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Aquarienfische im Miniteich

Von der Wanne bis zum Weinfass

Platz ist eigentlich immer überall, wenn man nur genau hinschaut. Beachtete man dabei auch noch ein paar Kleinigkeiten, steht dem Projekt Miniteich eigentlich nichts im Wege. Auch wenn der Name „Miniteich“ ein bißchen nach Minimalismus klingt, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass Fische mindestens 54 Liter Wasservolumen als Untergrenze zur Verfügung haben, damit sie artgerecht gehalten werden können. Meistens verfügen Miniteich, in denen sich später Fische tummeln aber eher über 100 Liter. Dafür eigenen sich sowohl mit Teichfolie ausgekleidete Betonringe, aber auch Mörtelwannen, die es im Baumarkt schon in diversen Größen gibt. Selbst aus einer aussortierten Badewanne lässt sich mit etwas Geschick ein tolles Fischdomizil basteln. Für diese Hochteiche findet sich häufig noch ein Fleckchen zur Aufstellung.

Bevor es aber ans einrichten geht, sollte das Gefäß zunächst aber gründlich gereinigt und ausgewaschen werden, damit sich keine Anhaftungen oder alte Rückstände lösen können. Bei der Verwendung von alten Weinfässern ist es hilfreich, diese ein paar Tage komplett vorzuwässern, damit es später dicht abschließt. Auch mit Teichfolie kann man es auskleiden, um einem Wasserverlust oder dem Übertrag von Weinresten vorzubeugen. Mörtelwannen sind zwar praktisch im Handling und in der späteren Pflege, es kann allerdings sein, dass sie gefüllt „bauchig“ werden. Um das zu verhindern kann die Wanne mit Spanngurten fixiert werden oder aber mit einer stabilen Rahmenkonstruktion aus Holz. Bei Zinkwannen sollte man mit etwas Bedacht herangehen und die Wanne prophylaktisch mit Teichfolie auskleiden, da diese häufig noch Zinkreste ans Wasser abgeben können. Damit schwarze Tonnen oder Wannen nicht zu sehr aufgeheizt werden ist das verkleiden mit Bambus- oder Schilfmatten aber auch hellerem Holz ganz sinnvoll.

Wer den Miniteich komplett beispielsweise in der Garage überwintern möchte, sollte vor dem Befüllen über das Montieren von Rollen oder Rollbrettern nachdenken. Wenn der Miniteich unbeweglich stehen soll, ist es sinnvoll, darunter eine dicke Styroporplatte zu legen, damit der Teich nicht unten her zu viel Kälte abbekommt. Da er nur ein sehr kleines Wasservolumen hat (verglichen mit großen Gartenteichen) sollte er eher nicht eingebuddelt werden, da die Temperaturen in einer Bodentiefe von 30-50 Zentimetern immer noch sehr frisch sein können, selbst wenn die Lufttemperatur bereits angenehm erscheint. Der Teich könnte über Nacht zu stark auskühlen und die Tiere dadurch gefährden.

Aquariengrundlagen in grün

Für den neuen Mini-Hochteich gelten im Prinzip dieselben Regeln wie auch fürs Aquarium im Wohnzimmer. Der Unterschied ist allerdings die Sicht und der Standort. Auch der Miniteich sollte nicht in der prallen Sonne stehen und läuft wesentlich besser, wenn er einen schattigeren und vor allem eher ruhigen Standort bekommt. Optisch wirkt der Miniteich von oben statt von vorne. Nichtsdestotrotz lässt er sich mehr oder weniger genauso wie ein Aquarium einrichten, beim Bodengrund angefangen über verschiedene Steine, Äste und Wurzeln, die vor allem toll zur Geltung kommen, wenn sie über die Wasseroberfläche hinausragen und bepflanzt werden.

Auf diese Art und Weise lässt sich durchaus ein geschmackvoller Eyecatcher auf die Terrasse zaubern. Mit Pflastersteinen lassen sich außerdem Treppenstufen im Miniteich erschaffen, die wiederum mit kleinen Pflanzkörben bestückt werden. Da 98% aller Aquarienpflanzen sowohl submers, als auch emers wachsen, kann man auf diese Art einen klasse Überwasserdschungel erschaffen. Zudem nutzen Fische diese Verstecke sehr gerne, sodass man sie noch besser beobachten kann, wenn sie sich auf einer der oberen Treppenstufen tummeln. Auch Teichpflanzen lassen sich auf diese Weise in den Miniteich integrieren, mit speziellen Pflanzkörben zum einhängen lässt sich eine tolle Sumpfzone und begrünte Teichumrandung erschaffen. Mit Schwimmpflanzen können außerdem tolle schattigere Bereiche generiert werden, außerdem halten diese die Algenpopulation in Schach. Last but not least sollte aber auch das Wasser im Miniteich aufbereitet und mit Sauerstoff angereichert werden. Vor allem, wenn die Temperaturen im Sommer steigen, fällt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser, deswegen sollte ein Filter Pflicht sein. Steigen die Temperaturen zu sehr, kann auch ein Oxydator verwendet werden oder aber Ausströmersteine. Auch der wöchentliche Wasserwechsel sollte, genauso wie im Aquarium, nicht zu kurz kommen. Bevor es aber ans Besetzen mit den Wohnzimmeraquarienbewohnern geht, sollte auch der Miniteich ordentlich einlaufen und erst dann besetzt werden, wenn die Wasserwerte dementsprechend an die Bedürfnisse der künftigen Mitbewohner angepasst ist und kein Nitrit mehr nachweisbar ist. Dazu sollte das Wasser mit einem Wassertest regelmäßig gemessen werden, mit einem Bakterienstarter wie zum Beispiel unserem Crusta Bacter Liquid kann man die Einlaufphase aber auch toll unterstützen. Hilfreich ist aber auch das Animpfen mit einem Filterschwamm aus dem bereits laufenden Aquarium. Auch das kontinuierliche Temperaturmessen sollte nicht aus den Augen gelassen werden. Mitte Mai ist ein optimaler Zeitpunkt, um das Projekt Freilandaquarium anzugehen.

Wer darf mit nach draußen?

Das neue Freiluftaquarium lässt sich natürlich auch wunderbar mit Biotopfischen wie Elritzen, Moderlieschen, Stichlingen oder Bitterlingen bestücken, aber ebenso gut auch mit einigen Aquarienfischen, die stellenweise sogar eine bessere Kondition, Vermehrungsrate und Farben ausbilden können, wenn sie die Sommerfrische draußen verbracht haben. Erst wenn die Außentemperaturen sicherstellen, dass der Miniteich nachts nicht zu sehr abkühlt, dürfen die beschuppten Familienmitglieder nach draußen, aber auch hier gilt: gut eingewöhnen, damit sie keinen Temperaturschock bekommen. Am besten misst man die Teichtemperatur morgens, liegt diese über 18° C können die Fische umziehen. Hier stellen wir geeignete Kandidaten vor:

Lebendgebärende

Guppy, Platys aber auch Schwertträger sind recht tolerant und flexibel was ihre Bedürfnisse und Ansprüche an die Wasserwerte betrifft. Sie können problemlos den Sommer über im Miniteich verbringen und vermehren sich hier durchaus. Vor allem in feinen Pflanzen am Teichrand findet man häufiger neue Jungtiere. Allerdings stellen die Alttiere ihrem Nachwuchs nach, weswegen sich eine Überpopulation wohl eher in Grenzen hält, vor allem, wenn sparsam gefüttert wird.  Diese Gruppenfische sind einfach zu handhaben und lassen sich tagsüber toll beobachten, da sie eigentlich ständig auf Achse sind. Vor allem aber zupfen sie auch mit an Algen und helfen ein  bißchen, den Miniteich sauber zu halten.  Prima können sie auch mit Salmlern, Bärblingen oder Welsen vergesellschaftet werden.

Labyrinthfische

Ob Fadenfisch, Makropoden oder Kampffische- diese Asiaten werden in ihren Herkunftsländern praktisch ganzjährig draußen gepflegt und auch vermehrt. Zwar ist der mitteleuropäische Sommer dazu nicht ganzjährig geeignet, aber von Ende Mai bis September können diese tollen Kameraden durchaus mit an die frische Luft. Labyrinther sind allerdings Charaktertiere, der Kampffisch sollte beispielsweise einzeln gepflegt werden. Ebenso sollten Labyrinthfische nicht untereinander mit anderen Labyrinthern oder großflossigen Mitfischen wie beispielsweise Guppys oder Schleierschwanzformen vergesellschaftet werden. Ein Pärchen Fadenfische ließe sich aber gut mit anderen kleinen Salmler oder Bärblingen pflegen, wenn der Miniteich so eingerichtet ist, dass die Tiere ihr eigenes Revier beanspruchen können. Braunes Herbstlaub, Torf, Erlenzapfen oder auch Seemandelbaumblätter kommt den Tieren im Miniteich sehr entgegen, auch darf dieser ruhig stellenweise dicht verkrautet oder mit Schwimmpflanzen verdunkelt sein.

Bärblinge

Kardinalfische sind quasi „alte Hasen“ in der Aquaristik und ebenso auch in einer hellen Form oder als Schleierschwanzvariante vertreten. Sie bleiben mit ca. 3,5 cm etwas kleiner und lassen sich problemlos pflegen und vergesellschaften. Mit ihren irisierenden Farben glitzert Tanichthys albonubes wundervoll im Miniteich und ist ein toller Farbtupfer. Wenn sie genügend feine Pflanzen im Miniteich vorfinden können sie sich hier auch reproduzieren. Sie mögen es lieber etwas kühler und fühlen sich um die 20° C am wohlsten. Die Kardinälchen sind friedfertige Gruppenfische, die sich prima auch mit anderen friedlichen Kameraden wie Lebendgebärenden oder Salmlern vergesellschaften lassen.

Barben

Prachtbarben sind recht robuste Tiere, die durchaus mal einen Fauxpas verzeihen, was allerdings keinen Freifahrtschein darstellt, sie nicht ihren Bedürfnissen entsprechend nach zu pflegen. Gerade die tollen strahlenden Farben der Barbus conchonius machen sie zu einzigartigen Blickfängen, in der Outdoor-Hälterung werden diese sogar intensiver als im Aquarium. Sie sind hinsichtlich der Temperatur eher tolerant und können problemlos von Mai bis Oktober im Miniteich wohnen. Da sie aber zum Zupfen neigen sollten sie besser nicht mit anderen großflossigen Fischen wie beispielsweise Guppys zusammen gehalten werden, Endler Guppys wären aber eine gute Alternative. Da sie mit 10 Zentimetern doch etwas stattlicher ausfallen brauchen Prachtbarben mindestens 100 Liter Wasesrvolumen.

Salmler

Der Rote von Rio, wie der Hyphessobrycon flammeus genannt wird, macht mit seinem Aussehen seinem Namen alle Ehre. Mit gerade einmal 4 cm wird er nicht sonderlich groß, scheint aber regelrecht golden zu glitzern und zu strahlen. Weil er es eher etwas dunkler mag, sollte sein Miniteich durchaus eine Ecke mit Schwimmpflanzen aufweisen, aber auch stellenweise dichte Pflanzenbestände haben, in die er sich zurück ziehen kann. Mit Torf lässt sich das Wasser zudem etwas verdunkeln, gerade dann kommen seine Farben prächtig zur Geltung. Ein wenig sollte man hier aber ein Auge auf die Temperatur haben, denn er mag es lieber etwas kühler unter 24 °C. Da er aber ein guter Nesträuber ist wird er sich im Miniteich wohl eher nicht vermehren.

Hornhechtartige

Der Medaka (Oryzias laticeps) zählt zu den Reisfischen und erfreut sich auch hierzulande mittlerweile größter Beliebtheit. Medakas gibt es in vielen verschiedenen Farbvarianten, von weiß über gelb bis blau, mit Glitzerpunkten oder ohne… sie sind anspruchslos und flexibel in der Pflege und bilden unter Tageslicht bessere Farben und eine bessere Reproduktionsrate aus. Vor allem im Miniteich kann man sich praktisch regelmäßig über neue Jungtiere freuen. Außerdem sind sie äußerst zutrauliche Tiere, die sich schnell an ihren Pfleger gewöhnen. Gerade für Kinder sind Medakas höchst interessante Fischchen, die nach einer Weile sogar in die Hand schwimmen. Da sie recht freundlich sind können sie auch gut mit Salmlern, Bärblingen oder Kärpflingen zusammen leben.

Panzerwelse

Der Marmorierte Panzerwels, wissenschaftlich Corydoras paleatus genannt, stammt ursprünglich aus Südamerika und ist auch als Albino Form vertreten. Er lässt sich prima ab 80 cm Kantenlänge halten und ist in Haltung und Pflege ein mehr oder weniger anspruchsloser Kamerad. Er frisst unter anderem Futterreste anderer Fische, aber auch Futtertabletten für Welse und freut sich hin und wieder über eine Portion leckere Mückenlarven, die sich aber im Miniteich fast schon von selber einstellen. Er kann im  Miniteich auch prima mit Guppys, Platys oder Schwertträgern vergesellschaftet werden, auch Salmler oder Bärblinge eignen sich dazu.

Und los geht´s ans gestalten:

Im Handumdrehen wird die Terrasse, die schnöde Gartenecke oder auch der Balkon zum Leben erweckt und sorgt für einen tollen harmonischen Touch. Dabei ist der Miniteich in der Gestaltung äußerst flexibel und erlaubt etliche kunstvolle Layouts. Auch Wasserspiele oder kleine solarbetriebene Springbrunnen erzeugen tolle Effekte. Vor allem kombiniert zwischen anderen Kübelpflanzen, Steinaufbauten oder kleineren Hochbeeten lässt sich so im Handumdrehen eine kleine Wohlfühloase zum Relaxen und Entspannen auch zu Hause erschaffen.


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