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Fischfutter kaufen - aber welches? Die verschiedenen Fresstypen bei Aquarienfischen

Fische sind unglaublich variantenreiche Lebewesen und bewohnen die verschiedensten Unterwasserhabitate. Klar, dass sie auch ganz unterschiedliche Futterstrategien entwickelt haben und sich nicht einheitlich ernähren!

Hier schauen wir uns die vier Hauptkategorien an Fresstypen an, die man bei Aquarienfischen typischerweise findet, wir listen die gängigsten Zierfische im Aquarium auf, die in die jeweiligen Kategorien fallen, und wir geben Futtertipps.

Omnivor - die Allesfresser

Die Allesfresser unter den Zierfischen futtern pflanzliche wie auch tierische Kost, oft zu ungefähr gleichen Teilen. In der Natur fressen diese Fische oft Würmer, Insektenlarven, Anflugnahrung, kleine Krebstiere und ähnliches, sie zupfen an Algen und auch an ins Wasser gefallenen Pflanzenresten oder verwerten abgestorbene oder sehr weiche Wasserpflanzen. Hierzu gehört wohl die Mehrheit der Zierfische fürs Aquarium.

Ein Futter für omnivore Aquarienfische besteht demzufolge ebenfalls aus pflanzlichen und tierischen Komponenten. Bei manchen eigentlich omnivoren Fischarten verschiebt sich jedoch der Anteil entweder in Richtung pflanzlich oder tierisch, dementsprechend solltest du die Fütterung der Fische im Aquarium dann auch gestalten - du kannst das Futter für omnivore Zierfische mit Frostfutter oder Lebendfutter ergänzen, wenn mehr tierische Anteile gefragt sind, wenn der Schwerpunkt der Fischernährung eher auf pflanzlicher Kost liegt, gibst du weiches Gemüse wie Tomate oder Kürbis, überbrühtes Grünfutter wie Spinat oder Löwenzahn oder noch ein Spezialfutter auf pflanzlicher Basis zusätzlich zum Futter für die Omnivoren.

Ganz typische omnivore Aquarienfische sind zum Beispiel

  • Guppys
  • Platys
  • Schwertträger
  • Mollys
  • Neons und einige andere Salmler
  • Fadenfische
  • Bärblinge und Barben

... und viele andere mehr.

Carnivor - die Fleischfresser

Die Karnivoren unter den Zierfischen umfassen zum einen die Raubfische, die andere Fische jagen und fressen, aber auch die Insektenfresser, Schneckenfresser und Würmerfresser, die sich überwiegend von Wirbellosen ernähren.

Carnivore Zierfische sollten nur einen ganz geringen pflanzlichen Anteil in ihrem Futter vorfinden - ein wenig Pflanzenmasse nehmen sie mit dem Darminhalt ihrer Futtertiere schließlich in der Natur auch auf. Zu viel pflanzliche Anteile im Fischfutter können bei den Carnivoren jedoch zu ernsten Darmproblemen führen. Die Fische werden blass und apathisch, und ihre Lebensdauer kann sich stark verkürzen.

Das beste Futter für karnivore Aquarienfische ist Lebendfutter in Form von Mückenlarven, Würmern, kleinen Krebsen und so weiter. Laut den Paragrafen 17 und 18 des deutschen Tierschutzgesetzes darf ohne vernünftigen Grund kein Wirbeltier getötet werden, und ohne vernünftigen Grund darf Wirbeltieren auch kein Leiden zugeführt werden. Das Verfüttern von lebenden Fischen ist daher eigentlich nicht erlaubt - wenn es Alternativen gibt.

Im Tierschutzgesetz Paragraf 2 steht allerdings auch: "Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen."

Wenn deine karnivoren Raubfische also nicht auf Totfutter oder Wirbellose umgestellt werden können, darfst du auch lebende Fische verfüttern. Das ist jedoch sicherlich eine Ausnahme und dürfte sich auf ganz wenige Fischarten in der Aquaristik beschränken.

Auch Frostfutter nehmen viele carnivore Aquarienfische sehr gerne an, und es gibt mittlerweile auch Trockenfutter, das in der Zusammensetzung die Bedürfnisse der Fleischfresser unter den Zierfischen berücksichtigt.

Typische Karnivore fürs Aquarium sind zum Beispiel:

  • Siamesische Kampffische und andere Betta Arten
  • Raubsalmler
  • Salmler der Gattung Nannostomus
  • Skalare und andere südamerikanische Buntbarsche
  • manche afrikanischen Cichliden
  • Schlangenkopffische
  • Messerfische
  • Flösselhechte
  • Raubwelse

... und viele mehr.

Molluskivor - die Schneckenfresser

Die molluskivoren Zierfische stellen eigentlich eine Untergruppe der Carnivoren dar - sie ernähren sich jedoch überwiegend von Schnecken und Muscheln, die sie knacken und fressen.

Schnecken fressenden Kugelfischen wächst zu diesem Zweck ein "Schnabel", der sich abnutzt und daher ständig nachwächst. Bekommen diese Schneckenfresser unter den Aquarienfischen nicht genügend Schnecken zu fressen, kann ihr Schnabel so stark wachsen, dass die Kugelfische ihr Maul nicht mehr öffnen können und dann verhungern müssen.

Schneckenfresser brauchen lebende Schnecken. Teilweise kann man sie auch auf Trockenschnecken umstellen und ihren Speiseplan durch Mückenlarven und ähnliches Lebendfutter oder Frostfutter ergänzen - aber um das Verfüttern lebender Schnecken kommt man nicht herum, wenn man die Schneckenfresser unter den Aquarienfischen artgerecht ernähren möchte.

Klassische Schneckenfresser fürs Aquarium sind:

  • verschiedene Schmerlen
  • und natürlich Kugelfische

Bitte beachte, dass die meisten dieser Zierfische an ihr Aquarium ganz besondere Ansprüche haben (Größe, Wasserwerte, Beibesatz) und dass die meisten von ihnen mitnichten ins normale Gesellschaftsaquarium passen.

Limnnivor - die Aufwuchsfresser

Fälschlicherweise werden sie oft auch als Algenfresser angesprochen, aber eigentlich ernähren sich limnivore Fische vom Aufwuchs auf Steinen und Holz. Zum Aufwuchs gehören natürlich auch Algen, aber ebenso proteinreiche Biofilme aus Mikroorganismen und sogar kleinste Futtertiere, die in den Algenbüscheln leben - deshalb rechnet man die Limnivoren tatsächlich zu den Allesfresssern, sie sind in der Regel keine reinen Pflanzenfresser. Harte Algen wie Pelzalgen oder Bartalgen werden übrigens auch von den typischen Algenfressern fürs Aquarium nicht gerne gefuttert.

Gut kannst du am Boden lebende Aufwuchsfresser mit sinkenden Futtertabs, Cookies und Wafers füttern. Aufwuchsfresser im Freiwasser nehmen gerne auch einfach ein übliches Futter für omnivore Aquarienfische. Alle Aufwuchsfresser knabbern gerne an weichem Gemüse, an Laub oder Grünfutter und lassen sich auch bei Frostfutter meist nicht lange bitten, sondern greifen herzhaft zu. Viele Aufwuchsfresser gehen auch an Aquarienpflanzen mit weichen Blättern.

Zu den häufig gehaltenen Aufwuchsfressern im Aquarium gehören:

  • limnivore Saugmaulwelse
  • Aufwuchs fressende Schmerlen (darunter zum Beispiel die putzigen Flossensauger)
  • Fransenlipper
  • Schleierschwanz Goldfische und andere Karpfenfische
  • manche Grundelarten
  • einige Cichlidenarten aus Ostafrika (Mbuna)

... und einige mehr.

Herbivor - die Pflanzenfresser

Reine Pflanzenfresser (Herbivoren oder Plantivoren) sind unter den klassischen Aquarienfischen recht selten. Für Großaquarien zählt dazu zum Beispiel der Pacu, der sich von Früchten und Nüssen ernährt, die in seinem natürlichen Biotop von den Uferbäumen ins Wasser fallen. Guppys, Mollys, Platys, Schwertträger und Segelflosser gehören zwar zu den Allesfressern, ernähren sich jedoch recht pflanzenlastig und werden manchmal deshalb auch zu den Herbivoren oder Pflanzenfressern gezählt.


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