Welche Fische vertragen sich mit Garnelen?

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Ein großes Thema in der Aquaristik ist immer das Gesellschaftsaquarium. So toll die kleinen bunten Garnelen auch sein mögen, auf Dauer ist ein reines Garnelenaquarium mit Zwerggarnelen, die fast ausschließlich am Boden unterwegs sind, vielen ein kleines bisschen zu ruhig. Fische müssen also her, die die oberen Regionen beleben und die die Freiwasserbereiche nutzen.

Grundsätzliches zur Haltung von Fischen und Zwerggarnelen

Grundsätzlich gilt: Sind diese Fische nicht ausschließlich Pflanzenfresser, ist es durchaus möglich, dass die eine oder andere Garnele in ihrem Magen landet. Was bei einem Allesfresser unter den Zierfischen ins Maul passt, wird auch gefressen. Je kleiner die ausgesuchte Fischart ist, desto größer sind die Überlebenschancen der Zwerggarnelen. Ausgesprochene Raubfische und aktive Jäger wie Grundeln, Messerfische, Arowanas, Barsche und Buntbarsche sollten in keinem Fall mit Garnelen vergesellschaftet werden - hier kann es nämlich auch bei den kleineren Arten passieren, dass Garnelen gejagt, angebissen und schwer verletzt oder auch gleich ganz gefressen werden.

Verhalten der Garnelen in Fischgesellschaft

In der Regel „kennen“ Zwerggarnelen fischige Mitbewohner aus ihren natürlichen Habitaten, und in ihren Genen ist ein Vermeidungsverhalten fest verankert. In Fischgesellschaft wird sich eine Zwerggarnele daher zunächst einmal verstecken.

Dass man ihr dazu entsprechende Versteckplätze anbieten sollte, muss hier sicherlich nicht extra betont werden. Auch fein strukturierte Pflanzen, die dichte Polster bilden, sind als Verstecke besonders für den Garnelennachwuchs im Gesellschaftsaquarium mit Fischbesatz buchstäblich überlebensnotwendig. Hierzu eignen sich Moose, aber auch dicht wachsende Vordergrundpflanzen wie zum Beispiel das Kuba Zwergperlkraut oder die Brasilianische Graspflanze, in deren feinen Strukturen die Zwerggarnelen Deckung vor ihren potentiellen Fressfeinden finden.
Mit der Zeit werden die Garnelen wieder zutraulicher, wenn sie bemerken, dass die Fische ihnen nicht schaden, und kommen wieder zum Vorschein. Oft verstecken sich gerade Junggarnelen einfach so lange sehr gut, bis sie eine Größe haben, in der sie nicht mehr gefressen werden können, und kommen dann aus ihren Verstecken.

Passende Wasserwerte

Wie Zwerggarnelen haben auch Fische bevorzugte Wasserwerte, es gibt Fische für weiches, leicht saures genauso wie für alkalisches Wasser. Die Bedürfnisse der Tiere sollten genau berücksichtigt werden — die Aquarientiere danken dies mit einem langen und gesunden Leben, prachtvollen Farben und lebhaftem Verhalten.

Die passende Aquariengröße

Wichtig ist bei der Haltung von Fischen dann auch auf jeden Fall noch die erforderliche Aquariengröße. Laut der österreichischen Tierhalteverordnung dürfen gar keine Fische in Aquarien unter 60 cm Kantenlänge respektive 54 Litern gehalten werden. In Deutschland gibt es zwar solch ein Gesetz nicht, allerdings wurde hier im Jahr 1998 vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ein Gutachten herausgegeben: die Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser). Auch hier wird die Mindestgröße von 54 Litern für die dauerhafte Haltung von Zierfischen im Aquarium dringend empfohlen, allerdings mit der Ausnahme von Zuchtaquarien, von Aquarien zur Zuchtvorbereitung, einer vorübergehenden Hälterung und kleineren Aquarien für besonders kleine Fische.

Kampffische / Bettas

Nanoaquarien können wir daher für die Fischhaltung im allgemeinen nicht empfehlen. Eine ganz große Ausnahme bildet hier der Betta splendens, der Siamesische Kampffisch. Dieser wunderschöne, sehr territoriale Fisch lässt sich ohnehin am besten und am stressfreisten nur in Einzelhaltung hältern, und besonders die großflossigen Varianten brauchen kein riesiges Aquarium, sondern können schon in Cubes ab 20 Litern Fassungsvermögen gehalten werden. Kampffische sind Charaktertiere: Es gibt Kampffische, die man ganz wunderbar mit Garnelen zusammen halten kann, es gibt aber auch Bettas, die wahre Fressmaschinen sind und die Zwerggarnelen als willkommenen Snack ansehen. Die alte Grundregel: „Gefressen wird, was ins Maul passt“ wird von diesen Fischen gegebenenfalls ergänzt durch: „… und was nicht passt, wird passend zurechtgebissen“. Eine Vergesellschaftung von Betta splendens und Zwerggarnelen können wir also nur bedingt empfehlen, hier kommt es wirklich ganz auf den Charakter des jeweiligen Betta an. Betta splendens mag verkrautete Aquarien und ruht gerne auf großen Pflanzenblättern aus. Achtung: Kampffische können als Labyrinthfische tatsächlich ertrinken! Bitte achten Sie daher darauf, dass sich der Betta nicht unter Dekorationsgegenständen oder anderer Aquarieneinrichtung einklemmen kann.

Salmler

Ebenfalls eingeschränkt empfehlenswert ist die Vergesellschaftung von Garnelen und Salmlern. Zu den Salmlern, die man an ihrer kleinen Fettflosse am Rücken zwischen Rückenflosse und Schwanzflosse erkennt, gehören unter anderem die in der Aquaristik beliebten Blauen, Schwarzen und Roten Neons, der Neonsalmler, der Kupfersalmler, der Funkensalmler, der Rotkopfsalmler, der Rote von Rio und viele andere Arten mehr. Salmler sind zwar Allesfresser, aber sie sind zum Teil schon recht räuberisch unterwegs und jagen auch aktiv nach Kleinkrebsen und nach jungen Garnelen. Hier empfehlen wir eine gute, fein strukturierte Bepflanzung mit Moosen und Pflanzen mit feinfiedrigem Laub und zur Vergesellschaftung nur robuste und sich schnell vermehrende Garnelen, so zum Beispiel die Malawa Garnele / Sulawesi Inlandsgarnele, die Red Fire Garnele, die Red Sakura Garnele, die White Pearl Garnele und alle anderen in der Aquaristik bekannten Arten und Farbschläge aus der Gattung Neocaridina. Gelingen wird auch eine Vergesellschaftung von kleineren Salmlern mit Garnelen, die aufgrund ihrer Größe nicht gefressen werden können: Amanogarnelen und - sofern ausreichend Strömung vorhanden ist - Fächergarnelen.

Lebendgebärende

Dasselbe gilt für ein Gesellschaftsaquarium mit Lebendgebärenden. Platys, Schwertträger, Mollys, Guppys und Endler Guppys sind von der Größe und von den Ansprüchen an die Wasserhärte her auch nur zusammen mit Neocaridina (Red Fire, Yellow Fire und all die anderen bunten Juwelen aus der Gattung), Sulawesi Inlandsgarnelen, großen Amanogarnelen oder Fächergarnelen zu empfehlen.

Kärpflinge und Reisfische

Kleinere Lebendgebärende wie der Teddykärpfling oder der Zwergkärpfling, kleinere Eier legende Zahnkarpfen wie Normans Leuchtaugenfisch oder auch die mit ihnen nah verwandten, zu den Kärpflingen gehörenden Reisfische lassen sich auch mit Garnelen vergesellschaften, die sich weniger gut vermehren, zum Beispiel mit Tigergarnelen oder Bienengarnelen. Will man Zwerggarnelen vor allem mit den größeren Kärpflingen und Hechtlingen halten, brauchen sie zwingend Versteckplätze und Pflanzendickicht und sollte dann auch wieder auf die eher robusten und sich gut vermehrenden Arten zurückgreifen.

Bärblinge und Barben

Zu allen Zwerggarnelen passen dann wieder sehr gut kleine Bärblinge, beispielsweise der Moskito Zwergbärbling, der Perlhuhnbärbling, der Querstreifenbärbling und natürlich auch der Zebrabärbling. Sie sind nahezu uneingeschränkt zur Vergesellschaftung mit Garnelen zu empfehlen, immer vorausgesetzt, die bevorzugten Wasserwerte der Arten passen zusammen, ebenso der Temperaturbereich. Robuste Garnelen können auch mit den etwas größer werdenden Barben wie der Moosbarbe zusammen gehalten werden, immer vorausgesetzt, das Aquarium bietet ausreichend Versteckmöglichkeiten.

Harnischwelse und Zwergpanzerwelse

Mit Algenfresssern wie dem Ancistrus / Saugwels oder Otocinclus / Ohrgitterharnischwelsen und auch mit Hexenwelsen lassen sich die meisten Zwerggarnelen ebenfalls ganz problemlos vergesellschaften, ebenso mit den meisten Panzerwelsen. Optimal eignen sich hier Zwergpanzerwelse und kleinere Arten wie der Pandapanzerwels.

Nicht fürs Gesellschaftsbecken geeignete Garnelen

Überhaupt nicht mit Fischen sollte man jedoch die Garnelen aus dem Malili Seensystem (Matanosee, Mahalonasee, Towutisee, Masapisee und Montoasee) sowie dem Pososee auf Sulawesi. Diese Garnelen sind zu speziell in ihren Ansprüchen und auch ohne Fischgesellschaft ohnehin schon sehr stressempfindlich.
Ebenfalls recht stressempfindlich sind die neuen Hochzucht Bienengarnelen wie Pintos, Boas und andere Varianten und Hybriden der Bienengarnele.

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