Pinselalgen und andere Rotalgen erfolgreich bekämpfen!

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Pinselalgen und andere Rotalgen

Ihren Namen haben sie von ihrer Farbe — auf den ersten Blick sehen allerdings die wenigsten Rotalgen wirklich rot aus. Sie können schwarz, braun, rotbraun, grüngrau oder auch braungrün sein. Legt man sie allerdings für einige Zeit in hochprozentigen Alkohol, werden sie strahlend rot. Damit ist die Diagnose sehr einfach.

Sattsam bekannt sind die Rotalgen aus dem Meerwasser, aber auch im Süßwasser gibt es an die 150 bis 200 bisher bekannte Arten, die einem im Aquarium das Leben ganz schön schwer machen können. Die häufigsten Rotalgen in der Aquaristik sind zum einen die Pinselalgen aus den Gattungen Rhodochorton beziehungsweise Audouinella, zum anderen die Bartalgen aus der Gattung Compsopogon. Auch Krusten-Rotalgen aus der Gattung Hildenbrandia findet man hin und wieder im Aquarium.


Pinselalgen

Die braunen, schwarzen, rotbraunen oder dunkel graugrünen Pinselalgen sind relativ kurz und wachsen recht langsam. Manche Arten kann man auf den ersten Blick von der Wuchsform sowie von der Farbe her mit kurzen dunkel gefärbten Grünalgen verwechseln. Der oben erwähnte Alkoholtest gibt hier aber schnell Klarheit: Während sich Grünalgen nach einer kurzen Zeit in Alkohol farblich nicht verändern, werden die Rotalgen bereits nach wenigen Stunden leuchtend rot. Die meisten Pinselalgen wachsen von einer Basisplatte aus büschelförmig etwa einen bis zwei Zentimeter nach oben (je nach Art können die Büschel auch länger oder kürzer sein). Bevorzugt siedeln sich Pinselalgen zum Beispiel auf den Blatträndern alter Blätter von Pflanzen mit hartem Laub wie beispielsweise Anubias oder auch Echinodorus an, wobei sie die Blattstruktur stark schädigen können. Man findet Pinselalgen aber auch auf dem Substrat, der Rückwand und auf Dekorationsgegenständen wie Steinen und Holz. Auf Steinen oder Holz und an der Rückwand können Pinselalgen sogar recht hübsch aussehen, solange sie nicht das komplette Aquarium übernehmen.


Bartalgen

Bartalgen dagegen werden je nach Art bis 10 cm lang. Auch bei der Bartalge wachsen aus einer Basis einzelne Algenfäden büschelförmig heraus. Bartalgen bevorzugen eine höhere Strömung, man findet sie daher oft in der Nähe des Filterauslasses, aber ebenfalls auf älteren Blättern von großblättrigen Pflanzen mit relativ festem Laub sowie auf Dekoration und manchmal sogar einfach auf dem Substrat.

Pianoschnecken haben Pinselalgen zum fressen gern!


Krusten-Rotalge

Diese sehr langsam wachsende Rotalge bildet extrem flache Krusten auf Steinen oder sogar an der Aquarienscheibe. Sie sind leuchtend rot, und die Algenflecken können je nach Umgebung sogar einen recht hübschen Effekt ergeben, der sehr natürlich wirkt und die Steine weniger steril wirken lässt, fast wie Flechten in der Natur.

Bekämpfung - mechanisch

Die extrem fest am Untergrund haftende Basis, aus der die Fäden der Rotalgen herauswachsen, macht eine einfache Entfernung durch Abzupfen sehr schwierig. Meist erwischt man nicht alle Basiszellen, und die Algenfäden wachsen einfach nach. Daher empfiehlt es sich, befallene und ohnehin schon geschädigte Blätter von Pflanzen mitsamt den daran anhaftenden Algen zu entfernen. Befallene Dekorationsgegenstände sollten aus dem Aquarium genommen und ordentlich abgeschrubbt werden. Naturmaterialien wie Steine oder Holz können mit kochendem Wasser überbrüht werden, um noch anhaftende Reste zu entfernen.


Bekämpfung - mit CO2

Grundsätzlich bevorzugen Rotalgen im Aquarium eher hartes Wasser und einen hohen pH-Wert, der gleichzeitig auf einen CO2-Mangel hinweist. Rotalgen beherrschen zu ihrer Versorgung mit CO2 die biogene Entkalkung perfekt, wachsen also immer noch wunderbar, wenn andere höhere Pflanzen aufgrund von CO2-Mangel schon längst ihr Wachstum eingestellt haben. So machen sich Rotalgen Nährstoffüberschüsse zu Nutze, die wegen des niedrigen CO2-Gehalts des Wassers von den anderen Pflanzen nicht mehr genutzt werden können. Bei der biogenen Entkalkung spaltet die Alge CO2 aus dem im Wasser gelösten Calciumhydrogencarbonat (Ca(HCO3)2) ab, und dabei fällt Calciumcarbonat (Kalk, CaCO3) aus. Diesen Kalk baut die Rotalge in ihr Skelett ein. Dadurch wird sie sehr fest, was Fressfeinde eher abschreckt.

Es gibt in der Tat nicht viele Fische, die Rotalgen im Süßwasseraquarium gerne fressen. Etwas anders sieht die Sache bei den Wirbellosen aus: von der Pianoschnecke wird beispielsweise berichtet, dass sie Pinselalgen und Bartalgen sogar recht gerne frisst.

Erhöht man nun den CO2-Gehalt im Aquarium durch eine gezielte Zufuhr von CO2 mit Hilfe einer Düngeanlage, nimmt man den Pinselalgen und Bartalgen ihren Vorteil — die Pflanzen beginnen wieder zu wachsen und treten in Nährstoffkonkurrenz zu den Algen. Wir empfehlen einen CO2-Wert von 20 mg/l, den man mit einem CO2-Dauertest überwachen sollte. Angepasste Düngung und gutes Licht unterstützen die Pflanzen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Wenn die Pinselalgen und Bartalgen ihr CO2 nicht mehr durch biogene Entkalkung gewinnen, bauen sie weniger Kalk ein und werden weicher. Damit werden sie dann auch eher gefressen.

Auch die lillane Farbform der Pianoschnecke frisst gerne Pinselalgen

Bekämpfung - durch Konkurrenz

Hat man die Pinselalgen und Bartalgen erst einmal mechanisch entfernt und die CO2-Versorgung im Aquarium hergestellt oder erhöht, sollte man die durch die Algenentfernung weggefallene Biomasse durch schnell wachsende und eher kleinblättrige Pflanzen ersetzen.


Vorbeugung

Wie immer ist Vorbeugung die beste Verteidigung! Schnell wachsende Pflanzen, eine angemessene CO2-Versorgung, gutes Licht und eine angepasste Düngung lassen Nährstofflücken erst gar nicht entstehen. Gute, gesund wachsende Pflanzen sind eine ernstzunehmende Konkurrenz und lassen den Algen gar nicht viele Nischen.

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