Vergesellschaftung von Fischen mit Zwergkrebsen

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Kann man Zwergkrebse und Fische miteinander in einem Aquarium halten? Dazu muss man bei Krebsen noch viel genauer hinschauen als bei Zwerggarnelen, und das tun wir in diesem Artikel.

Ein Zwergkrebs ist zwar in tolles Tier und interessant zu beobachten, aber manchen ist in einem reinen Krebsaquarium in den oberen Wasserschichten deutlich zu wenig los. Die Frage, ob man Zwergkrebse und Fische im Aquarium zusammen halten kann, lässt sich allerdings nicht in einem Satz beantworten. Die kleinen Zwergkrebse aus der Gattung Cambarellus, wie zum Beispiel der Cambarellus patzcuarensis "orange", auch CPO genannt, der Kleinste Zwergkrebs Cambarellus diminutus, Shufeldts Zwergkrebs (Cambarellus shufeldti) oder Blacks Zwergkrebs (Cambarellus blacki) und viele andere mehr sind für viele Fische schon alleine aufgrund ihrer geringen Größe eine leichte Beute und gehören bei einigen Raubfischen sogar zum natürlichen Nahrungsspektrum. Mit ihren kleinen Scheren können sie sich nicht wirklich wehren, wenn ein Raubfisch angreift.

Welche Wasserwerte benötigen Zwergflusskrebse

Da Zwergkrebse bei der Wasserhärte längst nicht so empfindlich sind wie Garnelen, hat man grundsätzlich bei der Fischauswahl weniger Beschränkungen und kann sich gut an den Bedürfnissen der Fische orientieren. Grundsätzlich ist ein sehr saures, weiches Wasser mit einem tiefen pH-Wert allerdings für die meisten Zwergkrebse allerdings nicht so gut geeignet, sie mögen Wasser ab einem neutralen pH von 7 bis 7,5 aufwärts. Ausgesprochene Weichwasserfische eignen sich also rein wegen der Ansprüche an die Wasserwerte nicht zur Vergesellschaftung mit Zwergkrebsen!

Vergesellschaftung: Was geht gar nicht?

Einige ganz grundlegende Punkte gibt es immer zu beachten, wenn Fische und Zwergkrebse zusammen gehalten werden sollen: Auch die niedlichen kleinen Zwergkrebse haben Scheren, und mit diesen Scheren können sie kräftig zukneifen. Fische, die nicht gut schwimmen können und wenig wendig sind, also zum Beispiel langflossige Kampffische oder die Schleierformen von Guppys, Welsen, Bärblingen und so weiter, sollten mit Zwergkrebsen niemals in einem Aquarium gehalten werden. Die Flossen werden auch von den kleinen Zwergkrebsen manchmal angezwickt und können sich dann böse entzünden. Dasselbe gilt für Zwergkrallenfrösche. Sie können von den Krebsen schwer verletzt werden, weil ihre weiche Haut gegen die Scheren keinen Schutz bietet.



Auch am Boden schlafende (beispielsweise Honigguramis, manche Barsche und einige Salmler) oder am Boden lebende Fische wie Harnischwelse (zum Beispiel Ohrgitterharnischwelse oder Antennenwelse), Panzerwelse und Grundeln eignen sich nicht gut zur Vergesellschaftung mit Zwergkrebsen. Zwergkrebse zwicken einen im Weg liegenden Fisch schon einmal. Es gibt zwar immer wieder Beispiele, wo Zwergkrebse erfolgreich mit Antennenwelsen oder Panzerwelsen gehalten werden - hier muss aber man ganz klar sagen: Krebse sind immer Charaktertiere, was bei dem einen funktioniert, muss bei dem anderen noch lange nicht klappen. Gerade bei den Zwergkrebsen gibt es neben ausgesprochen friedlichen und verträglichen Exemplaren auch hoch aggressive Vertreter.

Was natürlich ebenfalls nicht ohne Verluste möglich ist, ist die Vergesellschaftung von Zwergkrebsen mit Raubfischen. Für kleine Zwergkrebse können schon Skalare oder Zwergbuntbarsche ein Problem darstellen, gar nicht geht die Vergesellschaftung mit Buntbarschen wie zum Beispiel Malawibuntbarschen oder Tanganjikabuntbarschen, mit Barschen, Grundeln, Messerfischen und Knochenzünglern wie dem Arowana. Auch Schildkröten fressen für ihr Leben gerne Zwergkrebse.  Auch die kleineren Vertreter dieser Fische können Zwergkrebse schwer verletzen oder töten. Viele Raubfische schlagen spätestens nach der Häutung des Zwergkrebses zu und zerpflücken das ungeschützte Tier, dessen Panzer noch weich ist, in hundert Fetzen, um es genüsslich zu fressen.

Was geht?  - Fische und Zwergkrebse - Grundsätzliches

Hier gelten zunächst schon rein aufgrund der Größe der Zwergkrebse ganz ähnliche Regeln wie zur Vergesellschaftung von Fischen mit Garnelen: Auch bei eher friedlichen Fischen, die keine reinen Pflanzenfresser sind, kann es vorkommen, dass einmal ein Zwergkrebs (vor allem als Jungtier) gefressen wird. Was ins Fischmaul passt, wird im Zweifelsfall gefressen. Sehr kleine Fische gehen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit nicht an die Zwergkrebse, auch nicht an den Nachwuchs.

Oberflächenorientierte Fische und Fische, die die mittleren Wasserschichten bevorzugen, sollten dabei vorrangig für ein Krebsaquarium in Betracht gezogen werden. Hier besteht wenig Gefahr, da die Lebensräume der Zwergkrebse nicht mit denen der Fische kollidieren.

Verhalten der Zwergkrebse

Da Zwergkrebse ohnehin eher dazu tendieren, sich zu verstecken, sollte man auch in einem reinen Krebsaquarium ausreichend Verstecke und Unterstände anbieten (und zwar immer ein paar mehr als Zwergkrebse vorhanden sind). Neben Tonröhren und Tonhöhlen finden sie auch in Laubschichten aus braunen Herbstblättern viele Verstecke, sie kriechen unter Wurzeln oder in die Zwischenräume von Steinaufbauten.
Da Zwergkrebse sich nicht gärtnerisch betätigen, also die Pflanzen in Ruhe lassen und sie weder ausgraben noch sie abknipsen, lassen sie sich auch in einem schön bepflanzten Aquarium halten.

Die Aquariengröße bei einer Vergesellschaftung

Bei der Haltung von Aquarienfischen wie auch bei Zwergkrebsen müssen wir die empfohlene Mindestgröße des Aquariums beachten. Zwergkrebse brauchen viel Grundfläche, die dazu noch gut strukturiert sein soll. Für die Fischhaltung gilt in Deutschland zwar kein Gesetz, das eine Mindestgröße vorschreiben würde, aber man orientiert sich hier bei den Empfehlungen gerne am Gutachten zu den Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser) des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft aus dem Jahr 1998, das außer für sehr kleine Arten, zur vorübergehenden Haltung oder für die Zucht mindestens 54 Liter bzw. 60 cm Kantenlänge empfiehlt. In Österreich gilt die Tierhalteverordnung, wonach in Aquarien unter 60 cm Kantenlänge beziehungsweise 54 Litern gar keine Fische gehalten werden dürfen. Für Zwergkrebse ist ein gut strukturiertes 60-cm-Becken auch absolut in Ordnung.

Salmler

Eingeschränkt empfehlen kann man die Vergesellschaftung von Zwergkrebsen mit Salmlern. Größere Salmlerarten sind relativ räuberisch und können vor allem Jungkrebsen gefährlich werden. Einen Salmler erkennt man gut an seiner kleinen Fettflosse, die er auf der Oberseite zwischen der Schwanzflosse und der Rückenflosse hat. Salmler sind beispielsweise Rote, Blaue und Schwarze Neons, Neonsalmler, Funkensalmler, Kupfersalmler, Rotkopfsalmler, Roter von Rio, um nur einige in der Aquaristik bekannte und beliebte Arten zu nennen. Als eher räuberisch veranlagte Allesfresser jagen Salmer teilweise aktiv. Die Zwergkrebse brauchen im Gesellschaftsaquarium mit Salmlern ausreichend viele Verstecke: Höhlen, Röhren, in die die Fische nicht hineinkommen, Lochziegelsteine, gut strukturierte Wurzellandschaften, … Adulte, große Zwergkrebse haben von kleinen und mittelgroßen Salmlern jedoch eher nichts zu befürchten. 

Lebendgebärende

Zwergkrebse in einem Gesellschaftsaquarium mit Lebendgebärenden sind möglich. Die in der Aquaristik weit verbreiteten Schwertträger, Platys, Mollys und Guppys sowie Endler Guppys passen von den Ansprüchen an die Wasserwerte (eher hart) und von der Vermehrungsrate und der Robustheit recht gut zu Zwergkrebsen. Eventuell muss man jedoch aufpassen, wenn sehr neugierige Exemplare den Krebsen lästig werden.

Kärpflinge

Kleinere Kärpflinge (Teddykärpfling oder Zwergkärpfling), Leuchtaugenfische oder Reisfische sind gute Beifische für Zwergkrebse. Sie sind nicht so aufdringlich wie Guppys & Co. Auch die größeren oberflächenorientierten Hechtlinge / Killifische sind bei einer ausreichenden Zahl an Versteckplätzen für Zwergkrebse keine größere Gefahr.

Bärblinge und Barben

Kleine Bärblinge, die in härterem Wasser klarkommen, wie beispielsweise der Zebrabärbling, der Querstreifenbärbling oder der Perlhuhnbärbling, können mit eher friedlich veranlagten Zwergkrebse gut vergesellschaftet werden. Auch die zu etwas mehr Körpergröße heranwachsenden Barben wie zum Beispiel die Moosbarbe passen zu Zwergkrebsen - ausreichend Verstecke natürlich immer vorausgesetzt.

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  • Kurie mit Kardinälchen und Plan für Zwergkrebse.

    Hallo, ich habe ein offenes 200l Becken mit z.Zeit 35 Kärdinälchen ( warte jetzt auf den Papst ) Ich würde gerne einige kleine Zwergkrebse anschaffen, nur habe ich die Befürchtung das diese dann bald die Freiheit suchen und dann nicht mehr bei mir zu Gast bleiben. Zu den Kardinälchen werde ich noch 30 Garnelen hinzufügen, wobei ich annehme, das die Fischschen sich nicht an den Garnelen vergreifen werden. Für Verstecke habe ich ausreichend gesorgt. Vor dem Einsatz von Schneckenbuntbarschen in einem Aquarium kann ich nur abraten. Die bildeten zwei sich bekämpfende Familien und machten sich einen Spass daraus das Becken über Nacht einfach umzugestallten. Dabei haben sie sich nicht an meine Pläne gehalten und einfach umgebaut. MfG Peter

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