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Welche Eiweißquellen erschließen sich Garnelen, Krebse und Krabben in der Natur?

Inhaltsverzeichnis

 

Bakterien und andere Mikroorganismen

Garnelen ernähren sich in der Natur neben Pflanzenresten wie abgefallenem Laub überwiegend von Aufwuchs und Biofilmen, die sie mit Hilfe ihrer gezackten, gefiederten Borsten an den Scherenfingern von harten Oberflächen wie Steinen abschaben. Biofilme bedecken nahezu alle Oberflächen unter Wasser - man bemerkt sie als glitschigen Belag auf Steinen, Holz, Laub, den Blättern der Pflanzen und im Aquarium auch auf den Aquarienscheiben. Durch diesen Aufwuchs decken Zwerggarnelen einen Großteil ihres Proteinbedarfs, sie nehmen aber auch Vitamine (zum Beispiel der B-Gruppe) und Spurenelemente sowie Mineralstoffe auf. Das Eiweiß der Bakterien, Hefen und anderen Mikroorganismen in diesen Biofilmen ist für die kleinen Krabbler ausgesprochen wertvoll und hoch bioverfügbar. Garnelen haben sich im Lauf der Erdgeschichte an genau diese Futterart angepasst und sind dadurch bestens versorgt.

Im NatureHolic Protein Feed greifen wir genau dieses Konzept auf und nutzen einen guten Anteil Eiweiß aus bakteriellen Quellen sowie aus Hefen.

Insekten und Insektenlarven

Insekten und im Wasser lebende Insektenlarven gehören in der Natur ganz selbstverständlich auf den Speisezettel von Krebstieren. Sogar Zwerggarnelen knuspern in ihren Biotopen Larven weg, die im Wasser leben, und wenn einmal ein ausgewachsenes Insekt ins Wasser gefallen ist, wird es mit Haut und Haar verwertet. Carnivore und omnivore Krabben aller Größen, Zwergkrebse und Flusskrebse gegen sogar förmlich auf die Jagd nach den gehaltvollen, leckeren Larven.

Insekten und ihre Larven enthalten neben hervorragend für Garnelen verwertbaren Aminosäuren (Eiweißbausteinen) auch noch wertvolles Chitin in ihrer Haut, das alle Krebstiere für den Aufbau ihres Panzers verwerten können, und sie produzieren außerdem das Häutungshormon Ecdyson. Dieses Hormon greift auch bei unseren Wirbellosen im Aquarium regulierend in die Häutung ein und steuert den Häutungsvorgang. Das in den Insekten und Insektenlarven enthaltene Ecdyson liefert Garnelen und Co. alle Bausteine für ihre eigene Hormonproduktion. Mit der Nahrung aufgenommenes Ecdyson kann die Häutung, das Wachstum und sogar die Fortpflanzungsfähigkeit von Krebstieren positiv beeinflussen.

Auch die essenziellen Mineralstoffe und Spurenelemente, die unsere Garnelen als Gliedertiere brauchen, sind in den ganz weitläufig mit ihnen verwandten Insekten bereits im richtigen Verhältnis vorhanden, ebenso wie Ballaststoffe, Fett und Eiweiß schon in der perfekten Ratio vorliegen.

Insekten bilden neben Bakterien eine weitere wichtige Eiweißquelle für das NatureHolic Proteinfeed und für unsere NatureHolic Insect Bites.

Krebstiere

Auch andere Krebstiere werden von Garnelen gerne verwertet. Die kleinen Krabbler machen sogar vor Artgenossen oder anderen Garnelen nicht halt, wenn diese geschwächt oder gar gestorben sind. So erhalten unsere Garnelen im Aquarium wie auch im Biotop genau die Art von Proteinen, die sie brauchen, und außerdem ebenfalls wertvolles Chitin und Kalzium aus dem Panzer sowie das im Abschnitt über Insekten und Insektenlarven schon erwähnte Häutungshormon Ecdyson - alles Bausteine für gesundes Wachstum und eine reibungslose Entwicklung bei Zwerggarnelen, Krebsen aller Art und auch bei Krabben. Mineralstoffe und Spurenelemente sind in einem ebenso günstigen Verhältnis vorhanden wie Proteine, Fette und Ballaststoffe.

Nun folgt ein riesengroßes ABER: Weil durch das Fressen von Artgenossen oder eng verwandten Tieren allerdings sehr häufig gefährliche Krankheiten und Parasiten übertragen werden können, ist es keine gute Idee, zu eng verwandte Krebstiere an Garnelen zu verfüttern! Zu groß ist die Ansteckungsgefahr mit Bakterien, Viren, Pilzen, Mikrosporidien und Parasiten wie Saugwürmern oder parasitischen Algen. Auf gar keinen Fall sollte man daher Süßwassergarnelen mit anderen Süßwassergarnelen füttern, um dieses Risiko definitiv auszuschließen. Außerdem wichtig: Häufig wird billiges Garnelenmehl aus Garnelen gewonnen, die aus Aquakultur stammen. Sie sind häufig stark mit Medikamenten und Schadstoffen belastet - gefährliche Stoffe, die man ebenfalls nicht im Aquarium haben möchte.

Eine Crustacee wie Krill aus den immer noch relativ unbelasteten Meeren der Arktis ist zum Beispiel relativ weit von Süßwassergarnelen entfernt, sowohl vom Habitat wie auch von der Verwandtschaft her. Krill ist daher deutlich unbedenklicher zu verfüttern als zum Beispiel Süßwassergarnelen aus der ohnehin häufig sehr bedenklichen Aquakultur.

Diese Tatsache machen wir uns mit den neuen Insect Bites von NatureHolic zunutze: Hier sind neben Insekten auch die kleinen vitalstoffreichen Krebstiere aus der Arktis enthalten.

Fischmehl - ein guter Futterzusatz für Garnelen, Krebse und Krabben?

Als billige Alternative zu hochwertigen Insektenmehlen und Krillmehl wird in der Aquarien-Futterindustrie sehr häufig Fischmehl verwendet. Fische sind ja auch Wassertiere und können daher theoretisch zum natürlichen Nahrungsspektrum von Garnelen gehören, richtig? Falsch. Ganz falsch ... zum einen leben in den natürlichen Habitaten der meisten aquaristisch interessanten Zwerggarnelen überhaupt keine Fische. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere dort einen toten Fisch finden und verwerten, ist wirklich gering. Zum anderen ist es schwer vorstellbar, dass sich eine Zwerggarnele einen großen oder auch kleinen gesunden Fisch krallt, um ihn zu fressen, selbst wenn sie zusammen mit Fischen in einem Habitat leben sollte. An Fisch als natürliche Nahrung sind zumindest die gängigen Zwerggarnelen in der Aquaristik (vielleicht mit Ausnahme der größeren und auch etwas rabiateren Amanogarnelen) nicht angepasst.

Des Weiteren sind alle Argumente, die gegen Garnelenmehl aus Aquakultur sprechen, auch auf Fischmehl aus Aquakultur anwendbar - billiges Fischmehl ist oft genauso hoch belastet mit Antibiotika und anderen Medikamenten sowie weiteren Schadstoffen wie Garnelenmehl. Fischmehl aus Meeresfischen dagegen trägt zur Überfischung der Meere bei und ist schon allein deshalb hochbedenklich. Selbst wenn man auf dem Standpunkt steht, dass Protein schließlich Protein ist, sind allein diese Argumente schwer wiegende Gründe, Fischmehl in Garnelenfutter abzulehnen.

Flusskrebse und Krabben teilen sich zwar ihr Habitat deutlich häufiger mit Fischen und jagen auch aktiv, sodass man argumentieren könnte, dass Fisch durchaus ein Teil des natürlichen Speiseplans zumindest einiger Arten ist - dennoch ist Fischmehl aus den oben genannten Gründen als Anteil für Krebsfutter oder Krabbenfutter stark umstritten, und es gibt - wie oben ausgeführt - bessere Alternativen.

Optimaler Proteinanteil in der Wirbellosen-Nahrung

Der Proteinanteil in der natürlichen Nahrung von Garnelen sollte eine Gesamtmenge von anteilig ca. 40 % nicht überschreiten. Bei zu hoher Proteinzufuhr kann es bei Garnelen zu Häutungsproblemen kommen. Das Verhältnis von Eiweiß zu Fett sollte in etwa bei 3 zu 1 liegen. Auch bei Flusskrebsen sollte das Futter nicht zu eiweißlastig werden. Vor allem die bunten und in der Aquaristik enorm beliebten Cherax-Krebse aus Papua können mit schweren Häutungsproblemen auf einen zu hohen Proteinanteil in ihrem täglichen Futter reagieren.

Jungtiere im Wachstum und spezifisch carnivore Arten haben einen höheren Eiweißbedarf. Sie werden entsprechend etwas öfter mit einem proteinhaltigen Futter gefüttert. Dabei orientiert man sich am oberen Ende der Dosierungsanweisung auf der Packung, während für alle anderen wirbellosen Aquarienbewohner eher das untere Ende der Futteranweisung der Maßstab sein sollte.


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