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Die Weißpünktchenkrankheit im Fischaquarium

Was ist die Weißpünktchenkrankheit?

Kaum eine andere Fischkrankheit wird so häufig diskutiert wie die auch „Weißpunkt Krankheit“ oder „Grießkörnchenkrankheit“ genannte Erscheinung. Rechtzeitig diagnostiziert und behandelt kann sie aber völlig auskuriert werden. Im Grunde genommen kommt der Hautparasit Ichthyophtirius multifiliis in jedem Aquarium vor, allerdings sind gewisse Voraussetzungen notwendig, dass er überhaupt erst zum Problem wird. Liegen diese vor, ist es den Parasiten, die bis zu 1,5 Millimeter groß werden und damit gut erkannt werden können, ein leichtes, in die Schleimhautschicht einzudringen, in der sie sich dann festsetzen. Da Medikamente allein nicht hautdurchdringend wirken, um den Übeltäter loszuwerden, bedarf es weiteren Zutuns für eine erfolgreiche Heilung.

Im Gegensatz zu anderen Parasiten saugt der Trophont, so wird er im Anfangsstadium genannt, kein Fischblut, sondern ernährt sich von Zellen des Fisches. Mithilfe seiner Drüse platziert er sich in der äußeren und inneren Hautschicht. Dabei gibt der Lästling spezielle Stoffe ab, die zu einer Hautzellenverdichtung führen, die ihn wiederum vor Medikamentenkuren „immunisieren“.

Die Weißpünktchenkrankheit, wissenschaftlich Ichthyophthiriose genannt, äußert sich zu Beginn in kleinen weißen Punkten, die sich nach und nach über den gesamten Fisch ausbreiten. Anfällig sind vor allem Fische mit anfälligem Immunsystem, dessen Auslöser häufig Stress war. Sie bilden sogenannte Schwärmerstadien, die sich im ganzen Aquarium verbreiten und auf geschwächten Fischen ansiedeln.

Foto: JBL.de
 

Weißpünktchenkrankheit erkennen

Infizierte Tiere weisen Veränderungen der Schleimhaut auf, die entzündet und verschleimt und zusehends von weißen Punkten übersät wird. Auch sondern sich die betroffenen Fische häufig von der Gruppe ab, klemmen die Flossen und scheuern sich an Einrichtungsgegenständen. Ab und zu können sich auch über den Kiesboden „rutschen“, beim Versuch Linderung durch die juckenden blinden Passagiere zu finden. Auch Futter wird häufig verweigert.

Behandlungsmethoden der Weißpünktchenkrankheit

Um Ichthyo wieder loszuwerden, gibt es einige Behandlungsmethoden, von denen einige aber eher mit Vorsicht zu genießen sind. Von einer kompletten Remission ist im Schnitt aber erst nach rund drei Wochen auszugehen, Therapietreue vorausgesetzt.

An erster Stelle steht natürlich eine Medikamentenkur, für die sich der Fischpfleger aber fachkundigen Rat einholen sollte. Denn nicht jedes Medikament eignet sich auch fürs Gesellschaftsbecken, vor allem dann nicht, wenn auch Wirbellose wie Garnelen, Schnecken oder Krebse mit im Aquarium wohnen. Vor allem kupferbasierte Präparate werden diesen sehr schnell zum Verhängnis. Ebenfalls hilfreich kann auch die Zugabe einer schwachen Kochsalzlösung sein. Je nach Fischart kann der Befall mit den Parasiten durch eine schrittweise Temperaturerhöhung auf bis zu 31 °C vorteilhaft sein. Zuvor sollte aber herausgefunden werden, ob die Tiere diese auch vertragen und die Temperatur täglich maximal um 1 °C nach oben gebracht werden, nach der Behandlung entsprechend wieder langsam herunter. Da es hierbei aber potentiell zu Sauerstoffknappheit im Wasser kommen könnte, sollte das Aquarium in dieser Zeit gut belüftet werden. Dazu eigenen sich Oxydatoren, aber auch Ausströmer.

Eine Behandlung durch häufiges Umsetzen in andere Aquarien, sofern man denn über eine entsprechende Anzahl an Quarantänebecken verfügt, ist praktisch eher kaum anwendbar. Zwar „verliert“ der Fisch auf diese Weise zusehends mehr der Parasiten und kann sich schlussendlich quasi selbst wiederherstellen, allerdings sollten alle Aquarien danach unbedingt ebenfalls desinfiziert und behandelt werden, ehe wieder neue Fische eingesetzt werden. Zudem kann das permanente Umsetzen weiteren Stress verursachen, der eher kontraproduktiv wirkt.

Prophylaxe

Damit es gar nicht erst zum Ausbruch kommt, sollten neue Fische mit äußerster Sorgfalt den neuen Heimweg antreten und ebenso vorsichtig sowohl an die neuen Wasserparameter gewöhnt und schließlich auch eingesetzt werden- einzeln. Transportwasser sollte immer entsorgt werden und niemals ins Aquarium gelangen. Das Wassertesten wird häufig unterschätzt und stellenweise auch rigoros ignoriert. Diese „Selbstüberschätzung“, gerade beim Einstieg in die Aquaristik, bezahlen häufig Fische mit ihrer Gesundheit. Auch wenn erfahrene Aquarianer ihre Wasserwerte quasi „im Urin“ haben, so messen auch diese hin und wieder bestimmte Werte nach- meist haben sie sich im Laufe der Zeit und anhand etlicher Erfahrungen zudem einen entsprechenden Blick angewöhnt, anhand welcher Parameter potentielle Probleme auftauchen könnten. Komplett gefeit ist aber selbst der erfahrenste Profi nicht.

Neue Steine lassen sich vor dem Dekorieren durchaus desinfizieren, wer auf InVitro Pflanzen setzt anstatt auf eine bunte Schnittmischung aus dubiosen Quellen setzt bereits einen großen Meilenstein zur Fischgesundheit. Auch wenn der tolle Guppy im Verkaufsbecken traurig schaut oder so alleine in seiner Ecke sitzt, sollte er besser belassen werden, wo er ist, da er womöglich bereits erste Anzeichen einer Erkrankung aufweisen könnte.

Der Fischgesundheit dienlich sind außerdem biologische Präparate, die das Wasser mit Huminstoffen anreichern. Diese wirken leicht ansäuernd und bewirken einen adstringierenden, also einen zusammenziehenden, Effekt auf die Schuppen- und Schleimhautschicht. So haben es Parasiten schwerer, einzudringen und Fuß zu fassen. Auch der Twinstar Sterilisator leistet gute Dienste und kann ebenso wie ein Oxydator dazu  beitragen, die Dichte pathogener Keime und Bakterien zu reduzieren.

Stressfaktoren erkennen und beheben

Die bloße Anwesenheit der Weißpünktchenerreger allein in nahezu jedem Aquarium ist kein Grund zur Besorgnis. Ausgelöst werden sie vor allem durch verschiedene Stressfaktoren. Dazu zählen unter anderem der Transport der Tiere, aber auch verschmutztes Aquarienwasser, unpassend Begleitfische, (ruppiges) Umsetzen, falsche Temperaturen, aber auch Wasserwechsel mit unpassenden Temperaturen oder Wasserparametern. Alle diese Faktoren begünstigen den Befall mit Parasiten und lässt sich- unter Strich gesehen- großzügig verhindern.

Stressauslösend können vor allem der Transport und der Umzug in eine neue Umgebung, aber auch schlechte Wasserverhältnisse sein. Ins Aquarium eingebracht werden können die Erreger der Krankheit, sogenannte Wimpertierchen, durch Pflanzen aber auch Steine und andere Aquarieneinrichtung und selbst andere Fische.

Erste Hilfe bei Weißpünktchen

Ist der Übeltäter rechtzeitig erkannt, empfiehlt es sich, einen großzügigen Wasserwechsel vorzunehmen, damit die Dichte der Parasiten, die ja Schwärmerstadien bilden, reduziert werden kann. Das frische Wasser sollte dabei aber gleich warm oder sogar ein Grad wärmer sein als das Aquarienwasser. Hilfreiche Medikamente sind hierbei Präparate, die mittels Methylenblau funktionieren. Da dieser Stoff allerdings lichtempfindlich ist, sollte während der Behandlung die Aquarienbeleuchtung gedimmt oder ganz ausgeschaltet werden. Zwingend erforderlich ist es, das Präparat nach Anleitung zu verwenden und in entsprechenden Abständen Wasserwechsel durchzuführen.

Auch sollte eine einmal begonnene Therapie zwingend zu Ende durchgeführt werden, da sich die Parasiten sonst wieder ungehindert vermehren und sogar zum Tode der Fische führen könnten, da sie sich über deren gesamten Körper bis über die Kiemen verbreiten. Todesursache ist in diesem Fall dann häufig der Erstickungstod, der vermeidbar ist. Im Anschluss an eine erfolgreiche Behandlung sollt das Aquarienwasser mit Aktivkohle von den letzten Medikamentenrückständen gefiltert und aufbereitet werden.

 

Foto Vorschau: JBL.de

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