflanze ist selbst dann noch rot, wenn sie nicht mit CO2 gedüngt wird und wenn das Licht nicht ganz so hell ist. Mit viel Licht, einer guten Nährstoffversorgung und einer CO2-Düngung ist sie jedoch deutlich langlebiger, wächst besser und zeigt intensivere Farben.

Vom Papageienblatt gibt es verschiedene Spielarten, so die Variante "Rosanervig" oder auch die Variante "Pink".

Auch das eher selten zu findende Rundblättrige Papageienblatt Alternanthera bettzickiana ist eine tolle rotlaubige Pflanze fürs Aquarium, die im Hintergrund schöne Farbakzente setzt.

Ludwigia - Ludwigien, Heusenkräuter

Auch von der Kriechenden Ludwigie (die in der Unterwasserform nicht kriechend wächst, sondern mehr oder weniger aufrecht) gibt es einige wunderschöne Farbformen. Besonders schön rot ist Ludwigia repens "Rubin". Unter weniger Licht wird diese Ludwigie dunkelgrün bis rötlich, unter richtig viel Licht und bei guter Nährstoffversorgung ist sie strahlend rot.

Hygrophila - Wasserfreunde

Aus der Gattung Hygrophila haben es einige tolle Stängelpflanzen in die Aquaristik geschafft. Die anspruchslosen Wasserfreunde wachsen in der Regel sehr schnell, sind gute Nährstoffzehrer und machen dadurch lästigen Algen das Leben schwer. Die meisten Wasserfreunde sind rein grün, bei viel Licht kann der frische Austrieb bräunliche Töne zeigen.

Insbesondere zu erwähnen wären der Breitblättrige Riesenwasserfreund Hygrophila corymbosa, der Thailändlische Wasserfreund (Hygrophila corymbosa "Siamensis") und der Riesenwasserfreund (Hygrophila corymbosa "Stricta") mit ihren großen, mehr oder weniger breiten, spitz zulaufenden grünen Blättern und dem ausgesprochen schnellen Wuchs. Etwas kleinere, eher abgerundete Blätter hat dagegen der Indische Wasserfreund Hygrophila polysperma. Bei viel Licht färben sich hier die Triebspitzen attraktiv braun-rötlich.

Murdannia - Tagblumen

Murdannia keisak, die Asiatische Tagblume, ist eine grasähnlich wachsende Stängelpflanze, die im Aquarium wie Bambus aussieht und gerade im Hintergrund des Beckens wunderschöne Kontraste gegenüber breitblättrigeren und nicht ganz so strikt aufrecht wachsenden Stängelpflanzen setzt.

Limnophila - Sumpffreunde

Die robusten und anpassungsfähigen Aquarienpflanzen der Gattung Limnophila sind ebenfalls beliebte Stängelpflanzen für den Hintergrund des Aquariums. Sie wachsen schnell und sind vom Blattwerk her eher filigran. Besonders beliebt sind der Blütenstiellose Sumpffreund Limnophila sessiliflora und der Aromatische Sumpffreund Limnophila aromatica, der in seiner Heimat sogar als Gewürzpflanze eingesetzt wird. Auch sie bekommen unter viel Licht bräunlich überhauchte Blätter, vor allem im jüngerem Laub.

Pogostemon - Patschuli

In der Gattung Pogostemon gibt es zwar viele Landpflanzen, die teils auch zur Parfümherstellung dienen (Pachouli-Pflanzen), jedoch sind hier auch ein paar Sumpfpflanzen angesiedelt, die sich sehr gut im Aquarium halten lassen. Diese zeichnen sich durch wunderhübsch angeordnete sternförmig ausstrahlende Blätter an den Stängeln aus. Die Sternpflanze Pogostemon stellatus aus Asien zeigt wie die Indische Sternpflanze Pogostemon erectus schöne Grüntöne, bei viel Licht mit bräunlichen oder rötlichen Nuancen vorwiegend an den Triebspitzen.

 

Rotala - Weiderichgewächse

Die eher rundblättrigen Stängelpflanzen aus der Gattung Rotala gibt es in verschiedenen Farben für den Aquarienhintergrund. Während die meisten rötliche Farbtöne zeigen können, bleibt Rotala sp. "Green", die Grüne Rotala, auch unter sehr viel Licht rein grün und setzt damit willkommene Akzente im Aquarienhintergrund.

Lysimachia - Pfennigkräuter

Von den Pfennigkräutern hat es eigentlich nur eines in die Aquaristik geschafft, Lysimachia nummularia, das Gold-Pfenningkraut. Diese tolle Pflanze kann auf trockenem Land genau so gut wachsen wie unter Wasser. Während sie an Land jedoch kriechend wächst, zeigt sich die gelbgrüne pflegeleichte Stängelpflanze unter Wasser als aufrecht wachsender leuchtender frischer Farbklecks im Hintergrund des Aquariums.


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